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Stadtteilserie - Fünf Dinge, die Sie über Forstwald/Holterhöfe wissen sollten -ET 25.07.2017-

Stadtteilserie - Fünf Dinge, die Sie über Forstwald/Holterhöfe wissen sollten -ET

✧ KR-L5 Aus den Stadtteilen BOCKUM BISMARCKVIERTEL ELFRATH FISCHELN FORSTWALD GARTENSTADT GELLEP-STRATUM HOLTERHÖFE HÜLS INRATH KLIEDBRUCH KÖNIGSHOF LINDENTAL LINN OPPUM STADTMITTE STAHLDORF TACKHEIDE TRAAR UERDINGEN VERBERG C5 RHEINISCHE POST DIENSTAG, 25. JULI 2017 FREIZEIT Nachbarschaftsfest jedes Jahr auf einer anderen Straße (cpu) Das Nachbarschaftsfest des Bürgervereins Holterhöfe hat sich zum beliebten Treffpunkt der kleinen Siedlung entwickelt. „Die Nachbarschaft wächst zusammen“, sagt Birgit Hentschel vom Vorstand des Bürgervereins, der das Fest mit Getränken und Grillfleisch versorgt und natürlich auch die Organisation übernimmt. Obwohl in dem kleinen, isoliert gelegenen Ortsteil nur rund 800 Menschen leben, sei es doch so, dass viele Nachbarn sich kaum kennen, sagt Hentschel. Das sei mit dem Fest, das sich „wunderbar entwickelt“ habe nun anders geworden: „Es entstehen Freundschaften“. Das Fest findet in jedem Jahr auf einer anderen Straße statt und wandert so durch das Wohngebiet. Anwohner öffnen ihre Gärten und Einfahrten, Pavillons, Grills und Bierbänke werden aufgestellt. „Jeder trägt was bei und bringt etwas mit“, berichtet die Vorstandsfrau. „Die Bürger finden das toll.“ In diesem Jahr trifft sich Holterhöfe am Samstag, 26. August, ab 16 Uhr auf dem Sanddornweg. Gespräche beim Nachbarschaftsfest des Bürgervereins FOTO: BIRGIT HENTSCHEL SERIE KREFELD UND SEINE STADTTEILE. Bolzplatz soll Biker-Bahn werden Michael Gobbers hat den Plan in der Hand, den Florian Burk (l.) und Benedict Jansen entwickelt haben. VON CAROLA PUVOGEL Ein verwilderter und fast vergessener Bolzplatz könnte zum Treffpunkt für dieForstwald-Biker“ werden. Bürgervereinsvorsitzender Michael Gobbers und sein Vorstand unterstützen das Anliegen der Jugendlichen um Benedict Jansen (15) und Florian Burk (14), die sich, wie berichtet, in der Jahresversammlung des Vereins geschildert hatten, dass es für Jugendliche im Forstwald keinen Ort gibt, an dem sie erwünscht sind. Auf Einladung des Vorstands hat die Biker-Gruppe jetzt einen Plan ausgearbeitet, wie der einstige Bolzplatz neben der Tennisanalage des TC Forstwald hergerichtet werden könnte. Drei Wünsche haben die Jungs: Zum einen hoffen sie auf einen überdachten Unterstand mit Sitzgelegenheiten und einer Möglichkeit, Materialien in einer abschließbaren Box unterzubringen. Eine weitere Idee ist, auf dem Gelände einen so genannten Pump-Track aus Lehm zu errichten. Das ist ein Rundparcours für BMX- und Dirt-Biker, der so befahren werden kann, dass einzig durch Gewichtsverlagerungen auf dem Rad Fahrt aufgenommen wird. Drittens wünschen sich die Jungs eine kleine Rampe für Tricksprünge. Beim Bau der Anlage wollen Benedict, Florian und ihre Freunde tatkräftig mit anpacken – und sie bekräftigen, dass sie später auch bei der Pflege helfen. Daher RP-FOTO: CPU der Wunsch nach der abschließbaren Box. Dort sollen Schaufeln gelagert werden, um kleine Reparaturen am Pump-Track selber machen zu können. Ihnen ist klar, dass der Bau viel Geld kostet und nicht ohne Hilfe zu bewerkstelligen ist. Hilfe, um die sich der Bürgerverein jetzt kümmern will. Zunächst hat Michael Gobbers, der sich auf dem Gelände schon selber durch das wuchernde Gestrüpp gekämpft hat, einen Ortstermin mit dem Grünflächenamt sowie dem Stadtförster vereinbart. Denn die Stadt müsse dem Vorhaben natürlich erst zustimmen. „Dann wollen wir gucken, was wir realisieren können“, sagt Gobbers, sichtlich beeindruckt von der Ernst- haftigkeit der Jugendlichen, die ihr Anliegen mit viel Akribie recherchiert, geplant und mit großen Engagement vorgetragen haben. Gobbers kann sich vorstellen, dass der Bürgerverein eigenes Geld in die Hand nimmt, will aber auch versuchen, Unterstützer zu begeistern. Eigenarbeit, Geld, Ideen und Materialien seien notwendig. „Wir finden, das ist eine total gute Idee, und möchten helfen, diese voranzutreiben. Zunächst müsste das Gelände gerodet werden. Der Pump- Track würde mit Erde angeschüttet und mit einer Schicht Lehm per Rüttelplatte verdichtet werden. Firmen oder Privatleute, die das Projekt unterstützen wollen, können sich per E-Mail an „buergerverein@derforstwald.de“ mit dem Bürgerverein in Kontakt setzen. Fünf Dinge, die Sie über Forstwald / Holterhöfe Präsentiert von wissen sollten EISENBAHNBUNDESAMT Umfrage für Lärmaktionsplan ist angelaufen (cpu) Noch bis zum 25. August können Bürger sich an einer Umfrage „Lärmaktionsplan“ des Eisenbahnbundesamtes beteiligen. Darauf weist der Bürgerverein Forstwald hin, mit der Bitte, dass Anwohner des Stadtteils diese Gelegenheit nutzen, ihre Erfahrungen in Sachen Bahnlärm zu kommunizieren. Dazu kann im Internet ein dreiseitiger Fragebogen heruntergeladen werden. Bürger können Stellung zu Fragen wie „Durch welche Art des Eisenbahnverkehrs fühlen Sie sich gestört?