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Stadtteilserie - Fünf Dinge, die Sie über Fischeln wissen sollten

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Stadtteilserie - Fünf Dinge, die Sie über Fischeln wissen

✧ KR-L5 Aus den Stadtteilen BOCKUM BISMARCKVIERTEL ELFRATH FISCHELN FORSTWALD GARTENSTADT GELLEP-STRATUM HOLTERHÖFE HÜLS INRATH KLIEDBRUCH KÖNIGSHOF LINDENTAL LINN OPPUM STADTMITTE STAHLDORF TACKHEIDE TRAAR UERDINGEN VERBERG C5 RHEINISCHE POST DIENSTAG, 11. JULI 2017 JUGEND U18-Wahl: Fischeln macht den Anfang FREIZEITTIPP Seit 50 Jahren trainieren Fischelns „Jedermänner“ immer freitags HISTORIE Fischelns letzter Seidenweber Vor dem Jugendzentrum finden die U18-Bundestagswahlen statt. FOTO: BVF (cpu) Der Startschuss für die U18- Bundestagswahl in Krefeld fällt in diesem Jahr im Fischelner Jugendzentrum an der Kölner Straße 430. Am Sonntag, 10. September, steht zeitgleich mit den Fischeln Open Krefelds erstes mobiles Wahllokal vor dem Jugendzentrum. „Das ist schon ein tolles Bild, wenn Schüler Schlange stehen, um wählen zu gehen“, sagt Jürgen Weiland, Leiter der Einrichtung. Der Wahl-Bauwagen wurde eigens für das Ereignis gestaltet, innen finden sich vier Wahlkabinen, in denen die Jugendlichen auf Original-Wahlzetteln nachempfundenen Bögen ihre Stimme abgeben können. Das Jugendzentrum Fischeln nimmt in Kooperation mit dem Jugendbeirat und Mobifant zum zweiten Mal an dieser Aktion teil. „Vor vier Jahren haben wir 968 gültige Stimmzettel allein für Fischeln auszählen können“, berichtet Weiland. 1500 U18-Wahllokale gab es damals bundesweit. Die Wahlen werden seit 1996 immer neun Tage vor einem offiziellen Wahltermin abgehalten. Anzeige VON CAROLA PUVOGEL Fünf Dinge, die sie über Fischeln Präsentiert von wissen sollten Die „Jedermänner“ kräftigen die Muskulatur mit einem „Programm von Kopf bis Fuß“. Funktionelle Gymnastik, Übungen aus der Rückenschule: Jeder Abend ist abwechslungsreich gestaltet. Neue Teilnehmer sind willkommen. RP-FOTO: MARK MOCNIK Die „Jedermänner“ vom Fischelner Turnverein ziehen ihr Ding durch. Keine Ausreden. Kein Drückebergertum. Der Freitagabend gehört dem Sport. Immer. Und die Jedermänner haben Durchhaltevermögen: denn die Gruppe gibt es seit 50 Jahren. „Wir sind zusammen alt geworden“, sagt Willi Schaefers. 1967 ist das Gründungsjahr der Breitensportgruppe. Eigentlich wollten die Männer, damals alle Anfang 20, gemeinsam das Kunstturnen erlernen. „Aber wir haben schnell gemerkt, dass man dafür mit 22 schon zu alt ist“, sagt er und lacht. Mit dieser Einsicht wurden aus Kunstturnern die „Jedermänner“: Eine Gruppe, offen für alle Männer, die was für sich und ihre Gesundheit tun wollen. Stärkung der Muskulatur, Erhalt der Beweglichkeit, Spaß am Sport – mit diesem Konzept sind die rund 25 Männer gemeinsam durch die Jahre gegangen. „Vier von uns sind im Himmel, leider“, sagt Schaefers. Aber der Rest der Truppe ist fit. „Unsere 80er Reihe wird größer“, erzählt Schaefers und meint natürlich die über 80-Jährigen. „Aber die sind hammerhart, die Burschen. Jede Woche fahren die zusammen 120 Kilometer mit dem Rad. Absolut schmerzfrei.“ Er selber wird 73. Und blickt ein bisschen kritisch auf seine Altersgenossen: „Männer in mei- Einkaufen Fischeln Open punktet mit Borussias Fußballschule (cpu) „Sport und Spiel“ ist in diesem Jahr das Motto von „Fischeln Open“. Das große Straßen- und Familienfest, das traditionell mit einem verkaufsoffenen Sonntag verbunden ist, findet am 10. September von 11 bis 18 Uhr statt. Noch bis zum 31. Juli können Aussteller sich anmelden. Werbering-Vorsitzender Robert Reichling verrät vorab schon einige der geplanten Höhepunkte des beliebten Fests. Erstmals, so Reichling, wir im Rathausgarten ein großes Trampolin mit Wettkampfmaßen aufgestellt. Organisiert wird dieses attraktive Bewegungsangebot vom Fischelner Turnverein. Der VfR Fischeln „bespielt“ den Penny-Parkplatz mit einer Fußballaktion, die in Kooperation mit Borussia Mönchengladbach stattfindet. Die Fußballschule des Proficlubs reist unter anderem mit einer Torschussmaschine an und lädt Fischelner Kinder zum Ausprobieren ein. Und der Aldi-Parkplatz wird im Zeichen des Weißen Sports Tennis stehen, dort wird mit Rollrasen ein kleiner Tennisplatz aufgebaut. Ansprechpartner für die Fischeln Open ist Robert Reichling, Kontaktdaten unter www.werbering-fischeln.de nem Alter kann man kaum für Sport begeistern.