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Ratinger Schützen laden zum Fest ein -ET 28.07.2017-

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2 SCHÜTZENFEST IN

2 SCHÜTZENFEST IN RATINGEN Inhalt Stolzer Nachwuchs: Die jungen Könige der Sebastianer Schülerkönig Pierre Pascal Rohm und Jungschützenkönig Fabian Köther .....Seiten 4 und 5 Festzüge, Vogelschuss und Party im Festzelt – das Programm Das Schützenfest bietet viele Höhepunkte: Den Festumzug am Sonntag etwa, die Schießen um Pokale, Ehrenpreise und Königswürde, das Jahrmarktstreiben auf der Kirmes oder gleich zum Auftakt das Konzert der Goodfellas ....Seiten 6 und 7 „In diesem Jahr hat wirklich alles gepasst“ Ein Schützenchef als Schützenkönig: Gero und Steffi Keusen krönen ihre Leidenschaft fürs Sommerbrauchtum. Verdiente Schützen Zahlreiche Schützen der St.-Sebastiani-Bruderschaft werden in diesem Jahr für ihre langjährige Mitgliedschaft geehrt. Drei von ihnen stellen wir näher vor ................ Seiten 8 und 9 Als Oberst und Rittmeister sattelfest Peter Krümmel fand sein Glück auf dem Rücken der Pferde – sportlich, im Beruf und natürlich bei den Ratingen Schützen ............................................ Seiten 10 und 11 Was eine Schützenuniform kostet Wir haben zusammengerechnet – am Beispiel der Uniform von Rittmeister Peter Krümmel..............................Seite 11 ochglanz für die sylberne Plath Goldschmiedeeister Gerhard Schuster und seine Tochter Andrea Schuster-Westerling bereiten das Königssilber fürs Schützenfest auf .............................................. Seite 12 Impressum Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH, Zülpicher Straße 10, 40196 Düsseldorf. Geschäftsführer: Dr. Karl Hans Arnold, Patrick Ludwig, Hans Peter Bork, Johannes Werle, Tom Bender (verantwortl. Anzeigen), Stephan Marzen ruck: Rheinisch-Bergische Druckerei GmbH, Zülpicher Straße 10, 40196 Düsseldorf Anzeigen: Kontakt: Nina Strauch, Telefon: 02103 9591-33, ina.strauch@rheinische-post.de edaktion: Rheinland Presse Service GmbH, Zülpicher Straße 10, 40196 Düsseldorf, José Macias (verantwortlich), Jörg Mehl. Mitarbeit: Gabriele Hannen, Dirk Neubauer, Wolfgang Schneider Kontakt: Telefon 0211 528018-0, E-Mail: redaktion@rheinland-presse.de itelfoto: Achim Blazy Es scheint, als würde es ungefähr alle 70 Jahre bei den Dumeklemmern ein besonderes Schützenjahr geben: Eines, in dem Schützenchef und Schützenkönig von ein und derselben Person verkörpert werden. 1949 erfüllte Wilhelm Werdelmann diese Doppelrolle. Aktuell ist es Gero Keusen mit Königin Steffi an seiner Seite. Vor den schönsten Tagen einer erfüllten Regentschaft traf die RP die beiden Ratinger Majestäten ganz entspannt auf ihrer Dachterrasse zu einem ausführlichen Gespräch. Herr Keusen, die gemeine Frage gleich zu Beginn: Mussten Sie als Schützenchef im vergangenen Jahr einspringen, weil niemand das zeitaufwendige und sicherlich nicht preiswerte Amt des Schützenkönigs übernehmen wollte? Gero Keusen Absolut nicht. Aktuell zählt die St.-Sebastiani- Schützenbruderschaft Ratingen mehr als 850 Mitglieder. Da haben wir nun wahrlich keinen Mangel an engagierten und ehrgeizigen Kandidaten für den Thron. Aber im vergangenen Jahr hat für mich alles gepasst. Ein computergestützter Zufallsgenerator bestimmt die Reihenfolge der Schützen am Schießstand – übrigens mit fast 18 Metern einer der höchsten in Nordrhein-Westfalen. Ich hatte die Schießnummer 380 und erstmalig seit 1980 ein echte Chance auf den Titel des Königs. Die Holzplatte war gera- de ein Stückchen höher gesetzt worden, aber noch komplett. Da habe ich die Gunst der Stunde genutzt, und das am zehnten Todestag meines Vaters, was für mich noch mal eine besondere Emotionalität hervorgerufen hat. Zudem hat meine Kompanie, die Wilhelm Tell Kompanie, seit 2008 keinen König mehr gestellt. Was war Ihr erster Gedanke, als die Platte fiel und der Jubel losging? Gero Keusen Da ich von ganzem Herzen Schütze bin – innerhalb meiner Familie in fünfter Generation –, habe ich mich sehr gefreut. Frau Keusen, haben Sie denn vorher über die Möglichkeit gesprochen, das Schützenjahr 2016/17 als Majestäten zu absolvieren? Steffi Keusen (lacht) Ich kann nicht die Ehefrau eines Mannes sein, der so sehr im Sommerbrauchtum verwurzelt ist, und dann darüber erstaunt sein, dass er eine Chance ergreift, wenn sie sich ihm bietet. Da mussten wir uns vorher nicht groß besprechen, das gehört dazu. Werden die Nachbarn das frühe Wecken an den Schützenfesttagen ertragen? Andernorts gab es auch schon geharnischten Protest über die – Zitat – „frühe Ruhestörung? Noch mehr Freudestrahlen geht nicht: Gero Keusen hatte die Gunst der Schießnummer genutzt und den Vogel abgeschossen.