“ oder „Bei welchen Tätigkeiten beeinträchtigt oder stört Sie der Schienenverkehrslärm?“ beziehen. Zwölf Fragen gilt es insgesamt zu beantworten. „Die dabei eingehenden Angaben der Bürgerinnen und Bürger, Lärmschutzvereinigungen, Kommunen sowie weiteren Einrichtungen, die von Schienenlärm betroffen sind, helfen dem Eisenbahn- Bundesamt, einen Lärmaktionsplan aufzustellen“, schreibt das Eisenbahnbundesamt. Die Beteiligung an der Umfrage sei auch deshalb wichtig, weil das Bundesverkehrsministerium eine Studie (3RX) in Auftrag gegeben hat, die einen neuen Routenverlauf des Eisernen Rheins intensiv untersucht. Das Ergebnis werde noch im Sommer dieses Jahres erwartet, teilt der Bürgerverein mit. Auch Krefeld werde von dieser Route betroffen sein. Die Umfrage ist unter „www.laermaktionsplanung-schiene.de“ zu finden, die Links sind aber auch auf der Webseite des Bürgervereins „www.buergerverein-forstwald.de“ hinterlegt. ORTSHISTORIE Vergessenes Mahnmal in Holterhöfe (cpu/oes) Zwei Männer liegen im Garten begraben, erschossen in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs auf dem Weg, für ihre Familien Brot zu holen. Ein Mahnmal erinnerte an die Holterhöfer Bürger Heinz Bläser und Paul Ulbricht sowie weitere 23 Kriegsgefallene und Ziviltote. Die fast vergessene Gedenkstätte liegt verborgen in einer Hecke an der Straße Zu den Tannen, Hausnummer 31. Längst wurde die Pflege aufgegeben, die ehemals in eine Kupferkapsel eingeschlossene Pergamentrolle dem Stadtarchiv übergeben. Die Siedlung Holterhöfe lag am frühen Morgen des 2. März 1945 unter Beschuss, als die beiden Männer sich auf den Weg zum Kirschenhof machten, um Brot zu besorgen. Auf dem Kirschenhof waren 25.000 Wehrmachtsbrote eingelagert, die die Stadt Willich für die Siedlung freigegeben hatte, nachdem die dort einquartierte deutsche Trosseinheit das Weite gesucht hatte. Als Bläser und Ulbricht mit ihrer Brotladung zurück wollten, lag die Landstraße unter heftigem Beschuss. Daher suchten sie in den umliegenden Gärten Schutz. Am Nachmittag ließ das Feuer nach, und die Frauen begannen, nach ihren Männern zu suchen. Sie fanden sie mit Schläfendurchschüssen tot neben den Broten liegen. Ob sie durch Streufeuer oder gezielt getötet wurden, konnte nicht Ein hölzerner Pavillon markiert die Grabstätte der beiden tödlich verletzten Männer. RP-FOTO: CPU ermittelt werden. Da es wegen der Kriegshandlungen keine andere Möglichkeit gab, mussten die Frauen ihre Männer im Garten des ge- genüberliegenden Hauses Zu den Tannen 31 begraben. Dort liegen sie noch heute, die Grabstätte ist mit einem Pavillon aus Holz markiert. STADTGESCHICHTE Streit um Kanalanschluss brachte Krefeld 800 Neubürger (cpu) Streit um den Anschluss an die Kanalisation hat Holterhöfer zu Krefeldern gemacht. Die damals zu Willich gehörende Siedlung Holterhöfe war bis 1968 nicht an das Kanalnetz angeschlossen, Bewohner mussten ihre Abwassergruben regelmäßig auspumpen und abfahren lassen oder durften die Abwässer versickern lassen. Nachdem Willich den Kanalbau schließlich endgültig abgelehnt hatte, gründeten die Holterhöfer eine Interessengemeinschaft und forderten eine Umgliederung nach Krefeld. Der Wunsch wurde auch damit begründet, dass die rund 800 Bewohner ohnehin nach Krefeld orientiert seien. Nach monatelangen Verhandlungen wurde Ende 1968 das „Gesetz zur Neugliederung des Kreises Kempen-Krefeld und der Stadt Krefeld“ verabschiedet und trat 1970 in Kraft. Die alten Höfe jenseits der Anrather Straße verblieben auf Willicher Gebiet. Holterhöfe ist kein eigener Stadtteil, auch wenn das wohl einmalige Ortseingangsschild mit der großen Aufschrift „Holterhöfe“ und dem darunter in kleiner Schrift geschriebenen „Krefeld“ dies suggerieren mag. Statistisch gehört es zu Forstwald. Die Flurbezeichnung Holterhöfe hat ihren Ursprung im 13. Jahrhundert. Damals waren dort Bauern auf verschiedenen Höfen ansässig, von denen einige der Familie Holter gehörten.

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