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Pferde -05.06.2018-

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Der Westernreiter

Der Westernreiter begleitet das Pferd und stört es nicht Gerhild Klee, 51, ist Trainerin C und B im Westernreiten. Im Interview verrät sie uns Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Vergleich mit der klassischen englischen Reitlehre. Und warum sie persönlich vom Westernreiten überzeugt ist. Westernreiten sieht immer so lässig aus – ist es eine Reitweise für Faule? Gerhild Klee: Wenn ein Westernpferd seine Ausbildung abgeschlossen hat, dann stimmt das in gewisser Weise: Der Reiter ist dann körperlich weniger aktiv als bei der englischen Reitweise. Der Weg dorthin ist allerdings in aller Regel mit viel Arbeit verbunden. Quarterhorse-Wallach Dawson war zunächst zweieinhalb Jahre ihre Reitbeteiligung, ehe Gerhild Klee ihn vor fünfeinhalb Jahren gekauft hat. In den acht Jahren sind die beiden zu einem echten Team zusammengewachsen. Manfred Gatermann Rechtsanwalt für Pferderecht Achim Lorenz Rechtsanwalt Gabriele Gatermann Rechtsanwältin Nikolaus Simons Rechtsanwalt für Pferderecht Turnierrichter bis Kl. S Pferderecht – wir helfen in allen Fragen Klever Str. 14 • 46509 Xanten Am Wasserturm 6 • 40668 Meerbusch Tel.: +49 (0) 28 01 7 15 10 • www.gs-xanten.de Foto: Birthe Rosenau Was sind denn die größten Unterschiede zwischen der „klassischen“ englischen Reitweise und dem Westernreiten? Klee: Das Westernreiten ist eine Impulsreitweise. Das Pferd soll idealerweise die Manöver am losen Zügel absolvieren. Es wird mit einer weichen, dehnenden Verbindung geritten. Wir streben die einhändige Zügelführung an, bei der das Pferd dem Druck des angelegten Zügels, des Neck Reins, weicht. Ich treibe auch nicht jeden Schritt heraus, sondern mein Pferd soll selbstständig eine Gangart oder ein Tempo beibehalten, bis ich einen anderen Impuls gebe. Der Reiter bleibt oftmals passiv. Ganz nach dem Motto: Begleiten, nicht stören. Im Englischreiten gibt es einheitliche Standards für die Grundausbildung von Reiter und Pferd – durch die FN. Gibt es beim Westernreiten etwas Vergleichbares? Klee: Ja, Petra Roth-Leckebusch hat eine eigene Reitlehre fürs Westernreiten in Zusammenarbeit mit der EWU (Erste Westernreiter Union Deutschland) und der FN entwickelt. Darin nennt sie auch Punkte, anhand derer sich der Ausbildungsstand eines Pferdes beurteilen lassen. In der klassischen Lehre sind das ja Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geraderichtung und Versammlung. Die Ziele sind im Westernreiten ganz ähnlich. Anlehnung heißt für Westernreiter eher Nachgiebigkeit, Schwung entspricht der Aktivierung der Hinterhand und das höchste Ziel ist am Ende ein absolut durchlässiges Pferd. Gibt es Pferde, die besonders geeignet sind für die Westernreitweise? Klee: Die Pferde sollten einen ruhigen, ausgeglichenen Charakter haben und ein korrektes Exterieur. Dabei kommt es natürlich auch darauf an, in welchem Bereich das Pferd eingesetzt werden soll. Ausgeprägte Ganaschen, schräg angesetzte Schultern, eine harmonische Oberlinie, ein kräftiger, 8

