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Stadtteilserie - Fünf Dinge, die Sie über Mitte wissen sollten -ET 18.08.2017-

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Stadtteilserie - Fünf Dinge, die Sie über Mitte wissen sollten -ET

✧ KR-L4 C4 Aus den Stadtteilen RHEINISCHE POST FREITAG, 18. AUGUST 2017 BOCKUM BISMARCKVIERTEL ELFRATH FISCHELN FORSTWALD GARTENSTADT GELLEP-STRATUM HOLTERHÖFE HÜLS INRATH KLIEDBRUCH KÖNIGSHOF LINDENTAL LINN OPPUM STADTMITTE STAHLDORF TACKHEIDE TRAAR UERDINGEN VERBERG BLUMENPLATZ Krefelds größtes Klettergerüst Das Klettergerüst ist einer Blüte nachempfunden. RP-ARCHIV: SAMLA (lez) Der Blumenplatz mit der Errichtung des Spielplatzes eine wichtige Aufwertung erfahren: „Eine Stadt lebt vor allem auch von solchen Plätzen mit Aufenthalts- und Erlebnisqualität sowohl für Kinder als auch für Senioren. Der Blumenplatz ist ein Vorbild für die Innenstadt von morgen“, hatte Oberbürgermeister Frank Meyer bei der Eröffnung vor einem knappen Jahr gesagt. Der Spielplatz ist mit dem fugenlosen Boden aus Gummigranulat, den gelben und orangefarbenen Pfählen, die Krefelds größtes Klettergerüst aus grünen Seilen und Netzen halten, und dem zentralen Sandkasten einer großen Blüte nachempfunden. Umschlossen werden der von mächtigen Platanen bestandene Platz und die ehemalige Norbertuskirche von Buchenhecken, vor denen Bänke mit Rückenlehnen zum Verweilen einladen. Das umgebende Pflaster ist von derselben hellen Farbe wie die Wände der ehemaligen Kirche, was einen optisch einheitlichen Eindruck vermittelt. Die Straßen rund um den Platz sind verkehrsberuhigt. Gut eine Million Euro hat die Umgestaltung des Platzes gekostet; 80 Prozent davon werden durch das Programm „Stadtumbau West“ getragen. SERIE KREFELD UND SEINE STADTTEILE Die City in den 60ern und 70ern VON JOCHEN LENZEN Präsentiert von ZAHLEN & FAKTEN Gut 31.000 Bewohner in 18.700 Wohnungen (lez) Der Bereich der 242 Hektar umfassenden Stadtmitte wird nach der Übersichtskarte der Stadtverwaltung im Süden, Westen und Norden nahezu deckungsgleich von den Ringen und im Osten von Blumental-, Moerser Straße und Ostwall begrenzt. Unter den gut 31.000 Bewohnern in 18.700 Wohnungen halten sich nach den statistischen Zahlen des vergangenen Jahres Männer und Frauen die Waage. Dasselbe gilt für die Senioren und die unter 18-Jährigen mit jeweils 16 Prozent. Gewohnt wird weit überwiegend in Mehrfamilienhäusern; der Anteil der Ein- und Zweifamilienhäuser liegt bei 21 Prozent. Zu den acht Fünf Dinge, die Sie über Mitte wissen sollten Schulen im Bezirk Stadtmitte gehören vier Gymnasien. Hinzu kommen 17 Kindertageseinrichtungen. Die Struktur der Stadtmitte wird optisch durch die rechteckige Anlage der vier Wälle geprägt, die durch ihre Namen auch die Orientierung nach den Himmelsrichtungen erleichtern. Zu beachten ist dabei, dass das Wallrechteck leicht nach Nordwesten „gekippt“ ist. Die Lessingstraße am östlichen Rand des Bezirks wird gern als Beispiel für einen exakten Verlauf von West nach Ost genannt. Durch die Bank eng bebaut bietet die Stadtmitte wenig Parkraum an den Straßenrändern. Dafür gibt es acht Parkhäuser und Tiefgaragen. Blick von der Hochstraße auf den Schwanenbrunnen und den dahinter liegenden Parklatz. Dort befindet sich heute das Schwanenmarkt-Zentrum. FOTO: STADTARCHIV Bis in die 60er Jahre sind in Krefelds Stadtmitte noch die Folgen des Zweiten Weltkriegs sichtbar gewesen, doch es gab auch schon erste Ergebnisse der Wirtschaftswunderzeit: Neben den noch reichlich vorhandenen Trümmergrundstücken, die den Kindern der Innenstadt – der Autor dieser Zeilen ist auf dem Platz an der Alten Kirche aufgewachsen – als verbotene Spielplätze dienten, war der noch junge Kaufhof ein willkommener Ort, die Freizeit mit Versteckspielen in der Möbelabteilung zu verbringen. Was die moderne Ernährung anbelangte, so stand an der Ecke Markt- und Königstraße (heute Sport Borgmann) der erste Budenwagen Krefelds mit einer bis dahin unbekannten Köstlichkeit: Pommes frites, die nur mit Mayo oder Senf zu haben waren; Ketchup war unbekannt. Bei Hülsmann an der Lohstraße gab es ebenfalls etwas völlig Neues: Schaschlik. Eine der bemerkenswertesten Veränderung der Innenstadt war Mitte der 60er Jahre der Umbau der Hochstraße zu einer Fußgängerzone – eine der ersten in