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Senioren aktuell -09.03.2018-

Senioren aktuell

RHEINISCHE POST FREITAG, 9. MÄRZ 2018 Düsseldorfer Kultur C3 D-LF-W Rembrandt treibt seltsame Blüten Sechs Studenten der Kunstakademie haben sich von Rembrandt anregen lassen. Im Museum Kunstpalast zeigen sie ihre Arbeiten zwischen denen des Alten Meisters. VON BERTRAM MÜLLER Takeshi Kitajima ist Brückenbau-Ingenieur, Kunststudent und Rembrandt-Liebhaber. Wie 47 seiner Kommilitonen hatte er den Mut, sich um die Teilnahme an einer Ausstellung zu bewerben, in der er eine eigene Arbeit zum Thema Rembrandt neben grafischen Werken des niederländischen Meisters zur Diskussion stellen sollte. Auch fünf weitere Studentinnen und Studenten der Düsseldorfer Akademie hatten sich nach Ansicht einer prominent besetzten Jury für dieses „Rembrandt-Experiment“ qualifiziert. Dreieinhalb Monate lang müssen ihre Werke nun im Museum Kunstpalast der überstarken Konkurrenz aus dem Goldenen Zeitalter standhalten. Markus Lüpertz, der frühere Rektor der Akademie, war darauf erpicht, seine Studenten möglichst lange vom Kunstbetrieb fernzuhalten, auf dass sie in Ruhe reifen können. Karl-Heinz Petzinka, der neue, schickt jetzt schon Drittsemester wie Takeshi Kitajima in die Arena der Öffentlichkeit. Ob er ihnen damit einen Gefallen oder einen Bärendienst erweist, darüber mag man streiten. Der Japaner Kitajima jedenfalls, Jahrgang 1984 und Schüler von Herbert Brandl, hat die Herausforderung angenommen und aus zwei radierten Landschaften Rembrandts eine fein komponierte, nahezu ungegenständliche neue erschaffen. Alle drei hängen in der Ausstellung über Eck nebeneinander. Was Kitajima an Rembrandt interessiert, ist eigenem Bekunden zufolge vor allem dessen zauberhafte Lichtführung. Das aber wird sich wohl nur denen erschließen, die ihn kennen. Paul Schwaderer, ebenfalls Jahrgang 1984, hat auf andere Weise experimentiert. Neben Rembrandts berühmtem Hundertguldenblatt „Christus heilt die Kranken“ – es verkaufte sich bereits fünf Jahre nach seiner Entstehung für diese damals hohe Summe – seziert er das Motiv in eigenen Werken. Zunächst isoliert er die Hände der Dargestellten, dann verwandelt er diese Hände in geometrische Figuren, und am Ende bewegt sich in einem Video eine abstrahierte Hand über den Schirm – auch dies eine schöne Studentenarbeit im Schlagschatten Rembrandts. Lukas Köver, Jahrgang 1988, hat das plakativste Werk zur Ausstel- Rembrandts Radierung „Selbstbildnis mit Barett und Schal“ von 1633 ist nun im Kunstpalast zu sehen. FOTO: HORST KOLBERG, ARTHOTEK INFO Experimente um Rembrandt Ausstellung „Das Rembrandt-Experiment“ ist bis zum 24. Juni im Museum Kunstpalast, Ehrenhof 4-5, zu sehen. Öffnungszeiten: Di.-So. 11-18, Do. bis 21 Uhr Eintritt fünf Euro, ermäßigt vier Euro lung beigesteuert. Seine dreiteilige Arbeit „Handyradierung“ besteht aus sechs Laserdrucken, die jeweils ein Handy mit eingeritztem Kopfmotiv aus der Hand von Rembrandt zeigen. Das ist ordentliches Handwerk. Man muss der Ausstellung zugutehalten, dass sie die Beiträge von heute dezent über die Wände verstreut, so dass man am Ende doch die 100 ausgewählten Radierungen von Rembrandt im Kopf nach Hause trägt. Sie stammen allesamt aus dem vom Museum Kunstpalast gehüteten Schatz, dessen Grund einst Lambert Krahe legte, der erste Direktor der Akademie. Diese Lehrsammlung umfasst allein von Rembrandt rund 250 Blätter. Betrachtet man die Düsseldorfer Auswahl, so wird einem vieles von Gemälden her bekannt vorkommen. Rembrandt hat seine Motive mehrfach verwertet, und die Arbeiten auf Papier dienten ihm keinesfalls nur als Skizzen für Werke auf Leinwand. Der feine Strich, die auch in Schwarz-Weiß auffällige Lichtführung, die Intimität des Kleinformats, die Freude des Künstlers am winzigen Detail – all das macht die Betrachtung auch des papierenen Rembrandt zu einem Genuss. Man flaniert vorbei an ungezählten Porträts, an Szenen aus Bibel und Mythologie und einer Fülle von Selbstbildnissen. Rembrandt hat sich immer wieder zeichnend und radierend selbst beobachtet, hat sich verschattet und belichtet, hat sich als Innehaltenden ebenso inszeniert wie als Lachenden. Wie ehrfurchtsvoll sich andere Künstler früher seinem Werk genähert haben, das erschließt sich aus dem Auftakt der Ausstellung. William Unger, der von 1854 an die Düsseldorfer Akademie besuchte, reproduzierte ein Selbstporträt Rembrandts. Ungers Blatt zeugt in der Düsseldorfer Sammlung vom Streben nach größtmöglicher Treue zum Original. Nebenan hängt Carl Ernst Christoph Hess’ Radierung „Porträt eine Mannes mit