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Stadtteilserie - Fünf Dinge, die Sie über Verberg wissen sollten -ET 21.07.2017-

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Stadtteilserie - Fünf Dinge, die Sie über Verberg wissen sollten -ET

✧ KR-L4 C4 Aus den Stadtteilen RHEINISCHE POST FREITAG, 21. JULI 2017 BOCKUM BISMARCKVIERTEL ELFRATH FISCHELN FORSTWALD GARTENSTADT GELLEP-STRATUM HOLTERHÖFE HÜLS INRATH KLIEDBRUCH KÖNIGSHOF LINDENTAL LINN OPPUM STADTMITTE STAHLDORF TACKHEIDE TRAAR UERDINGEN VERBERG GESELLIGKEIT Kinderkarneval wird in Verberg großgeschrieben (lez) Kaum ein anderer Verein fördert die Geselligkeit des Stadtteils wie die Karnevalsgesellschaft Verberg. Sie wurde 1956 mit dem Vorstand Karl Kempen und Heinz Kampen (1. und 2. Vorsitzender), Wolfgang Bern (1. Kassierer), Peter und Günther Buttermann (beide Geschäftsführer), W. Heinemann (Präsident) und Hans Schmitz (2. Kassierer) gegründet. Letztes lebendes Gründungsmitglied ist Werner Glasmacher. Heute ist Ralf Mühlenberg Präsident der KG Verberg. Höhepunkt der Session ist neben den Sitzungen in der Halle am Luiter Weg seit 1961 der Kinderkarnevalszug, der in diesem Jahr nach zweijähriger Pause wieder stattfinden sollte, aus Kostengründen aber abgesagt werden musste. Möglicherweise klappt es ja in der nächsten Session wieder. 1957 wurde die erste Tanzgarde gegründet, die heute als Große Garde für junge Leute ab 16 Jahren fungiert. Die Mittelgarde für Zwölf- bis 16-Jährige trägt den Namen Blue Devils. Die Kindertanzgarde (sechs bis zwölf Jahre) wurde 1999 ins Leben gerufen. Seit 1988 hat Verberg sein eigenes Kinderprinzenpaar. In der laufenden Session sind es Jonas Benger und Lena Giesing. Erstes Kinderprinzenpaar vor 29 Jahren waren übrigens Stefan Peters und Katja Sellinger. Die KG Verberg hat aber auch schon zwei „große“ Prinzenpaare für die Stadt Krefeld gestellt: 1993 Gerd Siebenmorgen und Gisela Hendricks, 2006 Bernd und Sigrid Ruland. SERIE KREFELD UND SEINE STADTTEILE Das kleine Verberg hat drei Zentren Ortszentrum Nr. 1: Das Gasthaus Marcelli, seit einiger Zeit mit Baustelle vor der Tür. VON JOCHEN LENZEN Das kleine Verberg – man glaube es oder nicht – verfügt über drei historische Ortskerne, wo sich das bunte Leben tummelt: die Gaststätten Marcelli, Kleinlosen und Haus Ritte. Marcelli liegt an der Moerser Straße, wo in Höhe der Heyenbaumstraße bis 1898 den Passierenden an einem Schlagbaum Wegezoll abgenommen wurde. Die Wirtschaft geht auf einen „Böngertsches-Hof“ zurück, der schon im Jahre 1660 beurkundet ist. 1908 erwarben Heinrich, Karoline und Zetta (Elisabeth), Kinder des aus Italien eingewanderten Schmiedes Johann Marcelli das Anwesen. Schon zu dieser Zeit war das Gasthaus als Ausflugslokal gut besucht. Kegelbahn und Schießstand taten später das Ihrige, und auch Kinder hatten ihre Freude, denn Marcelli verfügte über einen Ortszentrum Nr. 2: Haus Kleinlosen, 2003 in die Farben des Eishockeymeisters Krefeld gehüllt. schönen Spielplatz. 