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Schöner Garten

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Schöner Garten DIE EISHEILIGEN MARKIEREN DEN WENDEPUNKT IM PFLANZJAHR Solange Spätfröste in Deutschland drohen, sollten Hobbygärtner Verpackungsmaterial bereithalten. Es kann sein, dass sie die Pflanzen über Nacht zudecken müssen – sie dürfen das aber nur für kurze Zeit. FOTOS (2): DPA-TMN Bauernregeln: Erst Mitte Mai geht die Pflanzsaison richtig los Die Eisheiligen, die dieses Jahr vom 11. bis 15. Mai im Kalender stehen, spielen für Gärtner auch heute eine Rolle. VON SIMONE ANDREA MAYER Alte Bauernregeln für den Garten sind noch heute oftmals Gold wert, denn sie haben ihre Gültigkeit nicht verloren. Vor allem Hobbygärtnern können sie Hinweise zur Pflege ihrer Pflanzen liefern. Dazu gehören die Bauernregeln zu den Eisheiligen, deren Namenstage Mitte Mai im Kalender stehen: Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sofie bilden vom 11. bis 15. Mai die Reihenfolge – wenn auch mit regionalen Unterschieden. Denn in Norddeutschland gelten laut dem Deutschen Wetterdienst Mamertus, Pankratius und Servatius (11. bis 3. Mai) als Eisheilige. Im Süden und Südosten werden, neben Pankratius und Servatius, auch Bonifatius (14. Mai) und die „kalte Sofia“ (15. Mai) dazu gezählt. Erst nach deren Namenstagen Mitte Mai drohen in Deutschland in der Regel keine Fröste mehr. Doch was konkret bedeuten diese Tage für Gärtner? Ein Überblick: Was besagen die Bauernregeln zu den Eisheiligen? Eines der Sprichwörter lautet: „Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz“. Und in Süddeutschland heißt es gereimt: „Pankrazi, Servazi und Bonifazi sind drei frostige Bazi. Und zum Schluss fehlt nie die Kalte Sophie“ – wobei „Bazi“ in Süddeutschland als Wort für einen durchtriebenen Burschen verstanden wird. Was lässt sich daraus ablesen? Bauernregeln geben Erfahrungswissen aus vielen Jahrhunderten weiter und zeigen meteorologische Wahrscheinlichkeiten an. Regelmäßigkeiten wurden als Sprichwörter für nachfolgende Generationen festgehalten und weitergegeben. Die zu den Eisheiligen spielen auf die Fröste an, die bis Mitte Mai in Deutschland vorkommen können. Für empfindliche Pflanzen können sie verheerende Folgen haben: Sie erfrieren. Sind diese Regeln noch aktuell? Ja und nein. Die Reime und Regeln waren früher Hilfen, an denen sich Landwirte grob orientieren konnten. Heute gibt es wissenschaftlich ausgeklügelte Wettervorhersagen, auf die sich Gartenbesitzer besser verlassen können. Im Grunde braucht man die Regeln also nicht mehr. Außerdem macht der Klimawandel so manche alte Regel inzwischen ungenau: Die Witterungsverhältnisse und ihreRegelmäßigkeiten haben sich im Verlauf des 20. und 21. Jahrhunderts verschoben. So beginnt die Vegetationsperiode der Pflanzen heute bis zu drei Wochen früher, erklärt die Bayerische Gartenakademie. Und laut Untersuchungen des Deutschen Wetterdienstes liegt vor allem in Süddeutschland das Risiko von Kaltlufteinbrüchen Mitte Mai heute bei deutlich unter 50 Prozent. Aber zugleich lässt sich auch sagen: Ein paar Bauernregel zu kennen und zu beherzigen, schadet nicht. Es hilft sogar, grobe Zeiträume, in denen sich die Witterung häufig stark verändert wie Anfang bis Mitte Mai zu verinnerlichen und die Gartengestaltung erst anschließend zu planen. Denn erst danach beginnt die Hauptpflanzperiode. Wagt man sich mit empfindlichem Grün zu früh ins Freie, kann es erfrieren – gerade dann, wenn man nicht den täglichen Wetterbericht im Blick haben will und kann. Wie reagiert der Hobbygärtner nach den Eisheiligen? Nun geht die Pflanzsaison so richtig los: Nach und nach dürfen die kleinen, auf der Fensterbank vorgezogenen Gemüse- und Blühpflanzen ins Beet und in den Balkonkasten. Alle gekauften, nicht winterharten Kräuter sowie Dahlienknollen und viele weitere Blühpflanzen können nun ebenfalls ausgepflanzt werden. Und die Kübelpflanzen kommen aus dem Winterlager ins Freie. Tipps, um gesunde Erdbeeren zu ernten Feuchtigkeit fördert Pilzbefall an Früchten und Blättern. Doch Hobbygärtner können etwas dagegen tun. (tmn) Erdbeeren leiden unter einem Nachteil: Sie reifen bereits im Frühjahr heran. Also dann, wenn es in Deutschland in der Regel viel regnet. Feuchtigkeit ist aber der Erdbeeren Tod. Ausgiebiger Frühlingsregen sowie auch zu häufiges Gießen fördert Pilzbefall. Das kann ganze Erdbeerernten vernichten oder die Pflanzen stark schwächen. Hobbygärtner können Folgendes für ihre Pflanzen im Beet oder im Balkonkasten tun: Grauschimmel Ein dichter grauer Schimmelflaum bedeckt die halbreifen bis reifen Erdbeeren an der Pflanze. Darunter fault das Fruchtfleisch. Dem kann der Hobbygärtner vorbeugen: Wenn die Früchte langsam heranreifen und sich gen Boden neigen, sollte die Erde mit einer Schicht Stroh oder ähnlichem Material bedeckt werden, rät das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg in Karlsruhe. Das schützt die Erdbeeren vor Feuchtigkeit, die zu optimalen Wachstumsbedingungen für Pilze führt. Für dieses Jahr dürfte es zu spät sein, aber in kommenden Rot und prall: So soll eine reife Erdbeere aussehen. Jahren können Hobbygärtner noch mehr tun: Neue Erdbeerpflanzen sollten mit größerem Abstand gesetzt werden, wodurch nasse Blätter besser abtrocknen können. Es sollte auch nur sparsam stickstoffhaltiger Dünger gegeben und nach maximal zwei Jahren muss die Pflanze durch eine neue ersetzt werden. Und wenn das alles nicht reicht, hilft eine Behandlung mit einem Fungizid – und zwar zweibis dreimal im Abstand von sieben bis zwölf Tagen mit Blütebeginn. Rot- und Weißfleckenkrankheit Vor allem in Jahren mit viel Niederschlag treten diese Pilzkrankheiten auf. Dabei zeigen sich auf den Blättern entweder rotbraune oder weiße Flecken. Bei stärkerem Befall sterben die Blätter ab. Die Früchte sind nicht direkt betroffen, aber der Blattverlust schwächt die Pflanze. Um das Voranschreiten der Krankheit zu vermeiden, soll- ten befallene Blätter vor dem Austrieb entfernt werden, rät das Landwirtschaftliche Technologiezentrum. Außerdem kann der Gärtner der Pflanze nach der Ernte ein Präparat auf Basis des Wirkstoffs Difenoconazol geben.

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