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Special Olympics Neuss

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8 SPECIAL OLYMPICS –

8 SPECIAL OLYMPICS – LANDESSPIELE NRW 2017 Ein Vorbild für die Jugend Timo Karmasch, ein „Gesicht der Spiele“, gibt sein Judo-Wissen an die jüngeren Sportler weiter. VON STEPHAN GLASMACHER Timo Karmasch hat sportlich vieles erreicht: Der Judoka gewann bereits zahlreiche Medaillen bei den Nationalen Spielen von Special Olympics, auch international ist er stets vorne mit dabei. Im April feierte Timo Karmasch, der aus Hamminkeln stammt, seinen bislang größten sportlichen Erfolg, als er Deutscher Meister im G- Judo für Menschen mit geistiger Behinderung wurde und sich damit für die Weltmeisterschaft im Oktober in Köln qualifizierte – und das mit gerade einmal 22 Jahren. Jetzt steht für ihn das nächste große Highlight an, wenn sich etwa 1000 Sportler bei den NRW-Landesspielen von Special Olympics in Neuss in verschiedenen Sportarten miteinander messen – und er im Mittelpunkt steht: Karmasch ist eines der „Gesichter der Spiele“. Zu- Judoka Timo Karmasch (l.) mit einen japanischen Sportler-Kollegen: Der 22-Jährige steht nicht nur selbst auf der Matte. Er ist auch Mitglied im Athletenrat von Special Olympics NRW. Foto: Privat sammen mit der Neusser Tennisspielerin Katrin Scheffel und dem ehemaligen Fußballprofi Friedhelm Funkel ist er, als Repräsentant für die Teilnehmer, auch Werbeträger für die Meisterschaften in der Quirinusstadt. „Ich freue mich, dass ich so die anderen Athleten vertreten kann. Das ist für mich eine große Ehre“, sagt Timo Karmasch, der ein Vorbild für jüngere Sportler sein will. Seine Trainerin Gabriele Gramsch, die ihren Schützling bereits seit über zehn Jahren begleitet, glaubt, dass er dafür wie geschaffen ist. „Timo kann anderen Halt geben, die Jüngeren bei uns im Verein können sich an ihm orientieren“, erläutert Gramsch. Wohl gerade deshalb hat sich der 22-Jährige dazu entschlossen, nicht nur selbst auf der Matte zu stehen, sondern daneben noch Judo-Trainerassistent zu werden. Bei seinem Heimatverein 1. Budokan Hünxe gibt er sein sportliches Wissen an die Jugend weiter. So tritt Karmasch bei den Landesspielen gleich in mehreren Rollen auf: als „Gesicht der Spiele“, Trainer und Athlet. Seine gesteckten Ziele sind trotz der Vielfalt an Aufgaben aber nicht minder hoch, wie er erklärt: „Ich hoffe, dass ich im Judo gewinne und als Trainer unsere Jugend gut unterstützen kann.“ Einen ersten Höhepunkt erlebte der Judoka bereits zu Beginn des Jahres: Damals traf er beim Fotoshooting für die Plakate und Flyer, die für die Spiele in Neuss werben, das prominente „Gesicht der Spiele“, den ehemaligen Fuß- ballprofi und jetzigen Trainer Friedhelm Funkel – für ihn als langjährigen Fußballfan von Werder Bremen ein ganz besonderer Augenblick. „Es hat mich gefreut, dass ich ihn getroffen habe“, so Karmasch. Er selbst steht auch manchmal mit seinen Freunden auf dem Fußballlatz, doch sportlich setzt er klare Prioritäten, wie Gabriele Gramsch erläutert: „Timo würde niemals Judo für Fußball ausfallen lassen.“ „Judo ist mein Leben, da ist meine Familie“, ergänzt Karmasch, der in einem Kinderheim aufgewachsen ist. Für seinen Sport trainiert er mehrmals die Woche, manchmal fährt er zum NRW-Kader- Training nach Leverkusen oder sogar in die Niederlande. Immer an seiner Seite dabei ist Trainerin Gabriele Gramsch, die weiß: „Für Timo muss das Umfeld passen, er braucht eine gewisse Sicherheit von außen.“ Auch wenn Karmasch, der bei der Lebenshilfe in Hamminkeln in der Metallverarbeitung arbeitet, sich ein Leben ohne Judo nicht vorstellen kann, wie er selbst sagt, hat er sich seine Ziele nicht nur für die Landesspiele von Special Olmypics in Neuss und die G-Judo-WM in Köln gesteckt: Das „Gesicht der Spiele“ plant, in nächster Zeit den Weg von der Wohngemeinschaft, in der er momentan lebt, in die Selbstständigkeit zu wagen und in eine eigene Wohnung zu ziehen. Timo Karmasch ist in seiner Sportart erfolgreich: „Judo ist mein Leben, da ist meine Familie“, erläutert der Athlet. Foto: SONRW