1958 führten Josef Keuken und seine Frau Gertrud, geborene Marcelli, das Gasthaus. Nach deren Tod half Tochter Inge, später verheiratete Hansen, in der Wirtschaft mit. Bis heute erhält sie die Tradition der guten niederrheinischen Gastlichkeit und Küche. Seit nunmehr 114 Jahren besteht am anderen Ende Verbergs das Haus Kleinlosen. In den vergangenen Jahrzehnten führten es Gerd und Irmgard Siebenmorgen, geborene Kleinlosen. Heute ist ihr Sohn Peter für die Gaststätte verantwortlich. 1903 hatte Bernhard Kleinlosen das schon vorher bestehende Gasthaus Wallers/Wenzel übernommen und musste allein für die Schankkonzession den ungeheuren Betrag von 10.000 Mark zahlen. Insgesamt kostete ihn die Gaststätte 55.000 Mark. Die Gebäude waren vom Krieg Fünf Dinge, die Sie über Verberg Präsentiert von wissen sollten Ortszentrum Nr. 3: Haus Ritte mit der vorgelagerten Terrasse an der Grenze zu Traar. FOTOS: LEZ; RP-ARCHIV: T.L. verschont geblieben und wurden 1961 modernisiert. 1968 verschwand mit der alten Scheune der letzte Rest des landwirtschaftlichen Betriebs. Zehn Jahre später wurde der alte Saal mit Kegelbahn und Bühne durch einen neuen Saal und zwei Kegelbahnen ersetzt. Vor der jüngsten Modernisierung kam ein neuer Küchentrakt hinzu. Das Haus Ritte, ab 1927 in Familienbesitz, liegt an der Grenze zwischen Verberg und Traar und kann mit einer kartografischen Besonderheit aufwarten: Hartnäckig hält sich das Diktum, dass die Grenze der beiden Stadtteile genau durch die Damentoilette führt. In allen drei Gaststätten lässt sich gut speisen. Die Currywurst in Haus Ritte ist übrigens derart schmackhaft, dass der Verfasser dieser Zeilen dort schon zwei Portionen nacheinander verputzt hat. BRAUCHTUM Königssilber von 1765 begründet Schützen-Historie (lez) Wie sehr sich die Verberger mit ihrem mehr als 250 Jahre alten Schützenverein verbunden fühlen und identifizieren, zeigten sie gerade beim bestens besuchten Schützenfest über Pfingsten. Dem Verberger Schützenverein gehören 25 aktive Kompanien sowie 300 aktive und 25 passive Mitglieder an. Er gründet seine Historie auf das älteste noch existierende Schützensilber, das aus dem Jahr 1765 stammt. Dieses Schützen- oder Königssilber ist Bestandteil des Banners, auf dem die Silberplaketten der ersten 20 Verberger Schützenkönige angebracht sind. Die Plaketten der jüngsten sieben Könige bilden eine Kette, die die Majestäten seit 2004 um den Hals tragen. Amtierendes Königspaar sind übrigens Karsten und Heike Leuf. Aus den ersten gut 100 Jahren des Schützenvereins liegen keine Dokumente vor. Fest steht aber, dass es nach 1822 fünf Jahrzehnte lang keine Schützenaktivitäten gab. 1872 aber fanden sich wieder Verberger zusammen, um das Schützenwesen im Heimatdorf zu reaktivieren. Seitdem wurden, unterbrochen nur durch die beiden Weltkriege, wieder regelmäßig Schützenfest in Verberg gefeiert – das Erste nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1956. Seitdem fand es zuerst alle drei Jahre, später alle fünf Jahre statt. Als die Schützenfeste von Verberg und Traar kollidierten, einigte man sich 2009 darauf, dass Verberg nur noch alle vier Jahre feiert – zuletzt zu Pfingsten dieses Jahres. ZAHLEN & FAKTEN Rund 4000 Bürger leben in ländlichem Ambiente (lez) Gerade einmal 330 Hektar umfasst der kleine, ländliche Stadtteil nördlich des Stadtwalds zwischen Traar und Kliedbruch. Verberg, das 1907 in die Stadt