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Stadtteilserie - Fünf Dinge, die Sie über Inrath/Kliedbruch wissen sollten -ET 11.08.2017-

Stadtteilserie - Fünf Dinge, die Sie über Inrath/Kliedbruch wissen sollten -ET

✧ KR-L4 C4 Aus den Stadtteilen RHEINISCHE POST FREITAG, 11. AUGUST 2017 BOCKUM BISMARCKVIERTEL ELFRATH FISCHELN FORSTWALD GARTENSTADT GELLEP-STRATUM HOLTERHÖFE HÜLS INRATH KLIEDBRUCH KÖNIGSHOF LINDENTAL LINN OPPUM STADTMITTE STAHLDORF TACKHEIDE TRAAR UERDINGEN VERBERG FREIZEIT Zehn Imker im Kleingärtnerverein „Immenhof“ (lez) Der 1933 gegründete Kleingärtnerverein Immenhof liegt im Süden von Kliedbruch, das vom Breiten Dyk, Moerser Straße und Flünnertzdyk begrenz wird. Der Verein ist der flächenmäßig zweitgrößte der Stadt Krefeld und verfügt auf mehr als 50.000 Quadratmetern zwischen Dahler- und Grünem Dyk über 135 Kleingärten, die fast alle belegt sind. Aktuell bietet der Verein auf seiner Homepage lediglich zwei Parzellen zur Übernahme an. Zehn dieser Kleingärten – und das ist eine Besonderheit – werden vom Imkerverein, sozusagen als Verein im Verein, betrieben, erklärt Volker Soldner, der 2. Vorsitzende des Kleingärtnervereins Immenhof. Die Imker gehören seit jeher dazu und produzieren nach wie vor ihren Honig aus Blüten der umliegenden Kleingärten, den sie auch zu günstigem Preis verkaufen. Der Name „Immenhof“ geht auf diese Imker zurück, die das Areal auch schon vor den Kleingärtnern nutzten. „Imme“ ist eine alte Bezeichnung für die Westliche Honigbiene. Das Vereinsheim aus der Nachkriegszeit haben die Kleingärtner – inklusive der großen überdachten Terrasse – in den vergangenen fünf Jahren in Eigenarbeit modern und hell herausgeputzt. Sogar das Mauerwerk haben sie großenteils erneuert. Von April bis Oktober kommen sie an jedem Freitagabend dort zusammen, um die Geselligkeit zu pflegen. Am vergangenen Wochenende haben die Immenhofer ihr Sommerfest gefeiert. Im nächsten Jahr wird es dabei etwas größer zugehen, denn dann feiert der KGV Immehof sein 85-jähriges Bestehen. SERIE KREFELD UND SEINE STADTTEILE Mister Inrath ist seit 35 Jahren aktiv VON JOCHEN LENZEN Fünf Dinge, die Sie über Inrath / Kliedbruch Präsentiert von wissen sollten Rolf Hirschegger, seit 30 Jahren Vorsitzender des Bürgervereins Inrath, in seinem „Revier“ an der Kreuzung Mevissen- und Siempelkampstraße. RP-FOTO: THOMAS LAMMERT Es gibt wohl niemanden, der das Inrath besser kennt als Rolf Hirschegger, der dem Bürgerverein seit nunmehr 30 Jahren vorsitzt. Der gebürtige Bockumer ist gelernter Maschinenbauer und studierter Betriebswirt und zog 1981 mit Frau und zwei Kinder zum Inrath. Schon ein Jahr später gehörte er dem Vorstand an und kümmert sich seitdem um die schönen und die problematischen Belange seines Stadtteils. „Die heutigen Probleme des Inrath gehen darauf zurück, dass der Bürgerverein Anfang der 70er Jahre die geplante Ost-West-Trasse von der St. Hubertus-Zeltkirche durch das Kliedbruch über die Hülser Straße hinweg bis zur Venloer Straße verhindert hat“, sagt Hirschegger. „Auch die alternative Trassenplanung über Höken- und Kanesdyk bis zum Birkschenweg wurde nie weiterverfolgt, beklagt der 72- Jährige. Die Folge: Autos und Schwerlastwagen befahren seitdem in immer stärkerem Maße den Flünnertzdyk und die Siempelkampstraße. Auch die damals vierspurig ausgebaute Hülser Straße macht dem Inrath zu schaffen. „Sie zerschneidet das Inrath durch den Gleiskörper für die Straßenbahnen und hat die Entwicklung des Stadtteils gestört. Früher gab es an dieser Straße zahlreiche Geschäfte; heute finden sich kaum noch welche“, stellt Hirschegger fest. Die Entwicklung der Mevissenstraße wird am Inrath ebenfalls als problematisch gesehen: Seit 20 Jahren sind dort die Grundstücke nach Ansicht des Bürgervereins übermäßig bebaut worden. Hirschegger verweist zudem auf das seit etwa sechs Jahren angesiedelte Kleingewerbe auf dem östlichen Kasernengelände, auf die ehemaligen Kleinewefers-Flächen (K 2), die mehr und mehr Gewerbe anlockten und auf die Flächen der früheren Absatzzentrale, wo sich künftig ebenfalls zusätzliches Gewerbe ansiedeln solle. Schließlich nennt er die geplante Siempelkamp-Erweiterung. All das stehe für eine immer noch größer werdende Verkehrsbelastung, die durch eine Anbindung der großen Industrieunternehmen an die Venloer Straße wenigstens ein bisschen verbessert werden könnte. Als Erfolge seiner Amtszeit kann der Bürgervereinsvorsitzende die Renaturierung des Kapuzinerbergs, die Siedlung „Hummelwiese“ und die Anlage des Festplatzes verbuchen. „Die Arbeit macht mir immer noch Spaß“, sagt der 72-Jährige. „Doch wenn ich einen Nachfolger finde, höre ich auf.