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Niederrheinische Blätter

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ZUGVÖGEL Trotz vieler

ZUGVÖGEL Trotz vieler Nistangebote wollen die Störche in Krefeld und im Kreis Viersen nicht so recht heimisch werden. Störche bringen den Frühling Ende April ist es wieder soweit, dann kommen die Zugvögel aus ihren „Winterferien“ in Südeuropa und Afrika zurück. Auch viele Störche werden wieder dabei sein, in Krefeld und dem Kreis Viersen aber lassen sie sich nur selten nieder, um zu brüten und ihre Jungen aufzuziehen. „2010 gab es eine wahre Storcheneuphorie im Kreis“, erinnert sich Harry Abraham vom Naturschutzbund (NABU) Willich. Damals hatte sich ein Storchenpaar an der Clörather Mühle, einer ehemaligen Wassermühle an der Niers bei Viersen, niedergelassen. Ein Jahr später brütete ein Paar am Hennenhof in Kempen. „Seitdem sind viele Brutstätten aufgestellt, aber nicht genutzt worden, denn Störche sind wählerisch: Wenn das Umfeld nicht stimmt, lassen sie sich nicht nieder“, weiß der Willicher. Auch in Krefeld sieht es schlecht aus. „Es gibt zwar immer wieder Versuche, Störche anzusiedeln, aber bisher ohne Erfolg“, weiß Jochen Schages vom NABU Krefeld/Viersen. Generell aber sei es gut um den Storch bestellt. Im gesamten Bundesland seien Die drei Jung-Störche sind in ihrem Horst im Regen stehengelassen worden. Foto: Hans Glader es rund 200 Brutpaare gewesen. Das ist eine positive Entwicklung, denn 1990 gab es gerade mal drei Brutpaare in NRW. Hauptsächlich Weißstörche sind es, die sich hier niederlassen. Sie gehören zu den bekanntesten Zugvögeln. Im April legt das Weibchen zwei bis sechs Eier, aus denen nach drei Wochen die Jungen schlüpfen. Die haben bis August Zeit, groß und stark zu werden und das Fliegen zu lernen, denn schon im ersten Lebensjahr gehen sie mit ihren Eltern auf Reisen. Bis es soweit ist, müssen die Eltern, die sich die Aufzucht teilen, aber viel Nahrung zum Horst bringen. 1600 Gramm frisst ein Jungstorch am Tag, das sind 40 Mäuse. Auch Frösche, Insekten, Regenwürmer und Fische stehen auf dem Speiseplan der Störche. Ihre Brutgebiete sind deshalb meist in der Nähe von Auenlandschaften und Feuchtgebieten. Wenn es im August ins Winterquartier geht, fliegen die Störche bis zu 10.000 Kilometer. Dabei nutzen sie warme, aufsteigende Winde. Weil es die über dem Meer nicht gibt, versuchen sie, möglichst über Land zu fliegen. Vogelexperten haben herausgefunden, dass die Störche dabei zwei unterschiedliche Flugrouten nutzen. Die „Westzieher“ fliegen nach Südwesten über Belgien, Frankreich und Spanien. Manche von ihnen bleiben im Winter in Spanien, andere ziehen weiter nach Afrika. Die „Ostzieher“ nehmen die Route über Polen, Rumänien, Bulgarien, die Türkei und Israel in die Wüste Sahara. Stephanie Wickerath INFO Obwohl es kein Märchen gibt, das behauptet, der Storch bringe die Kinder, hält sich dieser Mythos tapfer. Vermutlich kommt die Verbindung vom sogenannten „Storchenbiss“, einer Rötung an Stirn und Nacken, mit dem einige Kinder zur Welt kommen. Kaum Platz für Zugvögel in Mönchengladbach „Wir sind Großstadt und haben nicht die Flächen, auf denen Zugvögel genug Nahrung finden könnten“, sagt Ruth Seidel. Die Vorsitzende des Nabu-Bezirksverbandes Mönchengladbach nennt den Nierssee nördlich des Niersverband-Klärwerks: „Dort könnten sich hin und wieder Zugvögel einfinden, weil das Wasser wärmer ist und nicht gefriert wie die Teiche ringsum, wenn die Temperaturen mal stärker sinken.“ Die legendären Klapperstörche machen in der Vitusstadt noch relativ oft Station, aber der reale „Meister Adebar“ lässt sich höhst selten sehen. „Wir sind angerufen worden, als im Süden der Stadt ein Storch mehrmals gesehen wurde“, erzählt Ruth Seidel, doch „gefangen haben wir ihn nicht, wie das einige Anrufer vorschlugen.“ Wahrscheinlich ist dieser Storch mit dem identisch, den Peter Mohr notiert hat. Der Vogelkundler sammelt Meldungen der verschiedenen Beobachter, Hinweise auf Zugvögel sind kaum darunter. „Die machen eher mal kurz Station an der Schwalm“, weiß er aus langjähriger Erfahrung. Manfred Meis info@nabu-mg.de, NABU Mönchengladbach, Ziegelgrund 15, 41069 Mönchengladbach. 8 Niederrheinische Blätter —1/2017

