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Stadtteilserie - Fünf Dinge, die Sie über Südbezirk wissen sollten -ET 08.08.2017-

Stadtteilserie - Fünf Dinge, die Sie über Südbezirk wissen sollten -ET

✧ KR-L5 Aus den Stadtteilen BOCKUM BISMARCKVIERTEL ELFRATH FISCHELN FORSTWALD GARTENSTADT GELLEP-STRATUM HOLTERHÖFE HÜLS INRATH KLIEDBRUCH KÖNIGSHOF LINDENTAL LINN OPPUM STADTMITTE STAHLDORF TACKHEIDE TRAAR UERDINGEN VERBERG C5 RHEINISCHE POST DIENSTAG, 8. AUGUST 2017 TRADITION Krefelds anrührendste Weihnachtsfeier (cpu) Es ist eine wunderschöne Tradition, die seit über 40 Jahren Bestand hat: In der Pfarre St. Martin an der Ispelsstraße werden an Heiligabend Bedürftige und Einsame zu einer Weihnachtsfeier eingeladen. 200 Erwachsene und 30 Kinder nehmen jedes Jahr teil – mehr geht nicht, denn der Platz reicht nicht aus. Der Bedarf wäre eigentlich größer, erzählt Mit-Organisator Hans Mörchen. Deshalb müssen sogar Platzkarten ausgegeben werden. „Unsere Gäste kommen aus ganz Krefeld“, berichtet Mörchen. „Vom Lutherplatz, vom Theaterplatz, viele Hartz4-Empfänger, einige Obdachlose. Aber auch Einsame, die den Heiligabend nicht selber gestalten können.“ Auf seine Helfer kann Mörchen sich verlassen. Viele der rund 40 Freiwilligen sind jedes Jahr dabei. Und auch das Festmahl wird regelmäßig vom Restaurant Nordbahnhof gesponsert: Schweinebraten mit Rotkohl und Klößen. Die Feier beginnt immer um 15 Uhr mit einer Kaffeetafel. Für die Kinder findet im Jugendzentrum parallel ein Programm statt, bei dem zum Beispiel ein Geschenk für die Eltern gebastelt werden kann. Viele Gäste freuen sich auf die musikalische Unterhaltung des Musikers Charly Nießen, der natürlich unentgeltlich auftritt. Einige Spender beteiligen sich mit schöner Selbstverständlichkeit an der Gestaltung des Abends, an dem die Kinder mit einem Geschenk, die Erwachsenen mit einer Tüte Lebensmittel nach Hause gehen können. Zum Beispiel das Berufskolleg Vera Beckers. Weitere Spender sind willkommen. Unter dem Betreff „Weihnachten 2017“ kann schon jetzt auf das Konto: IBAN DE54320500000000166983 eingezahlt werden. SERIE KREFELD UND SEINE STADTTEILE 1974: Todesstoß für ein Wahrzeichen Ideen für den Wasserturm Gladbacher Straße gab es viele. Fast wäre dort ein Café mit Ausblick entstanden. VON CAROLA PUVOGEL Plötzlich ging alles ganz schnell: Keine vier Wochen vergingen 1974 zwischen Abbruchantrag und der Genehmigung zur Sprengung des Wasserturms an der Gladbacher Straße Ecke Unter- und Obergath. Bürgerproteste kamen zu spät, liefen ins Leere: Kaum drei Wochen später blieb von der mächtigen Landmarke im Süden, die 1898 in Betrieb gegangen war, nur noch ein Haufen Schutt. Am 27. April gegen 17 Uhr zündete der Sprengmeister aus Wuppertal die finale Ladung, um den Turm zum Einsturz zu bringen. Der Weg war frei für den Bau der Umgehungsstraße Süd. Fast wäre der prächtige Turm erhalten geblieben: Ein Privatmann hatte das Gebäude bereits 1969 gekauft, 70.000 DM kostete der Erwerb damals, wollte dort groß investieren. Im Untergeschoss sollte eine bürgerliche Gaststätte entstehen, im zylindrischen Aufbau ein Restaurant mit Rundaussicht. Andere Ideen waren zuvor verworfen worden: Studenten hatten