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Spieltag: Borussia - Eintracht Frankfurt -26.09.2018-

Spieltag: Borussia - Eintracht Frankfurt

BORUSSIA — EINTRACHT FRANKFURT Borussia muss besonnen bleiben Trainer Dieter Hecking hat festgestellt, dass sein Team in der Euphorie nach dem 1:0-Führungstor in Berlin Fehler machte. VON KARSTEN KELLERMANN Fußball ist immer auch Kopfsache, in der Niederlage ebenso wie im Erfolgsfall. Beides liegt zuweilen sehr nah beisammen, manchmal sind es nur Minuten, die Glück und Traurigkeit trennen. Das erlebten die Borussen in Berlin, beim 2:4. Soeben waren sie durch das Elfmetertor von Thorgan Hazard in Führung gegangen, da lagen sie auch schon 1:2 zurück, weil sie Hertha zwei ganz einfache Treffer erlaubten, beide nach dem Prinzip: Flanke, Kopfball, Tor. Den Grund dafür definierte Trainer Dieter Hecking nicht als das Problem eines Einzelnen, sondern als ein gesamtmannschaftliches, weil es im Verbund nicht stimmte. In der Tiefenanalyse machte Hecking einen weiteren Faktor aus: möglicherweise waren es zu viele Glückhormone, die seine Spieler zu einer gewissen Sorglosigkeit verführten nach dem Führungstor. Das Hormon Dopamin wird im Falle eines überschwänglichen Gemütszustandes in Massen ausgeschüttet und sorgt für Euphorie. Die konnten manche Borussen womöglich nicht richtig kanalisieren. Generell hat Hecking ein Hochgefühl im und um den Borussia-Park herum ausgemacht nach dem Start mit sieben Punkten und dem 2:1- Sieg gegen Vize-Meister Schalke 04. Und nun das Tor – da wähnte sich der eine oder andere Borusse vielleicht schon einen Schritt weiter, als er war. Die Folge: „Nach der Führung waren wir in Berlin vielleicht etwas zu Jubelnde Borussen, hier gegen Schalke. Wichtig ist, mit solchen Gefühlen richtig umzugehen. Auch in der Euphorie müssen die Gladbacher konzentriert bleiben. FOTO: IMAGO euphorisch. Gleich in der ersten Aktion nach dem Treffer sind wir mit zwei Mann den gegnerischen Torwart angelaufen“, sagte Hecking. Das indes taten sie zu ungestüm und ohne Erfolg, im Rücken wurden dadurch Räume frei, die Hertha kühl nutzte. Gegen Frankfurt, so hofft Hecking, soll so etwas nicht passieren, bestenfalls gibt es die Gelegenheit, es gleich viel besser zu machen, dann nämlich, wenn es erneut eine frühe Führung gibt. Gegen Schalke war die gelungen durch das Kopfball-Tor von Matthias Ginter nach drei Minuten. In dem Spiel schafften es die Borussen, sich nicht selbst auf dem Konzept zu bringen durch die Euphorie des frühen Treffers, sie blieben besonnen und konzentriert. Von daher können sich die Gladbacher selbst ein Vorbild sein für den Mittwochabend. Zugleich können sie von sich selbst lernen durch eine Rückbesinnung auf das, was gegen Hertha gar nicht klappte: der Umgang mit den langen Bällen in die Spitze. „Frankfurt kann mit langen Bällen auf Haller Druck aufbauen. Was das angeht, haben sie eine ähnliche Spielweise wie Hertha“, weiß Hecking. Ansonsten aber ist die Eintracht ein ganz anderer Gegner als die Berliner, und was das angeht hat sich auch mit dem neuen Trainer Adi Hütter nicht viel geändert: „Es wird ein sehr, sehr intensives Spiel“, vermutet Hecking. Eines, das auch weh tun kann, denn die Frankfurter suchen gern den Körperkontakt, gehen dabei auch mal an die Grenze des Erlaubten. „Es ist eine läuferisch starke und sehr athletische Mannschaft, die eine hohe Präsenz in den Zweikämpfen hat“, weiß Hecking. „Da müssen wir uns wehren und uns in den direkten Duellen deutlicher durchsetzen, als es in Berlin der Fall war.