Krefeld eingemeindet wurde, dient vornehmlich dem Wohnen: Hier leben in 1865 Haushalten rund 4000 Einwohner in fast ausschließlich freistehenden Einund Zweifamilienhäusern, die satte 94 Prozent aller Baulichkeiten ausmachen. Der Anteil von Senioren beträgt 26 Prozent; 16 Prozent sind Kinder und Jugendliche. Die Anbindung an das Krefelder Zentrum wird durch Buslinien sichergestellt. Die Pflege dieser ländlichen Ausrichtung und der umgebenden Natur mit den Schutzgebieten Niepkuhlen und Riethbenden ist ein wesentliches Anliegen des 1918 gegründeten Bürgervereins mit seinem Vorsitzenden Manfred Steinborn. „Hier wohnt man ruhig, vornehmlich in Einfamilienhäusern auf durchschnittlich 600 Quadratmeter umfassenden Grundstücken. Große Geschäfte und Discounter sind hier Fehlanzeige“, heißt es auf der Homepage des Bürgervereins. Mitglied des Vereins ist demnach, wer volljährig ist, seinen Wohnsitz in Verberg hat und in einem Haushalt lebt, der das Mitteilungsblatt „Verberger Allerlei“ bezieht. Das sind zurzeit mehr als 620 Haushalte. „Da wir mit zwei volljährigen Personen je Haushalt rechnen, haben wir rund 1250 Mitglieder“, formuliert der Bürgerverein. Wer sich für den Bürgerverein interessiert, kann sich an den Vorsitzenden Manfred Steinborn unter Telefon 655881 wenden. KITA GATZENSTRASSE Attraktive Kita macht von sich reden (lez) Die noch junge städtische Kindertageseinrichtung (Kita) Gatzenstraße hat bereits in mehrfacher Hinsicht von sich reden gemacht: Für 3,8 Millionen Euro hat die Stadt das moderne Gebäude nach Plänen der Krefelder Architektin Katharina Kulla innerhalb von 15 Monaten als integrative Kindertagesstätte mit Innenhöfen und einer attraktiven Außenspielfläche errichtet, die im Oktober 2014 ihren Betrieb aufnahm und im März 2015 offiziell eröffnet wurde. Im Juni ist die sechsgruppige Kita für rund 100 Kinder gerade als 1000. „Haus der kleinen Forscher“ in NRW ausgezeichnet worden, und in diesem Monat erreichte ihr Förderverein für seinen Internet-Auftritt (www.foerderverein-kiga-gatzenstrasse.de) beim IHK-Award „Das Beste im Web“ den zweiten Platz in der Kategorie „Non-Profit“. In der Ebenso modern wie funktionell: die städtische Kindertageseinrichtung an der Gatzenstraße. RP-FOTO: LEZ Neusser Pegelbar nahmen jetzt die Vorsitzende des Fördervereins, Daniela Palm, und Björn Nienhaus den Preis entgegen. Nienhaus hat den Auftritt vor einem halben Jahr ehrenamtlich neu gestaltet und betreut ihn seitdem auch. „Damit haben wir nicht gerechnet, umso mehr freut es uns aber, dass wir diesen Preis gewonnen haben“, sagte Daniela Palm nach der Verleihung. Die Wordpress-basierte Seite, so befand die Jury, besticht durch eine klare Struktur und freundliche Farben und informiert über Tätigkeiten des Vereins und über die Kita selber. Die Kita liegt auf einem rund 100 Meter langen Grundstück entlang der Straße Am Kalverpesch. Im Osten wird das Gelände von einer als Naturdenkmal ausgewiesenen Hecke begrenzt. Davor fällt die außergewöhnliche, als „Flussbett“ von den Krefelder Landschaftsarchitekten Stüve & Hähnel gestaltete Freifläche mit Natursteinblöcken, Sand und Baumstämmen auf.

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