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Spargelzeit am Niederrhein

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odernste Technik

odernste Technik erleichtert en Spargel-Anbau amilie Poen betreibt eit vielen Jahren ihren edemer Betrieb Hochwald-Spargel“. echnische Hilfsmittel eim Anbau nehmen ihen Arbeit ab. Rachel Poen (links) und Cousin Hendrik Jordans sind stolz auf ihre neueste Errungenschaft: Eine vollautomatische Sortiermaschine, die die Spargelstangen in verschiedene Klassen einteilt, je nach Voreinstellung. as Jahr 2017 ist für die Sparel-Liebhaber bislang ein gues Jahr. „Wir hatten schon viee schöne und warme Tage und onnten daher schon früh anangen Spargel zu ernten“, sagt achel Poen vom „Hochwaldpargel“ in Uedem. Sie führt, emeinsam mit ihren Eltern Jann-Henn und Friederike oen sowie ihrem Cousin Henrik Jordans das Familienunernehmen am Hochwald in edem. Seit 1989 hat sich der andwirtschaftliche Betrieb uf Spargel konzentriert und st seither stetig gewachsen. Beim Anbau des leckeren ochwald-Spargels spielt die emperatur über und besoners unter der Erde eine große olle. Dazu verfolgt Hendrik Jordans, der für den Anbau zutändig ist, stetig die Messgeräe, die im Boden, wo der Sparel wächst, niedergelassen ind. „Es gibt dabei insgesamt ier Kontaktpunkte: Nach 40, 0 und fünf Zentimeter sowie n der Oberfläche“, so Jordans. Auf seinem Smartphone verolgt er mit modernster Techik die Temperaturzahlen, die icht zu hoch, aber auch nicht u niedrig sein dürfen. „Im Boen muss eine Temperatur von indestens zwölf bis 14 Grad errschen, sonst wächst der pargel nicht“, erklärt Jordans. u hohe Gradzahlen seien alerdings ebenso schlecht, da ann die Stangen zu schnell wachsen würden. Um die Temperatur besser egulieren zu können, bedeckt er Uedemer Betrieb die sogeannten Spargeldämme, wo as weiße Gemüse ein Jahr vor er Ernte gepflanzt wird, mit iner schwarz-weißen Folie. Je nachdem, wie das Wetter st, wird die weiße oder die chwarze Seite nach außen geegt“, erklärt Poen. „Die chwarze Seite nutzen wir, um ie Sonne zu absorbieren und ie Temperatur in den Boden u bekommen, damit der Sparel schneller wächst. Die weiße eite wird verwendet, wenn er Spargel nicht schneller wachsen soll. Sie reflektiert ann die Sonne und der Boden leibt kühler.“ Bei diesen Vorgängen auf em Feld bekommen die Mitrbeiter von Hochwald-Sparel technische Hilfe in Form einer sogenannten „Spargel Spinne“. Sie kann helfen, die Folie zu drehen und unterstützt die bis zu 35 Spargelstecher auf dem Feld bei der Ernte, indem sie die Folien, die auch zum Schutz gegen Unkraut eingesetzt werden, während des Stechens anhebt. Die Spargelstecher können dann ohne mühsames Anheben der Mutter Friederike Poen überprüft den Spargel an der Schälmaschine. Folien den gereiften Spargel aus dem Boden holen. Auch im weiteren Verarbeitungsprozess, für den dann Rachel Poen gemeinsam mit ihrer Mutter Friederike zuständig ist, kommen immer mehr technische Gerätschaften zum Einsatz. „Sie helfen uns enorm“, sagt Rachel Poen. Nachdem der Spargel geerntet wird, führt sein Weg zunächst in den Schock-Kühler, welcher die Stangen auf zwei Grad runterkühlt und bewässert. „Das ist wichtig. Der Spargel muss kühl und feucht gelagert werden, damit er möglichst keine Nährstoffe verliert und die Qualität gut bleibt. Deshalb versuchen wir die Kühl- und Bewässerungskette auch nicht zu unterbrechen“, erläutert Poen. Anschließend kommt die neueste Errungenschaft des Uedemer Familienbetriebes zum Einsatz: Eine vollautomatische Sortiermaschine, die gerade ihre erste Saison beim „Hochwald-Spargel“ angetreten ist. „Sie sortiert nach unseren Parametern, die wir eingeben, den Spargel in verschiedene Klassen ein. Früher mussten wir noch jede Stange einzeln in die Hand nehmen. Das müssen wir dank der neuen Sortiermaschine nicht mehr und das erleichtert unsere Arbeit