Aufrufe
vor 2 Monaten

Reisemobile & Caravans -16.05.2018-

  • Text
  • Caravan
  • Reisemobile
  • Caravans
  • Salon
  • Komfort
  • Reisemobil
  • Messe
  • Urlaub
  • Kastenwagen
  • Hersteller

18

18 Reisemobile & Caravans Die vielen Helfer an Bord Die Zahl der Unfälle mit Reisemobilen ist gering. Dennoch: Mit Assistenzsystemen und Fahrtrainings wird die Tour komfortabler und sicherer. FOTO: HYMER Der Seitenwindassistent erkennt mittels seiner Sensoren auf das Fahrzeug einwirkende Kräfte durch Seitenwindböen und unterstützt den Fahrer beim Halten der Spur. Im Hymer ML-T ist der Seitenwindassistent serienmäßig. VON FRANZ HÜNNEKENS Assistenzsysteme versprechen mehr Sicherheit und Komfort und sind im Pkw-Bereich und bei großen Lkw heute vielfach Standard. Nicht so bei Wohnmobilen. Immerhin sind sie bei Freizeitfahrzeugen aus deutscher Produktion auf dem Vormarsch. „70 bis 80 Prozent aller Reisemobile hierzulande verfügen über ESP“, sagt Daniel Rätz vom Caravan Industrie Verband (CIVD). „Um Wohnmobile sicherer zu machen, sollten das Stabilitätsprogramm ESP und Notbremsassistenten obligatorisch sein“, findet Siegfried Brockmann, Chef der Unfallforschung der Versicherer (UDV). Er hat im Rahmen eines Forschungsprojekts das Unfallgeschehen von Wohnmobilen unter die Lupe genommen hat. Nützliche Helfer wie Notbrems- und Spurhaltesysteme, Seitenwindassistenten, die automatische Reifendruckkontrolle oder Abstandsregeltempomaten zählen nicht zur Serienausstattung, doch gerade sie wären wichtig, denn Auffahrunfälle mit schwergewichtigen Reisemobilen haben erhebliche Folgen. Aber nicht nur mehr Technik ist gefragt. „Auch der Fahrer sollte etwas für mehr Sicherheit tun“, fordert Brockmann. Er kann, um Überladung zu vermeiden, sein Fahrzeug mit Reisegepäck bei Prüforganisationen wie TÜV und Dekra wiegen lassen. Denn Übergewicht kann zum Sicherheitsrisiko werden. Um Gewicht zu reduzieren, sollte man nicht mit vollem Wassertank in den Urlaub starten. Außerdem muss der Reisemobilist den Zustand seiner Reifen im Blick haben und das Reisegepäck sicher verstauen. Denn sonst kann der achtlos abgestellte Bierkasten bei einem Bremsmanöver zum lebensbedrohlichen Geschoss werden. Trotz dieser Gefahren bleibt festzustellen, dass relativ wenige Unfälle mit Wohnmobilen passieren. „Reisemobilfahrer sind recht kommod unterwegs. Da rast keiner. Schließlich will man sich ja erholen“, sagt Bernd van Bebber, Geschäftsführer von Gelderland-Mobile in Geldern. Ein möglicher Unfall kommt daher kaum einem in den Sinn. Und so sind bei Verkaufsgesprächen Assistenzsysteme nur bei einem von zehn Kunden überhaupt ein Thema. Dennoch rät er zu sinnvollen Features wie Brems-, Seitenwind- und Spurhaltesystemen. Zumal diese bei den Preisen, die heute für Freizeitfahrzeuge aufgerufen werden, kaum ins Gewicht fallen. So kostet das Fahrassistenzpaket mit Reifenluftdrucksensoren, Spurhalteassistent mit Abblendautomatik, Licht- und Regensensor für den Hymer Van beispielsweise 880 Euro. Aber auch Assistenzsysteme können eben nicht die fahrerische Praxis ersetzen. Das gilt vor allem bei Reisemobilneulingen. „Wer an das Bremsverhalten seiner Mittelklasselimousine gewöhnt ist, kann beim Reisemobil Überraschungen erleben“, sagt Brockmann. Er empfiehlt ein professionelles Fahrsicherheitstraining, denn richtiges Bremsen und Rangieren will gelernt sein. Dennoch werden Assistenzsysteme in Zukunft eine größere Rolle spielen. Beim Kaufgespräch sollte man sich erklären lassen, was angeboten wird und sinnvoll ist. Denn der nachträgliche Einbau von Assistenzsystemen kann teuer werden. Übrigens: Auch wenn das Reisemobil sicher auf dem Stellplatz steht, sollte ein Assistenzsystem, das es in jedem Baumarkt für kleines Geld gibt, für mehr Sicherheit sorgen – der Rauchmelder.

Sonderveröffentlichungen