einen Entwurf vorgelegt, im Turm Veranstaltungsund Clubräume einzurichten, eine Bibliothek und das Asta-Büro unterzubringen. Die Vereinigung Schlaraffia Crefeldensis wollte ein Gesellschaftshaus für ihre Treffen einrichten, der Vinzensverein schlug vor, den Wasserturm als Unterkunft für entlassene Strafgefangene zu nutzen. Am Ende behielten die Verkehrsplaner des Landschaftsverbands Rheinland die Oberhand: Die zunächst diskutierte Umgehungsstraßenlösung sei nicht großzügig genug, der Turm stände der geforderten Lösung im Wege. Und so kaufte 1974 wurde de r Wasserturm Gladbacher Straße/Ecke Gath gesprengt. Dort sollte Platz für eine großzügige Umgehungsstraße geschaffen werden. FOTO: STADTARCHIV die Stadt den Turm zurück – der Todesstoß für das Wahrzeichen. Jörg Faber bekommt auch heute noch eine Gänsehaut, wenn er an den Wasserturm und den Tag der Sprengung denkt, die er damals als kleiner Dötz selbst miterlebt und FAMILIE Haus der Familie weicht Kita-Neubau (cpu) Der Lutherplatz bekommt ein neues Gesicht. Das Haus der Familie am Lutherplatz wird – ebenso wie das direkt angrenzende Clarenbachhaus – im kommenden Jahr abgerissen. Die Verträge mit dem Investor, der dort eine Kita errichten wird, sind jetzt in trockenen Tüchern, berichtet Pfarrer Volker Hendricks vom Gemeindeverband. Das Clarenbachhaus steht schon seit mehreren Jahren leer. Zum Ende des Jahres wird nun das Haus der Familie den Standort wechseln und mit allen seinen Angeboten zum Westwall 40-42 umziehen. Ausgenommen sind Sportangebote, die Das Haus der Familie am Lutherplatz wird abgerissen. RP-ARCHIV: CPU bislang in der kleinen Turnhalle am Lutherplatz stattgefunden haben. Diese sollen in Zukunft dezentral stattfinden – zum Beispiel in Gymnastikhallen von Kitas. Spannend ist, wie es am Lutherplatz weitergeht. Der Investor plant, eine riesige Kindertagesstätte mit acht oder sogar neun Gruppen zu errichten, weiß Hendricks. Die städtische Kita, die derzeit in beengten Verhältnissen auf dem Helios-Gelände sowie in einer Außenstelle untergebracht ist, wird dorthin umziehen – aber es gibt dann Platz für deutlich mehr Kinder. Spannend ist die Entwicklung auch deswegen, weil das Areal am Clarenbachhaus und dem Haus der Familie seit langem Treffpunkt der Trinkerszene mit allen auch fotografiert hat, mit der stibitzen Kamera des Vaters, wie er erzählt. „Das war die beste Visitenkarte Krefelds, es war ein Highlight dort vorbeizufahren, eine so schöne Kindheitserinnerung“, erzählt er. Der 52-Jährige hat es sich zum Ziel negativen Begleiterscheinungen ist. Am Fußweg, der hinter dem Clarenbachhaus verläuft, ist in den letzten Monaten mindestens eine weitere Gruppe heimisch geworden, hat sich ein Lager mit Matratzen und Stühlen errichtet. Ob Kita und Trinkerszene konfliktfrei nebeneinander existieren können und müssen, ist eine Frage, die wohl nicht nur Volker Hendricks sich stellt. Am Westwall wird das Angebot des Hauses der Familie wie bislang weitergeführt. Die neuwertige Küche wird mit umziehen. Auch das Café des Mehrgenerationenhauses wird dort Platz finden. gesetzt, die Erinnerung an den Wasserturm zu wahren. Auf seiner Facebook-Seite „Krefeld Wasserturm“ sammelt er Fotografien