“ Gleichwohl werden die Borussen den spielerischen Ansatz bevorzugen. Sie haben sich in dieser Saison für einen offensiven Ansatz entschieden und sind, was die Umsetzung angeht, noch in der Erkundungsphase. „Trotz der Niederlage können wir mit dem Saisonstart zufrieden sein, auch offensiv war es in Berlin okay. Die Mannschaft steckt in einer Entwicklung. Deswegen kann ich nur Geduld für sie einfordern“, sagte Hecking. Das hat er sicher auch seinem Team gesagt. Ungeduldig sein kann denselben Effekt haben wie Euphorie, denn auch die kann dazu führen, zu schnell zu viel zu wollen. Es kommt auf die Balance an: Euphorie zu erzeugen ist wichtig, auch, um das Stadion für sich einzunehmen, aber eben auch, dann richtig damit umzugehen. INFO Borussia hat bisher 40.000 Tickets verkauft Nachdem das Spiel gegen Schalke ausverkauft war mit 54.022 Zuschauern, hat Borussia gegen Eintracht Frankfurt rund 40.000 Tickets verkauft. Aus Frankfurt werden etwa 1800 Fans des DFB-Pokalsiegers erwartet. Weiter ohne Raffael und Stindl, Lang ein Startelf-Kandidat Borussias Trainer Dieter Hecking auf den Brasilianer und den Kapitän. Dafür ist der neue Schweizer offenbar bereit für sein Gladbach-Debüt. (kk) Es gab schon längere Verletztenlisten bei den Borussen, Listen, die mehr als sechsmal so lang waren, wie die aktuelle. Zwei Namen sind darauf enthalten derzeit, und keiner der monatelangen Dauerpatienten ist mehr dabei. Theoretisch könnte Kapitän Lars Stindl am Mittwoch gegen Eintracht Frankfurt sein Comeback nach seinem Syndesmosebandriss feiern, theoretisch könnte auch der Schweizer Rechtsverteidiger Michael Lang, der seine Knieverletzung überstanden hat, sein erstes Spiel für Gladbach machen. Und theoretisch könnte auch Mamadou Doucouré nach zweieinhalb Jahren zum ersten Mal in einem Pflichtspiel Raffael hat weiter Probleme mit der Wade und fällt aus. FOTO: IMAGO für Gladbach auf dem Platz stehen. Denn keiner der Herren wird als verletzt gemeldet, und „jeder, der nicht auf der Liste steht, kann theoretisch auch im Kader sein“, sagte Trainer Dieter Hecking am Dienstag in der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt. Doch Theorie und Tatsächlichkeit sind zwei unterschiedliche Dinge. Nun ist es bei Doucouré ausgeschlossen, der junge Franzose muss zunächst in Testspielen Spielpraxis sammeln und insgesamt noch viel Geduld haben. Lars Stindl ist ebenfalls noch keine Option. Lang schon, er könnte sogar eine Option von Anfang an sein. „Michael ist ein Kandidat für die Startelf“, sagte Hecking. Denn möglicherweise fällt Tony Jantschke aus, der sich in der Vorbereitung seinen Platz in der Innenverteidigung an der Seite von Matthias Ginter erarbeitet hat. Jantschke musste beim 2:4 in Berlin in der Pause wegen einer Stauchung am Becken raus und ist für das Spiel am Mittwoch fraglich. Nico Elvedi könnte dann nach innen rücken und Lang den Job hinten rechts übernehmen. Es sei denn, Eigengewächs Jordan Beyer, der in den ersten beiden Ligaspielen erste Wahl war, kehrt in die Startelf zurück. Die zwei, die ganz sicher nicht spielen werden, weil sie offiziell als verletzt gelten, sind Raffael, dem immer noch die Wade zu schaffen macht, und Josip Drmic, der Rückenbeschwerden hat. Zwei Mittelstürmer fehlen also, und weil in Stindl ein weiterer Mann nicht bereit ist, der im offensiven Zentrum spielen könnte, hat Hecking trotz der kurzen Verletztenliste ein Problem. Denn Alassane Plea ist eigentlich noch in der Eingewöhnungsphase, musste zuletzt aber zweimal durchspielen. „Wir sind mit seiner Entwicklung sehr zufrieden. Wir wollten ihn eigentlich behutsam heranführen, doch da mit Raffa und Lars zwei Angreifer verletzt fehlen, muss Alassane gleich zu Beginn mehr spielen als wir geplant hatten. Wir müssen sehen, ob er frisch genug ist“, sagte Hecking mit Blick auf die intensive Spielweise des Franzosen. Der Mittelstürmer hat seinen Trainer übrigens überrascht. „Uns freut es ungemein, dass wir jetzt einen torgefährlichen Stürmer in unseren Reihen haben. Dass er sogar schon zweimal per Kopf getroffen hat, ist für mich selbst etwas überraschend, aber es ist klasse, wie er diese Situationen erkennt und nutzt. Ich würde mir wünschen, wenn er morgen erneut trifft.“, gestand Hecking am Dienstag. 26. September 2018 Borussia M'Gladbach : Eintracht Frankfurt Wirwünschen ein erfolgreiches Spiel Hauptstraße 97 •MG/RY PLAMECO-Fachbetrieb Lammerding Adolf-Kempken-Weg 90–92, MG www.wilmskkl.de Unterhaltungselektronik

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