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Stadtschützenfest in Mönchengladbach -01.09.2017-

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Brauchtum

Brauchtum in Perfektion STADTSCHÜTZENFEST IN MÖNCHENGLADBACH AM SAMSTAG UND SONNTAG, 2. UND 3. SEPTEMBER Prominenz in historischen Kostümen Das Prinzenpaar der Karnevalisten stellt beim Stadtschützenfest das Kaiserpaar Otto und Adelheid dar. VON CHRISTIAN LINGEN Das Stadtschützenfest ist mehr als nur Schützentradition. Es ist auch ein großes Schauspiel in historischen Kostümen. Und damit sind längst nicht nur die schmucken Uniformen gemeint. Geschichtsträchtige Gewänder trägt beim Stadtschützenfest nämlich auch die Mönchengladbacher Lokalprominenz. Da wäre zum Beispiel Lothar Erbers. Der ehemalige Chef der Gladbacher Volksbank ist ein Pferdenarr. Wenn auf dem Alten Markt rund 2500 Schützen und Musikanten zur Parade aufmarschieren, geht ohne Lothar Erbers gar nichts. Er ist der General, reitet auf seinem Schimmel vor die Tribüne und bittet Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners um die Freigabe der Parade. Zu Frack und weißer Hose trägt er einen Zweispitz auf dem Kopf. Andere prominente Herren kommen zwar auch im schwarzen Frack, haben aber einen Zylinder als Kopfbedeckung. Als Paradiesvogel unter Gladbachs bekannten Namen gilt Bürgermeister Michael Schroeren. Da beim Stadtschützenfest auch immer eine historische Geschichte erzählt wird, ritt er schon in den ausgefallensten Rollen beim Stadtschützenfest mit und begeisterte damit das Publikum am Straßenrand. Hoch zu Ross holt sich General Lothar Erbers vom Oberbürgermeister die Erlaubnis, paradieren lassen zu dürfen. FOTO: HORST THOREN Jede Menge Mönchengladbacher Prominenz nimmt in historischen Kostümen am Stadtschützenfest teil. FOTO: DETLEF ILGNER Im Winter waren Norbert Bude und Barbara Gersmann das Prinzenpaar im Karneval. Am Wochenende reiten sie als Kaiserpaar Otto und Adelheid unter dem Motto „Nur die Liebe zählt“ bei den Schützen. FOTO: JÖRG KNAPPE ben, ist für die beiden nichts Besonderes. Im Winter waren es die Prinzengarden, am Wochenende sind es die Schützen des Bezirksverbands. Das Motto des historischen Spiels heißt „Nur die Liebe zählt“. Mit der Am Wochenende stehen die historischen Figuren Otto und Adelheid als Kaiserpaar im Mittelpunkt des Schauspiels. Im wahren Leben heißen sie Norbert Bude und Barbara Gersmann, sind Ex-Oberbürgermeister und Bezirksvorsteherin und eigentlich Karnevalisten. Im Winterbrauchtum regierten sie in der vergangenen Session als Prinzenpaar die Jecken in der Stadt. Ein großes Gefolge im Rücken zu hazogen sie im Karneval durch die Säle und ließen das närrische Volk daran teilhaben. Stellt sich nur eine Frage: Werden Otto und Adelheid singen? Das Prinzenpaar jedenfalls war dafür berüchtigt. Auch die Jungschützen im Bezirk krönen ihre Majestäten Marvin Kaminsiki wird bei der Festmesse im Gladbacher Münster zum Bezirksprinzen und Lars Oberüber zum Bezirksschülerprinzen ernannt. (cli) Wer sich ab Sonntag Bezirkskönig nennen darf, entscheidet sich erst morgen Nachmittag beim Vogelschuss auf dem Kapuzinerplatz. Doch neben den erwachsenen Schützen gibt es ja auch noch den Nachwuchs. Der hat schon im Mai beim Bezirksjungschützentag ermittelt, wer ab Sonntag den Bezirksverband bei den Schützenfesten in der Stadt und der Umgebung vertreten darf. Fünf Kandidaten schossen um die Würde des Bezirksschülerprinzen. Nach dem 99. Schuss war der Holzvogel erlegt und Lars Oberüber von der St. Petrus und Paulus Pfarrbruderschaft Lürrip stand als neuer Bezirksschülerprinz fest. Seine Ritter sind Kristin Grönewäller von der St. Apollinaris Bruderschaft Hardterbroich und Felix Olbrich von der St. Josef Bruderschaft Venn. Anschließend ging es darum, wer neuer Bezirksprinz wird. Beim Vogelschuss um dieses Amt traten sieben Kandidaten an. Der Vogel fiel nach dem 194. Schuss und Marvin Ritterin