des Wahrzeichens. Viele Krefelder haben dort ihre Erinnerungen an den Turm, aber auch den Tag der Sprengung geteilt. „Ich würde mich riesig freuen, wenn weitere Fotos hochgeladen würden“, sagt er. Einen Gedenktag an den Wasserturm fände Faber schön. Und eine weitere Idee hat er, um das Andenken hochzuhalten: Er schlägt vor, die Verkehrsinsel inmitten der Kreuzung neu zu gestalten. Dort vielleicht eine Mini- Version des Wasserturms zu errichten und rundherum eine gepflegte Grünfläche anzulegen. Ein bisschen Wiedergutmachung wenigstens für den Abriss des Wahrzeichens im Krefelder Süden. Fünf Dinge, die Sie über Südbezirk Präsentiert von wissen sollten MEINUNG Südbezirk: „Ein buntes, friedliches Völkchen“ Bezirksvorsteherin Gisela Brendle- Vierke lebt gern im Südbezirk. ARCHIV: TL (cpu) Die Bezirksvorsteherin des Südbezirks, Gisela Brendle-Vierke, will sich nicht länger damit abfinden, dass ihr Stadtteil ein schlechtes Image hat. „Die Menschen, die in diesem Bezirk wohnen, haben ganz unterschiedliche soziale Lebenssituationen – aber sie stellen ein buntes, friedliches Völkchen dar, das ein Abbild unserer Gesellschaft widerspiegelt“, sagt Brendle-Vierke. Migration, Integration und Miteinander seien keine Schlagworte, sondern das reale Leben im Südbezirk. „Hier leben Menschen der unterschiedlichsten Nationalitäten friedlich miteinander.“ Der „Tante- Emma-Laden“ des Südbezirks sei „Mehmets Laden“. Doch nicht nur der bunte Einwohner-Mix sei kennzeichnend für das Gebiet. Der Bezirksvorsteherin fällt es nicht schwer, eine lange Liste von Kultur-, Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen zu nennen: Die Hochschule Niederrhein, der Förderverein Walcker-Orgel in der Lutherkirche, die Pfarre St. Martin mit ihrem großen Weihnachtsfest für Bedürftige, der Südbahnhof mit seinem Kulturangebot, die Jugendeinrichtung Canapee, zwei Grundschulen, eine für ihr Engagement preisgekrönte Gesamtschule und ein Bürgerverein, der einen der größten Martinszüge in Krefeld auf die Beine stellt. INFRASTRUKTUR Alte Bahngleise auf der Lehmheide werden abgebaut (RP) Der Rückbau der Gleise auf der Lehmheide ist gestartet. Die vorhandenen Rillenschienen-Gleise inklusive des Natursteingroßpflasters werden abgebaut, gleichzeitig wird die Fahrbahn erneuert. Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich bis zum Ende der Sommerferien. Während der gesamten Baumaßnahme ist kein Durchgangsverkehr möglich. Damit die Bauarbeiten schnell ausgeführt werden können, wurden zwei Bauabschnitte festgelegt. Der Liefer- und Anliegerverkehr kann die Lehmheide je nach Bauabschnitt von der Gladbacher Straße oder von der Heideckstraße anfahren. Entsprechende Umleitungen werden ausgeschildert. Die Zufahrt zu den Grundstücken an der Lehmheide sowie der Johannes- Bausch-Straße ist für Anlieger und den Lieferverkehr gewährleistet. Ebenso ist die Zufahrt zum Friedhof und zum Supermarkt möglich. Die Gleise sind Teil der ehemaligen Schleife zum Hauptfriedhof. Als die Strecke noch planmäßig befahren wurde, fuhr jeder zweite Wagen über diese Route und dann weiter zum Edelstahlwerk. Stillgelegt wurde der Abschnitt am 29. Mai 1983.

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