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Startup-Woche Düsseldorf

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10 STARTUP-WOCHE

10 STARTUP-WOCHE DÜSSELDORF Düsseldorfer Gründerstorys In der Startup-Woche macht die Wirtschaftsförderung die neue Start-up-Kultur für jedermann erlebbar – mit mehr als 100 Veranstaltungen im gesamten Stadtgebiet als lebendigem Beweis. Wie stark Gründungen aus und in Düsseldorf sein können, zeigen aber auch die Erfolgsstorys vieler Startups, bei denen bereits aus Visionen und guten Ideen florierende Unternehmen wurden. Einige haben Mario Emonds und Sebastian Meurer hier zusammengetragen. Benjamin Blümchen als digitales Hör-Spielzeug boxines Spielfiguren verbinden Hören und Spielen. Der Löwe hat Startups fest im Blick Das Gründerzentrum Startplatz im Medienhafen ist seit September 2015 ein „Startup- Inkubator“. Es bietet Arbeitsplätze in Coworking-Spaces und Projektbüros für Unternehmen mit innovativen Geschäftsideen und hat sich zum Treffpunkt für die Startup- Szene entwickelt. Und es bietet ein Netzwerk aus Gründern, Investoren und Beratern. Einer der bekanntesten dürfte Felix Thönnessen sein. Er coacht die Kandidaten der VOX-Show „Höhle der Löwen“, berät Startups im Startplatz – und investiert in besonders erfolgversprechende Ideen. Zum Beispiel in immoTerminal. Das Startup hat eine App entwickelt, die Hausverwaltungen Zeit und Geld einspart. Bewohner können bei Verwaltern via Handy-App ihr Anliegen melden – statt auf diversen Kanälen wie im persönlichen Gespräch, über E- Mail oder Hotline. Die Verwalter wiederum können nun organisatorische Tätigkeiten automatisieren. Die beiden Gründer Max Schmietendorf und Ralf Marius Bozem waren in der Web-Entwicklung tätig, bevor sie dieses Projekt realisiert haben. www.immoterminal.com Ein anderes Startup, in das Thönnessen investiert, ist Avance Aire. Gründer Max Hug entwickelt Reiseaccessoires wie Nackenkissen, Kulturbeutel und Abfüllfläschchen für Shampoo und Co. Auch aus Eigeninteresse: Hug reiste durch Europa und suchte vergeblich hochwertige Nackenkissen und Schlafmasken. Die Startup-Unit der Wirtschaftsförderung half mit Netzwerkkontakten für das Marketing. www.avanceaire.com Alles begann mit dem kaputten CD-Player von Ella, der Tochter von Patric Faßbender. Auf der Suche nach einem kindgerechten und zuverlässigeren Player wurde er nicht fündig und beschloss im Frühjahr 2013 kurzerhand, das Problem selbst in die Hand zu nehmen: Ein digitales Abspielgerät für Kinder Patric Faßbender (l.) und Marcus Stahl präsentieren die Tonie-Box samt Toniefigur, die sie entwickelt haben. Foto: boxine Mit ihrem Startup sind Martin Teichmann und Sascha Camilli, die beiden Gründer und Geschäftsführer von Kesselheld, angetreten, den Heizungsbau mittels konsequenter Digitalisierung grundlegend zu verändern. Ein eigens entwickeltes Kalkulationsprogramm automatisiert die Angebotslegung. Eine „Fotobegehung“ per Smartphone spart die Besichtigung des Heizungskellers vor Ort. Ein von Kesselheld ins Leben gerufener Online-Ratgeber bietet rund um die Uhr Informationen zum Heizungswechsel. Kesselheld zeigt, wie digitale Lösungen und Automatisierungen den Heizungsbau vereinfachen. Kunden profitieren von der dadurch gewonnenen Kosten- und Zeitersparnis. Zu- musste her. Gemeinsam mit Marcus Stahl, Ingenieur und Kesselheld geht neue Wege im Heizungsbau ebenfalls zweifacher Familienvater, gründete er im Dezember 2013 die boxine GmbH. Dafür hängten sie ihre alten Jobs an den Nagel – Faßbender war Kreativdirektor einer Werbeagentur, Stahl Manager in einem Elektronik- Unternehmen. Sie entwickelten ein ganz neues Audiosystem: die Toniebox als digitales Abspielgerät und die Toniefiguren quasi als Tonträger. Statt Kassetten oder CDs stellt man eine Figur wie etwa Benjamin Blümchen, Räuber Hotzenplotz oder die Maus auf die Box – und los geht das entsprechende Hörspiel, ohne Regler und Knöpfe. „Einfach pures Hör- und Spielvergnügen“, versichert Faßbender. Besonderer Clou sind die Kreativ-Tonies. „Die kann man wie eine Leerkassette selbst bespielen – mit Musik 40 neue Arbeitsplätze in gut einem Jahr entstanden. gleich senkt Kesselheld so die Hemmschwelle für eine energetische Sanierung und treibt die Energiewende in deutschen Heizungskellern voran. Das im Oktober 2015 gegründete Startup blickt auf erfolgreiche anderthalb Geschäftsjahre zurück. Mit zehn Leuten gestartet, hat Kesselheld derzeit mehr als 40 Mitarbeiter. „Wir bekommen aktuell über 500 Bewerbungen im Monat und sind somit ein Top-Arbeitgeber in Düsseldorf“, sagt Meike Gabriel, die das Recruiting bei Kesselheld leitet. Inzwischen ist das Unternehmen derart gewachsen, dass es von seinem Startplatz im Medienhafen an die Erkrather Straße gezogen ist. Doch nicht nur der Standort hat sich geändert: Als Vermittlungsportal gestartet, beschäftigt Kesselheld heute eigene Montageteams. Teichmann: „Uns war es wichtig, die Qualität der gesamten Dienstleistung des Kesseltauschs nicht nur zu kontrollie- Erfolgreiches Startup: Martin Teichmann und Sascha Camilli haben Kesselheld gegründet. ren, sondern selbst zu sichern.“ www.kesselheld.de oder auch eigenen Texten“, erläutert Faßbender. „Kreativ- Tonies waren im Weihnachtsgeschäft 2016 auch der absolute Renner. Darüber waren wir selbst überrascht.“ Im Herbst 2016 war boxine nach knapp dreijähriger Entwicklungsphase auf den Markt gegangen. „Das Geschäft läuft sehr gut. Unser Ziel ist es, mit den Tonies in möglichst viele Kinderzimmer zu kommen und zu einem Standardproduzenten dafür zu werden“, sagt Faßbender. Wie erfolgreich das Unternehmen ist, zeigt nicht zuletzt die rasante Entwicklung der Mitarbeiter: Vor zwölf Monaten waren es acht, Anfang dieses Jahres schon 24, und ab 1. Mai werden es 32 festangestellte Mitarbeiter sein. www.boxine.de

