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Rheinische Post -Leseprobe-

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D-HI02 12

D-HI02 12 Leseprobe RHEINISCHE POST SAMSTAG, 18. MÄRZ 2017 Volkshochschule: Gremium wählt neuen Leiter Im dritten Anlauf hat die Volkshochschule Hilden-Haan einen neuen Geschäftsführer gefunden. VON GÖKÇEN STENZEL HILDEN Martin Kurth lacht, er wirkt gelöst und gut gelaunt. Die Verbandsversammlung hat ihn einstimmig zum neuen Leiter der Volkshochschule Hilden- Haan gewählt – und Bürgermeisterin Birgit Alkenings hat es eilig: Sofort drückt sie dem 39-jährigen Düsseldorfer eine Kladde in die Hand. Sie enthält den Vertrag. Klare Ansage: ganz schnell unterschreiben. Heiterkeit im Plenum. Schließlich hatte der letzte designierte Leiter genau das nach seiner Wahl nicht getan und damit der VHS weitere harte Monate und eine erneute, die dritte Ausschreibung beschert. Eine Situation, die aber Martin Kurth ebenso gut kennt. So wie in Hilden ist es ihm beim Antritt seiner derzeitigen Stelle im März 2014 schon einmal ergangen. Die Versammlung Hannover- Land hatte sich bereits zweimal für Bewerberinnen ausgesprochen, die beide nach ihrer Wahl nicht mehr wollten. Kurth war der „dritte Mann“. Und ist es in Hilden erneut, wenn auch unter leicht veränderten Vorzeichen. Hier sind zwar nicht gleich zwei Bewerber abgesprungen, sondern nur einer, jedoch war es bereits das dritte Auswahlverfahren. Jede Ausschreibung kostet 25.000 Euro, somit hat die VHS das Budget ausgeschöpft, das ür die Findung zur Verfügung stand. Nun also Kurth. Für ihn hat sich die Auswahlkommission unter 70 Bewerbern entschieden. Mit seiner Unterschrift, so die Hoffnung, geht die Hängepartie für die VHS zu Ende. Ich freue mich sehr, mein einziges Kind wieder in der Nähe zu haben“, sagte seine Mutter Ingrid am Rande Der neue VHS-Leiter Martin Kurth (links) mit Heiner Fragemann, der die Volkshochschule Hilden-Haan seit Mai 2016 kommissarisch leitet. der Wahl. „Wir wohnen in Düsseldorf.“ Martin Kurth will sich eine Wohnung in Hilden suchen, zusammen mit seiner Lebensgefährtin und dann auch wieder mit einer Katze. Die Stadt ist ihm bekannt. Er ist in Urdenbach zur Schule gegangen und hat noch als Schüler erste journalistische Gehversuche bei der RP in Hilden gemacht. Dass es beruflich dann anders kam, „war eher Zufall“, sagt er. Er hat an der Universität Münster Politik, Germanistik und Neuere Geschichte studiert und mit dem Magister abgeschlossen. Von 2007 bis 2014 arbeitete Kurth bei der Heimvolkshochschule in Bielefeld, bevor er in die Region Hannover wechselte. Er selbst sagt von sich, dass er der politischen Bildung verhaftet sei. „Deswegen habe ich sehr viel mit Soldaten gearbeitet: Sie müssen sich von Berufs wegen politisch bilden.“ Gute Nachrichten also für die Hildener Waldkaserne, aber Kurth will das Feld erweitern um RP-FOTO: STEPHAN KÖHLEN möglichst viele, die sich freiwillig um Gesellschaft und Politik bemühen und interessieren. Noch ist es aber nicht so weit. Kurth muss seine Kündigungsfrist einhalten und will vor allem einen „aufgeräumten Laden“ dort hinterlassen. Es wird wohl Sommer, bevor das Führungsteam mit Heiner Fragemann, Frank Lungenstrass und Juliane Kerzel-Kohn um den neuen Leiter erweitert wird. Privat treibt Martin Kurth viel Sport – Laufen, Fitness und vor allem Fahrradfahren. Auch in dem Punkt dürfte ihm die Fahrradstadt Hilden gefallen. Seine Mutter hat sich jedenfalls schon zum Schoppen angekündigt. Volksbegehren gegen Turbo-Abi läuft auf vollen Touren Noch bis 7. Juni liegen die Unterschriftenlisten in allen NRW- Kommunen aus. VON ALEXANDER