Buchtipp Ein Blick hinter die Kulissen von Filmen und Serien. 111 Drehorte auch am Rhein Die etwas älteren unter unseren Lesern können sich noch genau an die Schimanski Tatorte erinnern: da wurde geflucht, dass sich die Balken bogen und Götz George alias Kriminalhauptkommissar Horst Karl Georg Schimanski pöbelte, soff und schlug sich durch Duisburg Ruhrort. Dass es hier am Rhein seit 2014 eine offizielle Horst-Schimanski- Gasse gibt, war überfällig. Auch „Maria, ihm schmeckt´s nicht“ wird dem ein oder anderen Cineasten noch vor Augen sein. Antonio Marcipane als Gastarbeiter der ersten Generation macht hier im Schatten des Uerdinger Branntweinbrennerei Jan und Sara das Leben schwer. Auch im „Wunder von Bern“ spielt die Brennerei im Krefelder Hafen eine Hauptrolle, obschon die Handlung in Essen spielt. „111 Drehorte“ in Nordrhein-Westfalen fängt all die Schauplätze in Wort und Bild auf und blickt hinter die Kulissen der berühmten Filme und Serien. Auch die Minigolfanlage im Mönchengladbacher Volksgarten spielt bei der Neuverfilmung der Vorstadtkrokodile 2009 eine tragende Rolle. Die Xantener Altstadt bietet sowohl für Claudia Stratmann alias Carla Fingerhut als auch für die „Wilden Hühner“ eine herrliche Kulisse, und die „Kleinen Vampire“ und „Rennschwein Rudi Rüssel“ trieben rund um Rhein, Dom und Emmericher Brücke ihr Unwesen. Matthias Opdenhövel lud 2012 in den Xantener Archäologischen park zu einer Quizshow rund um das Leben der alten Römer ein, und Thomas Gottschalk moderierte die erste Open Air Sondersendung von „Wetten, dass …?“ in der Xantener Arena. Die Bislicher Insel, Duisburg-Hochheide und Duisburg-Marxloh und viele andere Schauplätze in Nordrhein-Westfalen sind in dem 240 starken Buch „111 Drehorte berühmter Filme und Serien in Nordrhein-Westfalen“ zu bewundern. Fotos und Texte erinnern an Gesehenes und wecken Neugierde, die Orte der Handlungen aufzusuchen. Natürlich gibt es auch Schauplätze außerhalb unseres Verbreitungsgebietes! Margit Leuchtenberg INFO „111 Drehorte berühmter Filme und Serein in Nordrhein-Westfalen“, Christina Gruber, Gerhard Schmidt, Fotos Thomas Schildmann, emons Verlag, 2016, 17,50 Euro. Weinbrandbrennerei in Uerdingen. Foto: Archiv Lammertz 1/2017 — Niederrheinische Blätter 9

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