SCHÜTZENFEST IN RATINGEN 3 Steffi und Gero Keusen und ihre zweite Leidenschaft – neben der St.-Sebastiani- Bruderschaft: Motorradfahren. Fotos (2): Achim Blazy Gero Keusen Auch das ist – glaue ich – in Ratingen anders. ier ist die St.-Sebastiani-Bruderschaft fest verankert in der ürgerschaft. Das ist an vielen Stellen zu bemerken. Beim estzug natürlich. Aber auch am Samstag beim Festhochamt und unserem Platzkonzert vor St. Peter und Paul, bei dem die Gäste ergriffen lauschen. Zudem hat es unser brauchtumsverbundener Bürgermeister Pesch es freiwillig übernommen, sich als Erster wecken zu lassen – unter der Bedingung, dass ihm die Musiker Brötchen itbringen… und wir auch nicht zu früh beginnen. Versprochen! Das klingt nach großer Einigkeit. Bei zahlreichen Schützenvereinen gelingt es dennoch nicht, die Jugend für das Sommerbrauchtum zu begeistern. Wie meistert Ratingen dieses Problem? Gero Keusen Erst einmal, in dem wir kein Problem daraus machen. Es war zu allen Zeiten eine Herausforderung, junge Menschen für das Schützenwesen zu begeistern. Und in unserer Sportschützenabteilung machen auch eine Menge Frauen mit – mit herausragenden Ergebnissen. Mit dem „Tradition verbindet“ in unserem diesjährigen Festheft wollen wir genau auf diesen Umstand verweisen. Wir zeigen auf dem Titel Andy Hassel und Sebastian Ißel als Schützenjungen, die vor dem Ratinger Stadtbrunnen stehen. Heute sind sie gestandene Männer und Stützen ihrer Hubertus- Kompanie. In all unseren Kompanien haben wir das Glück, mit Nachwuchs gut versorgt zu sein – auch wenn das Durchschnittsalter der Bruderschaft natürlich steigt. Wie haben Sie die Doppelbelastung – einerseits Schützenchef, anderer Schützenkönig zu sein – bewältigt? Gero Keusen Ich habe zahlreiche engagierte Kameraden und Freunde im Vorstand, die mich unterstützt haben. Und dann hat sich mein Kalender gar nicht von Grund auf verändert, weil ich als Schützenchef von jeher zu allen Festivitäten unserer Kompanien und auch befreundeter Vereine des Winterbrauchtums eingeladen werde und gerne hingehe. Nun kam ich als Schützenkönig. Für mich und meine Frau war es ein ereignisreiches und bewegendes Schützenjahr. Muss man ein kleines Vermögen mitbringen, um in Ratingen Schützenkönig zu werden? Gero Keusen Nein, absolut nicht. Es gilt bei uns die Losung, dass wirklich jeder Schützenkönig werden kann. Es wird strikt darauf geachtet, dass keine ungesunde Aufwärtsspirale in Gang gesetzt wird, bei der ein Schützenkönig partout versucht, seinen Vorgänger zu übertrumpfen. Zudem gibt es Unterstützungskassen in den Kompanien und das Königsgeld der Bruderschaft – und jede Menge Hilfe, damit ein Majestätenpaar die Zeit der Regentschaft bewusst genießen kann. So möchten wir beide – Gero und Steffi Keusen – uns bei all unseren Freunden bedanken, die uns unterstützt haben. Das war toll! Danke an alle, die da mitgezogen haben! Wie schafft es ein König, all den vielen Runden auf sein Wohl zu trotzen und die Majestätenwürde zu behalten? Gero Keusen Auch das war für mich kein Neuland. Denn als verantwortungsbewusster Schützenchef muss ich bereits seit Jahren einen klaren und kühlen Kopf behalten, während alle anderen feiern. Das war bisher im Jahr der doppelten Würde für uns auch nicht anders. Die Fragen stellte Dirk Neubauer

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