Aufrufe
vor 3 Monaten

Stadtteilserie - Fünf Dinge, die Sie über Benrad wissen sollten -01.09.2017-

  • Text
  • Stadtteilserie
  • Benrad

Stadtteilserie - Fünf Dinge, die Sie über Benrad wissen sollten

✧ KR-L4 C4 Aus den Stadtteilen RHEINISCHE POST FREITAG, 1. SEPTEMBER 2017 BOCKUM BISMARCKVIERTEL ELFRATH FISCHELN FORSTWALD GARTENSTADT GELLEP-STRATUM HOLTERHÖFE HÜLS INRATH KLIEDBRUCH KÖNIGSHOF LINDENTAL LINN OPPUM STADTMITTE STAHLDORF TACKHEIDE TRAAR UERDINGEN VERBERG LANDWIRTSCHAFT Erdbeeren pflanzen für die Ernte 2018 KREFELD UND SEINE STADTTEILE Die Cowboys von der Forest Ranch STREITSCHLICHTER „Benrader sind ein friedliches Volk“ VON CAROLA PUVOGEL Ende April können die ersten Benrader Erdbeeren geerntet werden. ARCHIV: TL (cpu) Während derzeit Ernte und Verkauf der unweigerlich letzten Erdbeeren dieses Sommers laufen, liegt auf dem Benrader Obsthof der Fokus bereits auf der nächsten Erdbeersaison. Obstbauer Norbert Boekels und seine Mitarbeiter haben schon jetzt auf rund siebeneinhalb Hektar junge Erdbeer-Grünpflanzen gesetzt. „Und zwar vier pro Meter, insgesamt rund 35.000 pro Hektar“, erklärt Boekels. Das macht zusammen mehr als 250.000 Pflanzen. Damit die roten Früchte möglichst früh geerntet werden können, sind rund vier Hektar unter begehbaren Hochtunneln geschützt. „Dann wird es voraussichtlich Ende April 2018 mit der ganz frühen Sorte Flair die ersten Erdbeeren aus Benrad geben, dann kommt Clery, danach Elianny“, sagt Boekels. Die Hauptzeit sei natürlich Mai bis Juli. Wie viele Kilo der leckeren Roten die Krefelder pro Jahr verputzen, sei schwer hochzurechnen, meint der Bauer. Die Ernte sei in diesem Jahr wegen des sehr frühen Frosts im Oktober 2016 um 20 bis 30 Prozent zu gering ausgefallen. „Denn bei null Grad im Oktober schalten die Erdbeeren um auf Winter und legen dann weniger Blüten an“, erklärt Boekels, der seine Früchte hauptsächlich in zwei eigenen Hofläden, sowie zehn Verkaufsstellen im Stadtgebiet vertreibt, und hofft, dass der Winter noch bis spät ins Jahr auf sich warten lässt. Hinter einem großen mit Flaggen geschmückten Eingangstor an der Oberbenrader Straße beginnt die Welt der Cowboys. Cowboys in Benrad? Tatsächlich. Denn hier auf der „Forest Ranch“ ist seit der Gründung vor beinahe 40 Jahren mit viel Liebe zum Detail eine authentisch wirkende Westernstadt aufgebaut worden. Der Weg führt entlang einer Pferdekoppel, vorbei an der Trading Post und dem Gun Store zum Herzstück der Westernstadt, dem Saloon. Dort lehnen Whity, Washow, Henk West und Rifle an der Theke – so lauten die Wild-West-Namen, die die Männer sich gegeben haben. Die Vereinsmitglieder legen bei der Auswahl ihrer Kleidung nach historischem Vorbild großen Wert auf Fünf Dinge, die Sie über Benrad wissen sollten Präsentiert von Authentizität. „Jeder von uns besitzt eine Reihe verschiedener Kluften, die nach Vorbild der Originale maßgeschneidert wurden“, erklärt Whity alias Wolfgang Witt. Die Worte „verkleiden“ und „Kostüm“ sind im Westerndorf übrigens verpönt. „Das klingt so nach Karneval und davon möchten wir uns abgrenzen. Bei unserem Hobby geht es darum, eine bestimmte Zeit historisch möglichst genau nachzustellen.