tragfähiger, mittellanger Rücken, eine runde Kruppe, eine kräftige Hinterhand – das sind wichtige Beurteilungskriterien. Das klassische Westernpferd ist zwischen 1,40 und 1,60 Meter groß. Bekanntester Vertreter ist das Quarter oder Paint Horse, gefolgt vom Appaloosa. Häufig werden aber auch Haflinger, Norweger oder deutsche Reitponys westerngeritten. Was kommt danach? Klee: Ich mache den Reiter mit Gas, Lenkung und Bremse vertraut. In den allermeisten Fällen habe ich es mit Umsteigern aus der klassischen Reitweise zu tun. Wer noch nie zuvor auf dem Pferd gesessen hat, der kommt natürlich auch im Westernreiten erstmal an die Longe. Was sollte ein gut ausgebildetes Westernpferd können? Klee: Ziel ist die absolute Durchlässigkeit des Pferdes. Es sollte die geforderten Manöver über die Impulsreitweise willig und zeitnah ausführen. Welche Hilfen gibt es beim Westernreiten? Klee: Wir kennen die Hilfen Schenkel, Zügel, Stimme und Gewicht. Allerdings müssen wir nicht immer alle einsetzen und können auch mal mit einer davon auskommen. Westernpferde werden sehr viel über Gewicht und Schenkel geritten. Je unsichtbarer die Hilfe von außen ist, desto besser. Was lernen Anfänger als Erstes? Klee: Ehe es überhaupt an die Arbeit mit und auf dem Pferd geht, ist mir wichtig, dass wir über ethische Grundsätze sprechen. Als Reiter bin ich dem Lebewesen Pferd verpflichtet: Ich bin für seine physische und psychische Gesunderhaltung verantwortlich. Und wann ist ein Westernreiter kein Anfänger mehr? Klee: Wenn er einen losgelassenen, ausbalancierten und zügelunabhängigen Sitz hat. Unter Reitern gibt es ein Sprichwort: Reiten lernt man nur durch Reiten. Egal, ob Reitschüler oder Pferd: Wir sollten beim Erlernen neuer Dinge beiden die Zeit geben, die es nun einmal braucht. Wie finde ich einen guten Trainer? Klee: Die EWU führt Trainerlisten. Formell sollte der Trainer mindestens den Trainerschein C bestanden haben und sich regelmäßig fortbilden. Gut aufgehoben ist man bei einem Trainer, der über viel Erfahrung mit den unterschiedlichsten Pferden verfügt. Eine Referenz sind sicher die Pferde, die der Trainer bereits ausgebildet hat. Zudem muss die Chemie zwischen Schüler und Trainer stimmen. Auch dann, wenn ein Pferd in Beritt gegeben wird. Denn ein guter Bereiter sollte auch immer den Besitzer bei der Ausbildung des Pferdes mit ins Boot nehmen. Birthe Rosenau stellte die Fragen RuF Hünxe ANZEIGE Entscheidungen an einem Tag Der Reit- und Fahrverein Hünxe ist für die Ausrichtung der Rheinischen Meisterschaften der Vielseitigkeit bekannt. Seit 2005 werden auf dem Gutshof „Glückauf“ in Hünxe-Bucholtwelmen Meistertitel bei Ponys, Junioren, Jungen Reitern und Reitern vergeben. „In diesem Jahr finden sowohl die beiden internationalen Prüfungen CIC1*+2* wie auch die Pony-Vielseitigkeitsprüfung Klasse A** und Vielseitigkeitsklasse A** an jeweils einem Tag statt“, erklärt der 1. Vorsitzende Dieter Heisterkamp. „Nach vielen guten Vorerfahrungen bei anderen Turnieren wird das kompakte Format bei uns erstmalig erprobt.“ Zuschauer können daher die Entscheidung in jeder Vielseitigkeitsprüfung an einem Tag mitverfolgen. Eine besonders wichtige Rolle beim Reit- und Fahrverein Hünxe spielt die Nachwuchsförderung. „Jährliche Turniere wie die Ponytalentsichtung richten sich speziell an reiterlichen Nachwuchs“, betont Dieter Heisterkamp. „Alle Trainer kümmern sich mit hervorragender Basisarbeit um junge Reiter.“ Dass diese gute Nachwuchsarbeit von Erfolg gekrönt ist, zeigt die Tatsache, dass im Jahr 2018 gleich drei Reiterinnen Mitglieder im Bundes- und Landeskader sind. Anna Lena Schaaf zählt zum Bundeskader Vielseitigkeit Junioren, Jana Lehmkuhl und Helena Bottermann zum Bundeskader Pony-Vielseitigkeit. Der RuF Hünxe wurde Anfang 1977 gegründet und blickt auf viele erfolgreiche Jagd- und vor allem Dressurreiter zurück. 1985 finden immer mehr Vielseitigkeitsreiter den Weg nach Hünxe und präsentieren den Verein jetzt auch äußerst erfolgreich mit vielen Deutschen und Europa-Meistertiteln. Im letzten Jahr wurde Anna Lena Schaaf Rheinische Meisterin beim Pony-Springen und in der Vielseitigkeit Junioren, Jana Lehmkuhl holte den Titel der Pony-Vielseitigkeit und wurde deutsche Vizemeisterin. Helena Bottermann Die erfolgreichen Kaderrreiterinnen werden auch in diesem Jahr vom 13. bis 15 Juli beim Internationalen Vielseitigkeitsturnier um die Titel kämpfen. 9

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