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Stadtteilserie: Fünf Dinge, die Sie über Uerdingen wissen sollten

Stadtteilserie: Fünf Dinge, die Sie über Uerdingen wissen

✧ KR-L4 C4 Aus den Stadtteilen RHEINISCHE POST FREITAG, 30. JUNI 2017 BOCKUM BISMARCKVIERTEL ELFRATH FISCHELN FORSTWALD GARTENSTADT GELLEP-STRATUM HOLTERHÖFE HÜLS INRATH KLIEDBRUCH KÖNIGSHOF LINDENTAL LINN OPPUM STADTMITTE STAHLDORF TACKHEIDE TRAAR UERDINGEN VERBERG FREIZEIT Fitness und Chillen im Sportpark am Löschenhofweg (RP) Der wohl größte Anbieter für sportliche Freizeitbetätigung für Jung und Alt ist der Covestro Sportpark beim SC Bayer 05 Uerdingen am Löschenhofweg. In den Sommermonaten können sich beispielsweise Kids und Teens in Feriencamps zu verschiedenen Themen, wie Action, Weltreise, Kanu oder Trendsport austoben. Für Jugend und Erwachsene gibt es am 15. und 16. Juli den Beachhandball-Cup im dortigen Beachclub, der ansonsten täglich für jedermann geöffnet ist und zum Spielen, Chillen oder zu einer Abkühlung im Pool einlädt. Einen Einblick in den Verein bietet das große Sportpark-Sommerfest, das am Samstag, 9. Juli, von 13 bis 17 Uhr stattfindet. Dort präsentieren sich die Abteilungen des Vereins mit verschiedenen Mitmachangeboten. Für alle, die sich im Fitnessbereich ausprobieren möchten, bietet das Fitness- und Gesundheitscenter „timeout“ die Summercard an, mit der jeder das Fitnesscenter für zwei Monate ohne Vertragsbindung nutzen und so die Vorteile eines gesundheitsorientierten Trainings kennenlernen kann. Für weitere Informationen steht der Servicepoint unter Telefon 02151-4446333 oder „www.scbayer05.de“ zur Verfügung. Spaß mit Sport und Spiel beim Feriencamp im Sportpark. FOTO: SCBUE SERIE KREFELD UND SEINE STADTTEILE Haus Neuhofs – Das Kleinod des Uerdinger Ortszentrums Ende der 90er Jahre befand sich das Anwesen in desolatem Zustand. Der Krefelder Unternehmer Rolf Ramisch ließ es auf eigene Kosten sanieren. 2004 bekam er dafür den Denkmalpreis der Stadt Krefeld. VON JOCHEN LENZEN Das attraktivste Gebäude des Uerdinger Zentrums liegt im Dreieck der Fußgängerzone Niederstraße/ Am Zollhof und Bruchstraße: das spätbarocke Haus Neuhofs aus dem Jahr 1778. Ursprünglich war das Anwesen ein Bauernhof, später waren darin eine Kaffeerösterei und ein Lebensmittelgroßhandel untergebracht, bevor das Gebäude nach und nach verfiel. 1998 erwarb es der Krefelder Unternehmer Rolf Ramisch sozusagen als Schutthaufen und ließ es für etliche Millionen ohne öffentliche Zuschüsse sanieren, um so ein gutes Dutzend Wohnungen zu schaffen. Im Jahr 2004 wurde er dafür mit dem Denkmalpreis der Stadt Krefeld ausgezeichnet. Eine kleine Tafel an der Nordseite des Gebäudes weist darauf hin, dass seine etwas versetzte Lage dem früheren Verlauf der Niederstraße entspricht. „Rückwärtig und seitlich schließen sich charakteristische Neben- und Wirtschaftsgebäude an“, heißt es auf der Tafel. Äußerst bemerkenswert ist die Tatsache, dass es sich bei dem Treppenhaus um das Original handelt. Es war 1998 in desolatem Zustand: So hatte man beispielsweise die Türen unten abgesägt, als man in dem alten Haus einen doppelten Fußboden verlegte. Die Kanten der Stufen waren einfach abgeschlagen und mit Eichenbrettern aufgedoppelt worden. Durch diese Aktion hatten An der Ecke Niederstraße/Am Zollhof präsentiert sich das schmucke spätbarocke Denkmal Haus Neuhofs aus dem Jahr 1778. RP-FOTO: THOMAS LAMMERTZ sich Längen und Höhen verschoben. Daher ließ Rolf Ramisch das Treppenhaus im Sommer 1998 per Lastwagen ins Salzburger Land transportieren, wo es zunächst eingelagert wurde. Als abzusehen war, dass Sanierung und Umbau dem Ende entgegengehen, begann der Restaurator im Salzburgischen Altenmarkt mit der Wiederherstellung des Treppenhauses und eines Dutzends ebenfalls eichener Türen. Die Türen wurden abgebeizt, gereinigt, ergänzt und nachgebeizt. Die Experten brachten die verschobenen Maße wieder ins rechte Lot, ersetzten wurmzerfressene Teile, reinigten über die Jahre verdreckte Baluster, Handläufe et cetera und wachsten sie wieder. Auch die alten Be- schläge, Riegel und Schlösser – zu 80 Prozent Originale – versetzen die Fachleute wieder in funktionalen Zustand. Im Oktober 2000 kam der Restaurator mit vier Mitarbeitern und natürlich mit Türen, Rahmen und Treppenhaus hinauf nach Uerdingen, um die Teile innerhalb von nur drei Tagen wieder einzubauen. Als das Werk vollendet war, lobte der Restaurator das Engagement Ramischs mit den Worten: „Der Herr Ramisch hat da schon Epochales geleistet. Ein originalgetreuer Nachbau wäre viel billiger gewesen.