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Ratinger Schützen laden zum Fest ein -ET 28.07.2017-

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4 SCHÜTZENFEST IN RATINGEN Stolzer Nachwuchs: Die jungen Könige der Sebastianer Vorgestellt: Schülerschützenkönig Pierre Pascal Rohm und Jungschützenkönig Fabian Köther. VON GABRIELE HANNEN Wer Rennrad fährt oder Fußball spielt, wird eigentlich nie staunend gefragt, warum er so was tut. Bei Jungschützen ist das mitunter anders: Nicht jeder versteht es, dass sie sich in eine Männergesellschaft einfügen, die sich für Gleichschritt und Paraden in Uniform begeistert und einen König per Vogelschuss ermittelt. Gegenwärtig wird die Bruderschaft jedoch von zwei jungen Männern repräsentiert, die gute Beispiele für Nachwuchs- Schützen sind – und die mit Begeisterung und Engagement auch andere vom Schützenwesen überzeugen. Seiner Mutter gefiel Pascal als Vorname gut. Seinem Vater passte Peter besser – wie er selbst und sein Vater nämlich schon hießen. Und dann gab es einen gescheiten Kompromiss: Mutters Wunsch würde erfüllt, Vaters Wunsch auch – aber eben dem Französischen angepasst. Und so hieß der Knabe fortan Pierre Pascal, Nachname Rohm. Bei den Ratinger Sebastianern ist er heute Schülerschützenkönig, mit einem Schuss beim letzten Fest erzielt und nun zum ersten Mal in ganz großem Einsatz. Zwei Tage nach dem Möschesonntag allerdings beginnt der junge Mann nach dem Abschluss an der Elsa-Brandström- Schule seine Ausbildung zum Tiefbaufacharbeiter – ein Job, bei dem man ordentlich zupacken muss. Wie er das Schützenfest und seine Verpflichtungen zeitlich auf die Kette bekommt? „Auch, wenn das knapp wird, brauche ich mir dennoch keine Gedanken zu machen. Da wird mir geholfen, und zur Not fährt mich auch jemand, damit die Firma nicht unter meiner Schützen- Zugehörigkeit zu leiden hat“, ist sich Rohm sicher. Er fühlt sich in seiner Kompanie sehr wohl – in der Hubertus-Kompanie, die im Unübersehbar: Schülerkönig Pierre Pascal Rohm ist Bayern-Fan. Foto: Achim Blazy

SCHÜTZENFEST IN RATINGEN 5 Fabian Köther konnte sein Glück kaum fassen: Bei seinem ersten Schießen wurde er gleich Jungschützenkönig. Foto: Achim Blazy März 1896 neu gegründet wurde. Sie war die vierte Kompanie, die sich mit der Tell-, der Reserve- und der Grenadier-Kompanie nach einem Tiefstand der Sebastiani-Bruderschaft 1896 zu neuem Glanz aufgerappelt hatte. Und wie ist es mit dem Alkohol beim Schützenfest? „Da achte ich schon selbst drauf und die Männer in meiner Kompanie auch noch. Harte Sachen sind tabu.“ Passt ja zu einem jungen Mann, der zwar kein exzessiver Sportler ist, wohl aber manchmal zum Kicken geht oder zum Laufen. Und der jetzt ein Berufsziel vor sich hat. Ebenfalls in grüner Jacke und schwarzer Hose geht Fabian Köther zum Schützenfest – nur ist sein Janker etwas heller als der, den die Hubertus-Schützen tragen. Seine Truppe ist die Bürger-Kompanie, die als fünfte Mitgliedskompanie 904 unter der Bezeichnung Hohenzollern-Kompanie gegründet und später in ihren jetzigen Namen umbenannt worden war. Was er an den Schützen gut findet? „Ich bin schon sehr gerne in Ratingen; das ist meine Heimat. Und dann kann ich mich auch in einem Heimatverein wohlfühlen“, sagt er. Da haben wahrscheinlich nicht nur die erwachsenen Schützen ganze Überzeugungsarbeit geleistet – da sagt einer das, was er empfindet. Fabian Köther, derzeitiger Jungschützenkönig, ist 19 Jahre alt und steckt in einer Ausbildung zum Kraftfahrzeug- Mechatroniker – einem Beruf, der ihm schon als Kind vorschwebte. Der Weg zu den Schützen wurde ihm auch durch Freunde und Familie geebnet, denen das Brauchtum gefällt. Nebenbei kennt er auch den Schülerkönig Pierre Pascal Rohm – man traf sich gelegentlich beim Eishockey. Auch bei ihm ist es nicht so wild mit dem aktuellen Sport. „Doch so’n bisschen Kicken und Muckibude sind schon noch drin.“

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