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Saisonauftakt Fortuna Düsseldorf 14.08.2018-

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Saisonauftakt Fortuna Düsseldorf

XXL-Poster Fortuna Düsseldorf 1,30 m FOTO: IMAGO Dem erfolgreichen Weg treu bleiben Fortuna ist aufgestiegen, weil sie Geschlossenheit demonstriert und auch tatsächlich gelebt hat. Das fortzuführen, wird der Schlüssel sein, um im harten Kampf um den Klassenerhalt in der Bundesliga zu bestehen. VON PATRICK SCHERER ouwen Hennings ist der Held von Dresden. Fortunas Stürmer hat im Mai 2018 bei Dynamo das entscheidende Tor für die Rückkehr von Fortuna Düsseldorf in die Fußball-Bundesliga geschossen. Und Hennings war es dann auch, der nach der ersten Trainingseinheit der neuen Saison die Marschrichtung für den Weg bis Mai 2019 ausgab: „Ab heute“, betonte der 30-jährige Stürmer, „ab heute geht es jeden Tag nur um den Klassenerhalt.“ Um zu verstehen, welche Rolle Fortuna im Oberhaus einnehmen wird, hilft ein Blick auf den Transfermarkt. Genauer: auf einen Spielerwechsel zwischen Borussia Dortmund und dem FSV Mainz 05. Der BVB holte aus Rheinhessen einen gewissen Abdou Diallo. Der 22-jährige Franzose lief bisher 27 Mal in der ersten belgischen Liga auf, zehn Mal in der französischen Ligue 1 und 27 Mal in der Bundesliga. Diese Vita hat gereicht, um Dortmund davon zu überzeugen, 28 Millionen Euro für den Innenverteidiger zu überweisen. Zum Vergleich: Fortuna hat weniger als zehn Millionen Euro für zehn Zugänge ausgegeben und plant insgesamt mit einem Lizenzspieler-Etat von rund 30 Millionen Euro. Durch den Diallo-Transfer wird aber nicht nur die Kluft zwischen einem Klub mit internationalen Ambitionen wie Borussia Dortmund und einem Abstiegskandidaten wie Fortuna deutlich, damit ist auch klar: Einer der Vereine aus der Kategorie, die die Düsseldorfer vielleicht hinter sich lassen könnten, der FSV Mainz 05, hat auf einen Schlag 28 Millionen Euro mehr zur Verfügung, um hochklassiges Personal zu verpflichten. Die logische Schlussfolgerung ist also, dass die Düsseldorfer ihr Ziel nur erreichen können, wenn sie sich in anderen Bereichen Vorteile verschaffen. In erster Linie geht es dabei um Fitness und mannschaftlichen Zusammenhalt. Dass der Klub dazu in der Lage ist, mit begrenzten Möglichkeiten Erstaunliches zu leisten, hat er in der vergangenen Saison unter Beweis gestellt. Es waren andere Mannschaften, die vor der Spielzeit als Favoriten für den Aufstieg genannt wurden. Doch Bochum, Ingolstadt oder Union Berlin scheiterten an ihren Ansprüchen – vor allem durch interne Querelen beeinflusst. In Düsseldorf hingegen konzentrierte sich der Verein darauf, Geschlossenheit nach außen zu demonstrieren und diese auch nach übereinstimmenden Aussagen wahrhaftig zu leben. Gerade in der kritischen Phase gegen Ende der Runde, als man drohte, die hervorragende Ausgangsposition im Aufstiegsrennen zu verspielen, blieben die Verantwortlichen sich und ihrer Linie treu. Die Zweitliga- Meisterschaft belohnte die konsequente Haltung. Nun wird es darauf ankommen, diesen Weg fortzuführen, sich auch nach Misserfolgen nicht auseinanderdividieren zu lassen. Bereits im Aufstiegsjahr gab es Negativserien. In der Bundesliga ist die Wahrscheinlichkeit für Krisenzeiten noch weitaus größer. Dann gilt es, erneut diese Nervenstärke zu zeigen. Ganz so wie es Trainer Friedhelm Funkel während der Aufstiegsfeierlichkeiten mit kernigen Worten angekündigt hat: „Es stört mich überhaupt nicht, wenn wir jetzt als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelt werden. Wir werden eine Wagenburg um uns aufstellen, in der uns jeder am Arsch lecken kann.“ Dazu ist es vonnöten, dass sich die zehn Zugänge möglichst schnell in das Mannschaftsgefüge integrieren und es dabei bleibt, dass persönliche Eitelkeiten vor der Kabinentür abgelegt werden. Auf dem Papier sieht es aus, als habe das Scouting-Team um Uwe Klein und Robert Palikuca bei den Verpflichtungen im Rahmen der begrenzten Möglichkeiten wieder das Maximale herausgeholt. Gemessen wird die Arbeit letztlich aber an der Teamchemie und der Effektivität auf dem Platz. Friedhelm Funkel und sein Trainerteam haben in der Vorbereitung alles dafür getan, dass die Spieler den vielleicht entscheidenden Meter mehr gehen können als der Gegner. Das hat Eindruck hinterlassen. Vor allem bei den Zugängen, die den Funkel’schen Weg noch nicht kannten. „Ich habe gewusst, dass es hart werden würde. Aber so hart? So hart habe ich noch nie zuvor trainiert“, sagte Alfredo Morales, der vom FC Ingolstadt zur Fortuna wechselte. „Das war schon grenzwertig. Da muss man den Kopf ausschalten und durchmarschieren.“ Die positive Grundstimmung im Team blieb allerdings – so der allgemeine Tenor der Spieler – trotz der harten Trainingswochen erhalten. Die großen Fragen lauten nun: Bleibt die gute Stimmung erhalten, sobald Funkel die ersten personellen Entscheidungen treffen wird? Verkraften die Spieler, die zunächst im zweiten Glied stehen, die Enttäuschung und ordnen sich dem Teamgedanken unter? Wenn das so wie in der Vorsaison gelingt, die Euphorie aus der Vorsaison mit in die neue Runde transportiert und durch Punkte in der Startphase dann auch noch am Leben gehalten wird, hat Fortuna zumindest eine realistische Chance auf einen längeren Aufenthalt in der ersten Liga. VON PATRICK SCHERER Sehr variabel Funkel hat viele Optionen Der Kader lässt einige Variationen zu. Zunächst steht die Frage nach dem System. Bereits in der Aufstiegssaison hat Trainer Friedhelm Funkel zwischen Dreierund Viererkette gewechselt. Gesetzt sind die Innenverteidiger Kaan Ayhan und Andre Hoffmann. Niko Gießelmann kann je nachdem links außen spielen oder den dritten Innenverteidiger geben, dann rückt Diego Contento hinzu. Jean Zimmer und Matthias Zimmermann Usami Sobottka Ducksch Stöger Wolf duellieren sich um den Platz rechts. Im zen tralen Mittelfeld ist das An gebot sehr groß. Marcel Sobottka wird spielen. Al fredo Morales ist die defensive, Kevin Stöger die offensive Ergänzung. Stöger kann auch hinter der einzigen Spitze, Marvin Ducksch spielen. Ein System mit zwei echten Stürmern (Rouwen Hennings) ist auch möglich. Auf den Außen dürften zunächst die etablierten Takashi Usami und Benito Raman den Vorzug erhalten. Spannend ist, ob Funkel im Tor auf Raphael Wolf oder Michael Rensing setzen wird. Morales Raman Gießelmann Hoffmann Ayhan Zimmer FOTOS: IMAGO

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