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Stadtteilserie - Fünf Dinge, die Sie über Nordbezirk wissen sollten -ET 04.08.2017-

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Stadtteilserie - Fünf Dinge, die Sie über Nordbezirk wissen sollten -ET

Aus den Stadtteilen BOCKUM BISMARCKVIERTEL ELFRATH FISCHELN FORSTWALD GARTENSTADT GELLEP-STRATUM HOLTERHÖFE HÜLS INRATH KLIEDBRUCH KÖNIGSHOF LINDENTAL LINN OPPUM STADTMITTE STAHLDORF TACKHEIDE TRAAR UERDINGEN VERBERG C4 RHEINISCHE POST FREITAG, 4. AUGUST 2017 INFRASTRUKTUR Quirliges Viertel mit architektonischem Glanzlicht (lez) Der recht langgezogene Nordbezirk zwischen Nordwall und Weyerhofstraße sowie zwischen Breiten Dyk und Hubertusstraße beziehungsweise Schlufftrasse wird amtlicherseits nicht als eigener Stadtteil geführt. Dabei ist der dicht bewohnte Bezirk links und rechts der Sternund Hülser Straße ein hoch lebendiges Viertel mit gut sechs Dutzend Geschäften nebst kleinem Wochenmarkt auf der Weggenhofstraße, mit Dienstleistern und gastronomischen Betrieben. Auch der Miesvan-der-Rohe-Businesspark mit dem einzigen Fabrikgebäude des weltbekannten Architekten liegt im Nordbezirk an der Girmesgath. Das Quartier hat mit der Liebfrauen- und der Annakirche zwei katholische und mit der Pauluskirche ein evangelisches Gotteshaus. Die Kirchen waren damals errichtet worden, weil sich die Stadt Krefeld Ende des 19. Jahrhunderts kräftig nach Norden ausweitete. Das in dieser Zeit entstandene und weitestgehend erhalten gebliebene Viertel um die Liebfrauenkirche gehört mit seinen Mehrfamilienhäusern und den mit Kopfsteinen gepflasterten Straßen zu den schönsten Quartieren innerhalb des Innenstadtrings. Das einzige Fabrikgebäude, das Mies van der Rohe errichtet hat. FOTO: BKÖ SERIE KREFELD UND SEINE STADTTEILE Der Moritzplatz macht sich wieder Das Quartierszentrum hat einen neuen Spielplatz bekommen. Sogar der Brunnen funktioniert wieder. VON JOCHEN LENZEN Lange war der Spielplatz auf dem Moritzplatz nicht nutzbar, weil die Spielgeräte nicht mehr den Sicherheitsanforderungen genügten. Anlieger hatten sich über den verwahrlosten Zustand beklagt und sich an die Bezirksvertretung Nord gewandt, und die sprach sich über alle Fraktionen hinweg für die Wiederherstellung aus. Mit Beginn der Sommerferien wurde gerade neues Spielgerät installiert, so dass der Platz jetzt wieder nutzbar ist: Neben einer Schaukel und einer Rutschbahn bieten auf Der neue Spielplatz hat den Moritzplatz wieder ein gutes Stück aufgewertet. Kian auf der Schaukel ist jedenfalls begeistert. Im Hintergrund links: der Tuchballen- Brunnen. RP-FOTO: T. LAMMERTZ grün und braun „gepolstertem“ Untergrund eine Rundkonstruktion mit Netz und ein Klettergerüst den Kindern Gelegenheit, sich auszutoben. Darüber hinaus wurde anstelle einer gefällten Kastanie ein Zierapfelbaum gepflanzt. Der Moritzplatz mit seinem modernen Kiosk ist der zentrale Treffpunkt des Nordbezirks und seit vielen Jahren auch immer wieder Ort für gesellige Veranstaltungen. Leider besteht die vormalige Traditionsgaststätte „Haus Sieburg“, die den Platz mit ihrer Außengastronomie belebt hatte, nicht mehr. Das Haus soll abgerissen werden, um einem Wohnungsneubau Platz zu machen. Auch der vor 15 Jahren neben dem Spielplatz errichtete und vom Möbelhaus Schaffrath großzügig gesponserte Brunnen, der nach dem Entwurf des Künstlers Claus Andreas Barthelmess in der Lehrwerkstatt von ThyssenKrupp gebaut wurde, funktioniert nach vielen Jahren endlich wieder. Sechs Monate nach dessen verzögerter Inbetriebnahme im Jahr 2003 hatte man feststellen müssen, dass das gute Stück rostete. Die „Art der Wasseraufbereitung“ und die „extreme Hitze des Sommers“ sollten damals der Fünf Dinge, die Sie über Nordbezirk Präsentiert von wissen sollten Grund gewesen sein. So wurde der Brunnen Anfang 2004 wieder abgebaut und auf Kosten von Thyssen- Krupp einer metallurgischen Schönheitsreparatur unterzogen. Zwei Monate später stand der Brunnen erneut und sprudelte wieder, um seine Funktion dann erneut aufzugeben. Zehn Jahre später wurden die für eine Reparatur notwendigen Kosten ermittelt und die Instandsetzung für 2015 avisiert. Jetzt, im Juli 2017, perlt das Wasser wieder durch die acht, über drei Meter hoch gestapelten Tuchballen aus Edelstahl, die an die Weber- und Stahltradition Krefelds erinnern sollen. KLEINGARTENVEREIN Zum Sommerfest im Weyerhof über Radwanderweg R 1 (lez) Der Kleingartenverein (KGV) Weyerhof kann in diesem Jahr sein 105-jähriges Bestehen feiern. Die meisten der rund 100 Gartenpächter sind im Seniorenalter und haben ihre Parzellen schon seit Jahrzehnten von dem Verein gemietet, der das Gelände seinerseits von