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Schöner Garten

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Schöner Garten TIPPS FÜR DAS LEBEN IM FREIEN Das Wohnzimmer im Freien – Gestaltungstipps für die Terrasse Terrassen gewinnen eine immer größere Bedeutung für viele Hausesitzer: Kochen, ausruen oder essen – das eben wird an schönen Tagen nach draußen verlagert. ORNELIA WOLTER Wenn die Sonne scheint, spielt sich hier und nicht im Wohnund Esszimmer das Familienleben ab: Auf der Terrasse wird gefrühstückt, gesonnt, gespielt, gegrillt. Daher stellen auch viele an die Terrassen die gleichen Ansprüche wie an den Innenbereich, erläutert Heike Röttgen vom Bund Deutscher Landschaftsarchitekten. Das lässt sich aber nicht so ohne weiteres umsetzen, denn die Witterung verlangt nach anderen Materialien. Experten raten zu folgenden Gestaltungstipps: Aufbau Eine stabile Unterkonstruktion ist notwendig. Darauf werden die Tragbalken befestigt, ehe die eigentlichen Bodenbretter darüber kommen. Bei Steinterrassen ist es wichtig, zunächst den Untergrund zu verdichten. Darauf kommt eine zehn bis 15 Zentimeter dicke Schicht aus Schotter und Kies. Sie dient als Drainage. Das ist besonders im Winter wichtig, wenn Wasser hineinsickert und gefriert. Wäre die Schicht nur zwei oder drei Zentimeter stark, schieben sich die Steine bei Frost heraus“, erklärt der Buchautor Folko Kullmann. Die Terrasse muss laut einer DIN-Norm 15 Zentimeter tiefer als das Haus liegen. Durch Kräuterspirale vor Regenwetter anlegen (tmn) Eine neu gebaute Kräuterspirale wird am besten nicht sofort bepflanzt. Der Bundesverband Garten- und Landschaftsbau (BGL) rät, der Erde in demBeet für Küchenkräuter erst mal etwas Zeit zum Absacken zu geben. Am besten fallen in der Zwischenzeit ein paar Regengüsse, dann wird bei Bedarf Erde nachgefüllt. In einer Kräuterspirale finden gleich mehrere Pflanzen ihre optimalen Lebensbedingungen - und das auf engstem- Raum. Eingeteilt wird das sich spiralförmig windende und aufsteigende Beet in der Regel in drei Feuchtigkeitsbereiche. Der obere Bereich ist reserviert für vor allem mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Lavendel und Salbei. Sie das Gefälle der Außenfläche oder mit Hilfe einer Fassadenrinne wird Regenwasser vom Haus weggeleitet, erklärt August Forster vom Bundesverband Garten-, Landschaftsund Sportplatzbau. Während ein Heimwerker durchaus ein Holzdeck im Garten oder einen freien Sitzplatz errichten kann, sollte eine Terrasse, die direkt ans Haus angrenzt, besser von einem Fachmann geplant werden. „Gefälle, Untergrund und Abdichtung müssen perfekt sein, damit Mauerwerk und Fundament des Hauses keinen Schaden nehmen“, erklärt Kullmann. Die Anschlussstellen im Schwellenbereich sind besonders bei den beliebten großformatigen Platten knifflig, ergänzt die Landschaftsarchitektin Heike Röttgen. „Schließlich sollen hier keine Wärmebrücken entstehen.“ Viele Terrassen liegen im Eckbereich eines Ideale Bedingungen: In einer Kräuterspirale findet fast jedes Küchenkraut ein Plätzchen - und das auf kleinstem Raum. FOTO: TMN brauchen eine etwas trockenere Umgebung mit nährstoffarmem Substrat. Dafür wird Gartenerde mit der gleichen Menge Sand vermischt, erklärt der BGL. Ganz unten gedeihen in feuchterem Boden Schnittlauch, Dill und Estragon am besten. Hier wird der Gartenerde humose Erde und Kompost zugesetzt. In die Mitte – also im Übergang von beiden Zonen – werden in der Regel Zitronenmelisse, Petersilie und Kapuzinerkresse gesetzt. Sie mögen einen frischen und nährstoffreicheren Boden. Dieses kräuterfreundliche Umfeld schafft der Hobbygärtner, indem er von oben absteigend den Sandanteil ausdünnt. Steinplatten für die Terrasse sind beliebt. Sie sind