STARTUP-WOCHE DÜSSELDORF 11 Gesucht: Partner für eine innovative Idee WelectGo: Fürs Werbespotansehen gibt es Gratis-Tickets. Knapp eineinhalb Jahre haben die beiden Düsseldorfer Olaf Peters und Philipp Dommers an ihrem Konzept gearbeitet: Wer sich zwei Minuten lang aufmerksam Werbespots ansieht, bekommt als Belohnung ein kostenloses Ticket für Bus oder Bahn. Welche Werbung sie sich ansehen möchten, entscheiden die Kunden selbst. Gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, der Rheinbahn AG und Sponsoren brachten die beiden Startup-Unternehmer die von ihnen entwickelte App auf den Markt. Der Auftakt übertraf die kühnsten Erwatungen. Gleich am ersten Tag gab es 3000 Anmeldungen binnen 24 Stunden. Schon nach nur zwei Wochen lag die Zahl der angemeldeten Nutzer bei 25.000. Insgesamt wurden über die App rund 40.000 Tickets verschenkt – alle, die zur Verfügung standen, waren damit aufgebraucht. Das junge Unternehmen ist seitdem ständig auf Partnersuche: „Wenn wir uns weiterhin so schnell entwickeln wollen, brauchen wir Werbepartner“, sagt Peters. Derzeit steht Welect mit sieben deutschen und zwei niederländischen Verkehrsbetrieben in Kontakt, um WelectGo auch in anderen Städten starten zu können. Eine Obergrenze, wie viele Tickets man lösen kann, gibt es nicht. Wegklicken funktioniert nicht: Dann pausiert das Video automatisch. Ob die Nutzer den Spot tatsächlich anschauen, wird nicht überprüft. Bei Welect gehe es immer um Freiwilligkeit, und die zahle sich aus, sind Peters und Dommers überzeugt. www.welect.de Wer sich freiwillig Werbespots anschaut, bekommt mit der App WelectGo als Belohnung ein Gratis-Ticket. Foto: Schumacher Komplexe Zusammenhänge anschaulich erklärt Funk-e produziert animierte Erklärvideos und Infografiken. Wenn Animationen zu Selbstläufern werden: Das Team von Funk-e ist Spezialist für Erklärvideos. Foto: Funk-e Komplexe Themen einfach und anschaulich erklären: Das ist eine Gabe, die nicht viele haben. Genau dieser Kunst hat sich Funk-e (sprich: Funky) verschrieben – mit großem Erfolg: Das 2013 in Berlin gegründete Unternehmen entwickelt animierte Erklärvideos und Infografiken für Unternehmen, die ihren Mitarbeitern und Kunden komplexe Zusammenhänge nahebringen müssen. Warum als Gründungsort die Wahl auf Berlin fiel, kann Florian Stieler, Leiter von Funk-e Deutschland (eine zweite Niederlassung gibt es in Rotterdam), rasch erklären: „Aus Sicht eines jungen Startups war Berlin einfach DIE Stadt. Kurz darauf mussten wir aber feststellen, dass unsere Kunden zu 90 Prozent entlang der Rheinschiene zu finden sind. Daher haben wir vor einem Jahr kurzerhand unsere Computer und Stifte eingepackt und sind nach Düsseldorf gezogen.“ Seine Erklärvideos würzt Funk-e mit viel Humor. Stieler gibt sich mit dem Erreichten aber nicht zufrieden: „Zukünftig wollen wir unsere Kunden noch breiter bei ihrer digitalen Kommunikation unterstützen – sowohl inhaltlich als auch mit neuen Technologien.“ Das Team, das in Düsseldorf aus elf Mitarbeitern besteht, arbeitet daran, einmal erstellte Videos automatisch in tausenden von Varianten auszuspielen und somit jeden Betrachter persönlich anzusprechen. www.funk-e.com/de

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