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Stadtteilserie - Fünf Dinge, die Sie über Linn wissen sollten -05.09.2017-

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Stadtteilserie - Fünf Dinge, die Sie über Linn wissen sollten

✧ KR-L5 Aus den Stadtteilen BOCKUM BISMARCKVIERTEL ELFRATH FISCHELN FORSTWALD GARTENSTADT GELLEP-STRATUM HOLTERHÖFE HÜLS INRATH KLIEDBRUCH KÖNIGSHOF LINDENTAL LINN OPPUM STADTMITTE STAHLDORF TACKHEIDE TRAAR UERDINGEN VERBERG C5 RHEINISCHE POST DIENSTAG, 5. SEPTEMBER 2017 FREIZEIT „Em Cavenn“ ist Linns Seniorentreff SERIE KREFELD UND SEINE STADTTEILE Alte China-Tassen aus Keller gegraben Christoph Reichmann, vormaliger Leiter des Museums Burg Linn, lebte zwei Jahre im Wohnwagen, um in seinem alten Haus im Ortskern Relikte aus früheren Jahrhunderten auszugraben. Sie sind im Museum zu besichtigen. VON JOCHEN LENZEN GEWINNSPIEL Drei Gutscheine von AT Cosmetics Im Herzen der Altstadt treffen sich Senioren „Em Cavenn“. RP-ARCHIV: TL (cpu) „Em Cavenn“ ist ein Mundartausdruck für „im Wasserloch“. Doch im Stadtteil Linn ist Em Cavenn natürlich bekannt als die von Linner Bürgern vor mehr als 45 Jahren gegründete Begegnungsstätte für Senioren. Seit 1970 gehört der Treffpunkt zum festen Bestandteil des öffentlichen Lebens rund um die Burg. Der Seniorenclub an der Albert- Steeger-Straße 27 wird heute von der katholischen Pfarre St. Nikolaus, dem Pfarrbezirk Linn der evangelischen Kirchengemeinde Uerdingen, dem Linner Bürgerverein und dem Caritasverband für die Region Krefeld gemeinsam getragen. Helene Sinenko leitet die Einrichtung mit ihrem umfangreichen Programm für die ältere Generation und wird von vielen ehrenamtlichen Helfern unterstützt. Das Angebot ist weit gefächert: In den barrierefrei zugänglichen Räumen im Herzen der Altstadt treffen sich Senioren zum Frühstück oder einfach zum Plaudern, finden Kurse zum Umgang mit Computer oder Smartphone statt, werden Feste gefeiert oder Gesellschaftsspiele gespielt. Der Sonntagsclub, der immer von 14 bis 18 Uhr stattfindet, ist eine gute Gelegenheit, das Angebot kennenzulernen. Wer als Archäologe im historischen Ortskern von Linn ein denkmalgeschütztes Haus aus dem 17.Jahrhundert kauft, nimmt viel auf sich. Davon kann Christoph Reichmann berichten, der 1981 seine Stelle als stellvertretender Leiter des Museums Burg Linn antrat und ein solches, leerstehendes Haus an der Margaretenstraße erwarb. „Das Fachwerkhaus musste umgebaut werden. Zuvor habe ich es natürlich grundlegend baugeschichtlich untersucht und dafür unter anderem mehrere übereinanderliegende Fünf Dinge, die Sie über Linn wissen sollten Präsentiert von Fußböden geöffnet und den verschütteten Keller ausgegraben“, sagt der heute 68-jährige Pensionär. Und weil das seine Zeit brauchte, lebte er damals zwei Jahre lang in einem Wohnwagen im Garten des – wie sich herausstellte – 1615 errichteten Hauses. Als das Haus 1983 fertig umgebaut war, zog seine Frau mit den drei Kindern nach. Was Christoph Reichmann in dem Keller damals gefunden hatte, kann man in der 2. Etage des Museums in einer Doppel- und einer einzelnen Vitrine bewundern. Natürlich konnte dort längst nicht alles präsentiert werden, und so konzen- ZAHLEN UND FAKTEN Heterogener Stadtteil mit Industrie und historischem Ortskern Zum Flachsmarkt strömen jedes Jahr tausende Besucher. RP-ARCHIV: MOCNIK (lez) Der 1901 nach Krefeld eingemeindete Stadtteil Linn hat einen bemerkenswert heterogenen Charakter: Während im Westen und Osten großflächige Industrie vorherrscht, ist der Teil nördlich der Hafenstraße von einer Mischung aus Wohnbebauung und Gewerbe charakterisiert. Besonders deutlich sticht natürlich der historische Ortskern mit der 1299 erstmals urkundlich erwähnten, aber viel älteren Burg hervor, die auf das 12. Jahrhundert zurückgeht. Der Ortskern besticht mit seinen zumeist verputzen oder verklinkerten Fachwerkhäusern aus dem 17. Jahrhundert, einem direkt benachbarten Kleingartengelände sowie dem Burg- und dem Greiffenhorstpark als Naherholungsgebiete. Nicht nur wegen der Burg Linn, des gleichnamigen Museumszentrums sowie des Deutschen Textilmuseums ist der Stadtteil weithin bekannt: Alljährlich zu Pfingsten strömen seit Jahrzehnten viele tausend Besucher zum Flachsmarkt, der mit rund 300 Händlern und (Kunst-)Handwerkern sowie attraktiven Ritterspielen als der größte mittelalterliche Markt in der Bundesrepublik gilt. Auf