“ Das sei bei Frauen ganz anders. Die Jedermänner wünschen sich „Nachwuchs“. Einige Jüngere haben sich der Gruppe bereits angeschlossen. „Mitmachen kann jeder, egal, wie alt oder wie fit er ist“, sagt Emil Reyermann (80), der 35 Jahre Trainer der Gruppe war. Erst kürzlich hat er die Verantwortung in die Hände von Wolfram Reichenbecher übergeben, turnt aber selbstverständlich weiter mit. Alle bewegen sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Die Übungsstunden sind so aufgebaut, dass ungeübte Teilnehmer nicht überlastet, leistungsfähige Teilnehmer gefordert werden. Der Freitagabend beginnt um 20 Uhr mit einer Viertelstunde Fußball – mit dem Softball. Dann werden die roten Gymnastikmatten ausgelegt, die Muskulatur mit einem „Programm von Kopf bis Fuß“ gedehnt und gekräftigt. Funktionelle Gymnastik, Übungen aus der Rückenschule: Jeder Abend ist abwechslungsreich gestaltet. Danach toben sich die Männer beim Volleyball oder Prellball aus. „Wir nehmen Rücksicht auf die Gruppe und die Leistungsfähigkeit der Teilnehmer“, sagt Schaefers. Denn verletzen soll sich schließlich niemand. Gemeinsame Feiern und Fahrten runden das Miteinander ab. Neue Teilnehmer sind den Jedermännern willkommen. Trainiert wird freitags von 20 bis 22 Uhr in der Halle Wimmersweg. Informationen bei Willi Schaefers, Telefon 316091. Zahlen und Fakten Dörflicher Charakter und gute Verkehrsanbindung (cpu) Fischeln hat ein lebendiges Zentrum und ist mit der Straßenbahn gut an die Krefelder Innenstadt, außerdem mit der K-Bahn Richtung Düsseldorf angebunden. Prägend ist die Bebauung mit Einfamilienhäusern, die in den nächsten Jahren durch die Erschließung großer neuer Baugebiete im Süden und Westen noch ausgebaut wird. Fischeln hat rund 26.500 Einwohner (Stand 2015), 17 Prozent davon sind unter 18 Jahre alt, rund 24 Prozent über 65 Jahre. Der Anteil an Ein- und Zweifamilienhäusern beträgt 83 Prozent. In Fischeln gibt es elf Kindertageseinrichtungen und drei Grundschulen, dazu eine Hauptschule, eine Realschule und ein Gymnasium. Im Jahr 943 wurden Fischeln und seine Kirche erstmals urkundlich erwähnt. Der Bau des Turms der Clemenskirche erfolgte zwischen 1150 und 1170. Im Jahr 1572 zählte Fischeln 52 Höfe und Häuser. 1815 wurde Fischeln preußisch, die Mariensäule 1855 errichtet. 1883 fuhr die erste Straßenbahn nach Krefeld, 1898 nahm die K-Bahn ihren Betrieb auf. Die evanglische Markuskirche wurde im Jahr 1958 eingeweiht. Das Rathaus wurde 1910 erbaut und 2010 einhundert Jahre alt. Heinrich Former war einer von vier Brüdern. FOTO: SAMMLUNG K: HEINRICHS (cpu) Heinrich Former war Fischelns letzter Hausweber. Als Kind des Jahrgangs 1867 wurde Former in die Blütezeit der Hausweber hineingeboren. Im Jahr 1880 waren, so die damalige Steuerliste, waren 471 Hausweber in Fischeln tätig. Heinrich Former (1867-1937) und seine drei Brüder Wilhelm (1856-1938), Peter (1857-1938), Clemens (1862- 1940) hatten sich in der Stadt zu Webermeistern ausbilden lassen und waren schließlich die letzten Hausweber in dem damals 5431 Einwohner zählenden Stadtteil. Bis 1930 arbeiteten sie im Formerhaus, heute Kölner Straße 467. „Die ‚Former- Jonges‘ waren in Fischeln ein Begriff“, schreiben die Fischelner Bürger-Schützen in ihrer Broschüre ‚Historischer Rundgang‘. Und weiter: „Sie waren friedliebende Menschen, die niemanden etwas zuleide taten. Und doch gab es in Fischeln ein geflügeltes Wort, wenn jemand zu dreist wurde. ‚Paß op, ech schick dech die Former-Jonges op den Hals‘, hieß es dann warnend.“ Anzeige Anzeige Anzeige Anzeige

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