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Schützenfest in Niederkassel -ET 11.08.2017-

Schützenfest in Niederkassel -ET

Schützenfest in Niederkassel DER ST. SEBASTIANUS SCHÜTZENVEREIN FEIERT VON 12. BIS 15. AUGUST Ein bunt bestückter Festplatz Gottesdienst wird von St. Anna in das Festzelt verlegt. Erstmals gibt es Füchschen Alt. VON MONIKA GÖTZ Ein Schützenverein muss sein. Das ist natürlich keine Frage. Aber warum braucht Niederkassel einen Schützenverein? Thomas Damm und Marc Klement, 1. und 2. Schützenchef des St. Sebastianus Schützenvereins Düsseldorf-Niederkassel 1890, haben darauf eine eindeutige Antwort: „Weil wir uns für Niederkassel stark machen, weil wir uns für unseren Stadtteil einsetzen. Wir gestalten ein fröhliche Fest, halten in schweren Stunden zusammen und sind da, wenn man wirkliche Freunde im Leben braucht.“ Aber die Umsetzung dieses eindeutigen Statements erfordert eine Menge ehrenamtliches Engagement. Jetzt gibt’s den Lohn für die übers Jahr verteilten Aktivitäten – es wird Schützenfest gefeiert, und das ist ein willkommener Anlass, „wieder einmal das Gespräch von Angesicht zu Angesicht zu suchen“. Das Fest ist angerichtet. Und es hält Neuigkeiten bereit. Denn der Schützenverein macht aus der Not eine Tugend, verlegt den sonntäglichen Gottesdienst, 11 Uhr, der Umgestaltung des Kirchenareals St. Anna entsprechend in das Festzelt. „Im Zelt herrscht eine tolle Atmosphäre. Ich bin sicher, das wird allen gefallen“, freut sich Thomas Damm. Und Mit Festzug und Parade am Sonntag erreicht das Schützenfest in Niederkassel seinen traditionellen Höhepunkt. FOTO: HANS-JÜRGEN BAUER er betont, dass der Platz um St. Anna weiterhin für Schützen-Traditionen genutzt wird: „Am Samstag, 18 Uhr, versammeln wir uns dort. Der Große Zapfenstreich wird den Schlusspunkt setzen.“ Der erstmalige Ausschank des Füchschen Alt aus der Düsseldorfer Traditionsbrauerei ist ebenfalls ein Highlight: „Und ein weiterer Grund, uns auf dem Festplatz unterhalb der Theodor-Heuss-Brücke zu besuchen“, freut sich Thomas Damm. Trotzdem: Traditionen sollen erhalten bleiben. Dahinter steht auch Dirk Andreas Hasenclever. Als zweiter Platzmeister ist er mit dem ersten Platzmeister Bert Klinge für die Bestückung des Festplatzes mit Fahrgeschäften, Los- oder Schießbuden usw. verantwortlich. Aber das wird zunehmend schwieriger: „Früher hat jeder von jedem gelebt, haben die Schausteller zusammengehalten und die Schützenvereins- Vorstände waren froh, mit guten Fahrgeschäften viele Gäste anlocken zu können. Heute picken sich die Schausteller die Rosinen heraus, und die kleinen Plätze kommen so häufig zu kurz.“ Hier aber kommt der Zusammenhalt der linksrheinischen Schützen zum Tragen. „Wir bieten die zeitlich und auch örtlich eng zusammenliegenden Schützenfeste in einem Paket an“, berichtet Hasenclever. Für einen kleinen Obolus an Standmiete auf den Plätzen können die Schausteller ihr Publikum anlocken: „Wir versuchen von Jahr zu Jahr, allen Festteilnehmern das Beste zu bieten.“ Traditionen und Attraktionen – das ist die Mixtur, die das Schützenfest in Niederkassel mit „Rock em Dörp“ morgen Abend im Festzelt (an allen Tagen Eintritt frei) und der Parade am Sonntag, 15.30 Uhr, wiederum zu einem Highlight der Schützensaison werden lässt. Drei Generationen in einer Kompanie Der 88-jährige Hans Schnaß ist aktueller Träger der Brillant-Ehrennadel des Schützenvereins. VON MONIKA GÖTZ Hans Schnaß freut sich, dass auch Enkel Patrick (l.) und Sohn Hans-Jürgen (r.) sich in der St. Hubertus Kompanie wohlfühlen. FOTO: SYLVIA MENKE Tradition, Treue und Kontinuität werden bei den Niederkasseler Schützen groß geschrieben. 25, 40, 50 oder 60 Jahre Zugehörigkeit sind keine Seltenheit, und auch Jubiläen der einzelnen Kompanien stehen im 127 Jahre alten St. Sebastianus Schützenverein jedes Jahr an. Die St. Hubertus Kompanie zum Beispiel kann feiern, sie wurde vor 105 Jahren gegründet. Und sie hat mit Hans Schnaß den Träger der Brillantnadel des Schützenvereins in ihren Reihen. Er hat die Nadel 2006 vom verstorbenen Ehrentambourmajor Heinz Darmstadt übernommen. „Die Brillant-Ehrennadel wird jeweils dem ältesten Schützen verliehen. Voraussetzung ist, dass er dem Verein seit 60 Jahren aktiv angehört und auch beim Festzug noch dabei ist“, erklärt St. Hubertus Kompanie-Hauptmann Reiner Menke. Die Nadel bleibt Eigentum des Vereins und wird nach dem Tod des Trägers zurückgegeben. Aber daran denkt Hans Schnaß noch lange nicht. Am 27. Februar 1929 geboren, ist er Andreas Hasenclever, 2. Platzwart, und Schützenchef Thomas Damm freuen sich auf einige Neuheiten. FOTO: M. GÖTZ in Niederkassel in dem nach der Familie benannten „Schnassenhof“ an der „Schnassenjass“ – sie führte früher von Alt-Niederkassel bis zur Niederkasseler Straße – groß geworden und trat nach Kriegseinsatz plus Lazarettaufenthalt 1948 in den Schützenverein ein. „Damals waren 17 Schützen dabei, und ich war Zugführer des legendären dritten Zuges“, erinnert sich der 88-Jährige. Er machte sich auch als Schriftführer, Kassierer und zweiter Hauptmann der Kompanie nützlich: „Außerdem war ich 1956 und 1963 Kompaniekönig – mit meiner Frau Ursula an meiner Seite.“ Seit 62 Jahren sind sie verheiratet und auch die Söhne Karl- Peter und Hans-Jürgen sind in der St. Hubertus Kompanie. „Seit dem letzten Jahr ist auch mein Enkel Patrick dabei“, erzählt Hans Schnaß. Drei Generationen in einer Kompanie – das gefällt dem Ehrennadel- Träger. Er wird selbstverständlich beim Festzug dabei sein. „Ich genieße das festliche und bunte Treiben in der Pferdekutsche“, erzählt der rüstige 88-Jährige lachend.

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