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Stadtschützenfest in Mönchengladbach -01.09.2017-

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Stadtschützenfest in Mönchengladbach

Brauchtum in Perfektion STADTSCHÜTZENFEST IN MÖNCHENGLADBACH AM SAMSTAG UND SONNTAG, 2. UND 3. SEPTEMBER Der große Höhepunkt der Schützensaison Rund 2500 Schützen von Bruderschaften und Vereinen im Bezirksverband ziehen zusammen mit Musikern auf. Tradition und Liebe zum Brauchtum stehen für ein Wochenende im Mittelpunkt. Die Gladbacher Altstadt wird für zwei Tage zur Schützenhochburg. VON CHRISTIAN LINGEN Lange haben die Freunde des Sommerbrauchtums dem großen Fest entgegengesehnt. An diesem Wochenende ist es endlich so weit. Das große Stadtschützenfest in der Mönchengladbacher Altstadt, der Höhepunkt der Schützensaison im Bezirksverband Mönchengladbach, Rheydt, Korschenbroich, steht an. Rund 2500 Schützen und Musikanten ziehen auf, um zwei Tage voller Frohsinn, Tradition und auch Spannung zu erleben. Seit Wochen beschäftigt die Mitglieder der Bruderschaften und Vereine nur eine Frage: Wer gewinnt den Bezirksvogelschuss, wird Bezirkskönig und darf sich anschließend für ein Jahr „König der Könige“ nennen? Diese Frage klärt sich morgen Nachmittag auf dem Kapuzinerplatz. Bis zu 40 Majestäten werden antreten und versuchen, den Holzvogel von seiner Stange zu holen. Das kann schon einmal etwas länger dauern, wie die vergangenen Jahre gezeigt haben. Und manchmal fällt der Vogel auch zwischen zwei Durchgängen von ganz alleine, weil er von Patronen durchsiebt ist. Manch ein Bezirkskönig gewann den Wettbewerb, ohne damit gerechnet zu haben. Für die Zuschauer ist der Samstagnachmittag pures Vergnügen. Prunkvoll wird es am Sonntag. Im Mittelpunkt des Tages steht dann der erst einen Tag zuvor ermittelte Bezirkskönig. Der Kapuzinerplatz ist am Wochenende der Mittelpunkt des Stadtschützenfestes (cli) Während die gesamte Gladbacher Altstadt am Wochenende fest in der Hand der Schützen ist, wird der Kapuzinerplatz zum Herz des Stadtschützenfestes. Dort baut Kirmeswirt Sven Tusch seine Buden auf und versorgt die Besucher mit deftigen Speisen, die bei keinem Schützenfest fehlen dürfen. Ein großer Biergarten lädt zum Verweilen und Nach der Parade wird auf dem Kapuzinerplatz der begehrte Pokal der Rheinischen Post verliehen. Das waren die Sieger 2016. FOTO: ILGNER Rund 2500 Schützen und Musikanten werden beim Stadtschützenfest aufmarschieren. Es ist der große Höhepunkt der Schützensaison im Bezirksverband. Bei den Paraden marschieren die Schützen im Stechschritt an der großen Ehrentribüne vorbei. Wer dort steht, hat beste Sicht auf Schützenfolklore vom Feinsten. FOTO: PMG Ausruhen zwischen den einzelnen Höhepunkten ein. An beiden Tagen ist auf dem Kapuzinerplatz von 11 bis 22 Uhr etwas los. Und das alles jeweils kostenlos. Am Samstag spielt ab 18 Uhr die Coverband „Area 41“. Am Sonntag geht es um 12 Uhr los. Auch dann gibt es Musik. Nach der großen Parade verspricht der Bezirksverband kölsche Tön. Zwar bietet das Stadtschützenfest keine richtige Kirmes, doch der Kapuzinerplatz ist dafür die Partyzone des Festes. Hier wird gefeiert und hier verbringen die Besucher ein paar schöne Stunden bei netten Gesprächen in gemütlicher Atmosphäre. Zweimal wird es am Wochenende auf dem Kapuzinerplatz zudem richtig spannend werden. Morgen Nachmittag beginnt um 15 Uhr der Vogelschuss um die Würde des Bezirkskönigs. Dabei entscheidet sich, wem zu Ehren am nächsten Tag die große