in vielen Farbvarianten erhältlich – besonders gern werden dezente Töne verlegt. Umweltbewusst gärtnern – ohne Torf (tmn) Blumenerde ist eines der Produkte, die man kauft, ohne sich vorher groß zu informieren. Was soll an Erde schon schlecht sein für den Garten? Aber viele Substrate enthalten Torf, dessen Abbau Umwelt und Klima schädigt. Deshalb raten Umweltschützer und Klimaforscher vom Kauf ab. Die Alternativen muss man aber auch abwägen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erklärt die Hintergründe und nennt Alternativen. Warum sollte ich auf Torf verzichten? Torf findet sich in Mooren, die für die Gewinnung zerstört werden. InMooren leben aber viele Tier- und Pflanzenarten, Handelsübliche Blumenerde besteht zum großen Teil aus Torf. Doch es gibt Alternativen auf Basis von Kompost, Rindenhumus und Holzfasern. FOTO: TMN die sich anderswo nicht oder nur schwer ansiedeln können. Außerdem bindet ein Moor große Mengen klimaschädliches Kohlendioxid, das durch den Abbau freigesetzt wird und zum Klimawandel rasant beiträgt. Laut BUND speichern Moore, die nur drei Prozent derErde einnehmen, doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder zusammengenommen. Gibt es Alternativen? In den Gartencentern, bei Fachhändlern und inBaumärkten finden sich inzwischen Erden ohne Torf. Allerdings sind diese etwas teurer. Der BUND hat einen „Einkaufsführer für torffreie Erden“ erstellt, ihn kann man unter www.bund.net/torffrei herunterladen. Einige torffreie Erden tragen zum Beispiel auch das RAL-Gütesiegel und das Europäische Umweltzeichen. Die Bayerische Gartenakademie rät, für Topfpflanzen auf torffreie Erden zu achten, die grobe Faserstoffe enthalten. Allerdings weisen die BUND-Umweltexperten darauf hin, dass Torfersatz wie Rindenhumus, Holz- und Kokosfasern ebenfalls begrenzte Rohstoffe sind. Aber was wäre denn dafür die Alternative? Der BUND rät zu Kompost als den besten Torfersatz. Er lässt sich selbst im Garten herstellen, aber auch von gewerblichen und kommunalen Kompostieranlagen kaufen. Wichtig ist vor dem Verlegen des Terrassenbodens ein passend zum Material aufgearbeiteter Untergrund. Bei Steinterrassen ist eine dicke Drainage wichtig. FOTOS (2): TMN Hauses, auch das verlangt viel Fachwissen. Stein Natursteine sind laut Röttgen zuletzt immer beliebter geworden, vor allem in Erdtönen wie Beige und Braun. Betonsteine sind in der Regel preiswerter als Natursteine, robust und relativ einfach zu verlegen. „Nachgefragt werden häufig auch frostsichere Fliesen“, weiß Forster. Ihr Vorteil ist die einfache Reinigung. Steinart und -farbe sollten zum Haus und zu den Mauern passen. Hier gilt es zu bedenken, dass nasse Steine dunkler aussehen als trockene. „Grundsätzlich sollte man nicht zu kleinteilig werden“, rät Kullmann. Sonst wirkt die Gestaltung unruhig. Es gilt: Je kleiner der Garten ist, desto größer sollten die Platten sein. „Große Platten können in einem Kiesbett verlegt werden, dann wird Trockenmörtel in die Fugen gefegt“, erläutert Kullmann. Bei kleineren Platten gehe das nicht, sie wackeln und brechen. Daher kommen sie in ein Zementbett. Holz Geeignete Terrassenhölzer sind Robinie, Lärche und Eiche. „Diese Harthölzer sind wetterfest und können sogar unbehandelt bleiben“, sagt Kullmann. Allerdings nur, wenn die Fläche stets gut abtrocknen kann. Es empfiehlt sich allerdings, sie mit geeigneten Mitteln – beispielsweise speziellen Ölen – zu schützen. Bruch Viele Hausbesitzer wünschen sich den gleichen Belag für innen und außen. Aber auch ein optischer Bruch zwischen Wohnraum und Terrasse hat seinen Reiz, findet Forster. „Moos oder Gräser in Fugen können dem Außenbereich das gewisse Etwas geben.“

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