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Spieltag: Borussia - VFL Wolfsburg -20.04.2018-

Spieltag: Borussia - VFL Wolfsburg

BORUSSIA –VFL WOLFSBURG INTERVIEW YANN SOMMER „Den Funken wieder überspringen lassen“ Borussias Torwart erklärt, woran es in dieser Saison hapert, sagt, worauf des in den letzten Spielen ankommt und verrät, dass er nach Niederlagen schlecht schläft. Herr Sommer, freuen Sie sich aufs Heimspiel gegen Wolfsburg? SOMMER Natürlich! Warum nicht? Bei der Mitgliederversammlung kam as Thema auf, dass Sie in der Nordurve einen nicht ganz so angenehen „Fanklub“ haben, der Sie schon eim Warmmachen beschimpft. SOMMER Das ist ein bisschen falsch übergekommen. Vor dem Spiel geen Augsburg im Januar ist das einal passiert. Da ging es eben gegen ich persönlich, was ich nicht akeptiere. Das gehört nicht in ein ußballstadion. Aber für mich hat ich das Thema erledigt. önnen alle, die nicht selbst Torwart ind, das Torwartspiel überhaupt erstehen? SOMMER Es gibt viele, die es versteen, aber auch viele, die es nicht vertehen (lacht). Das ist aber als Torwart und selbst als Feldspieler ganz ormal, dass Leute es nicht kennen, elbst auf dem Platz zu stehen. rotzdem dürfen sie das, was sie seen, beurteilen. Wenn sie meinen: Hey Sommer, das war Mist!‘, dann st das schon okay. enn Sie nicht gerade selbst Torhüter aren, kennen die Cheftrainer im rofifußball Ihre Rolle eigentlich uch nicht. SOMMER Ich habe die Erfahrung geacht, dass sich Cheftrainer explizit eim Torwartspiel nicht so sehr einischen. Klar, es wird über den pielaufbau gesprochen oder bei indeutigen Fehlern wird gesagt: Yann, den kannst du aber halten.‘ RP ONLINE Das sagen zwei frühere Gladbach- Torleute zu den Anfeindungen der Fans gegen Yann Sommer: Jörg Stiel (50), von 2001 bis 2004 in Gladbach, 89 Spiele: „Yann wird das wegstecken. Er hat in seinen bald vier Jahren Gladbach zu 95 Prozent gute bis sehr gute Leistungen gebracht. Ich weiss: 99,9 Prozent der Gladbacher Fans stehen hinter ihm.“ Wolfgang Kleff (71) wurde zwischen 1968 und 1982 vier Mal Meister mit Borussia, stand 321 Mal im Gladbach-Tor: „Yann Sommer ist ein sympathischer Mensch, kein bisschen arrogant, kein bisschen überheblich. Er hat eine tolle Ausstrahlung. Ich wüsste nicht, warum man ihn beschimpfen sollte.“ Mehr zu Borussia online unter www.rp-online.de/fohlenfutter Ansonsten wird es dem Torwarttrainer überlassen. Wie würden Sie Ihre Saison zusammenfassen? SOMMER In den letzten Monaten – München und das zweite Tor mal weggelassen – hat es mir selbst wieder besser gefallen, auch von der Ausstrahlung her und wie ich mich fühle. Ich achte nicht immer nur auf die Paraden. Letztes Jahr hatte ich eine Phase, in der es ein Auf und Ab war. Jetzt gelingt es mir wieder, alles dafür zu tun, dass wir Spiele gewinnen. Es ist nicht einfach, das über einen langen Zeitraum konstant hinzubekommen. Aber das ist mein Anspruch. Dieter Hecking wurde nachgesagt, auch auf der Mitgliederversammlung, er könne die Mannschaft nicht richtig motivieren. SOMMER Ich sehe das nicht so! Wenn du im Fußball in einer schwierigen Situation bist, wird überall nach Gründen gesucht, und dann kommt man schnell auf solche Sachen. Wie der Trainer mit der Mannschaft arbeitet und spricht, kann niemand von außen beurteilen. Er kann sehr motivierend sein. Ich sehe das aber nicht so und ich finde auch nicht, dass er uns vor jedem Spiel besonders motivieren müsste. Was soll er sagen: ‚Ihr dürft gegen Bayern spielen, seid mal motiviert?