Parade stattfinden wird. Und auch wer die beiden Minister sein werden, wird entschieden. Wenn sich das Stadtschützenfest am Sonntagabend dem Ende entgegen neigt, kommt noch ein weiteres Mal Spannung auf. Dann freuen sich die Teilnehmer darauf zu erfahren, welche Bruderschaft oder welcher Verein den begehrten Pokal der Rheinischen Post gewinnt. Im vergangenen Jahr ging der Preis an die Damen aus Günhoven und die Männer aus Venn. Zusammen mit seinen Ministern wird er in einer feierlichen Zeremonie in der Gladbacher Münsterbasilika gekrönt. Auch der Bezirksprinz und der Bezirksschülerprinz werden dort ihre Insignien erhalten. Nach dem Gottesdienst begeben sich die Schützen zum Alten Markt. Dort startet der Festumzug, der in der größten Parade der Stadt mündet. Keine andere dauert länger, keine andere hat mehr Teilnehmer. Den Abschluss des Festes bilden schließlich die stimmungsvolle Serenade und der höchst feierliche Große Zapfenstreich. An beiden Tagen lädt der Kapuzinerplatz mit viel Programm und einer Schlemmermeile zum entspannten Feiern an. Wer wird König der Könige? (cli) Noch geht es ihm gut. Doch das wird sich schon sehr bald ändern. Morgen Nachmittag wird der Vogel aus Fichtenholz, der in der Werkstatt des Volksvereins gefertigt wurde, zum begehrtesten Tier der Stadt. Dann thront er mit einer Flügelspannweite von 50 Zentimetern, einer Krone auf dem Haupt und Zepter und Reichsapfel in seinen Klauen in einem Kasten über dem Kapuzinerplatz. Die Majestäten der Bruderschaften und Vereine haben es auf ihn abgesehen, wollen ihn erlegen und von seiner Stange schießen. Doch das ist gar nicht so einfach. Mehr als 120 Schüsse auf seinen massiven Leib hält der Holzvogel locker aus. Manchmal sind es auch deutlich mehr. Deshalb wird das Schießen um das Amt des Bezirkskönigs auch mindestens eine FOTO: DETLEF ILGNER Die besten Musikkapellen und Tambourcorps im Bezirksverband spielen beim Stadtschützenfest auf und sorgen für Stimmung. FOTO: ILGNER Der Holzvogel muss morgen von der Stange fallen. FOTO: WINKLER Stunde dauern. Einige Artgenossen haben es in den vergangenen Jahren auch deutlich länger ausgehalten und sich richtig viel Zeit gelassen, bis sie sich schließlich doch ergeben mussten. Für die Zuschauer ist der Vogelschuss ein echtes Spektakel. DIE PARADE Livekommentar Wie heißt die Bruderschaft, die gerade an der Tribüne vorbei marschiert? Welche Kapelle spielt gerade welchen Marsch? Das sind Fragen, die längst nicht jeder Besucher des Schützenfestes einfach so beantworten kann. Für Abhilfe sorgt bei der Parade daher der Chef der Schützen persönlich. Bezirksbundesmeister Horst Thoren steht auf der Tribüne und kommentiert per Mikrofon live das Geschehen auf der Straße. Ein akustisches Erlebnis. Für die Schützen hingegen bedeutet der morgige Nachmittag pure Anspannung, die wie Zentner von den Schultern abfällt, sobald der Vogel von der Stange purzelt und am Boden zerschellt. Wem das morgen Nachmittag gelingt, darf sich für ein Jahr Bezirkskönig nennen und steht dann als König der Könige über allen anderen Majestäten. Der Moment, in dem der Vogel fällt, ist gleichsam der Augenblick, in dem die Regentschaft des amtierenden Bezirkskönigs Marc Gülzow endet. Sein Thronfolger tanzt dann abends beim Ball der Majestäten in der Kaiser-Friedrich-Halle und wird am Sonntag beim Festgottesdienst in der Münsterbasilika feierlich gekrönt. Anschließend darf er Mönchengladbachs größte Parade abnehmen.

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