dem 758 Hektar umfassenden Linner Gebiet leben nach den statistischen Angaben der Stadt rund 6000 Personen in 3200 Wohnungen. Der Anteil an Ein- und Zweifamilienhäusern liegt bei 66 Prozent. Rund ein Viertel der Bewohner ist über 65 Jahre alt; 16 Prozent sind Kinder und Jugendliche. Linn verfügt über vier Kindertageseinrichtungen und zwei Schulen. trierte er dort die Fundstücke aus der Zeit um 1780. Da sind zum Beispiel die zwei kleinen Tassen und Untertassen aus original chinesischem Porzellan. „Das konnte sich der damalige Eigentümer des Hauses, Peter Küpers, leisten. Es wurde damals über die Niederlande nach Deutschland eingeführt“, erläutert Reichmann und verweist auf die beiden farbigen Kaminplatten, die Peter Küpers und seine Frau Anna wein- beziehungsweise teetrinkend, zeigen. Der Hausherr raucht dabei den Tobak aus einer der typischen Tonpfeifen, von denen weitere Exemplare zu Was Christoph Reichmann damals in seinem Keller gefunden hat, ist in Vitrinen des Museums Burg Linn zu sehen. Diese Teile der Fundstücke stammen aus der Zeit um 1780. RP-FOTO: LEZ den Fundstücken aus dem Haus gehören. „Die Kaminplatten sind die einzigen Stücke, die ich nicht ausgegraben habe; sie befanden sich damals schon im Museum.“ Neben weiteren, den Originalen nachempfundenen Tassen und Tellern im China-Stil fand Reichmann in seinem Keller auch Flschen und Krüge aus Westerwälder Steinzeug und bäuerliche, glasierte Schalen und sogar eine Kaffeekanne aus hiesiger Irdenware. Die Einzelvitrine zeigt darüber hinaus Küchengeschirr aus der Zeit um 1780, das Reichmann in seinem Keller ausgegraben hat. Mahshid Sheikhmahbuby von AT Cosmetics an der Rheinstraße. FOTO: CC (RP) AT Cosmetics bietet das Beste aus zwei Kulturen: aus dem Persischen die Herzlichkeit und das Bestreben, der Kundin jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Und aus dem Deutschen die Professionalität, modernste Technik und hochwertigste Produkte. AT Cosmetics an der Rheinbabenstraße 116-120, Telefon 326984, ist ganz individuell auf die Wünsche der Kunden eingestellt: eine ganz besondere Behandlung für ganz besondere Erfolge. Zu gewinnen sind jetzt Gutscheine über 20 Euro für eine wohltuende Behandlung – eine kleine Auszeit vom stressigen Alltag. Die Gutscheine sind nicht mit anderen Angeboten kombinierbar. Mitmachen und gewinnen! Wer unter 01379-883024 (50 Cent/Anruf aus dem dt. Festnetz, Mobilfunk abweichend) anruft, kann gewinnen. Oder SMS mit dem Kennwort „rp11“, Leerzeichen, Ihrem Namen und Adresse an 1111 (ohne Vorwahl, 50 Cent/ SMS) oder unter „www.rp-online.de/gewinnspiel-krefeld“. Ausgeschlossen sind Mitarbeiter des Verlags oder verbundener Unternehmen. Das Los entscheidet, die Gewinner werden kurzfristig benachrichtigt. Im Übrigen finden Sie die Teilnahmebedingungen auch unter www.rp-online.de/teilnahmebedingungen. Teilnahme ab 18. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Teilnahmeschluss ist der 10. September. KULINARISCHES Exklusiv für RP-Leser: Der leckere Apfel-Streuselkuchen aus Linn Michaela Montz vom Museumscafé verrät ihr Rezept für den Blechkuchen. Das Museumscafé ist bekannt für seine hausgemachten Kuchen. FOTO: MC (cpu) Der Kuchen des Linner Museumscafés an der Rheinbabenstraße ist so beliebt, dass in diesem Jahr der Außer-Haus-Verkauf eingestellt werden musste. „Der Andrang war so groß, dass wir teilweise für unsere eigentlichen Café-Gäste keinen Kuchen mehr hatten. Deswegen haben wir uns schweren Herzens entschieden, den Kuchen ausschließlich im Café zu verkaufen“, erklärt Inhaber Andreas Montz. Für Leser unserer Zeitung gibt es nun einen kleinen Trost: Michaela Montz, die alle Kuchen für das Café selber backt, hat jetzt exklusiv das Rezept für ihren Apfel-Streuselkuchen zum Nachbacken verraten: Zunächst wird der Teig für den Boden aus 400 g Mehl, 200 g Zucker, 200 g Butter, einem Ei, einem Päckchen Backpulver und einer Prise Salz verknetet, um den Teig danach gleichmäßig auf dem Backblech zu verteilen. Für den Belag werden sodann 1,5 Kilo Äpfel geschält, in Spalten geschnitten und auf dem Blech mit dem Teig verteilt. Für die Streusel werden 250 g Mehl, 125 g Zucker, 125 g Butter, eine Päckchen Vanillezucker sowie eine Prise Zimt vermengt und beziehungsweise „verkrümelt“ und anschließend über die Äpfel verteilt. Die Backzeit beträgt bei 170° (Umluft) 50 Minuten.

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