immens“, sagt Poen. Trotzdem werde noch einmal manuell nachkontrolliert, um die beste Qualität zu garantieren. Im letzten Verarbeitungsschritt werden die Spargelstangen von einer ebenfalls vollautomatischen Schälmaschine geschält. Insgesamt acht Messer gehen dabei ganz behutsam, aber sehr gründlich vor. Auch das erleichtere die Arbeit, so Poen. ie „Spargel Spinne“ erleichtert die Ernte für die Mitarbeiter enorm: Sie kann die Abdeckfolie automatisch rehen oder anheben. All diese Schritte seien notwendig, bis der Hochwald- Spargel nur kurz nach der Ernte im eigenen Hofladen und den Verkaufsstellen in der Region verkauft werden kann. Seit vergangenem Jahr kann das weiße Gemüse zudem im hofeigenen Restaurant, dem Hufschen Henn, verzehrt werden. Die Hofgastronomie wird von Rachel Poens Schwester Lea geführt. Kontakt Hochwald-Spargel Uedem Am Hochwald 5 47589 Uedem Telefon 02825/554 Internet www.hochwaldspargel.de Öffnungszeiten Hofladen Montag bis Freitag 8 bis 19 Uhr, Samstag, Sonn- und Feiertage 8-17 Uhr

Klassiker trifft Klassiker: In die Semmelknödel sind Spargelstückche eingearbeitet. FOTOS: KARL NEWEDEL/BASSERMANN VERLAG/DPA-TMN Hauptproduktion am Niederrhein Etwa 400 Betriebe gibt es in NRW. Schwerpunkte liegen zwischen Köln und Bonn, im Münsterland und Ostwestfalen. Der NRW-Spargel wächst auf einer Fläche von 4000 Hektar. Mitte April ging es los, am 24. Juni wird der letzte Spargel des Jahres gestochen. Einige Fakten zum Spargelland NRW: Mit rund 20 Prozent der deutschen Spargelproduktion zählt Nordrhein-Westfalen neben Niedersachsen zu den großen Produzenten. Etwa 400 Betriebe gibt es in NRW. Schwerpunkte liegen am Niederrhein, zwischen Köln und Bonn, im Münsterland und Ostwestfalen. Der NRW- Spargel wächst auf einer Fläche von 4000 Hektar. Es ist damit die dominierende Gemüseart auf den Feldern im Land – vor Möhren und Buschbohnen. Geerntet wurde 2016 auf 3500 Hektar. Der Rest sind neu bepflanzte Felder, auf denen das Gemüse erst noch kräftiger werden muss. Köstliche Alternative: Der Spargel wird zugedeckt bei 120 Grad im Ofen gegart - mit Holunderblüten und etwas Holunderblütensirup. Königliches Gemüse mal anders Warum nicht mal Spargel in Pesto und Knödeln kredenzen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Leckere Kombination: Frischer Spargel als Pizzabelag. Die Freude ist groß, wenn es heißt: Spargelzeit. Nährstoffreich und kalorienarm, findet das edle Gemüse von Jahr zu Jahr seinen Weg auf unsere Teller. Und: Es schmeckt längst nicht nur zu Sauce Hollandaise und Kartoffeln. Für viele Genießer bedeutet der Frühling auch: Es ist wieder Spargelzeit. Und diese will voll und ganz ausgekostet werden. Denn die Saison dauert meist nur zwei Monate und endet traditionell mit dem Sommersonnenwende am 24. Juni. Spargel-Liebhabern könnte deshalb auch die ein oder andere Rezept-Alternative gefallen. Küchenmeister und Kochbuchautor Rafael Pranschke experimentiert immer wieder mit neuen Ideen rund um das Stangengemüse: Bei ihm gibt es Spargel als Pizzabelag, püriertes Mus, japanisches Tempura (im Teigmantel frittierter Spargel) oder kleingestückelt im Pesto mit Basilikum, Olivenöl, Parmesan, Pfeffer und Mandeln. Aus den weißen Spargelschalen zaubert er einen Sud, der als Basis für eine köstliche Spargelcremesuppe oder bei der Zubereitung eines Risottos dienen kann. Mit Spargelstücken und Parmesan verfeinert, wird so aus Resten ein wunderbares Gericht. „Zu Spargel passt grundsätzlich alles, was keinen zu kräftigen Eigengeschmack hat“, erklärt Foodfotograf und –stylist Karl Newedel. In seinem Münchner Studio experimentiert der gelernte Koch auf kulinarischer Ebene und er setzt das Gemüse auch optisch in Szene. Vor seine Linse und in den Topf kommen weißer, grüner und violetter Spargel. Der aus dem Mittelmeerraum Thaispargel zum Steinbutt ist nicht schwer zuzubereiten. stammende Wildspargel wird in