‘ Das muss von der Mannschaft selbst kommen. Auch für so ein Heimspiel gegen Wolfsburg vor fast vollem Haus sollte uns niemand motivieren müssen. Wie wichtig sind diese letzten vier Spiele? SOMMER Die Tabellensituation ist vielleicht nicht mehr so entscheidend. Wir haben selbst ganz andere Ansprüche als das, was wir gezeigt haben. Ich fände es wichtig, dass wir für den ganzen Verein inklusive Fans und uns vier Spiele machen, damit wir mit einem guten Gefühl in die Sommerpause gehen können. Warum ist das so schwierig? Auch unter Dieter Hecking ist es schon gelungen und so groß waren die personellen Veränderungen nicht. SOMMER Ich frage mich natürlich auch, warum wir es zu selten hinbekommen in diesem Jahr, dem Gegner das Gefühl zu geben: Heute nicht! Wir reden viel auf dem Platz, aber es fehlt manchmal die Power. Das bekommt man nicht auf Knopfdruck hin, sondern bedarf einer Entwicklung. Wie sieht Ihre Rolle in diesem System aus? SOMMER Meine wichtigste Aufgabe ist es, viel mit der Mannschaft zu Yann Sommer (29) ist seit 2014 Borussias Nummer eins. sprechen, um ihr im Spiel ein Sicherheitsgefühl zu geben. So geht es Stufe für Stufe weiter: Die Innenverteidiger sind dafür verantwortlich, dass die Sechser gut stehen und so weiter. Man braucht viel Kommunikation, aber auch Selbstvertrauen und Automatismen, das hat uns aus verschiedenen Gründen zuletzt etwas gefehlt. Auch die Unzufriedenheit rundherum im Stadion nimmt definitiv Einfluss auf ein Team. Finden Sie die Kritik ungerechtfertigt? SOMMER Sachliche Kritik ist immer angebracht. Als Fan, der in den Borussia-Park kommt, würde ich auch nicht nur Siege sehen wollen, sondern eine Mannschaft, die dabei den Funken aufs Publikum überspringen lässt. Man muss so ehrlich sein, dass uns das bislang nicht oft genug gelungen ist. Darum kann ich die Unzufriedenheit verstehen. Damit umzugehen, ist unser Job. FOTO: IMAGO Ist das diese Saison denn noch zu schaffen? Oder muss in der Sommerpause einmal der Reset-Knopf gedrückt werden? SOMMER Diese vier Spiele jetzt finde ich sehr wichtig – für Zeichen der Mannschaft gegenüber den Fans und Zeichen der Fans gegenüber der Mannschaft. Ich bin jetzt vier Jahre hier, in der meisten Zeit war es einfach geil, im Borussia-Park Fußball zu spielen. Egal, ob wir gewonnen haben oder nicht, war es ein geiles Gefühl, und ich wusste, wenn ich ins Stadion eingelaufen bin, dass die Leute hinter uns stehen. Ich bin zuversichtlich, dass wir das in Zukunft wieder hinbekommen. Das wieder hinzukriegen, klingt nach einer Mammutaufgabe, SOMMER Ich glaube nicht. Mit jeder neuen Saison beginnt ein neues Kapitel. Es wird ein paar Veränderungen geben, wie immer, und dann geht es von vorne los. Die Fans müssen etwas tun, wir aber auch. Wie können Sie persönlich dazu beitragen, dass der Funke wieder überspringt? SOMMER Meine Hauptaufgabe ist die auf dem Platz, die versuche ich in jedem Training und jedem Spiel mit Leben zu erfüllen. Und daneben versuche ich, das Klima zu fühlen, und mit dem Mannschaftsrat diese Dinge anzusprechen. Wie würden Sie Borussias Spielstil unter Trainer Dieter Hecking beschreiben? SOMMER In den ersten 20, 25 Minuten in München hat man das mal wieder gesehen. Wir wissen, dass die Qualität riesig ist, wenn das Vertrauen da ist – in der Ballbehauptung, beim ersten Kontakt, im Passspiel. Nur brauchst du eben Mut, Ruhe und einen klaren Kopf, um diese Qualitäten auf den Platz zu bringen. Dieter Hecking ist auch ein Coach, der hinten raus spielen möchte. Aber wir sind momentan in einer schwierigen Situation. Ich merke selbst, wie ich es mir zweimal überlege, bevor ich den Ball 20 Meter ins Zentrum spiele, was früher selbstverständlich gewesen wäre. Deshalb verändert sich der Stil ein wenig, weil du mehr auf Sicherheit gehst. Das Selbstvertrauen schenkt einem keiner. SOMMER Das stimmt. Deshalb sage ich ja, dass wir uns in den letzten Spielen selbst beweisen müssen, dass es besser geht. Die Probleme waren beileibe nicht immer die gleichen in dieser Saison. Erst gab es zu viele Gegentore, dann schoss Borussia selbst zu wenig Tore. SOMMER Ein großes Problem war, dass unsere schlechten Phasen innerhalb eines Spiels oft zu schlecht ausgefallen sind. Dann machen wir es dem Gegner viel zu