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So schützen Sie Ihr Zuhause

So schützen Sie Ihr

✧ R-K1 Fenster und Türen bleiben Schwachstellen Die Einbruchzahlen sind im vergangenen Jahr leicht gesunken. Damit dieser Trend anhält, sollten Haus- und Wohnungsbesitzer Vorkehrungen treffen. Die Einbruchzahlen in Wohnungen und Häuser sind laut aktueller Polizeilicher Kriminalstatistik für das Jahr 2016 leicht gesunken: Insgesamt 151.256 Mal wurde vergangenes Jahr eingebrochen, rund zehn Prozent weniger als im Vorjahr. Bis auf Sachsen und Sachsen-Anhalt verzeichneten alle Bundesländer einen leichten Rückgang der Einbruchzahlen. Der entstandene Schaden lag laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bei rund 470 Millionen Euro. Die Initiative „Nicht bei mir!“ ruft dazu auf, rechtzeitig in Einbruchschutztechnik zu investieren, da 44 Prozent aller Einbrüche an vorhandener Sicherheitstechnik scheitern. Die meisten Einbrüche erfolgen über leicht erreichbare Fenster sowie Wohnungs- und Fenstertüren. Eine Schwachstelle im Haus ist die Eingangstür. Dabei kann man sie gut nachrüsten. Doch: „Leider informieren sich die meisten erst, nachdem sie Opfer eines Einbruchs wurden oder jemand in der Nachbarschaft“, sagt Tobias Enke, Sprecher der Initiative für aktiven Einbruchschutz „Nicht bei mir!“ Auch bei Mietwohnungen lässt sich einiges verbessern. Vermieter haben lediglich die Pflicht, die Tür mit einem Schloss zu sichern. „Für eventuelle mechanische Nachrüstungen muss im Zweifel der Mieter aufkommen“, erklärt Enke. Aber der Experte stellt klar: Absolut sicher wird die Tür durch zusätzliche Beschläge und Schlösser nicht. Lediglich die Zeit, die der Dieb zum Einbrechen benötigt, werde erhöht. „Jedoch lassen Einbrecher in der Regel wieder ab, wenn sie die Tür nicht innerhalb von zwei bis fünf Minuten öffnen konnten“, erklärt Enke. Dabei sollte man auch Nebentüren nicht vernachlässigen. Sofern eine Nebeneingangstür vorhanden ist, sollte man ihre Widerstandsfähigkeit der der Eingangstür anpassen. „Wirkungsvoll nachrüsten kann man diese durch ein Querriegelschloss, massive Schubriegel, starke Vorlegestangen aus Holz oder Profilstahl im oberen und unteren Türdrittel“, nennt Schmidt Möglichkeiten. Handelt es sich dabei jedoch um eine Brandschutztür, dürfen nachträglich so gut wie keine Veränderungen vorgenommen werden. Die Lösung: „Zahlreiche Hersteller bieten sogenannte Multifunktionstüren an, die sowohl die Anforderungen des Brandschutzes wie auch der Einbruchhemmung erfüllen“, erklärt der Experte. Enge empfiehlt einen Sicherheitsexperten zur Beratung zu rufen. „Er kann den Bedarf genau benennen, ein erstes Beratungsgespräch ist meist kostenlos.“ Auch die Polizei hat deutschlandweit kostenlose Beratungsstellen zum Einbruchschutz. Auch Fenster sind eine Schwachstelle: In vielen Fenstern hängen derzeit gut dämmende Isolierglasscheiben. Das sind zwei oder drei Glasscheiben, die über einen Abstandshalter luftdicht verbunden sind. Zwischen ihnen befindet sich zur Wärmeisolation das Gas Argon, bei älteren Scheiben ist es getrocknete Luft, erläutert Peter Birkholz, Ratgeberautor für die Stiftung Warentest in Berlin. Solche Isolierglasscheiben beschlagen und vereisen im Winter nicht. Und man braucht nur Was nach einem Einbruch zu tun ist Damit der Schaden nicht vergrößert wird, sollte man etwa EC- und Kreditkarten sperren. Nach einem Einbruch sind viele erst einmal geschockt. Am wichtigsten ist aber, die Nerven zu behalten und unverzüglich weiteren Schaden zu vermeiden. Polizei und die Schadensabteilung der Hausrat- oder Gebäudeversicherung müssen Die Versicherungen verlangen eine Liste der gestohlenen Gegenstände binnen drei Wochen Die Einbruchspuren sind oft gar nicht besonders groß und auf den ersten Blick sichtbar. Doch nicht ausreichend gesicherte Fenster, Terrassentüren und Haustüren machen den Übeltätern den Einstieg leicht. umgehend informiert