Aufrufe
vor 4 Monaten

Reisemobile & Caravans -16.05.2018-

  • Text
  • Caravan
  • Reisemobile
  • Caravans
  • Salon
  • Komfort
  • Reisemobil
  • Messe
  • Urlaub
  • Kastenwagen
  • Hersteller

14

14 Reisemobile & Caravans Viel Platz am Niederrhein Hier geht man vor Anker: Reisemobilhafen bei Kevelaer. Im Schatten der Mühle: Stellplatz in Rheurdt. Im Kreis Kleve ist die Zahl der Stellplätze für Reisemobile hoch. Kein Wunder, dass die Region bei Wohnmobilfahrern so beliebt ist. FOTOS: WFG KREIS KLEVE VON FRANZ HÜNNEKENS Stefan und Martina Tempel sind eingefleischte Reisemobilisten, die schon so manches schöne Fleckchen auf ihren Touren kennengelernt haben. Doch der Niederrhein, so loben die Koblenzer, ist das „Dorado für Reisemobilisten“. Nicht nur der Landschaft und der hübschen Städtchen wegen, sondern auch, weil es auf den Stellplätzen eine gute Infrastruktur gibt und sie alle mit dem Radwegenetz verknüpft sind. Drei- bis viermal im Jahr bereisen die beiden den Niederrhein. Stationen haben sie bislang in Emmerich, Kerken, Kevelaer und Goch gemacht. Da gibt es für die Tempels noch einiges zu entdecken. Denn alle 16 Städte und Gemeinden des Kreises Kleve bieten einen Stellplatz. Zusammen sind es 31 Anlagen mit rund 1400 Parzellen. Und damit ist der Kreis in Zeiten des Reisemobilbooms gut aufgestellt. Platzangst kennt man am unteren Niederrhein nicht. Doch das ist nicht überall so. Stefan Weidenfeld von promobil, dem größten Reisemobilmagazin Europas, weiß: „Wenn rechnerisch auf 6,6 Reisemobile in Deutschland nur eine Stellfläche kommt, ist das ein Hinweis darauf, dass ein Ausbau der Reisemobil-Infrastruktur ein Gewinn für alle Beteiligten wäre.“ Viele Reisemobilisten, die am Niederrhein Halt machen, kommen aus den Niederlanden oder dem Ruhrgebiet. Andere sind auf der Durchreise von Skandinavien Richtung Süden. 40 Euro und mehr geben sie pro Tag vor Ort aus. „Da bleibt Geld in der Stadt“, sagt Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers. Für Kleve mit insgesamt acht kommunalen und privaten Stellplätzen ein ordentliches Zubrot. Allein auf dem Stellplatz unmittelbar am Bahnhof werden rund 4000 Übernachtungen im Jahr gezählt. Einzelhandel und Gastronomie wird das freuen. Viele Stellplätze im Kreis bieten Komfort mit Ver- und Entsorgung, Stromsäulen und Gästebetreuern. Wo es keine Betreuer auf dem Platz gibt, regeln Parkautomaten den Zugang. Weidenfeld bescheinigt dem Kreis eine „hohe Professionalität in Sachen Reisemobiltourismus“. So erfolgreich wie der Kreis Kleve ist nicht jede Region. Beim Caravaning Industrie Verband glaubt man, dass viele Verantwortliche noch nicht das wirtschaftliche Potenzial erkannt haben. Oft herrscht auch die Meinung vor, dass allein der Campingplatz vor Ort den Bedürfnissen der Reisemobilfahrer gerecht wird. Doch das ist nur bedingt der Fall. Reisemobilfahrer wollen spontan an- und abreisen, flexibel sein und nicht sehr lange an einem Ort bleiben. Der Campingplatz ist eher das bevorzugte Ziel für Caravan-Fahrer und Zelt-Urlauber.

