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Spieltag: Borussia - FC Schalke 04 -15.09.2018-

Spieltag: Borussia - FC Schalke 04

INTERVIEW PETER WYNHOFF Peter Wynhoff (49) hat zwischen 1989 und 1999 277 Profispiele für Borussia gemacht. Er galt insbesondere als Experte für den 1. FC Köln, gegen den er besonders gern traf. Doch auch mit Schalke 04, gegen das die Borussen am Samstag antreten, verbinden ihn schöne Tor-Geschichten. Darüber und über das Dribbling, das seine Spezialität war, sprach Karsten Kellermann mit dem gebürtigen Berliner, der am Niederrhein heimisch geworden ist. Herr Wynhoff, Sie haben in Ihrer Karriere 14-mal gegen Schalke gespielt, nur gegen den 1. FC Kaiserslautern sind Sie öfter angetreten. Am 21. April 1996 haben Sie auf Schalke Ihr einziges Tor des Monats erzielt. Erinnern Sie sich? Wynhoff Natürlich. Es war ein Sololauf, der rund 25 Meter halbrechts vor dem Tor begann. Ich habe zwei, drei Schalker, darunter Olaf Thon, aussteigen lassen, dann auch Torwart Jens Lehmann – und dann habe ich den Ball durch die Beine von Yves Eigenrauch, der auf der Linie stand, ins Tor geschoben aus ganz spitzem Winkel. Es war das 3:1 kurz nach der Pause. Dummerweise haben wir nicht gewonnen, wir haben 3:3 gespielt. Es war ein Riesenspiel. Tore nach spektakulären Solo-Läufen waren Ihre Spezialität. Warum haben Sie nur ein Tor des Monats erzielt? Wynhoff Das kann ich auch nicht sagen. Ich muss sagen, dass ich alle meine Tore schön fand, es waren viele Dribblings dabei. Einmal war ich noch in der engeren Auswahl, aber da wurde ein Kopfballtor von Jürgen Klinsmann vorgezogen, weil es wichtig war für Deutschland oder so ähnlich. Das war nicht in Ordnung (lacht). Gegen Schalke haben Sie auch öfter mal schön getroffen. Wynhoff Stimmt. Beim 2:1 auf Schalke in der Saison 1992/93 habe ich den Ball in den Winkel geschossen. Der Schuss konnte sich sehen lassen … Getroffen haben Sie gegen Schalke auch im Pokal-Viertelfinale der Saison 1994/95, an deren Ende Borussia den Pokal geholt hat. Wynhoff Das war ein enges Ding. Erst hat Schalke durch ein Eigentor von Michael Klinkert 1:0 auf dem Bökelberg geführt, Peter Nielsen und ich haben das Ding gedreht. Schalke hat nochmal ausgeglichen, aber dann hat uns Heiko Herrlich ins Halbfinale geschossen. Der Pokalsieg ist immer noch der letzte Titel, den Borussia geholt hat, verrückt. Es ist ja schon einige Zeit her. Den Wynhoff-Move beherrschen Sie aber immer noch. Das ist bei den Spielen der Weisweiler Elf, deren Geschäftsführer Sie sind, regelmäßig zu besichtigen. Wynhoff Den Haken kriege ich noch hin, ja. Aber nicht mehr so schnell wie früher. Man wird nicht jünger. Dribbler wie Sie gibt es heute nicht mehr viele. Wynhoff Das ist leider wahr, die sterben ein wenig aus. Das Dribbling wird auch nicht mehr so recht gefördert. Schon beim Jugendtraining geht es um ein, zwei Kontakte, mehr nicht. Darum kommen die Spieler BORUSSIA — FC SCHALKE 04 „Dribbler sterben leider ein wenig aus“ Der Ex-Borusse spricht über seine Tore gegen Schalke und eine besondere Spezies Fußballer. Auf und vorbei: Peter Wynhoff dribbelt Schalke aus, hier im DFB-Pokal-Viertelfianle der Saison 1994/95. Am Ende wude Gladbach in seiner Heimat Berlin Pokalsieger. FOTO: HORSTMÜLLER nur selten in Eins-gegen-Eins-Situationen. Dabei kann man mit solchen Aktionen viel bewegen, insbesondere, wenn es eng ist. Wenn man diese Situationen für sich entscheidet, kann man immer neue Spielsituationen schaffen und Gefahr heraufbeschwören. Wie sind Sie ein Dribbler geworden? Wynhoff Das habe ich mir mehr oder weniger selbst beigebracht, schon als Kind. Wenn wir im Park gespielt haben, habe ich immer allein gegen drei gespielt, weil ich damals schon ein bisschen besser war als die anderen. Da blieb mir ja nichts anderes übrig als zu dribbeln. Irgendwann hat man das dann drin, es verselbstständigt sich. Gerade jetzt, da der Fußball immer kompakter wird, müsste es doch eigentlich eine Renaissance der Dribbler geben. Wynhoff Eigentlich schon. Aber sie wurden über Jahre nicht ausgebildet, es wurden andere Schwerpunkte gesetzt. So leicht ist es darum nicht, gute Dribbler zu finden. Es gibt viele Spieler, die schnell sind, aber vor allem geradeaus laufen. Spieler wie Robben und Ribery sind dagegen echte Dribbler und sie kreieren immer wieder gefährliche Situationen. Aber beide sind nicht mehr die Jüngsten. Die Bayern tun sich auch schwer, Nachfolger zu finden. Worauf kommt es beim Dribbling an? Wynhoff Man braucht eine gute Körperbeherrschung, muss den Mut haben, in