RIEDEL KREIS METTMANN Seit gut einem Monat läuft das Volksbegehren zur Wiedereinführung des „alten“ Abiturs an Gymnasien nach 13 statt nach zwölf Schuljahren. Unterschriftenlisten dazu liegen in allen Kommunen aus. Doch aus einigen Städten in NRW ist auf Anfrage von RP- Redaktionen zu hören, dass sich das Interesse an einer Beteiligung eher in Grenzen hält – so zum Beispiel in Rheurdt, Grevenbroich und Wermelskirchen. Zu einer Tendenz oder gar einem Zwischenstand mögen sich die Städte des Kreises Mettmann indes nicht äußern. Doch auch hier dürfte das Interesse kaum größer sein. Denn so stark der Wunsch nach einer entspannteren Schullaufbahnauch sein mag – es gibt Eltern, Politiker und Pädagogen, die es ablehnen, das System wieder zu ändern und erneut Unruhe in die Gymnasien zu bringen. Auch die Landeselternschaft der integrierten Schulen (LeiS), die Gemeinnützige Gesellschaft Gesamtschule (GGG) und die Schulleitungsvereinigung er Gesamtschulen (SLV GE) äußerten ihre Bedenken gegen die Abstimmung: „Das laufende Volksbegehren bedeutet zugleich eine Unterrichtskürzung für alle anderen Schulformen.“ Denn die Ressourcen, die für das zusätzliche Schuljahr an Gymnasien notwendig seien, würden voraussichtlich von den anderen Schulformen abgezogen. Ins Leben gerufen hat das Volksbegehren die Elterninitiative „G9- jetzt! in NRW“. Sie beruft sich auf eine Umfrage unter Eltern, in der sich 79 Prozent der Befragten für eine Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren und eine Verringerung der Wochenstundenzahl aussprachen. Abstimmen können Bürger in NRW darüber noch bis 7. Juni: Bis dahin liegen Unterschriftenlisten in Rathäusern und Bürgerbüros sämtlicher Kommunen aus. Jeder Wahlberechtigte kann sich unter Vorlage des Personalausweises in die Listen eintragen. Stimmberechtigt ist jeder deutsche Staatsbürger mit Hauptwohnsitz in NRW, der während der Auslegung mindestens 18 Jahre alt ist. 42.999 Menschen sind es in Hilden. Dort liegen die Listen für das Volksbegehren montags und freitags von 8 bis 12 Uhr, dienstags und mittwochs von 8 bis 16 Uhr sowie donnerstags von 8 bis 18 Uhr im Rathaus aus: bis 13. April in Raum 431, vom 18. April bis 16. Mai in Raum 100 sowie vom 17. Mai bis 7. Juni in Raum 431. Außerdem ist die Unterschriftenabgabe in den Bürgerbüros und Rathäusern des Kreises Mettmann an drei Sonntagen möglich: am 26. März, 30. April und 28. Mai jeweils von 9 bis 13 Uhr. In Haan liegen die Unterschriftenlisten im Einwohnermeldeamt, Kaiserstraße 85, aus. Öffnungszeiten. Montags und freitags von 7.30 bis 12 Uhr, dienstags und mittwochs. von 7.30 bis 16 Uhr, donnerstags . von 7.30 bis 18 Uhr, sowie an den Samstagen, 11. März, 8. April und 13. Mai, jeweils von 9 bis 12 Uhr. Mindestens 1,1 Millionen Stimmberechtigte müssen sich innerhalb eines Jahres in die Listen eingetragen haben, damit sich der Landtag mit dem Volksbegehren befasst. Lehnt er es ab, fällt die Entscheidung per Volksabstimmung Wer selbst Unterschriften sammeln will, kann sich im Internet informieren unter der Adresse : www.g9- jetztnrw.de/volksbegehren/registieren.html. INFO So funktioniert ein Volksbegehren Volksbegehren können in NRW darauf gerichtet sein, Gesetze zu erlassen, zu ändern oder aufzuheben. Die Städte und Gemeinden sind dazu verpflichtet, die entsprechenden Unterschriftenlisten 18 Wochen lang öffentlich auszulegen – darunter auch an insgesamt vier Sonntagen. Der nordrhein-westfälische Landtag ist verpflichtet, den Gegenstand des Volksbegehrens nach dessen Abschluss innerhalb einer Frist von sechs Monaten abschließend zu behandeln.

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