Kirstin Grönewaller, Bezirksschülerprinz Lars Oberüber, Ritter Felix Olbrich, Ritter Fabian Erens, Bezirksprinz Marvin Kaminski und Ritter Andreas Delvos. FOTO: SEBASTIAN SCHNOCK Kaminski von der St. Sebastianus und St. Vitus Bruderschaft, Obergeburth Waldhausen stand als neuer Bezirksprinz fest. Seine Ritter sind Andreas Delvos von der St. Apollinaris Bruderschaft Hardterbroich und Fabian Erens von der St. Josef Bruderschaft Venn. Gekrönt werden die Bezirksmajestäten der Jungschützen am Sonntag während des Festgottesdienstes in der Gladbacher Münsterbasilika. Festlicher Gottesdienst in der Münsterbasilika (cli) Sie ist ein Wahrzeichen der Stadt und vermutlich eines der am meisten fotografierten Gebäude in Mönchengladbach. Die Münsterbasilika auf dem Abteiberg ist eine Kirche von Rang. Dort finden die ganz besonderen Gottesdienste statt. Ein solcher steht am Sonntag an. Dann krönt Johannes van der Vorst, der Präses des Bezirksverbands Mönchengladbach, Rheydt, Korschenbroich, die Bezirksmajestäten für das kommende Jahr. Mönchengladbachs höchste Geistlichkeiten, Regionaldekan Ulrich Clancett, und Probst Peter Blättler assistieren ihm als Konzelebranten. Eingerahmt werden die kirchlichen Würdenträger von den Fahnenund Standartenträgern der Bruderschaften und Vereine. Sie stehen mitten im Altarraum und bilden ein prächtiges Bild, das es so nur einmal in der Stadt gibt. Die Münsterbasilika ist bei der Krönungsmesse prall gefüllt. Zu den ohnehin reichlich vorhandenen Bänken und Stühlen werden weitere zusätzlich aufgebaut, damit auch jeder Besucher die Krönungsmesse entspannt verfolgen kann. Der große Moment ist Bezirkspräses Johannes van der Vorst krönt den König. FOTO: JÜMA gekommen, wenn die neuen Bezirksmajestäten vor Johannes van der Vorst treten und er ihnen die Schärpen als äußeres Zeichen ihrer Amtswürde umlegt. Gefeiert werden die Majestäten sofort nach dem Festgottesdienst. Von der Basilika aus geht es zum Alten Markt. Dort formiert sich der Umzug durch die Innenstadt, der in der großen Parade mündet.

Brauchtum in Perfektion STADTSCHÜTZENFEST IN MÖNCHENGLADBACH AM SAMSTAG UND SONNTAG, 2. UND 3. SEPTEMBER Am Wochenende zählt nur die Liebe Die Schützen wollen ausdrücken, wie wichtig die Gemeinschaft ist. Die lässt sich auf vielseitige Art leben. VON CHRISTIAN LINGEN Wenn am Wochenende in der Gladbacher Altstadt der Höhepunkt der Schützensaison steigt, dann ist das viel mehr als das bloße Zeigen von Uniformen und Fahnen. Im Mittelpunkt stehen der Zusammenhalt und die Gemeinschaft. Genau deshalb steht das Stadtschützenfest auch unter dem Motto „Nur die Liebe zählt“. Ausdrücken werden die Schützen das gleich auf mehrere Arten. Auf dem Kapuzinerplatz können die Besucher Lebkuchenherzen erwerben und damit ihren Liebsten zeigen, dass man sich mag. Ein dekoratives Schmückstück, das sich um den Hals tragen lässt, ist es obendrein. Die Marschmusik, der Umzug durch die Innenstadt und die großes Festparade sind eine Liebeserklärung an das Brauchtum. Der Leitspruch, den die Bruderschaften und Vereine im Bezirksverband das ganze Jahr über leben, lautet „Bruder sein ist mehr“. Das lässt sich auch beim Stadtschützenfest spüren. Die Grundlage dafür ist die christliche Tradition. Sie wird bei der Krönungsmesse bestätigt und erneuert. Deshalb nimmt in der Münsterbasilika das Geschehen auf der Straße seinen Ausgang. Im Anschluss an die Folklore folgt das Beisammensein auf dem Kapuzinerplatz. Dort wird nicht nur gemeinsam gefeiert, sondern auch gegessen und Bier getrunken. Das stärkt die Gemeinschaft und nicht selten werden aus Feiernden Musik macht die Parade erst sehenswert Zwölf Kapellen und Tambourcorps sind am Wochenende unter den rund 2500 Teilnehmern des Stadtschützenfestes. Sie sorgen mit Märschen für die richtige Stimmung zum Fest. Das Programm zum Fest (cli)Das Programm des Stadtschützenfestes hat eine lange Tradition und ist jedes Jahr der Höhepunkt