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Stadtteilserie - Fünf Dinge, die Sie über Hüls wissen sollten -ET 28.07.2017-

Stadtteilserie - Fünf Dinge, die Sie über Hüls wissen sollten -ET

✧ KR-L4 C4 Aus den Stadtteilen RHEINISCHE POST FREITAG, 28. JULI 2017 BOCKUM BISMARCKVIERTEL ELFRATH FISCHELN FORSTWALD GARTENSTADT GELLEP-STRATUM HOLTERHÖFE HÜLS INRATH KLIEDBRUCH KÖNIGSHOF LINDENTAL LINN OPPUM STADTMITTE STAHLDORF TACKHEIDE TRAAR UERDINGEN VERBERG KAB -GRUPPE Die Kümmerer von Hüls erreichen tausende Bürger (lez) Die 1905 gegründete Hülser Pfarrgruppe der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) ist mit ihren gut 300 Mitgliedern wohl die größte KAB-Gruppe im Bistum. Durch ihr breites Aktions- und Bildungsangebot erreicht die KAB Hüls jährlich tausende Bürger. Unter dem Motto „Miteinander leben – füreinander da sein“ kümmern sich die KABler in rund einem Dutzend Arbeitskreise u.a. um Kinder- und Jugendhilfe, Naturschutz, Stadtteilplanung und Seniorenarbeit. Es gibt beispielsweise drei Schwimmgruppen, eine Doppelkopf-, eine Reisegruppe und sogar eine Theater-AG, die jedes Jahr Stück auf die Bühne bringt. Besonders am Herzen liegt der KAB Hüls die Arbeit für und mit Menschen mit Behinderungen. Aktuell hatte die KAB Hüls gerade zwei Vertreter der seit 22 Jahren partnerschaftlich verbundenen KAB aus Madagaskar für einen Informationsbesuch zu Gast, und am Montag, 31. Juli, beginnen die Hülser Ferienspielwoche, die der Arbeitskreis für bessere Spielbedingungen seit mehr als 25 Jahren für rund 700 Kinder organisiert. Jedes Jahr organisiert die KAB die Hülser Ferienspiele. RP-ARCHIV: T.L. SERIE KREFELD UND SEINE STADTTEILE Nette Stölle feiern Doppeljubiläum Die Karnevalsgesellschaft wird 90, ihr Musikzug 50 Jahre alt. Gefeiert wird am zweiten September-Wochenende. Der Musikzug der Nette Stölle Jonges, der auch als Big Band einen guten Ruf genießt. Das Foto entstand bei der Feier zum 85. Bestehen der Kleinen Karnevalsgesellschaft im Saal des Goldenen Hirschen. Foto: NSJ VON JOCHEN LENZEN In der Gaststätte „Em Höttche“ sitzen etliche junge Männer zusammen. Sie mussten den katholischen Gesellenverein verlassen, weil sich herausgestellt hat, dass sie hatten heiraten müssen. Ein paar Bierchen später – der Wirt hat ihnen bescheinigt, dass sie eigentlich ganz nette stille Personen seien – ist der neue Karnevalsverein gegründet: die KG Nette Stölle Jonges. Das war vor neun Jahrzehnten. Mit dem 90. Geburtstag der Kleinen Karnevalsgesellschaft (KKG) ist es aber noch nicht getan, denn die Nette Stölle Jonges feiern ein Doppeljubiläum: Als einer der ganz wenigen Gesellschaften der gesamten Region haben sie – und zwar seit nunmehr 50 Jahren – einen eigenen Musikzug, der bei Schützenfesten und in Gottesdiensten für zünftige beziehungsweise der Andacht angemessene Klänge sorgt. Als Big Band spielen die rund zwei Dutzend Musiker auch Swing, Latin und Rock. Das Doppeljubiläum feiert die Kleine Karnevalsgesellschaft, die mit rund 90 Mitgliedern gar nicht so klein ist, vom Freitag bis Sonntag, 8. bis 10. September. An dem Freitagabend geht es ab 19 Uhr im Saal des Goldenen Hirschen mit dem Jubiläumskonzert der Big Band unter der Leitung von Jürgen Croonenbroeck mit der ganzen Bandbreite ihres Repertoires los. Dort steigt auch am Samstagabend nach der 18 Uhr-Abendmesse, die von der Big Band mitgestaltet wird, die Jubiläumsparty mit der Band Groove Company und DJ Peter Hoebertz. „Keine langen Reden, keine Laudatoren. Nur Spaß und coole Musik“, versprechen die Organisatoren. Das Jubiläumswochenende klingt Fünf Dinge, die Sie über Hüls wissen sollten Präsentiert von am Sonntag, 10. September, aus: Um 13.30 Uhr beginnt nach einem Sternmarsch mit befreundeten Musikvereinen auf dem Hülser Marktplatz ein gemeinsames, rund einstündiges Platzkonzert. Anschließend ziehen alle in den Saal des Goldenen Hirschen zum musikalischen Familientag. Neben Musik gibt es dort auch Kaffee und Kuchen, andere Speisen und Getränke sowie Unterhaltung für die Kinder – unterstützt von Discjockey Lukas Hülbusch. Außerdem wird die Kölner Stimmungsband Rabaue zu Gast sein. ARCHITEKTUR Deutschlands schrägster Kindergarten (lez) Nein, das ist keine optische Täuschung – und für einen Kindergarten mutmaßlich einzigartig in Deutschland: Die Baukörper aus Lerchenholz scheinen mit ihrer Neigung von zwölf Grad in das alte Gebäude des St. Marien-Kindergartens am Herrenweg hineinzufallen. Der 2011 