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Schützenfest in Volmerswerth -08.09.2017-

Schützenfest in Volmerswerth

Schützenfest in Volmerswerth DIE ST. SEBASTIANUS-SCHÜTZENBRUDERSCHAFT FEIERT VOM 9. BIS 12. SEPTEMBER Gelebte Gemeinschaft Für die St. Sebastianus- Bruderschaft ist das Schützenfest der Höheunkt des Jahres. Denoch besteht das Schützenleben beileibe icht nur aus Feiern. VON MONIKA GÖTZ An vier Tagen im Jahr steppt in Volmerswerth der Bär. Stefan Pohl, Chef der St. Sebastianus- Schützenbruderschaft, nennt dies „Lohn des Jahres“ und beziffert den Aufwand mit „20 Prozent“. Die restlichen 80 Prozent werden intern, nicht vor der Öffentlichkeit, geleistet. Pohl: „In erster Linie ist man Repräsentant des Stadtteillebens und natürlich Ansprechpartner. Schützenfest, Patrozinium – das sind wichtige Engagements. Ein vielfältiges Spektrum – nicht nur Feiern, auch Ausflüge gehören dazu“. Verhandlungen mit Zeltwirten, Musikern, Budenbesitzern, Gespräche mit Mitgliedern der Schützengemeinschaft, Konfliktlösung, Motivation. Letztlich ein Managementjob wie in einem mittelständischen Unternehmen. Auch von der Größenordnung passt das, denn über 200 Mitglieder zählt die Wätscher- Stefan Pohl ist als Chef der St. Sebastianus-Bruderschaft einer der Aktivposten im Volmerswerther Stadtteilleben. FOTO: VEREIN Schützengemeinde und erreicht damit einen Top-Score in Relation zur Anzahl der Bewohner. Neben diesen Aufgaben gehört für den 57-Jährigen aktives Engagement bei der Vorbereitung und Durchführung des Pfarrfestes und weiterer Events im dörflichen Leben dazu. „Pohlmann“, wie er liebevoll von vielen Volmerswerthern genannt wird, ist immer zur Stelle, wenn es im Gemeinschaftsleben knirscht oder neue Ideen gefragt sind. Der selbstständige Tischlermeister ist mit Freude und Präzision bei der Arbeit. Klare Kante zeigt er auch, wenn ihm etwas gegen den Strich geht. Wer austeilt, muss auch Kritik vertragen können. Pohl: „Aus Diskussionen mit unterschiedlichen Sichtweisen und Erkenntnissen lassen sich gut Strategien für die Zukunftsarbeit gewinnen“. Er hat sich schon in jungen Jahren für die Gemeinschaft engagiert. „Prägend war sicher, dass ich als Kind hier groß geworden bin. Zusammenhalt, dörfliches Mit- und Füreinander – das waren gelebte Erfahrungen, die ich früh gemacht habe“. Er wuchs in einer Großfamilie auf, fünf Geschwister sorgten für Wirbel, sein Vater für Ruhe – er war Polizist. Im Grundschulalter trat „Pohlmann“ in den Schützenverein ein. Eine klassische Karriere folgte: Zuerst Page – das sind die Jüngsten. Später Wechsel in das Tambourcorps, Flöte und Lyra waren seine Instrumente. Dort kümmerte er sich um die Ausbildung des musikalischen Nachwuchses. 1995 wechselte er zur „Junkervon-Volmar“-Kompanie. Pohl: „Eine Kernaufgabe, die wir uns gesetzt hatten: Wir wollten neue Mitglieder auch bei Neu- Volmerswerthern gewinnen. Da war erst mal Überzeugungsarbeit bei den Traditionalisten zu leisten, die der Kompanie-Neugründung erst mal ihren Segen geben mussten“. Gelebte Integration – das ist für den dreifachen Familienvater eine praktizierte Prämisse seines Lebens. Gelebte Gemeinschaft beinhaltet nach Überzeugung des Schützenchefs auch erfolgreiche Integration. Pohl: „Ein Nehmen und Geben. Erfolg zeigt sich erst, wenn beide Seiten dies nicht als Einbahnstraße verstehen“. Im Jahr 2000 wurde er in den Vorstand berufen – zunächst als zweiter Chef. 2011 dann die Wahl zum ersten Chef. Eine liberale Tradition, die er auch weitergeben will, wenn der Staffelstab irgendwann weitergegeben wird. Pohl: „Ein Generationswechsel will vorbereitet sein“. Jetzt aber freut sich der Schützenchef erst einmal auf das Fest. Die meiste Arbeit ist getan. Nun kann gefeiert werden.

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