deutschen Küchen eher weniger verarbeitet. „Dafür ist Thai-Spargel besonders in der gehobenen Gastronomie sehr beliebt“, sagt Kochbuchautor Pranschke. Die feinen Stangen sind bleistiftdick und können ungeschält verarbeitet werden – gepaart mit hellem Fleisch oder Fisch und einer leichten Weißwein- oder Kräutersoße ist er ein Genuss. Eine herzhafte Variante sind Karl Newedels grüne Spargelknödel mit Salbeibutter. Zu einem klassischen Semmelknödelteig gibt er etwas Petersilie und angebratenen Karotten-, Zwiebel- und Spargelwürfeln. Die Masse wird mit Muskatnuss, Salz und Pfeffer gewürzt, gut vermengt und zu kleinen Knödeln geformt. Diese ziehen nur kurz im Kochwasser und werden schließlich in der geschmolzenen Salbeibutter geschwenkt und mit Parmesan serviert. Spargel ist im Vergleich zu anderen Gemüsesorten verhältnismäßig teuer. „Den Spargel freizulegen, zu stechen, die Wurzeln hinterher mit Erde zu bedecken, um sie vor Ungeziefer zu schützen, dauert seine Zeit“, weiß Anja Reinhardt vom Spargelhof Reinhardt aus Möhrendorf bei Erlangen aus eigener Erfahrung. Der Aufwand lohne sich aber, denn nichts schmecke besser als frischer, knackiger Spargel. Stechfrischen Spargel erkennt man daran, dass der abgeschnittene, untere Teil noch wässrig und feucht ist. Ist er bereits angetrocknet, kommt der Spargel nicht direkt vom Feld. Anja Reinhardt rät dazu, vor dem Kauf den «Quietschtest» zu machen: Reibt man frische weiße Spargelstangen an- Das Saisonprodukt Spargel ist ein typisches Produkt für Direktvermarkter: Rund 70 Prozent der Gesamtproduktion werden ab Hof, an Verkaufsständen und auf Wochenmärkten verkauft. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer lagen die Spargelpreise 2016 im Schnitt der vergangenen Jahre: Für die erste Klasse ging es mit Kilopreisen von zum Teil deutlich über zehn Euro los. Im Laufe der Saison pendelte sich der Preis für die makellosen Stangen bei unter zehn Euro ein. Wenngleich die Deutschen weißen Spargel lieben, ist auch Grüner beliebt. Nach Schätzung des Händler-Zusammenschlusses Spargelstraße NRW liegt der Anteil des Grünen bei rund 10 bis 15 Prozent. einander, quietschen sie nämlich. Damit sie lange frisch bleiben, sollten die Stangen zu Hause direkt in ein feuchtes Baumwolltuch eingewickelt und im Kühlschrank aufbewahrt werden. Da Spargel viele wertvolle Nährstoffe wie Kalium, Kalzium, Magnesium und Folate enthält, ist eine schonende Zubereitung wichtig. „Weißer Spargel kann fix im Dampfgarer oder innerhalb von 50 Minuten zugedeckt bei 120 Grad im Ofen gegart werden“, sagt Karl Newedel. Für eine besondere Note gibt er frisch gepflückte Holunderblüten und etwas Holunderblütensirup hinzu. Wer Spargel lieber im Topf kochen möchte, sollte darauf achten, immer unter dem Siedepunkt zu bleiben. „Spargel darf nicht wie alte Wäsche durchgekocht werden“, meint Rafael Pranschke. Das Wasser einmal aufzukochen und den Spargel darin ziehen zu lassen, reiche meist aus. Grüner Spargel ist pflegeleichter, da er nur kurz angebraten oder mit heißem Wasser abgeschreckt werden muss. Wer nach Saisonende nicht auf Spargel verzichten will, kann ihn schälen und einfrieren. Bei der späteren Verarbeitung gilt: nicht auftauen, sondern direkt ins Kochwasser geben. Das Gemüse sollte man sets mit Zucker und Salz garen. Ein hoher Salzgehalt verhindert, dass die spargeleigenen Nährstoffe an das Kochwasser abgegeben werden. Saison am 6. April gestartet Auf den Märkten wurde Ende März der erste Spargel angeboten. Das sonnige Wetter schafftee die nötige Wärme in den besonders geschützten Spargeldämmen, sagte Ralf Große Dankbar, der Berater für Spargelanbau der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Offiziell begann die Spargelsaison in Nordrhein-Westfalen am 6. April eingeläutet. Weitere Infos unter: www.landwirtschaftskammer.de

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