“ Im Krefelder Westerndorf ist das die Zeit um den amerikanischen Bürgerkrieg der Jahre 1861 bis 65. An den Wochenenden treffen sich die Vereinsmitglieder, die sich Hobbyisten nennen, übernachten teils auf der Forest Ranch, kümmern sich bei den Treffen um den Unterhalt der Gebäude ihrer Stadt, reparieren Dächer oder erneuern die Schilder. „Es gibt hier immer was zu tun“, berichtet Whity. „Unser großes Problem ist der Nachwuchs“, sagt er. Derzeit hat der Verein noch zwölf Mitglieder. „Wir würden uns freuen, wenn sich interessierte Leute an uns wenden würden und wir ihnen das Westernhobby näherbringen könnten.“ Gern möchte er mit dem Aufruf Handwerker ansprechen: „Dachdecker, Zimmerleute, Elektriker oder Gärtner könnten ihr Fachwissen auf der Ranch super einbringen“, meint er. Mit seinen Aktivitäten versucht der Club, die Waage zu halten zwischen „unter sich bleiben“ und „in der Öffentlichkeit präsent sein“, um neue Western-Fans zu gewinnen. Der „Gemütliche“ genannte Abend findet an jedem zweiten Samstag eines Monats statt. Die Cowboys treffen Rifle, Washow, Henk West und Whity (v.l.) sind die Wild-West- Namen, die die Cowboys von der Forest Ranch an der Oberbenrader Straße sich gegeben haben. Die Hobbyisten legen bei der Auswahl ihrer Kluften Wert auf Authentizität. RP-FOTO: L. STRÜCKEN sich im Herzstück der Ranch, dem Saloon, bei Bier und manchmal Livemusik. Dieses Treffen ist Gelegenheit für Zivilisten, ins Leben auf der Ranch hineinzuschnuppern. Anfang September, vom 8. bis zum 10., findet auf der Ranch und der angrenzenden Wiese ein großes, überregionales Hobbyistentreffen statt. An diesen Tagen wollen die Western-Fans unter sich bleiben. Dennoch ist im Vorbeispazieren sicherlich der eine oder andere Blick auf die Cowboys und Indianer zu erhaschen. Und auch René I. und Sabine II., das neue Krefelder Prinzenpaar, sind Westernfans: Sie präsentieren ihre Minister „Die Glorreichen Sieben“ am kommenden Sonntag ganz stilecht auf der Forest Ranch. Kontakt: Wolfgang Witt, Telefon 0201 693430 Früher Rektor, heute Streitschlichter: Alfred Kuhn. RP-ARCHIV: LAMMERTZ (cpu) Die Benrader sind ein friedliches Volk, sagt Alfred Kuhn. Und er muss es wissen, denn er ist Schiedsmann für den Stadtteil im Krefelder Westen. Seit seiner Berufung in das Amt in 2015 hat er pro Jahr rund 15- bis 20-mal Streit geschlichtet. Typische Fälle, berichtet der ehemalige Schulleiter der Regenbogenschule im Südbezirk, sind Konflikte in der Nachbarschaft. „Überwuchs, Äpfel auf der falschen Seite des Zauns, Ärger mit dem Parken“, zählt er auf. Nicht immer kommt es zu einem offiziellen Schlichtungsverfahren. „Ein Gutteil meiner Tätigkeit sind sogenannte Tür und Angel Fälle“, erklärt er. Dann gibt Kuhn Ratschläge, wie man Streitigkeiten beenden kann, bevor es eskaliert. Den Rechtsanwalt vermeiden, lautet das ausgegebene Ziel. „Das friedliche Nebeneinander ist mir ganz wichtig,“ erklärt Kuhn, der seit rund einem Jahr im Ruhestand ist, seine Motivation, sich für das Ehrenamt des Schiedsmannes zu bewerben, das Schlichten von Meinungsverschiedenheiten, sei ihm aus seiner Tätigkeit als Lehrer vertraut. „Wenn es gelingt, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen, ist oft schon viel erreicht.