Deutschland. Zweite, bis heute enorm wirkungsvolle Umgestaltung der City war der Bau des Schwanenmarkt-Zentrums. Als die Wiedenhofstraße noch bis zur Dionysiuskirche durchging, befand sich gegenüber dem Milchgeschäft Mündrath eine Brachfläche, die als Parkplatz genutzt und Mitte der 70er Jahre mit dem neuen Zentrum bebaut wurde. Das ziemlich baufällige Gregoriushaus zwischen diesem Parkplatz und dem Kloster an der Ecke Poststraße wurde damals nur sehr gelegentlich von den Pfadfindern genutzt. Ansonsten war es leer und bot dem damals 15-jährigen Krefelder Gelegenheit, auf dem Weg zur und von der Schule seine normalen mit knallorangefarbene Socken auszu- tauschen: Ende der 60er Jahre war es nämlich völlig unmöglich, sich vor Gleichaltrigen ohne irgendetwas Schockfarbenem sehen zu lassen – für die Elterngeneration ein absolutes Unding. Eine weitere maßgebliche Veränderung war der Abriss des Krefelder Hofs, der sich beeindruckend hinter den kleinen Geschäftsbuden der Rheinstraße erhob. Im Restaurant des stattdessen errichteten Hortenhauses konnte man Anfang der 70er Jahre seiner Freundin schon mal ein Glas Tee ausgeben. Das kostete damals genau eine Mark. RUND UM DIE ALTE KIRCHE Dauerproblem Evangelischer Kirchplatz (lez) Prägend für das Bild der Stadtmitte im absoluten Zentrum Krefelds sind die beiden Plätze westlich und nördlich der Alten Kirche. Während der Westliche – „Platz an der Alten Kirche“ genannt – sehr ansehnlich hergerichtet ist und im Sommer außengastronomisch genutzt wird, ist der nördliche Platz zwischen Kirche und Schwanenmarkt – offiziell „Evangelischer Kirchplatz“– seit Jahrzehnten in desolatem Zustand. Der Platz war entstanden, nachdem der alte Turm der Kirche 1951 eingestürzt war. Bei den Aufräumarbeiten wurde damals auch das Sträßchen entfernt, das sich von der Wiedenhofstraße aus gesehen, in drei winzigen Kurven in Richtung Schwanenmarkt schlängelte und damals bis zur Klosterstraße durchging. Im März 2015 hatte die Stadtverwaltung Pläne vorgelegt, nach denen unter anderem auch dieser Platz ab 2016 im Rahmen des Förderprogramms „Stadtumbau West“ verschönert werden sollte – mit 80 Prozent Fördergeldern. Der Planungsausschuss hatte seinerzeit dieser und anderen Maßnahmen zugestimmt. Der Platz sollte erneuert und umgestaltet werden, um die Platzfolge Schwanenmarkt/Evangelischer Kirchplatz/Platz an der Alten Kirche/Willy-Göldenbachs-Platz zu stärken. Hierzu hat es in der Vergangenheit mehrfach Gespräche zwischen Vertretern der Kirche und der Verwaltung gegeben. Denn die Umsetzung ist vom Erwerb der im Platzbereich befindlichen der Kirchengemeinde gehörenden Flächen abhängig. Eine Entscheidung der Kirchengemeinde steht nach wie vor aus. FRIEDRICHSPLATZ Die schönste Ansicht auf dem Weg in die City (lez) Die wohl schönste Ansicht auf dem Weg in die Stadtmitte bietet die hohe Fontäne des großen Zierbrunnens auf dem Friedrichsplatz. Dessen Attraktivität wurde noch gesteigert, nachdem drei der sechs installierten Pumpen erneuert worden waren. Seitdem ist auch der äußere Fontänenkranz wieder in Funktion, so dass der Brunnen täglich von 10 bis 20 Uhr in seiner vollen Schönheit wirken kann. Interessant: Ein eingebautes Windmessgerät sorgt dafür, dass die Fontäne nur in die Höhe schießt, wenn der Wind das Sprühwasser nicht auf die Wege und Fahrbahnen des umgebenden Kreisels weht. Der Platz wurde in Zusammenhang mit den vier Wällen nach Planung von Adolph von Vagedes zwischen 1817 und 1819 in Zusammenarbeit mit dem berühmten Gartenarchitekten Maximilian Friedrich Weyhe angelegt. Zweimal ist der Platz Friedrichsplatz neu gestaltet worden, bis er im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Auf dem Friedrichsplatz steht übrigens auch einer der neun mächtigsten Bäume auf Krefelds städtischen Flächen. Der Stamm der Platane mit dem botanischem Namen „Populus acerifolia“ umfasst 5,32 Meter. Der Baum hat mit 33 Metern den zweitgrößten Kronendurchmesser und gehört mit 35 Metern zu den drei höchsten der neun mächtigsten Bäume. Die riesige Platane ist gut 150 Jahre alt. Ein eingebautes Windmessgerät sorgt dafür, dass die Fontäne nur in die Höhe schießt, wenn der Wind das Sprühwasser nicht auf die Wege und Fahrbahnen des umgebenden Kreisels weht. RP-ARCHIV: STRÜCKEN

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