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Schützenfest in Lank-Latum

Schützenfest in

Schützenfest in Lank-Latum DIE ST. SEBASTIANUS-BRUDERSCHAFT FEIERT VOM 23. BIS 26. JUNI Mit Brennnesseln auf die Barrikaden Die Sebastianus-Bruderschaft ist voller Vorfreude auf ihr Schützenfest, das im Zwei-Jahes-Turnus gefeiert wird – wie immer mit populärem historischen Teil. VON MONIKA GÖTZ Ehrenbrudermeister Benn Davids war vor 20 Jahren der erste Schützenkönig der Grünen Husaren überhaupt. Das Schützen- und Heimatfest der St. Sebastianus Schützenbruderschaft von 1475 Lank- Latum. wird nur alle zwei Jahre gefeiert. Aber wenn es soweit ist, läuft die große Schützenfamilie zur Hochform auf. „Das Lanker Fest ist etwas ganz Besonderes: Die traditionelle Fehdeansage nach dem Festgottesdienst oder die derben Barrikadenkämpfe auf dem Kaldenberg hat eben nicht jedes Schützenfest zu bieten“, findet Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage. Sie erinnert damit an den bedeutenden historischen Teil des Festes, bei dem es passieren kann, dass zum Vergnügen der Zuschauer mit Brennnesseln um sich geschlagen wird – natürlich in aller Freundschaft. Dazu erklärt Brudermeister Jürgen Santen: „Diese Tradition geht auf ein historisches Ereignis im Jahr 1608 zurück.“ Wer neugierig geworden ist, sollte sich die Barrikadenkämpfe am Sonntag nach dem um 14.40 Uhr startenden Festzug – mehr als 500 Sankt-Sebastianus-Schützen sind dabei – nicht entgehen lassen. Aber der Startschuss für ereignisreiche Tage wird bereits heute gegeben. Um 19 Uhr beginnt auf dem Schützenplatz die „Nacht unter Palmen“ mit DJ Captain Britz, bekannt aus der Jever Skihalle Neuss. Das attraktive Programm enthält bis zum Krönungsabend am Montag mit der Tanzmusik California Blues“ viel Sehensund Erlebenswertes. Neben den vom Publikum sehr geliebten, traditionellen Barrikadenkämpfen als Beleg historischen Brauchtums, locken Tanzveranstaltungen, prächtige Umzüge oder der musikalische Frühschoppen am Montag, 11 Uhr, nach Lank-Latum.Zwischen den abwechslungsreichen Programmpunkten bleibt aber auch Zeit, an verdiente Schützen zu erinnern. Einige von ihnen gehören seit über 50 Jahren der Schützenbruderschaft Lank-Latum an. Peter Blommen zum Beispiel. Er feierte im vergangenen Jahr sein 50-jähriges Kompaniejubiläum und wurde Die beim Publikum äußerst beliebte „Brennnesselschlacht“ erinnert an ein historisches Ereignis aus dem Jahr 1608. 2014 zum Ehrenmitglied der Edelweißkompanie ernannt. Oder Benn Davids, heutiger Ehren-Brudermeister. Er heißt eigentlich Bernhard und ist Beispiel dafür, wie viel eine intensive Teilnahme am Schützenwesen bewegen kann. Allerdings wurde es dem späteren Ersten Brudermeister durchaus leicht gemacht, den richtigen Zugang zum Schützenwesen zu finden. 1943 in die Schützentradition einer Lanker Familie hineingeboren, war es für ihn selbstverständlich, sich in der Bruderschaft zu engagieren – was gleichermaßen für seine drei Brüder galt. Sie agierten gründlich und bauten nach Kriegsende eine neue Gruppe auf, festgelegt in der Tradition der alten Husaren. 1957 fand der erste Auftritt in den bekannten Uniformen im Lanker Festzug statt und als Benn Davids nach seinem Studium 1967 nach Lank zurückkam, wurde er aktives Mitglied der Grünen Husaren. Benn Davids übernahm innerhalb der Kompanie einige organisatorische Aufgaben und brachte 1984 als neu gewählter General frischen Wind in die Bruderschaft. Es gelang ihm, mit dem Aufstellen eines Offizierscorps die vielfältigen und mit dem Anwachsen der Bruderschaft größer werdenden Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen. Als Höhepunkt stellte Benn Davids schließlich den ersten Schützenkönig aus den Reihen der Grünen Husaren und übertrug das Amt des Generals auf Mika Grubert. Das war 1997. Nur ein Jahr darauf übernahm der engagierte Benn Davids dann auch das Amt des Brudermeisters, das er noch zwei Jahre lang über seine berufliche Tätigkeit hinaus bis 2006 als Pensionär leitete. 2012 wählten die Mitglieder Davids zum Ehren-Brudermeister. Als solcher freut sich Benn Davids nun mit den Schützen, den Lank-Latumer Bürgern und den vielen Besuchern auf den Höhepunkt des Schützenjahres. Keine Nachwuchssorgen (mgö) Die Aktiven der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Lank-Latum müssen sich keine Sorgen um den Nachwuchs machen. Der Vorstand um den Ersten Brudermeister Jürgen Santen und Beisitzer Sascha Brocker freut sich über eine fruchtbare Jugendarbeit. Santen und Brocker gehören der Freischar 1608 Latum an, die maßgeblich an der Fehdeansage und den Barrikadenkämpfen beteiligt ist. Sie sind die Rebellen und somit froh, alljährlich zum Schützenfest den „Rebellen-Kaplan“ Andreas Mauritz – gebürtiger Latumer, Freischar-Mitglied und hauptberuflich Priester an St. Jakob in Aachen – an ihrer Seite zu haben. Die Kinder- und Jugendarbeit wird zentral vom Bruderschafts-Vorstand gesteuert. Verantwortlich dafür aber, wie es in den eigenen Reihen aussieht, ist jede einzelne Kompanie. Bei der Freischar Latum hält Sascha Brocker die Fäden für diesen Bereich in der Hand. Er weiß, dass ein großer Teil Sascha Brocker, Andreas Mauritz (v.l.) und die maskierten „Freischärler“ Noah Plankers sowie Jan Zobell. FOTO : BLICKPUNKT MEERBUSCH des Nachwuchses aus den Schützen-Familien kommt. Sascha Brocker sagt: „Kinder und Jugendliche gehören zu vielen der traditionsreichen Kompanien dazu, wenn alle durch Lank-Latum ziehen.“ Während eine aktive Beteiligung in der Bruderschaft erst mit 18 Jahren möglich ist, kann man in seiner Kompanie ab 14 Jahren Jung-Freischärler werden. Bis zum 28. Lebensjahr zahlen Studenten und Azubis einen ermäßigten Bruderschafts-Beitrag. Für alle, die nicht mehr in der Ausbildung sind und Erwachsene gilt ein Gesamtbeitrag von etwa 70 Euro pro Jahr. Offiziell repräsentiert in diesem Jahr neben dem Schützenkönig Dieter Pylen und seiner Königin Annelie das Prinzenpaar Lukas Höttges und Victoria Inglies. Der Prinz der Bruderschaft gehört ebenfalls der Freischar an und lässt keinen Zweifel an seiner Freude am Brauchtum: „Die Zeit auf dem Thron ist schon etwas ganz Besonderes.“

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