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Schützenfest in Kaiserswerth

Schützenfest in

D6 StadtteileKONTAKT: STADTTEILE@RHEINISCHE-POST.DE ANGERMUND DÜSSELTAL ELLER FLINGERN GERRESHEIM GRAFENBERG HUBBELRATH KAISERSWERTH KALKUM KNITTKUHL LICHTENBROICH LIERENFELD LOHAUSEN LUDENBERG MÖRSENBROICH RATH STOCKUM UNTERBACH UNTERRATH VENNHAUSEN WITTLAER RHEINISCHE POST FREITAG, 30. JUNI 2017 Sportvereine trifft Hallenschließung in Golzheim hart STOCKUM/GOLZHEIM (bur) Wenn die nach dem Dachbrand völlig verrußte Turnhalle an der Tersteegenstraße nicht bis September wieder nutzbar ist, sieht Klaus Wischnitzki, Basketballtrainer und Vorstand des Allgemeinen Rather Turnvereins (ART), schwarz. Dann nämlich beginnt die Saison für die Damenprofis, auch die Herren der ART Giants brauchen die Halle spätestens dann wieder. Derzeit geht Schulleiterin Inge Schleier-Groß davon aus, dass die Reparatur bis zum kommenden Schuljahr nicht fertig wird. „Wir sind Hauptnutzer, wenn unsere Spielerinnen bis dann nicht wieder dort trainieren können, wäre das katastrophal“, sagt Wischnitzki. Drei Trainingseinheiten fänden dort montags bis freitags statt, etwa 40 Spielerinnen müssten derzeit aufs Training verzichten. Bei gutem Wetter könne man die dringend nötigen Übungsstunden nach draußen verlegen. Lässt das Wetter es nicht zu, müssten sich allerdings die Profis eine Halle mit Hobbysportlern teilen, zum Beispiel den ART- Basketballern an der Koetschauoder Schlüterstraße. „Die Halle an der Tersteegenstraße ist neben der am Comenius- Gymnasium unser am meisten genutzter Trainingsort“, sagt Stefan Freier von der Basketball-Herrenmannschaft ART Giants. Betroffen von der Schließung seien vor allem Jugendteams, insgesamt 75 Spieler. Einige Trainings habe man bereits absagen müssen, würde die Halle erst im neuen Schuljahr wieder öffnen, gingen 120 Trainingseinheiten verloren. Notfalls müssten auch die Giants Trainings zusammenlegen und andere Hallen mit zwei Mannschaften gleichzeitig nutzen. Eine Skulptur für den Frieden Seit 2008 rollt der „Engel der Kulturen“ der Künstler Carmen Dietrich und Gregor Merten durch Europa, um Menschen miteinander zu verbinden. In dieses Band wurden mehr als 100 Städte eingebunden, jetzt auch Eller und Lierenfeld. VON TINO HERMANNS ELLER Es knirscht, knarzt, knackt, rumpelt und polter, und irgendwie ist die 1,50 Meter große runde und damit rollende Metallskulptur „Engel der Kulturen“ auch ein Symbol für das aktuelle Verhältnis verschiedener Weltreligionen untereinander. Nicht alles läuft rund in den Beziehungen zwischen Christenheit, Islam und Judentum. Doch die beiden Künstler Carmen Dietrich und Gregor Merten erschufen den „Engel der Skulpturen“ mit den darin eingelassenen Symbolen Kreuz, Halbmond und Stern, um den interkulturellen Dialog zu fördern. Seit 2008 rollt der Engel immer mal wieder durch Europa, um ein Band des Friedens zu legen, um Menschen miteinander zu verbinden, um Freundschaften zu pflegen. In dieses Band wurden bereits mehr als 100 Städte eingebunden, von Istanbul bis Hamburg, von Brüssel bis Sarajevo. Und jetzt auch Eller und Lierenfeld. Auf Initiative der Pastoralassistentin Lisa Brentano machte die kleine Karawane Stationen an St. Michael, der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Richardstraße, an der Hauptschule Bernburger Straße, der Kindertagesstätte St. Augustinus und der Dieter-Forte-Gesamtschule. „Überall, wo ich angeklopft habe, waren alle sofort bereit, mitzumachen. Alle halten den interkulturellen Dialog für wichtig, auch weil er in unseren Stadtteilen ja tagtäglich gelebt wird“, erläutert Brentano. „Die GGS Deutzer Straße macht aus dem Engel der Kulturen An der Gemeinschaftsgrundschule Richardstrasse machte die Skulptur „Engel der Kulturen“ unter anderem Station. Einige Kinder setzten im Unterricht Projekte zur Skulpturen-Reise um. RP-FOTO: ANDREAS ENDERMANN eine ganze Projektwoche.“ Auch andere pädagogische Einrichtungen nahmen den Aufenthalt der 85 Kilo- Skulptur zum Anlass, über Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Religionen zu sprechen. „Ich komme gerade aus dem Gesellschaftslehre-Unterricht. Thema waren die Rechte. Wir haben über Menschen- und Kinderrechte diskutiert und auch unterschiedliche religiöse Aspekte aufgenommen“, erläutert Michael Biallas. „Es gibt sehr viel mehr Gemeinsamkeiten, Verbindendes zwischen den Weltreligionen als Trennendes.