“ SPORTSCHÜTZEN INRATH 2. Brudermeister ist jetzt König des Bezirksverbands (RP) Die Inrather Sportschützen haben in diesem Jahr einen ganz besonderen Erfolg verbuchen können: Ihr 2. Brudermeister, Uwe Kleckers, ist nicht nur der seit 2015 amtierende Schützenkönig, sondern seit Mai dieses Jahres sogar König des Bezirksverbands Krefeld-Willich- Meerbusch, dem immerhin 17 Bruderschaften mit 4500 Schützen angehören. Im November 1955 wurde der Verein unter dem Namen „Inrather Sportschützen“ von sechs Männern und einer Frau gegründet, die Interesse am Schießsport hatten. Erster Vorsitzender war Walter Liesmann. Im Laufe der Jahre wurde der Schießsport intensiv betrieben. Wie aus der Vereinsgeschichte hervorgeht, erreichten Inrather Schützen auf Kreis- und Landesebene hervorragende Resultate. Vereinslokale waren über die Jahre die Gaststätten Berkner, Altherr, Haus Inrath, der Niederrheinischen Hof und nun wieder Haus Inrath (zum Mythos). Die Inrather Sportschützen laden jedes Jahr zu ihren Veranstaltungen – Osterverlosung, Maibaumsetzen, Stiftungs- beziehungsweise Patronatsfest und Weihnachtsfeier– ein. Der neue Schützenkönig wird alle fünf Jahre, das nächste Mal 2020, ausgeschossen, worauf ein Jahr später das Schützenfest folgt. Mit der Aufnahme in den Bund der historischen Schützenbruderschaften benannten sich die Inrather Sportschützen 2008 in „Inrather Sportschützen-Gesellschaft“ um. Somit entstand aus dem eigentlichen Schießportverein auch ein Gesellschaftsverein. Der Schießport wird durch die Jugendabteilung weiter fortgeführt. STRUKTUREN Zwischen Industrie und grünem Bruch (lez) Das Inrath entlang der gleichnamigen Straße ist die uralte Süd- Nord-Achse, an die sich früher die Bauernhöfe wie Perlen an einer Schnur reihten. Die parallel verlaufende Hülser Straße ist heute die Hauptverkehrsachse und teilt das Inrath in eine östliche und eine westliche Hälfte. Letztere wird entlang der Mevissenstraße beidseitig von großen bis riesigen Einkaufszentren geprägt. Weiter nördlich schließen sich die großflächigen Industrieunternehmen Siempelkamp sowie Schmolz & Bickenbach an. Die Osthälfte des janusköpfigen Inrath präsentiert sich völlig gegensätzlich: Sie ist einerseits geprägt von grünen Weiden und Bruchlandschaft und andererseits von Siedlungen mit hübschen, von Gärten umgebenen Häusern. Und hier ähneln sich das Inrath und das sich südöstlich anschließende, jüngere Kliedbruch, das fast ausschließlich gehobeneren Wohnansprüchen in individuellen Einund Zweifamilienhäusern gerecht wird. Grün ist es dort nicht nur zwischen den Häusern und Straßen: Im nördlichen Kliedbruch finden sich die Anlagen und Pferdeweiden von drei großen Reitställen. Jugendlich belebt wird Kliedbruch durch das große Zentrum der Bischöflichen Maria-Montessori-Schulen. TRADITION Das Inrather Fanfarencorps feiert Jubiläum (lez) Trompeten, Posaunen, Flügelund Tenorhörner erschallen, wenn das Inrather Fanfarencorps aufspielt – dazu die Marschtrommeln, die Becken und die dicke Zimm. Seit vier Jahrzehnten lassen sich die Hobby-Musiker im Karneval, bei Schützenfesten und Martinszügen sowie – kostenlos – beim jährlichen Kinderfest der Inrather Vereine hören – „gern spielen wir auch Ständchen zu Hochzeiten, Geburtstagen und Jubiläen“, sagt Markus Schroers, Vorsitzender und Musikalischer Leiter des Fanfarencorps’. Zur Feier seines 40-jährigen Bestehens zeigt das Corps bei freiem Eintritt allen Interessenten am Sonntag, 3. September, bei einem Das Fanfarencorps in seiner heutigen Besetzung. Vorn – noch ohne Uniform – das jüngste Mitglied, der elfjährige „Trommlerlehrling“ Kevin Sauerborn. FOTO: IF. Frühschoppen ab 11 Uhr im Raphaelsheim an der Hülser Straße 471, was sie an klassischer Marschmusik und Polkas drauf haben. Unterstützt werden sie von einer Sängerin und einem DJ. Am Vorabend beginnt um 18 Uhr am selben Ort der Jubiläumsempfang für geladene Gäste. Gegründet wurde das Inrather Fanfarencorps 1977 von Siegfried Schroers, dem Vater des Vorsitzenden. Heute gehören dem Corps 18 aktive Musiker im Alter von elf bis 63 Jahren und rund 30 fördernde passive Mitglieder an. Geprobt wird im Vereinslokal „Inrather Bürgerkrug“ am Flünnertzdyk. Donnerstags ist von 18.30 bis 20.30 Gesamtprobe; dienstags beginnt dort um 18 Uhr die Anfängerprobe. Wer mitspielen oder das Corps engagieren möchte, kann sich an Markus Schroers unter Telefon 02151- 9492888 melden.

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