Mütze und Stock, in Rembrandts Manier“ von 1758. Da nimmt sich einer schon etwas mehr heraus, noch weit entfernt aber von den Rembrandt- Experimenten von heute. Senioren aktuell BEZIEHUNGSPFLEGE Dranbleiben hilft: Großeltern sollten Interessen der Enkel kennen Für kleine Kinder sind Oma und Opa meist Helden. Mit der Zeit werden Gleichaltrige und Hobbys wichtiger. Großeltern sollten aber am Ball bleiben. VON EVA NEUMANN Großeltern und Enkel können ein ganz besonderes Team sein. Die Basis dafür, dass ihre Beziehung über das ganze Leben hält, wird meist im Klein- kindalter gelegt: Kinder, die immer wieder bei Oma und Opa zu Besuch sind, erleben diese als vertraute Bezugspersonen. Doch diese Beziehung muss gepflegt werden – auch und gerade in den Jahren, in denen sich die Kinder stark verändern. „Mit dem Eintritt in die späte Kindheit – etwa ab dem Alter von neun oder zehn Jahren – setzt eine wichtige Phase im Abnabelungsprozess ein: Kinder orientieren sich zunehmend nach außen“, sagt Roswitha Sommer-Himmel, Pro- In den ersten Jahren wird die Basis für die Beziehung zwischen Großeltern und Enkeln gelegt. In dieser Phase sind Oma und Opa meist vertraute Bezugspersonen. FOTO: DIAGENTUR INFO Erzählgeschichten Spannend „Für größere Kinder sind die Erzählungen der Großeltern von früher spannender als jedes Geschichtsbuch“, sagt die Sozialpädagogin Michaela Obermeier. So können Großeltern zum Beispiel Wissen über die Familie und ihre Geschichte weitergeben. Gleichzeitig kann ihnen auch das gemeinsame Stöbern auf dem Dachboden oder das Schmökern im Fotoalbum viel bringen. WILLKOMMEN IN BESTEN WÄNDEN! Villa Sibilla | Am Kurpark | Oberstraße 21 | 53474 Bad Neuenahr Tel.: 02641 91 50 | info@villasibilla.de | www.villasibilla.de Zu Hause alt werden? Wir machen es möglich! 02234 4307861 www.mh-seniorenhilfe.de fessorin für Erziehung und Bildung im Kindesalter. Gleichaltrige, die sogenannte Peer- Group, gewinnen in dieser Phase an Bedeutung. Verabredungen und Feriencamps bestimmen jetzt verstärkt die Freizeitplanung. Das bedeutet auch: Es bleibt weniger Zeit und Raum für die Großeltern. „Ganz klar ist: Diese Entwicklung des Kindes ist wichtig und vorrangig. Großeltern dürfen auf keinen Fall auf angestammten Rechten wie etwa alljährlichen Besuchen in den Sommerferien pochen“, warnt Udo Hartings von der Landesarbeitsgemeinschaft für Erziehungsberatung NRW in Willich. Stattdessen müssen neue Wege gefunden werden. Je attraktiver gemeinsame Termine für beide Seiten sind, umso lieber werden sie in Angriff genommen. Dabei lässt sich zunächst gut an gemeinsame Erlebnisse anknüpfen. Doch auch neue Dinge können hinzu kommen, zum Beispiel gemeinsame Hobbys. „Gerade weil viele Großeltern heute sehr fit sind, bieten sich Freizeitaktivitäten wie Sport an“, schlägt Hartings vor. Dafür muss sich Opa mit dem fußballbegeisterten Enkel nicht zwingend bei jeder Begegnung selbst in einen angriffslustigen Stürmer verwandeln. „Aber er kann als Zuschauer bei Spielen des Enkels dabei sein. Oder die beiden besuchen ab und zu gemeinsam ein Bundesligaspiel“, empfiehlt Sommer-Himmel. Je mehr Oma und Opa über ihr Enkelkind wissen, umso besser können sie auf seine Interessen eingehen. Über Trends oder aktuelle Themen können sie sich durch Medien und durch Gespräche mit den Eltern auf dem Laufenden halten. „Sie können ihr Enkelkind aber auch bitten, sein aktuelles Lieblingsbuch oder seine Lieblings-CD mitzubringen“, rät Sommer-Himmel. Werden die gemeinsamen Treffen seltener, sind andere Kommunikationsformen gefragt, um die Verbindung lebendig zu halten. „Hier bieten neue Medien unglaubliche Möglichkeiten“, sagt Hartings. In punkto Handy, Computer und Co. ist die junge Generation der älteren oft weit voraus. „Häufig werden Großeltern durch ihre Enkel an neue Technologien herangeführt. Auch das kann eine prima gemeinsame Beschäftigung sein.“ Wenn es gelingt, die Vertrauensbasis zwischen Großeltern und Kindern auch in deren Pubertät zu halten und auszubauen, dann werden Oma und Opa von Betreuern zu Partnern. „Anders als die Eltern haben sie nicht die Erziehungsfunktion. Sie müssen also nicht auf das Einhalten von Regeln drängen. Stattdessen können sie verständnisvolle Ratgeber sein“, sagt Pädagoge Udo Hartings. Immer an IhrerSeite: Herzlich. Kompetent. Engagiert. Fürsorgliche Pflege und Betreuung im eigenen Zuhause. Beratung und Information: Telefon 02173-687 1041 Beate Sassin Ichbin persönlich für Sie vor Ort. Ganspohler Str. 5,40764 Langenfeld langenfeld@promedicaplus.de www.promedicaplus.de/langenfeld

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