“ Biallas ist Lehrer an der Dieter-Forte-Gesamtschule. Und die ist ein Paradebeispiel für gelebten interreligiösen und interkulturellen Dialog. „Die Dieter-Forte Gesamtschule ist ein multikultureller Hotspot. Wir haben Schüler aus mehr als 40 unterschiedlichen Herkunftsländern“, erklärt Schulleiter Jürgen Weitz. Damit Schüler und Pädagogen etwas länger an den „Engel der Kulturen“ erinnert werden, wurde auf dem Schulhof ein Sandabdruck der Skulptur angefertigt. Die hält maximal eine Woche. Aber auf dem Gertrudis-Platz, dem wohl belebtesten und zentralsten INFO „Engel der Kulturen“ war auch schon in Brüssel Skulptur „Der Engel der Kulturen“ ist ein Symbol für die Idee Europas. Die Skulptur transportiert die Aussage von Respekt und Humanität. Europa-Parlament Besser kann man kaum darstellen, „wie die Menschen trotz unterschiedlicher Religionen und kultureller Prägungen miteinander verbunden sind“, sagte der damalige EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, als die Skulptur in Brüssel war. Ort in Eller, wurde eine verkleinerte Metall-Intarsie dauerhaft ins Pflaster eingelassen. „Wir denken darüber nach, eine Tafel anfertigen zu lassen, die den Sinn dieser Intarsie erklärt“, meint Brentano. Sie schätzt, dass mehr als 900 Kinder und Jugendliche sowie Eltern, Erzieher und Lehrer durch die Kunstaktion für das Thema sensibilisiert wurden. „St. Michael war so voll, es mussten sogar einige auf dem Boden sitzen. Zwei Grundschulen und eine Kita waren dort“, so Brentano. Ihnen und hoffentlich nicht nur ihnen ist klar geworden, dass ein friedliches Zusammenleben nur mit gegenseitiger Anerkennung, Achtung und Respekt funktioniert. „Wir sind Christen und beteiligen uns nicht an Islamhetze“, macht Lisa Brentano klar. Und sie hofft, dass noch viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene Teil von „Engel der Kulturen“ werden. Schützenfest in Kaiserswerth DIE ST. SEBASTIANUS BRUDERSCHAFT FEIERT VON SAMSTAG BIS MONTAG Ein buntes Fest mit Kultcharakter Zum Kaiserswerther Schützenfest kommen jedes Jahr auch immer viele Auswärtige, um mitzufeiern. (arc) Für Sonja und Peter Kraus beginnen am Samstag die drei vielleicht schönsten Tage ihres Lebens. Denn das Königspaar in Kaiserswerth ist mit Leib und Seele dem Schützenwesen verbunden, und Peter Kraus betont, wie sehr er es als Ehre empfindet, die Bruderschaft als König repräsentieren zu dürfen. Und: „Das Schönste am Königsein ist doch, das Schützenfest mit allen Freunden und vielen Bekannten feiern zu dürfen.“ Mit dem Fest der Goldenen Mösch am vergangenen Sonntag auf dem Klemensplatz erhielten die Kaiserswerther bereits einen Vorgeschmack darauf, was ihnen am jetzigen Wochenende blüht. Morgen beginnt das Schützenfest mit einem Kinder- und Familientag auf dem Kirmesplatz ab 14 Uhr. Gegen 18 Uhr verlagert sich das Geschehen Richtung Rathaus, wenn der Große Zapfenstreich mit Serenade ansteht. Gut möglich, dass das Festzelt am Abend ab 20 Uhr rappelvoll wird. Denn das Kaiserswerther Schützenfest hat Kult-Charakter und wird auch von vielen Düsseldorfern besucht, die in anderen Stadtteilen leben. Bekanntlich ist am Sonntag aber Tour de France in der und um die Landeshauptstadt herum, so dass viele nicht mehr die Möglichkeit haben, Richtung Norden zu fahren und sich daher womöglich auf den Samstag konzentrieren werden. Die Roland-Brüggen- Partyband wird sich daher bestimmt besonders ins Zeug legen, die Gäste am Samstagabend zu unterhalten. Allzu lange dürfen die Schützen aber nicht feiern, denn sie werden am Sonntag um 9 Uhr zum Festhochamt in der Basilika erwartet. Es schließt sich Die Parade auf dem Kaiserswerther Markt ist in jedem Jahr der absolute Höhepunkt des Schützenfestes in Kaiserswerth. FOTO: CHRISTOPH GÖTTERT der nicht minder kultige Frühschoppen im Festzelt an. Gegen 16 Uhr wird es dann ernst – oder besonders feierlich, ganz wie man es betrachtet: Vor dem Rathaus sammeln sich die Schützen zum Festumzug, der in der prächtigen Parade auf dem Kaiserswerther Markt mündet. Der Tag endet mit einem weiteren Festabend im Schützenzelt. Prall gefüllt ist das Programm am Montag. Gestartet wird mit einem ökumenischen Gottesdienst in der evangelischen Stadtkirche. Ab 10.30 Uhr können sich die Kinder auf etwas gefasst machen, auch der Kasperle spielt dabei eine große Rolle. Eine Stunde später beginnt das Königs-, Kronprinzen- und Schülerprinzenschießen, zur Stärkung gibt es ab 12 Uhr einen Teller Erbsenssuppe. Der Abend hat es dann noch einmal in sich: Um 19 Uhr startet die Königsparade mit Festzug, der festliche Krönungsball, in dem die neuen Majestäten auf den Thron gehoben werden, beginnt um 20 Uhr, und mit dem Zapfenstreich ab 22 Uhr klingt das Schützenfest dann für dieses Jahr langsam aus.

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