Reisemobile & Caravans 15 Ein wirklich ausgefallenes Nischenprodukt liefert eine Kieler Manufaktur mit ihrem Sealander. Ein Amphibienfahrzeug, das sowohl an Land wie auf dem Wasser eingesetzt werden kann. HERSTELLER Die kleine Freiheit: Minimalistisch unterwegs Klein, fein, ungewöhnlich – Teardropund Mini-Caravans versprechen Abenteuer und Freiheit auf kleinstem Raum. Und wer will, kann sogar vom Campingplatz aus in See stechen. VON FRANZ HÜNNEKENS Raum ist in der kleinsten Hütte“, wusste schon Schiller. Was der Dichterfürst nicht ahnen konnte ist, dass seine Weisheit zum Credo einer kleinen Camper-Gemeinschaft wurde. Es sind die Cramper (abgeleitet vom englischen Wort „crammed“, was soviel bedeutet wie „eingepfercht sein“), die im Minimalistischen ihr Glück suchen. Zu dieser Gruppe zählt Bayram Koc. Seit Jahren ist der Lüdinghauser begeisterter Camper. Luxus braucht er nicht. Und doch wuchs im Laufe der Jahre der Wunsch nach einem passgenauen, mobilen Urlaubsdomizil. Da das der Markt nicht hergab, baute sich der Fahrzeugbaumeister und Geschäftsführer eines Nutzfahrzeug-Unternehmens in Ascheberg 2015 kurzerhand selber einen Mini-Wohnwagen. Inspirieren ließ er sich dabei vom Teardrop, einem Wohnwagen zum Selberbauen, der in den 30er Jahren in den USA populär war. Die tropfenförmige Karosse des Anhängers stand Pate für den Namen. Und schon auf der ersten Reise nach Frankreich wurde Koc, der den Wagen ohne kommerzielle Hintergedanken konzipiert hatte, auf Campingplätzen angesprochen. Das Interesse war da für den minimalistischen Kugelwagen. Der Schritt zum Bau einer Miniserie ließ daher nicht lange auf sich warten. Inzwischen hat Koc 15 der jeweils rund 10.000 Euro teuren Wohnwagen verkauft. Ob der Mini ein Renner wird, soll sich beim ersten Auftritt seiner Teardorp- Caravans auf dem Caravan Salon in Düsseldorf zeigen. Mini-Wohnwagen sind nicht nur ein Thema für Nischen-Hersteller. Wie erfolgreich das Konzept Mini-Caravan sein kann, beweist der Klassiker Eriba Touring seit 60 Jahren. Und was bietet die Camping-Träne? Kleine Schubfächer, eine Matratze und im Heck eine kleine Küche mit eingebauter Kühlbox sowie einem Wassertank. Außerdem Platz für die Gasflasche, einen Campingkocher, Spüle und eine Batterie für die Innenbeleuchtung. Mehr braucht der Cramper nicht, um glücklich zu sein. Und wer einen Hauch von Luxus fordert, kann noch das passende Vorzelt sowie eine Heizung für kalte Nächte ordern. Ähnlich vom Konzept und doch anders, rollt der aktuelle Mini- Wohnwagen Bushcamp des slowakischen Herstellers Procamp auch durch schwieriges Gelände. Und zwar im Tarnlook mit stark profilierten Reifen. Im Inneren findet sich ein 1,48 Meter breites Bett, im Heck eine kleine Küche. Mini-Wohnwagen sind nicht nur ein Thema für Nischen-Hersteller. Wie erfolgreich das Konzept Mini-Caravan sein kann, beweist der Klassiker Eriba Touring seit 60 Jahren. Mit einem Jubiläumsmodell feiert der Hersteller Hymer in diesem Jahr auf dem Caravan Salon Geburtstag. Geringes Eigengewicht, kompakte Maße sowie eine niedrige Gesamthöhe dank Hubdach sind die Pluspunkte des Caravans. HERSTELLER Ein wirklich ausgefallenes Nischenprodukt liefert eine Kieler Manufaktur mit ihrem Sealander. Ein Amphibienfahrezug, das sowohl an Land wie auf dem Wasser eingesetzt werden kann. Sollte der Camper also trotz der Minimaße des Wohnwagens am Seeufer keinen Platz finden, bugsiert er den Sealander einfach ins Wasser, klappt den Vier-PS-Außenboarder raus und tuckert los. Übrigens führerscheinfrei! Rund 18.800 Euro kostet der wasserdichte Anhänger für zwei Personen mit Mini-Küche und Schlafmöglichkeit. Caravan, ahoi!

Sonderveröffentlichungen