nach den Plänen des Krefelder Architekten Alexander Littgen als Turnraum-Erweiterung errichtete erste Kubus gefiel der Pfarrgemeinde St. Cyriakus so gut, dass sie überlegte, ob nicht auch der Eingangsbereich in dieser Art umgestaltet werden könnte. Doch davor stand der Kirchenvorstand. Er bat den Architekten um einen Vorschlag. „Ich war der Meinung, dass wir die Formensprache des Kubus wieder aufnehmen sollten, und der Kirchenvorstand war einverstanden“, hatte Alexander Littgen seinerzeit freudig erklärt. Mit der Realisierung waren die Zeiten, da sich Kinder, Eltern und Erzieherinnen durch den engen, dunklen Windfang quetschen mussten, zur Freude aller Beteiligten zu Ende. Architektur mit Witz: Eingangsbereich und Turnraum der Kita mit Zwölf-Grad- Neigung. RP-FOTO: T. LAMMERTZ ZAHLEN & FAKTEN Der „Bottermaat“ des Werberings ist ein Magnet (lez) Vor 42 Jahren eingemeindet, ist Hüls zwar der jüngste, gleichzeitig aber auch der flächenmäßig größte Krefelder Stadtteil. Die gut 1800 Hektar weisen schon darauf hin, dass Hüls über viel landwirtschaftlich genutzte Flächen und weite Erholungsgebiete (die Naturschutzgebiete Hülser und Orbroicher Bruch) verfügt. Rund 16.000 Einwohner – 23 Prozent Senioren und 15 Prozent Kinder und Jugendliche – leben in Ein- und Zweifamilienhäusern, deren Anteil an der Bebauung bei knapp 90 Prozent liegt. Hüls verfügt über sechs Kindertagesstätten, drei Schulen und ein Krankenhaus. Die Ökumenische Begegnungsstätte ist ein beliebter Treffpunkt für kleinere Veranstaltungen. Der Saal der Gaststätte Goldener Hirsch bietet Raum für Veranstaltung bis zu 400 Personen. Das historische Zentrum rund um den Hülser Marktplatz mit der Fußgängerzone bietet zahlreiche inhabergeführte Einzelhandelsgeschäfte, Dienstleister und Gastronomiebetriebe. Westlich des Ortskerns schließen sich weitere Geschäfte und nicht weniger als drei Supermärkte an. Der Hülser Werbering fördert die Attraktivität als Einkaufsort unter anderem mit dem jährlichen, weit über die Hülser Grenze beliebten „Bottermaat“. Weitere Auskünfte über Hüls als Ort des Einkaufs erteilt die Vorsitzende des Werberings, Kathrin Fuldner, unter Telefon 02151- 7818491. DIE BURGGARTENPFLEGER Rohrkolben und Weiderich zieren den Graben (lez) An jedem Freitag vom späten Frühjahr bis Anfang Herbst treffen sich auf dem Hülser Burggelände von 14 bis 16 Uhr zwischen sechs und einem guten Dutzend „Burgsanierer“, um ihr Werk, das sie 2003 vollendet hatten, auch weiterhin in Ordnung zu halten und jetzt vor allem den wunderschönen, von ihnen selbst angelegten Burggarten zu pflegen und hin und wieder zu ergänzen, wie beispielsweise mit dem drei Meter großen Hülser Wappen, der Teichrose, als Buchsbaumpflanzung. Gerade erst haben sie das zweite Insektenhotel an der südlichen Burgmauer eingerichtet. Zu den regelmäßigen Arbeiten unter den Eschen, Eichen, Erlen und Kirschbäumen gehört das Schuffeln der Wege und das Rasenmähen. „Dabei lassen wir immer Paul Schumacher, einer der Burgsanierer und Gartenpfleger, am Rande des Burggrabens. RP-FOTO: T. LAMMERTZ auch heimische Pflänzchen inselweise stehen“, sagt Burgsanierer Paul Schumacher, der auch 2. Vorsitzender des Hülser Heimatvereins ist. Zurzeit prägen die kräftigen, schwarzbraunen Rohrkolben und der üppig, rot-lila blühende Blutweiderich das Bild rund um den Burggraben. Auf den Wiesen blühen die weiße Schafgarbe und die blaue Wegwarte. Die Blüten der zahlreich vertretenen Malven sind inzwischen vergangen. „Stolz sind wir darauf, dass wir hier auf den Böschungen rund um den Graben das im Frühjahr blühende Wiesenschaumkraut wieder etablieren konnten“, sagt Schumacher. Das Burggelände wird unter anderem von der benachbarten Grundschule als Grünes Klassenzimmer, aber auch für Theateraufführungen der Robert-Jungk-Gesamtschule, für 30 Trauungen in diesem Jahr und für den Basar am ersten Adventwochenende genutzt. Seit drei Jahren führt auch der St.- Martinszug an der Burg vorbei, die zu dieser Gelegenheit extra illuminiert wird. Von Mai bis Ende September steht das Burggelände jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr für alle Interessenten offen. Anfragen zu Führungen durch das Burggelände oder durch ganz Hüls können unter Telefon 733664 an Paul Schumacher gerichtet werden. Die Sanierung der maroden Brücke könnte übrigens noch in diesem Jahr begonnen werden. Die Ausschreibungsfrist endet am 5. August.

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