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Pferde im Fokus

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Ein Paradies für

Ein Paradies für vergessene Pferde Foto: Gnadenhof Seit mehr als 20 Jahren kümmert sich Monika Schwarick um kranke, alte und nicht mehr gewollte Tiere. 2002 hat sie den Tierschutzverein Kreis Viersen, einen Gnadenhof für Pferde, gegründet. 22 Pferde leben dort aktuell, aber die Warteliste ist lang. Von Silvana Brangenberg Für Monika Schwarick beginnt der Tag um 5 Uhr morgens. Dann heißt es, nach den 22 Pferden sehen, sie zu füttern und anschließend auf die Weide zu bringen. Das macht die 61-Jährige ganz alleine. Erst beim Misten der Ställe bekommt sie Hilfe. An den Wochenenden ist die engagierte Tierschützerin in der Regel auf sich selbst gestellt. „Da brauche ich auf Unterstützung nicht zu hoffen“, sagt Monika Schwarick. Seit mehr als 20 Jahren kümmert sie sich um Pferde, die keiner mehr haben will. Oder anderes ausgedrückt: rettet sie Pferde vor dem Schlachter. 2002 gründete sie den Tierschutzverein Kreis Viersen, einen Gnadenhof für Pferde. Seit 2008 ist der Schutzhof in Niederkrüchten angesiedelt, wo ausrangierte Tiere einen würdevollen Lebensabend verbringen dürfen. Der Verein finan- ziert sich ausschließlich über Spenden. Neben Pferden beherbergt der Schutzhof auch Schweine, Schafe, Ziegen, Gänse, Meerschweinchen, Kaninchen und Katzen. Zwölf Hunde leben aktuell bei Pflegestellen und suchen ein neues Zuhause. Die Pferde, die Monika Schwarick bei sich aufgenommen hat, haben unterschiedliche Schicksale erlitten. Da gibt es die zwei Stuten Flicka und Lucy. Sie wurden zusammen abgegeben, weil ihr Besitzer plötzlich verstorben war. Hinzu kommt, dass Flicka blind und auf die Hilfe ihrer Freundin Lucy angewiesen ist. Die beiden Stuten stehen nicht mit den anderen 20 Pferden auf einer Weide, sondern separat. „Das geht leider nicht anders, weil die blinde Flicka körpersprachliche Signale der anderen Pferde nicht mehr sehen kann. Das wäre für sie zu gefährlich“, erzählt die 61-Jährige. Im Tierschutzverein Kreis Viersen leben auch Pferde, die aufgrund von schlechter Haltung beschlagnahmt wurden und bei Monika Schwarick ein Zuhause gefunden haben. So wie der Schimmel Snowball. Monika Schwarick kümmert sich um Pferde in Not und ist für jede Spende und jede helfende Hand dankbar. Foto: Gnadenhof Als er nach Niederkrüchten kam, war er nur noch Haut und Knochen. Noch immer sieht man dem Wallach an, dass er vernachlässigt wurde. Doch er erholt sich zusehends und blüht in der Herde mit den anderen Pferden auf. „Es ist schon verrückt, wie schnell die Pferde ihre Vergangenheit loslassen und ihr Leben wieder genießen“, sagt Monika Schwarick. So zum Beispiel Stute Ela, die einen Hänger-Unfall und einen Stallbrand überlebt hat. Es sind aber nicht immer nur tragische Fälle wie eine Beschlagnahmung oder der Tod des Besitzers, die die Pferde nach Niederkrüchten führen. Viele Tiere werden aufgrund ihres Alters von den Besitzern ausrangiert. Dann wird ein jüngeres Pferd angeschafft, und das alte muss gehen, weil zwei Pferde im Unterhalt zu teuer sind. „Im Alter nehmen auch die Beschwerden und damit die Tierarztkosten zu. Das können sich manche Besitzer nicht leisten und geben die Pferde ab“, sagt die Tierschützerin. Genau mit diesen Kosten hat Monika Schwarick Monat für Monat zu kämpfen. Sie bewirtschaftet fünf Hektar Land und muss für Stroh, Heu und Futter aufkommen. 5000 Euro kommen monatlich zusammen. Tierarztkosten und Hufschmied nicht mitgezählt. Jeder Monat ist für die Pferdefreundin ein Kampf ums Überleben. Das Jahr 2016 war besonders schlimm. Viele Pferde mussten erlöst werden, und auch um die Gesundheit von Monika Schwarick war es nicht gut bestellt. Seit Jahren leidet sie unter Polyarthritis, hat bereits zwei neue Hüft- und zwei neue Schultergelenke, ihr linkes Handgelenk ist seit Herbst vergangenen Jahres steif. Dann verstarb vollkommen unerwartet eine Ehrenamtlerin, die den Schutzhof stets tatkräftig unterstützte. Warum Monika Schwarick trotzdem nie die Hoffnung verliert? Weil es immer einen Weg gibt, den Tieren zu helfen. Aufgeben kennt die 61-Jährige nicht. www.tierschutzverein-viersen.de 38

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