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Stadtteilserie - Fünf Dinge, die Sie über Lindental/Tackheide wissen sollten -ET 29.08.2017-

Stadtteilserie - Fünf Dinge, die Sie über Lindental/Tackheide wissen sollten -ET

Aus den Stadtteilen BOCKUM BISMARCKVIERTEL ELFRATH FISCHELN FORSTWALD GARTENSTADT GELLEP-STRATUM HOLTERHÖFE HÜLS INRATH KLIEDBRUCH KÖNIGSHOF LINDENTAL LINN OPPUM STADTMITTE STAHLDORF TACKHEIDE TRAAR UERDINGEN VERBERG C5 RHEINISCHE POST DIENSTAG, 29. AUGUST 2017 BÜRGERVEREIN Ausstellung mit historischen Fotos Martha Romatowski hat dieses Kinderfoto von sich beigesteuert. FOTO: MR (cpu) Mehr als hundert historische Fotos aus dem Siedlungsgebiet Tackheide haben Anwohner dem Bürgerverein zur Verfügung gestellt. Beim Spielplatzfest am Samstag, 16. September, werden die Bilder an großen Stellwänden gezeigt. Der Bürgervereinsvorstand um Werner Lennackers hat die Fotos digitalisiert und wird sie im Format 10 x 15 abziehen lassen. Der Bürgerverein feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen, und das Spielplatzfest findet zum zehnten Mal statt. Deshalb haben die Organisatoren sich einige besondere Attraktionen ausgedacht, um die runden Tackheider Geburtstage gebührend zu würdigen. Für Kinder findet erstmals eine kleine Olympiade statt. Auf der Wiese am Spielplatz können die Kleinen in fünf Disziplinen gegeneinander antreten; für die Sieger gibt es schöne Preise. Außerdem kommt ein Zauberer zum Spielplatzfest, der zwischen 15 und 17 Uhr mehrere Vorstellungen gibt. Bewährtes wie Bällebad, Popcornstand, Grilltheke und Getränkewagen ist natürlich auch für die Bespaßung und Versorgung der Siedler vorgesehen. Das Fest beginnt um 14 Uhr und findet auf dem Spielplatz „Auf der Scholle“ statt. Am Abend kann einige Straßen weiter direkt beim großen Sommerfest weitergefeiert werden. Einige Restkarten sind an der Abendkasse noch erhältlich. KREFELD UND SEINE STADTTEILE Kita-Anbau: Backsteinoptik trifft auf graue Faserzementplatten VON CAROLA PUVOGEL In der Lindentaler Edelstahlsiedlung ist nun ein Bauprojekt bis auf wenige Restarbeiten abgeschlossen, das in der Planungsphase für viel Aufregung gesorgt hatte. Die Kindertagesstätte Am Kinderhort hat einen Erweiterungsbau bekommen, um den lange gestritten worden ist. Nach den Sommerferien kann nun der Betrieb in vollem Umfang aufgenommen werden. Es werden nunmehr 130 Mädchen und Jungen (vorher 117) in der Einrichtung betreut, von denen 35 (vorher 25) unter drei Jahre alt sind. Heike Rüther hat am 1. August die Leitung der Einrichtung von der langjährigen Chefin Annegret Nentwig übernommen. Heike Rüther war vorher Fünf Dinge, die Sie über Lindental / Tackheide wissen sollten Präsentiert von bereits stellvertretende Leiterin der Kita. „Es ging nicht darum, ob die Erweiterung nötig war“, betont Hans- Peter Glasmacher von der Siedlergemeinschaft, sondern es ging einzig um das Aussehen des dringend benötigten Neubaus, ohne den die Betriebserlaubnis für die Betreuung von unter dreijährigen Kindern unweigerlich erloschen wäre. Denn: Vor sechs Jahren war für das Gebiet Lindental-Süd eine Erhaltungssatzung in Kraft getreten. Ziel der Satzung ist es, „die städtebauliche Eigenart des Gebietes“ zu erhalten. Neubauten sollen sich möglichst unauffällig in die vorhandene Struktur einfügen, die von rotbraunen Ziegelsteinen und anthrazitfarbenen Krüppelwalmdächern bestimmt ist. Diese Maßgaben sahen Bezirkspolitiker und Anwohner mit der nun umgesetzten städtischen Planung für den Kita-Anbau gefährdet. Hans-Josef Ruhland (CDU) sprach damals von „dilettantischer Planung“. Ihm sei klar, dass das Gelände der Kita 2011 ausdrücklich aus der Gestaltungssatzung herausgehalten wurde. „Und zwar weil gesagt wurde, dass wir die Steuerung selbst in der Hand haben“, betont er. Die von der Verwaltung präsentierten Planungen für einen Flachdach- Neubau würden die Erhaltungssatzung konterkarieren und seien ein ungewünschter Präzedenzfall. Insbesondere die graue Fassadenoptik Gegen die graue Zementplattenfassade hatte es in Lindental großen Protest gegeben. Am Ende zeigte sich die Verwaltung davon unbeeindruckt und setzte sich mit dem umstrittenen Plan durch. Jetzt ist der Anbau fertig. Der Betrieb startet diese Woche. RP-FOTO: CPU stieß auf Kritik. „Die Erhaltungssatzung muss für alle gelten“, kritisierte auch Claudia Paul (FDP). „Wir als Siedler müssen unter Aufgabe von persönlichen Nutzungsplanungen jedes Detail eines Umbaus genehmigen lassen.“ Das Hochbauamt sei gegenüber den Anwohnern bis ins Detail sehr genau. „Und die Verwaltung kann sich jetzt einfach über die Satzung hinwegsetzen und hier, im Herzen der Siedlung, einen Plattenbau-Klotz hinsetzen, ohne sich am Baustil zu orientieren?