werden. Außerdem schreiben viele Versicherungsverträge vor, dass der Schaden so gering wie möglich zu halten ist. Darauf weist die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hin. Das bedeutet: Wichtig ist jetzt, gestohlene EC- und Kreditkarten umgehend sperren zu lassen sowie den Verlust anderer wichtiger Dokumente zu melden. Zahlungskarten lassen sich bei den jeweiligen Anbietern oder unter dem zentralen kostenlosen Notruf 116 116 sperren. Hier können Betroffene auch gestohlene Handy-SIM- Karten melden - oder sie wenden sich an ihr Mobilfunkunternehmen. Bei Sparbüchern oder Anlagedokumenten sollte man sich unverzüglich an seine Bank wenden. Auch ein Personalausweis mit eingeschalteter Online- Ausweisfunktion muss so schnell wie möglich gesperrt werden, rät die Polizeiliche Kriminalitätsprävention der Länder und des Bundes. Das geht unter den Nummern 0180/1 33 33 33 oder 116 116 sowie im Bürgeramt. Innerhalb von drei Wochen sollte eine möglichst vollständige Liste der gestohlenen Gegenstände der Versicherung und Polizei geschickt werden. Das gehört oft zu den Versicherungsbedingungen. Geschieht dies nicht innerhalb dieser Frist, kann es sein, dass die Versicherung nichts ersetzen muss. Das geht zumindest aus einem Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf hervor, auf Nach einem Einbruch sollte man sich an seine Bank wenden. das die Einbruchs-Initiative „Nicht bei mir“ verweist (Az.: I- 4 U 195/07). Allerdings sieht das nicht jedes Gericht so. Das Oberlandesgericht Celle (Az.: 8 U 190/14) entschied in so einem Fall, dass der Betroffene nicht zwangsläufig den Versicherungsschutz verliert. Der Versicherte war auf diese Konsequenzen einer Pflichtverletzung nicht hingewiesen worden. Zur Vorbereitung auf den- Ernstfall: Gut ist, eine Liste der eigenen Habseligkeiten zu erstellen, um später einfacher nachzuvollziehen, was gestohlen wurde. Kaufbelege, Quittungen, Expertisen und Urkunden am besten aufbewahren, andernfalls Beschreibungen erstellen mit Angaben zum Material, Maßen, Nummern- Codierungen, Hersteller und Typenangaben bei Geräten. Und: Eine solche Liste bei Verwandten, Freunden oder im Bankschließfach hinterlegen. Die Polizeiliche Kriminalitätsprävention der Länder und des Bundes empfiehlt, zusätzlich dieGegenstände zu fotografieren. Bis zum Eintreffen der Polizei darf am Tatort nichts verändert werden. Man könnte sonst mögliche Spuren der Täter vernichten. Und auch mit der Versicherung muss nun besprochen werden, wie mit den Schäden umgegangen wird, rät die Polizei. zwei Seiten der Fenster zu putzen - bei Doppelfenstern im Altbau sind es dagegen vier. Der Nachteil von Isoliergläsern besteht darin, dass diese Scheiben nicht ewig halten: Nach 20 bis 30 Jahren lässt ihre Dichtheit nach. „Auch winzige Beschädigungen wie ein kaum sichtbarer Sprung machen sie unbrauchbar, denn ihre Isolierwirkung ist damit dahin.“ Birkholz rät Hausbesitzern, bei einem ohnehin fälligen Austausch abzuwägen, ob eine durchwurfhemmende Verglasung – also eine Art Sicherheitsglas – sinnvoll ist. „Liegt die Wohnung im Erdgeschoss, hat sie von außen leicht erreichbare Fenster, eine zugängliche Balkon- oder Terrassentür, über die Einbrecher leicht eindringen können, so Zuschuss möglich Hausbesitzer und Mieter können jetzt auch bei kleineren Einbauten zum Einbruchschutz eine Förderung erhalten. Laut einer Erklärung unter anderem vom Bundesbauministerium und der KfW-Förderbank werden ab sofort bereits Sicherungsmaßnahmen ab einer Investition in Höhe von 500 Euro bezuschusst. Bislang lag die Mindestsumme bei 2000 Euro. Der Zuschuss muss bei der KfW beantragt werden. Er beläuft sich auf zehn Prozent der investierten Mittel und beträgt damit mindestens 50 Euro. Weitere Infos unter: www.bmub.bund.de/ P3808 ist der relativ geringe finanzielle Aufwand für eine einbruchhemmende Verglasung durchaus zu rechtfertigen.“

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