der Erbengemeinschaft Weyer gepachtet hat. Heute kommen die Weyerhofer regelmäßig noch zur Jahresversammlung, zur Saisoneröffnung und zum Sommerfest zusammen. Letzteres wird in diesem Jahr am Samstag und Sonntag, 26. und 27. August gefeiert. Los geht es am Samstag um 19 Uhr mit Musik und Tanz in der Gaststätte des Vereins. Wirt Alexandros Palaskas bietet den Gästen dazu Leckeres vom Grill. Der Sonntag beginnt um 11Uhr mit einem musikalischen Frühschoppen. Zu beiden Terminen sorgt DJ Daniel Hahn für Musik. Die Öffentlichkeit darf übrigens auch mit Fahrrädern durch die Anlage fahren, denn der zentrale Weg ist zwischen Blumentalstraße und Hülser Bruch Bestandteil des 1992 durch die Stadt angelegten überregionalen Radwanderwegs R 1. Da sollten doch einige beim Sommerfest „hängenbleiben“. Geselligkeit vor der Gaststätte des Kleingartenvereins Weyerhof. FOTO: KGV ORGANISATOR VON BÜRGERFEST UND MARTINSZUG Krefelds ältester Bürgerverein Das Bürgerfest mit Live-Musik ist seit jeher stark besucht. RP-ARCHIV: T. L. (lez) Der „Bürgerverein des Nordbezirks“, so sein offizieller Name, ist Krefelds ältester Verein dieser Art. „Ende der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts gab es einen Turmbauverein für die Liebfrauenkirche. Als der Turm fertig war, beschlossen die Mitglieder, künftig weiter miteinander zu arbeiten. Daraus entstand 1878 unser Bürgerverein, der heute rund 100 Mitglieder hat, und die ebenfalls bis heute existierende Karnevalsgesellschaft von 1878“, erzählt Thilo Zickler, seit 2005 Vorsitzender des Bürgervereins. Heute bestimmen zwei Großveranstaltungen die Aktivitäten des Vereins: Das zweitägige Bürgerfest unter dem großen Zeltdach auf dem Parkplatz vor Gleumes und Badde ist traditionell das größte Musikfest im Nordbezirk, für das der Bürgerverein je Tag eine Krefelder Coverband verpflichtet. Das nächste Fest steigt voraussichtlich am ersten Septemberwochenende. Die zweite bedeutende Veranstaltung des Bürgervereins ist der St.- Martinszug mit drei Grundschulen und dem Kinderheim Marianum. Wegen der Menge der teilnehmenden Kinder und der Verkehrsdichte im Nordbezirk ist der Zug – einmalig in Krefeld – seit jeher zweigeteilt. Daher müssen St. Martin und der Bettler die Szene der Mantelteilung im Kaiser-Wilhelm-Park zweimal spielen. Zurzeit arbeitet der Bürgerverein daran, das frühere Brunnenfest an der alten Pferdetränke Ecke Hülserund Drießendorfer Straße wiederzubeleben. Mitglieder des Vereins werden den Brunnen säubern und anstreichen, bevor das Fest möglicherweise noch in diesem Monat wieder gefeiert werden kann. Ein weiteres aktuell geplantes Projekt ist die Gestaltung der Baumstandorte im Bezirk. „Wir werden die Anlieger anschreiben, nach Paten suchen und bei der Erstbepflanzung unter fachlicher Anleitung helfen“, sagt Zickler. FREIZEIT „Lott ens schwaade“ – bei Gleumes Talk-Initiator Jörg Enger (r.) mit Gleumes-Wirt Toni Arabatzis. RP-FOTO: LEZ (lez) Es war bei einer Geburtstagsparty vor rund 18 Jahren, als man sich über einen Urlaub unterhielt. Man kannte sich aus im Ausland, doch auf die Frage, ob die Krefelder Urlauber auch schon mal auf Burg Linn waren, fiel die Antwort negativ aus. „Das war der Anstoß, in einer Veranstaltungsreihe einmal die Vorzüge unserer Stadt darzulegen“, sagt Jörg Enger, der daraufhin 2010 die Talk-Show „Lott ens schwaade“ ins Leben gerufen hat. Zunächst liefen die Gespräche, die Jörg und Susanne Enger mit jeweils zwei Gästen aus Krefeld oder der Region aus Breichen wie Wirtschaft, Kultur oder Sport und führten, einmal im Monat im Mikado und ab 2016 bei Gleumes. Beide Gaststätten liegen bekanntlich im Nordbezirk, wo auch Jörg Enger aufgewachsen ist. „Bei den Gästen handelt sich immer sozusagen um Weltmeister auf ihrem Gebiet, die die Nachbarn aber nicht kennen“, sagt der 48-jährige Autosattler. „So hatten wir beispielsweise schon den Uerdinger Europameister im Minigolf oder einen Krefelder, der in Frankreich Fleur de Sel schöpft und hier verkauft.“ Seit diesem Jahr finden die Kneipengespräche am Biertisch, die immer von Live-Musik regionaler begleitet werden – vom Solisten über Bands bis hin zum Chören – alle drei Monate statt bei Gleumes statt. Die beiden nächsten Termine sind der 8. August und der 10. Oktober ab 20 Uhr. Im Einrittspreis von neuen Euro ist ein Getränk enthalten. Beim ersten genannten Termin sind Jutta Weber – sie hat ein Buch über die jahrzehntelange, letztlich erfolgreiche Suche nach ihrem jamaikanischen Vater geschrieben – und Jürgen Wirtz, Inhaber des einzigen reinen Krefelder Schallplattenladens in Linn, zu Gast. E-Mail: kontakt@lott-ensschwaade.de

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