“ Schiedsmann Alfred Kuhn ist an der Breuninger Straße 4 und unter der Telefonnummer 77 42 52 zu erreichen. TIERWELT Treffpunkt für Hundefreunde Boxer- und Dackelbesitzer treffen sich an der Oberbenrader Straße Hundesport auf dem Gelände des Teckelclubs. FOTO: DTK (cpu) Gleich zwei Hundeclubs haben ihr Vereinsgelände an der Oberbenrader Straße. Eine ehemalige Pferdewiese ist seit mehr als einem Vierteljahrhundert Treffpunkt der Krefelder Teckelfreunde, die im Volksmund natürlich gern Dackel genannt werden. Die Teckelfreunde sind eine Regionalgruppe des Deutschen Teckelclubs (DTK). Rund 80 Halter von Teckeln aller Haararten - Langhaar, Rauhhaar oder Kurzhaar - sind im Verein aktiv. Die Begleitung und Information von Teckelhaltern – und solchen, die es werden wollen – ist ein wesentlicher Bestandteil der Vereinsarbeit. Ebenso steht Mitgliedern ein umfangreiches Angebot zur Ausbildung offen. Das ganze Jahr über werden Spielstunden für Welpen und Junghunde angeboten. Im Frühjahr finden Übungen zur Begleithundeausbildung statt, Gehorsam und Leinenführigkeit, Verhalten im Straßenverkehr sowie Führersuche zu Land und Wasserarbeit werden trainiert. Informationen gibt es auf der Webseite des Vereins unter „www.dtkgruppe-krefeld.de“. Einige hundert Meter weiter ist der 1947 gegründete Boxer-Klub zuhause, ein Rassehundezucht- und Hundesportverein für den Deutschen Boxer. Interessenten, die Spaß am Gebrauchshundesport mit ihrem deutschen Boxer und der Gemeinschaft im Verein haben, sind dort willkommen. Informationen über den Klub gibt es im Netz: „boxerklub-krefeld.de“. OFFENE GARTENPFORTE Zauber der Gärten des Grefenhofs (cpu) Im Spätsommer leuchtet der Garten von Theresa Topoll in allen Schattierungen von Rot- und Gelbtönen. Und dann ist da natürlich noch ihre absolute Lieblingsfarbe: Orange. Der Staudengarten des liebevoll restaurierten Vierkanthofs in den Wiesen zwischen Oberbenrader Straße und Tackheide ist das Zuhause dreier Generationen. „Die Freude am Gärtnern und die Liebe zu den Pflanzen begleitet mich schon seit meiner Kindheit“, erzählt Topoll. Eine Ausbildung zur Gärtnerin und ein anschließendes Studium der Gartenarchitektur machten das Hobby zum Beruf. „Ich finde es schön, meine Begeisterung mit anderen Gartenfreunden zu teilen“, sagt sie. Deshalb öffnet Das Staudengarten-Idyll in Benrad kann am Tag der Offenen Gartenpforte besucht werden. RP- FOTO: CPU die Gärtnerin die privaten Gärten des Grefenhofs gern bei der „Offenen Gartenpforte“, die bald wieder stattfindet. Am 17. September, 10 bis 17 Uhr, sind Hobby-Gärtner eingeladen, mit Theresa Topoll zu fachsimpeln oder einfach nur über den Hof an der Oberbenrader Straße 35 zu spazieren und die verschiedenen Gartenbereiche von bäuerlichem Staudengarten über die Streuobstwiese mit Kräutergaren und Gewächshaus bis hin zum neu angelegten Kiesgarten im Innenhof kennenzulernen. „Der Austausch mit den Besuchern macht immer Spaß“, sagt die Mutter zweier Kindern. „Ich bekomme selber immer gute Tipps, wo man hinfahren kann, um sich schöne Gärten anzusehen.“

Sonderveröffentlichungen