SPECIAL OLYMPICS – LANDESSPIELE NRW 2017 9 Mit Ehrgeiz ins Heimspiel Das „Gesicht der Spiele“ Katrin Scheffel geht für den Tennisverein Grün-Weiss Neuss an den Start. VON STEPHAN GLASMACHER Ein Leben ohne Sport wäre für Katrin Scheffel kaum vorstellbar: Die Neusserin spielt bei Grün- Weiss Neuss Tennis, geht regelmäßig schwimmen, fährt Fahrrad, reitet und tanzt. Für die meisten Sportler wäre schon dieses Programm mehr als genug, doch jetzt kommt für sie noch etwas Neues dazu: Scheffel ist eines der Gesichter der Spiele“ für die Landesspiele von Special Olympics in Neuss. Das heißt: Sie wirbt zusammen mit Fußballtrainer Friedhelm Funkel und Timo Karmasch, der im Judo an den Start geht, für die zweiten NRW-weiten Meisterschaften für Menschen mit geistiger Behinderung, die ab Montag, 10. Juli, in Neuss stattfinden. „Als Katrin gefragt wurde, ob sie das Gesicht der Spiele werden will, hat sie sich total gefreut, sie war richtig begeistert“, so Monika Garski, die langjährige Gruppenleiterin von Scheffel bei den Gemeinnützigen Werkstätten Neuss GWN). Dort arbeitet die 35- Jährige in der Verpackungsabteilung – mit viel Freude, wie Garski erläutert: „Katrin kommt immer gerne zur GWN, auch weil sie hier viele Freunde hat.“ Neben der Arbeit ist Sport für Scheffel in ihrem Alltag von großer Bedeutung. „Sport ist ihr sehr wichtig“, erklärt die Gruppenleiterin. Ob bei GWN-Kursen oder außerhalb der Arbeit – für Scheffel spielt der Sport in ihrem Leben eine große Rolle. Nicht zuletzt für Tennis kann sie sich sehr begeistern. Bei den Landesspie- Die 35-Jährige – hier beim „Tandem-Tag“ – hat im Vorfeld der Landesspiele viele Termine ahrgenommen. Foto: SONRW Katrin Scheffel mag die sportliche Abwechslung: Die Neusserin spielt bei Grün-Weiss Neuss Tennis – hier ist sie beim Training zu sehen –, geht regelmäßig schwimmen, fährt Fahrrad, reitet und tanzt. Foto: Andreas Woitschützke len geht sie für ihren Heimatverein Grün-Weiss Neuss an den Start. Helmut Kloubertz, Inklusionsbeauftragter des Neusser Tennisclubs, weiß, was er an seiner Athletin hat. „Sie ist immer mit Ehrgeiz dabei und versucht, genau das umzusetzen, was die Trainer ihr sagen.“ Seit zwölf Jahren gibt es bei Grün-Weiss Neuss die Gruppe „Handicaps“ für Sportler mit geistiger Behinderung, so lange ist Scheffel schon mit dabei. Das regelmäßige Training zahlt sich dabei für sie aus. Zahlreiche Medaillen gewann sie bereits bei den Nationalen Spielen von Special Olympics, letztes Jahr erspielte sie sich Bronze bei den Spielen in Hannover. Diesmal ist die Situation für Scheffel in zweierlei Hinsicht eine besondere: Zum einen steht sie als eines der „Gesichter der Spiele“ im Mittelpunkt; zum anderen sind die Entscheidungen im Tennis für sie ein Heimspiel: Austragungsort für die Tenniswettbewerbe sind die Plätze von Grün-Weiss Neuss neben der Ludwig-Wolker-Anlage. Auch für ihren Verein sind die Umstände nicht alltäglich. „Alle hier waren begeistert, dass sie ein ,Gesicht der Spiele’ ist. Wir als Grün-Weiss Neuss sind sehr stolz darauf“, erläutert Kloubertz. Als „Gesicht der Spiele“ musste Scheffel in den letzten Monaten viele Termine wahrnehmen, war unter anderem beim Fotoshooting für die Werbeplakate und Flyer und repräsentierte auf Pressekonferenzen gemeinsam mit Timo Karmasch die 1000 Athleten, die an den Spielen in Neuss teilnehmen. Bei der Bewältigung dieser Aufgaben kam ihr wohl der Rückhalt innerhalb der Familie und ihre fröhliche und offene Art entgegen. „Katrin ist an vielem interessiert und sehr lebenslustig “, sagt Monika Garski, die Scheffel schon in der Kreativwerkstatt der GWN erlebt hat. „Sie ist einfach nett zu anderen und fühlt sich sehr wohl in der Gruppe“, beschreibt zudem Helmut Kloubertz seine Athletin, die sich gut auf die Landesspiele- Wettkämpfe in ihrer Heimatstadt vorbereitet hat.

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