“ Fünf Dinge, die sie über Uerdingen Präsentiert von wissen sollten HISTORIE Wie der heilige Nepomuk nach Uerdingen kam Der heilige Nepomuk an der Ostfassade der „Krone“. RP-FOTO: T. LAMMERTZ (lez) Es gibt eine nette Geschichte, wie der Brückenheilige Nepomuk, der an der Gaststätte „Zur Krone“ steht, von Worms nach Uerdingen kam: Nachdem die alte Holzbrücke in Worms abgerissen worden war, wurde die Figur in die bei einem Weinberg gelegene Liebfrauenkirche gebracht. Als zwei Schiffer aus Worms wieder einmal bei einer Geschäftsreise über den Rhein bei ihrem Freund Johannes Brillen, dem Wirt der „Krone“, zu Gast waren, fragte er sie im Scherz, was sie ihm denn mitgebracht hätten. Doch die nahmen die Bemerkung als Wink mit dem Zaunpfahl und versprachen, beim nächsten Besuch etwas mitzubringen. In Worms erinnerten sich die beiden Schiffer des Versprechens und begaben sich nach Liebfrauen hinaus, um ein Fässchen Wein für Brillen zu erstehen. Dabei entdeckten sie in der Kirche die Statue ihres Schutzpatrons Nepomuk und befanden, dass sie doch an eine Rheinbrücke gehöre. Sie erwarben die Statue und brachten sie – neben einem Fässchen Liebfrauenmilch – beim nächsten Besuch dem Kronenwirt als Geschenk mit. ZAHLEN & FAKTEN Historischer Ortskern mit inhabergeführten Geschäften (lez) Im rund 1500 Hektar umfassenden, bis 1929 selbstständigen Stadtteil Uerdingen leben heute gut 18.000 Einwohner in 3570 Wohngebäuden mit rund 9000 Haushalten. Für die Versorgung mit Artikeln nicht nur des täglichen Bedarfs sorgt im historischen Ortszentrum in der Fußgängerzone und am historischen Marktplatz eine Vielzahl von zumeist noch inhabergeführten Geschäften. Darüber hinaus bietet die Rheinstadt eine große Bandbreite von gastronomischen Betrieben, die sich gemeinsam mit dem Handel bei verschiedenen Stadtfesten präsentieren. Organisiert werden diese Feste vom Uerdinger Kaufmannsbund unter seinem Vorsitzenden Uwe Rutkowski. Der gemeinnützige Verein besteht aus Privatpersonen und Geschäftsleuten der Rheinstadt Uerdingen und Umgebung. Er arbeitet mit drei eigenen Arbeitsgruppen an einer kontinuierlichen Attraktivierung Uerdingens und finanziert sich ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Der Uerdinger Kaufmannsbund, Seilbahn 40, 47829 Krefeld Uerdingen, ist montags bis freitags von 15 bis 18 Uhr unter Telefon 0157- 73716532 erreichbar. INTEGRIERTES HANDLUNGSKONZEPT Die Zukunft Uerdingens liegt am Rhein (RP) Der historische, mit Platanen bestandene Marktplatz mit seinem alten sowie dem aktuellen Rathaus in den historischen Herbertzhäusern im Schatten der Kirche St. Peter ist ein Pfund, mit dem die Rheinstädter wuchern können. Und auch die Fußgängerzone kann mit manch einer attraktiven Fassade aufwarten. Damit es zwischen Bahnhof und dem bereits sanierten Rheindamm noch attraktiver wird, gehen Politik, Verwaltung und Bürgerschaft die Verschönerung und die Verbesserung der Infrastruktur mittels eines Integrierten Handlungskonzepts systematisch an. Nach einem ersten Bürgerworkshop ist die Im späten Sonnenlicht liegt der historische Marktplatz im Schatten der Kirche St. Peter. RP-FOTO: LEZ Arbeit an dem Konzept vorangeschritten: Es wurde durch weitere Anregungen von Bürgern so weit ausgearbeitet, dass nun der Sachstand zur Diskussion gestellt werden kann: Alle Uerdinger sind daher zur zweiten Bürgerwerkstatt am Dienstag, 4. Juli, zwischen 19 und 21 Uhr ins Gymnasium am Stadtpark eingeladen. Die vorläufigen Ergebnisse werden an thematischen Stationen präsentiert. In einer zwanglosen Atmosphäre besteht die Möglichkeit, sich in den Erarbeitungsprozess einzubringen und an den Stationen mit zu diskutieren. Für den Kernbereich Uerdingens soll eine Aufnahme in die Städtebauförderung beantragt werden, um in Zukunft mit Hilfe von Fördermitteln wichtige Maßnahmen zur nachhaltigen Stärkung ergreifen zu können. Ein Prozess, vergleichbar mit der Entwicklung der Krefelder Innenstadt, wird somit derzeit vorbereitet. Das Integrierte Handlungskonzept beschreibt den Fahrplan für den Stadtumbau-Prozess. Es soll insbesondere auch auf dem Wissen und den Einschätzungen der Uerdinger aufbauen. Interessierte an der Bürgerwerkstatt mögen sich telefonisch bei der Stadt Krefeld im Fachbereich Stadtplanung unter der Rufnummer 02151-36603701 oder der „Planungsgruppe Stadtbüro“ unter der Rufnummer 0231- 9732073 anmelden.

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