die Zweikämpfe zu gehen, und Geschwindigkeit mit dem Ball haben. Du musst die Situation erkennen: Wenn sich der Raum bietet, dann musst du ihn nutzen. Sicherlich kann man das im Training üben, indem man immer in Eins-gegen-eins-Situationen geht, aber es ist doch viel Instinkt dabei, den richtigen Moment zu finden. Der Trainer muss den Angreifern die Freiheit lassen, in der Angriffszone ruhig mal zu gehen und nicht gleich abzuspielen. Welchen der aktuellen Borussen sehen Sie in Ihrer Tradition? Wynhoff Thorgan Hazard ist schnell und gut mit dem Ball, er kann das auf jeden Fall. Auch Raffael ist prädestiniert für Dribblings. Er kann aus dem Stand heraus Fahrt aufnehmen, ist sehr geschmeidig. Er ist ein überragender Spieler, der mit seinen Aktionen immer den Unterschied machen kann. Leider wird es Borussia am Samstag wohl fehlen. Ibrahima Traoré ist ein klassischer Dribbler, aber er ist oft verletzt. Das ist schade. Jonas Hofmann ist ebenfalls ein guter Techniker, aber er muss mehr Mut haben in den Zweikämpfen. Gegen ein kompaktes Team wie Schalke sind Eins-gegen-Eins-Spieler wichtig. Wynhoff Das stimmt. In den letzten Spielen gegen Schalke hatte Borussia nicht das Glück, obwohl sie oft besser gespielt hat. Die Schalker waren in der vergangenen Saison schwer zu schlagen, sie haben sehr kompakt gestanden und viele Spiele 1:0 gewonnen. Es wird kein leichtes Spiel. Aber Borussia spielt zu Hause und ist mit vier Punkten gut gestartet. Schalke hat zweimal verloren, und Borussia kann mit einem Sieg schon einen großen Schritt machen, sie hätte sieben Punkte Vorsprung auf einen Konkurrenten um Europa. Das wäre was. Und Leverkusen spielt bei den Bayern, auch Bayer könnte Gladbach distanzieren. ZUR PERSON Wynhoff spielte auch für den Rheydter SV Peter Wynhoff wurde am 29. Oktober 1968 in Berlin geboren. Er kam von den Füchsen Berlin zu Borussia. Später spielte er noch für Fortuna Köln, den Rheydter SV und Borussias U 23. AM RANDE Basteln und tüfteln Borussia hat am Freitag kräftig an der Zukunft gebastelt. Jordan Beyer, das Eigengewächs aus Kempen, hat einen Profivertrag bis 2022 unterzeichnet. Zudem wurde das portugiesische Mittelfeldtalent Famana Quizera für die U17 verpflichtet. Läuft es bei dem jungen Mann, der von Benfica Lissabon kommt, perfekt, folgt er Beyer auf dem Weg in die Bundesliga. Das ist der Plan. Quizera steht aber noch ganz am Anfang. Er wird am Samstag gleichwohl das Borussia-Gefühl zu spüren bekommen, wenn quasi auf der Rückseite seiner Bleibe im Gladbach-Internat Borussias Heimspiel gegen Schalke vor 54.022 Zuschauern im randvollen Stadion läuft. Jordan Beyer hat sein Debüt vor zwei Wochen gegen Leverkusen genossen, und sein erstes Spiel im Borussia-Park wurde 2:0 gewonnen. Es war ein perfekter Einstand, und geht es nach Beyer, läuft es nun im nächsten Westduell genau so weiter: Mit ihm in der Startelf und am Ende drei Punkten auf Gladbachs Konto. Nur: Spielt er auch wieder, dann erstmals als Prof? Oder baut Trainer Dieter Hecking seine Abwehr um? Hecking hat in den vergangenen Tagen ausführlich über die vielen personellen Möglichkeiten gesprochen, die Frage ist: Wie sehr lebt er sie aus? Dass er Raffael ersetzen muss, ist nicht unwahrscheinlich, trotz aller Hoffnungen, und wahrscheinlich ist auch, dass Alassane Plea spielen würde im Sturmzentrum. Und im Mittelfeld: Florian Neuhaus war ganz stark in der U21 des DFB, zudem passte es gut mit Jonas Hofmann in den bisherigen Spielen. Aber wäre nicht auch Denis Zakaria eine gute Option? Und was ist mit Christoph Kramer, der noch gar nicht gespielt hat? Und hinten? Spielt Elvedi statt Beyer? Oder setzt Hecking auf eine Dreierkette? Oder wählt er gar das gute alte 4-4-2, mit dem Schalke oft Probleme hatte zuletzt? Allerdings: Mit dem neuen 4-3-3-System fühlen sich seine Spieler wohl und sind angriffslustig. Mit Kompaktheit, Speed, Pressing und einem guten Maß Nickligkeit kann man den robusten Schalkern sicher beikommen. Zweimal haben die Borussen unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert. Was da ausgetüftelt wurde, wird am frühen Samstagabend zu besichtigen sein. Man darf gespannt sein. Was die Zukunft angeht, hat Borussia viel geregelt zuletzt. Nun soll das auch in der Gegenwart gegen Schalke klappen. Karsten Kellermann 15. September 2018 Borussia M'Gladbach : FC Schalke 04 Wirwünschen ein erfolgreiches Spiel Hauptstraße 97 •MG/RY PLAMECO-Fachbetrieb Lammerding Adolf-Kempken-Weg 90–92, MG www.wilmskkl.de Unterhaltungselektronik

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