“ Die Bezirksvertretung West votierte schließlich für eine Klinker- Optik. Doch am Ende setzte sich die Verwaltung unbeeindruckt von dem Protest mit dem ursprünglichen Plan durch. SPORT Krefelds einzige privat betriebene Tennisanlage (cpu) Mehr als 50 Jahre ist es her, dass Fritz Keilhau eine Idee umsetzte, die seine Schwester Brigitte aus dem New Yorker Central Park mitgebracht hatte: Eine privat betriebene Tennisanlage zu bauen, auf der jeder gegen eine Gebühr spielen kann, ohne jedoch dafür Mitglied in einem Club werden zu müssen. Seit 1964 gibt es die Tennisanlage Keilhau, idyllisch gelegen auf 10.000 Quadratmetern an der Tackheide im Krefelder Westen und bis heute die einzige private Tennisanlage mit Außenplätzen. Der tennisbegeisterte Fritz Keilhau verstarb vor einigen Jahren; das Unternehmen wird nun von seiner Frau und seinen Kindern weiter betrieben. Zehn Außenplätze, drei Hallenplätze, die kleine Gastronomie und diverse Serviceleistungen rund um den Sport – alle sind voll mit eingebunden. Die Tennisanlage Keilhau war auch Keimzelle für viele Tennisclubs der Umgebung. „Die Leute haben sich hier getroffen und Tennis gespielt. Und wenn genügend Spieler beisammen waren, haben die gemeinsam einen Verein gegründet, zum Beispiel in Lindental und Forstwald“, erzählt Uwe Keilhau. Mit vielen der Clubs sei man heute freundschaftlich verbunden, ein Konkurrenzdenken gebe es nicht. Uwe Keilhau ist Tennislehrer und Platzbauer in einer Person. ARCHIV: TL PERSÖNLICH Ein Haus voll Kunst: Malerin „Sof“ ist in Lindental zuhause (cpu) Der Platz über der Couch bleibt leer. Das ist ein Kompromiss, den die quirlige Deutsch-Französin Sophie Voigt-Chadeyron, Künstlername „Sof“, und ihr Mann Björn geschlossen haben. An allen Wänden im Haus der Familie in Lindental- Gatherhof hängen Bilder, hauptsächlich ihre eigenen. Genug Platz gibt es trotzdem nicht. Mindestens zweimal im Jahr ändert die Malerin daher die Dekoration, wählt neue Bilder aus. Erste Beurteilungsinstanz ist ihr Mann – mit Einschränkungen: „Wenn es ihm nicht gefällt, ich aber überzeugt bin, hänge ich das Bild trotzdem auf“, sagt sie und lacht. Bis vor Kurzem war auch ihr Atelier im Haus untergebracht. Jetzt ist „Sof“ mit Leinwänden, Farben und vielen ihrer Bilder in neue Räume Am Brustert umgezogen. Ihr Mann brachte die quirlige Voigt-Chadeyron vor mehr als 20 Jahren nach Deutschland. Am Gatherhof, wo sie mit ihrer Familie in einem großen Haus wohnt, fühlt sie sich wohl: „Es ist ein Glücksfall, dass wir hier gelandet sind. Das Viertel ist so bunt gemischt, ruhig, und die Kinder verstehen sich“, sagt Sof, die auch Mutter von vier Kindern ist. SIEDLERGEMEINSCHAFT Historische Strukturen der Siedlung schützen Seit 2011 schreibt eine Erhaltungssatzung vor, wie An- und Neubauten auszusehen haben. Das Haus am Formerweg 14 ist seit dem Bau unverändert. RP-ARCHIV: TL ben. Der Verein „Siedlergemeinschaft Edelstahl“ kümmert sich um die Belange der Siedler und will auch den Gemeinschaftssinn för- (cpu) Mehr als 80 Jahre ist es her, dass auf einer Ackerfläche zwischen Forstwaldstraße und dem Ferlingsweg Richtfest für den ersten Bauabschnitt der Edelstahlsiedlung mit 96 Häusern gefeiert wurde. Errichtet wurden die insgesamt 259 so genannten Siedlerstellen für Mitarbeiter der Deutschen Edelstahlwerke, die sich mit Ackerbau und Viehzucht selbst versorgen sollten. Die historischen Strukturen des Gebiets sind weitgehend erhalten geblieben – auch dank einer Erhaltungssatzung, die seit 2011 vorschreibt, wie An- und Neubauten auszusehen hadern, zum Beispiel mit der Organisation von Feiern und Fahrten, den Boule-Turnieren oder dem Reinemachtag. „Wir wollen das im Vereinsnamen enthaltene Wort ‚Gemeinschaft‘ mit Leben erfüllen“, sagt Vorsitzender Alfred Thomas. Der Verein habe den Übergang von Alt nach Jung geschafft. Seit 2016 ist der 48-jährige Thomas Vorsitzender – und wird im Vorstand von Siedlern im Alter zwischen 40 und 63 unterstützt. „Auch die jungen Siedler übernehmen Verantwortung“, berichtet Thomas. Zum Beispiel bei der Organisation des Martinszugs, der seit fast 70 Jahren seinen festen Platz im Jahreskalender hat. Nicht nur die Siedlergemeinschaft, sondern auch andere Organisationen und Vereine packen mit an, wenn es im Stadtteil was zu tun gibt. „Wir haben die Anonymisierung gestoppt“, sagt Thomas. Auch das Siedlerfest, das am vergangenen Wochenende gefeiert wurde, hat lange Tradition. 1949 wurde es aus der Taufe gehoben. Damals führte ein Umzug durch das Wohngebiet; bis zu 2000 Menschen der Siedlung feierten gemeinsam im Festzelt.

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