zum Abschluss der Schützensaison. Beide Tage halten viele schöne Momente bereit. Morgen Nachmittag steht der Vogelschuss um die Würde des Bezirkskönigs im Mittelpunkt des Geschehens. Der große Festumzug durch die Gladbacher Innenstadt mündet in die Parade vor der Ehrentribüne. Farbenfroh geht es dabei durch die Vielfalt der Uniformen allemal zu. FOTO: THEO TITZ Beim Ball der Majestäten in der Kaiser-Friedrich-Halle tanzen die Schützen morgen Abend in die Nacht. FOTO: MARIO WINKLER Freunde. „Brauchtum ist Herzenssache“, sagt Bezirksbundesmeister Horst Thoren. Das Stadtschützenfest bietet daher viele Emotionen und einen Anlass, sich zu treffen und in den Arm zu nehmen. Das Lebkuchenherz ist ein leichter Im Stechschritt beim Parademarsch marschieren die Schützen zu Ehren der neuen Bezirksmajestäten. FOTO: DETLEF ILGNER Am Sonntagnachmittag marschieren rund 2500 Schützen und Musikanten zur großen Parade am Alten Markt auf. Keine andere Parade ist größer und nirgendwo anders sitzen mehr Gäste und Majestäten auf der Tribüne, um das Geschehen auf der Straße zu verfolgen. Schmuck. Schwerer ist das Silber, das die Majestäten auf ihren Schultern tragen. Doch durch Liebe zum Brauchtum wiegt es dann doch manchmal gar nicht so viel. Liebe demonstrieren sollen auch Otto und Adelheid als Viel Musik ist garantiert. FOTO: ILG Und so geht es morgen Nachmittag los: 13.30 Uhr: Serenade im Innenhof des Krankenhauses Maria Hilf. Danach ziehen die Könige zum Kapuzinerplatz. 14.30 Uhr: Fassanstich auf dem Kapuzinerplatz durch Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners. 15 Uhr: Vogelschuss um die Bezirkskönigswürde. Bis zu 40 Kandidaten werden antreten. 18 Uhr: Freiluft-Schwoof mit der Band „Area 41“. 20 Uhr: Ball der Majestäten in der Kaiser-Friedrich-Halle. Am Sonntag wird so weitergefeiert: 13.45 Uhr: Krönungsmesse in der Münster-Basilika. 15.30 Uhr: Festzug durch die Innenstadt. Los geht es am Rathaus Abtei. 16.15 Uhr: Große Festparade am Alten Markt. 17.30 Uhr: Königsproklamation auf dem Kapuzinerplatz. 18.30 Uhr: Livemusik auf dem Kapuzinerplatz. (cli) Man stelle sich einmal vor, der größte Schützenumzug und die größte Parade der Stadt fänden ohne Musiker statt. Klar, das geht natürlich. Also rein theoretisch. Aber wäre das schön? Nicht wirklich. Und so manch ein Schütze käme dann garantiert aus dem Tritt. Viele orientieren sich nämlich am Schlag der dicken Trommel. Nein, ein Schützenfest oder eine Parade ohne Musik, das ist keine schöne Sache. Eher eine traurige und langweilige. Da ist es gut, dass beim Stadtschützenfest zwölf Kapellen und Tambourcorps aufmarschieren und mit ihren Musikstücken für die richtige Schützenfestatmosphäre sorgen. Organisiert hat die Musiker Hans-Josef Heupts. Das macht er schon seit vielen Jahren, denn er ist Mitglied im Bruderrat. Erklingen werden beim Stadtschützenfest bekannte Märsche wie „Der alte Dessauer“, der „Regimentsgruß“ und der „Laridah“. Und wenn die Majestäten die Front abschreiten, spielen die Kapellen den Präsentiermarsch „Seht da kommt der König“. Die Serenade und der Große Zapfenstreich nach der Parade am Sonntag sind Momente, die zum Abschluss noch einmal ganz besonders feierlich werden. Ohne Musik geht halt einfach nichts. Für Bezirkskönig Marc Gülzow endet die Regentschaft. FOTO: ILG Nicht nur Männer nehmen am Stadtschützenfest teil. Die Klompenfrauen der Bruderschaften machen auch mit. FOTO: DETLEF ILGNER Kaiserpaar. Sie stehen im Mittelpunkt des historischen Schauspiels, das bei keinem Stadtschützenfest fehlen darf. Die Schützen gehen davon aus, dass die beiden an der Gründung der Abtei und damit an der Gründung der Stadt beteiligt waren. Dargestellt werden sie von zwei erfahrenen Reitern, nämlich Norbert Bude und Barbara Gersmann. Sie reiten auch im privaten Leben und sind als Karnevalisten höchst erfahren in der Liebe zum Brauchtum.

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