einfach, lassen zu viele Chancen zu. Den Bayern zum Beispiel hat man angesehen, dass sie nach so ein Gegentor ruhig bleiben. Sie sind so überzeugt von sich, was wir bei einem solchen Lauf wie ihn die Bayern haben, sicherlich auch wären. Aber auch so sind wir gegen Hoffenheim dreimal zurückgekommen und haben enorm viel Moral gezeigt. Wie sehr wurmt Sie diese Saison? SOMMER Zunächst einmal muss man aufpassen, dass man die Saison nicht zu schlecht redet. Die Hinrunde zum Beispiel war bis auf einige Ausnahmen noch richtig gut. Die Rückrunde dagegen verlief aus unterschiedlichen Gründen so gar nicht nach unserem Geschmack. Sie dürfen nie vergessen, wie sehr wir als Sportler nach Siegen lechzen. Das beeinflusst das Privatleben, die Stimmung im Allgemeinen. Es ist so wichtig für uns, erfolgreich zu sein und Zufriedenheit im Umfeld zu BORUSSIAS GEGNER Wolfsburger Remis-Könige Nur etwa jedes vierte Spiel in der Bundesliga endet mit einem Unentschieden, beim VfL Wolfsburg ist es jede zweite. Immerhin einen Vorteil haben die „Wölfe“ so im Abstiegskampf: Ihre Tordifferenz ist deutlich besser als die der punktgleichen Freiburger und Mainzer. So steht Wolfsburg vor dem Spiel in Gladbach heute (20.30 Uhr/Eurosport Player) auf Rang 14. Taktik Zuletzt beim 0:0 gegen den FC Augsburg packte Bruno Labbadia erstmals die Dreierkette aus. Die Offensivleute agieren recht variabel. Beste Spieler Im Hinspiel untermauerten Yunus Malli und Daniel Didavi mal ihr Potenzial. Torwart Koen Casteels hat sich zu einem Rückhalt entwickelt. Youngster Felix Uduokhai spielt eine ordentliche Saison, fehlt aber gesperrt. spüren. Wenn du aufstehst am Sonntagmorgen, fühlst du dich gut. Nach einer Niederlage stehst du eher auf und hast dicke Augen, weil du schlecht geschlafen hast. Schauen Sie nach Niederlagen auf Ihren Social Media Kanälen, was so geschrieben wird? SOMMER Ja hin und wieder, aber nicht nur nach Niederlagen. Social Media ist ein zweischneidiges Schwert. Ich war immer ein großer Fan davon, weil man den Leuten auch mal etwas geben kann, was sie bei Ihnen in der Zeitung nicht finden (lacht). Aber es werden dort auch viele negative Dinge geschrieben, die teilweise weit über konstruktive Kritik hinausgehen. Ich lasse mich davon aber nicht beeinflussen. Nach dem Spiel gegen Berlin hat das sozusagen von Angesicht zu Angesicht stattgefunden. Ist es manchmal hilfreich, wenn solche Dispute offen ausgetragen werden? SOMMER Wir haben nicht gut gespielt gegen Berlin, aber wir haben gewonnen. Damit war das Ziel für mich erreicht. Es ärgert mich, wenn dann die Mannschaft trotzdem angepöbelt wird. Deshalb habe ich das Gespräch gesucht und danach hatte es sich für mich auch erledigt. Jetzt beschäftige ich mich nur noch mit der Aufgabe gegen Wolfsburg. Ich freue mich auf solche Abende, wo wir gemeinsam mit unseren treuen Fans das wahre Gesicht von Borussia zeigen können. INTERVIEW: KARSTEN KELLERMANN UND JANNIK SORGATZ Letztes Aufeinandertreffen Nach dem Sieg gegen den FC Bayern hätte Borussia mit einem Sieg auf Platz zwei springen können, verschlief aber die Anfangsphase und verlor unterm Strich 0:3. Wolfsburg feierte einen von nur fünf Saisonsiegen. Stärken An der Defensive liegt es nicht – nur fünf Teams haben weniger Tore kassiert. Aber sonst? Schwächen Seit Dieter Hecking vor anderthalb Jahren in Wolfsburg entlassen wurde, durften sich vier Trainer versuchen. Die Mannschaft hat– bis auf Eigengewächs Maximilian Arnold vielleicht – keine Identifikationsfiguren. Trainer Vor genau zwei Monaten hat Labbadia den Job angetreten, nur einen Sieg feierte die Mannschaft. JANNIK SORGATZ PLAMECO-Fachbetrieb Lammerding Adolf-Kempken-Weg 90–92, MG Borussia M'Gladbach : www.wilmskkl.de VfL Wolfsburg Wirwünschen ein erfolgreiches Spiel 20. April 2018 Hauptstraße 97 •MG/RY Unterhaltungselektronik

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