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Startup-Woche Düsseldorf

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2 STARTUP-WOCHE

2 STARTUP-WOCHE DÜSSELDORF Die alte mit der neuen Welt verbinden Andre Boschem, Leiter der Startup-Unit der Wirtschaftsförderung, erklärt im Interview, warum Düsseldorf so eine lebendige Startup-Szene hat – und wie wichtig sie für den Wirtschaftsstandort ist. Herr Boschem, was ist eigentlich ein Startup? Andre Boschem Ein junges Unternehmen – maximal zehn Jahre alt – mit hohem Wachstumspotenzial und digitalem Bezug. Wobei das Wachstumspotenzial für mich entscheidend ist. Wenn beispielsweise ein junges Unternehmen wie Yomaro mit seinem Frozen Joghurt, das ja nichts mit der digitalen Welt zu tun hat, jetzt eine Filiale nach der anderen eröffnet, fällt das für mich auch in die Kategorie „Startup“. Hilfe für Visionäre: die Startup-Unit Vor rund zwei Jahren startete die Wirtschaftsförderung Düsseldorf ihre Startup-Initiative. Ansprechpartner für junge Unternehmensgründer in spe ist die „Startup-Unit“, die Startups zur Seite steht: Andre Boschem (Leiter), Daniel Adler, Jürgen Gerreser, Christiane Knoll, Ferdinand Nett und Ingo Stefes. Die Startup-Unit versteht sich als Wegweiser und Türöffner, beantwortet Fragen, gibt Tipps zu verschiedenen Themen im Gründungsprozess von der Finanzierung bis zum Aufbau eines Netzwerkes, vermittelt Experten oder nimmt Startups mit zu Messen im In- und Ausland. rps Kontakt per Mail: startupunit@duesseldorf.de, im Internet: www.startup-city.de Sie leiten die Startup-Unit der Wirtschaftsförderung. Warum bedarf es einer besonderen Abteilung? Boschem Die Wirtschaftsförderung hat sich natürlich immer schon mit Firmengründungen beschäftigt. Das Gründungsnetzwerk Go-Dus ist da nur ein Beispiel von vielen. Startups brauchen aber eine andere Ansprache: Sie haben einen anderen Bedarf, suchen andere Fachkräfte – meist eben aus dem digitalen Umfeld. Sie sind sehr kritisch und gleichzeitig extrem zielorientiert. Da geht es neben dem Geschäftsmodell auch viel um Netzwerken, um Kontakte – und natürlich auch um Fördermittel. Unser Team ist selbst stark vernetzt und hilft Startups, den richtigen Experten für ihre Fragen zu finden, ein eigenes Netzwerk aufzubauen oder auch bei der Suche nach einem ein Büro oder einem Labor. Die Startup-Unit gibt es jetzt seit rund zwei Jahren. Wie sieht Ihre Bilanz bis hierhin aus? Boschem Sehr gut. Zunächst mussten wir ja herausfinden, ob es so etwas wie eine Startup-Szene in Düsseldorf tatsächlich gibt. Spätestens seit der ersten Startup-Woche im vergangenen Jahr ist klar: Es gibt sie. Und sie ist sehr aktiv. Dieser Startup-Geist wird nicht nur in Düsseldorf deutlich wahrgenommen, sondern auch im Umland. Und die Zahl der jungen, innovativen Unternehmen wächst: Wir haben hier 250 bis 300 Startups und Gründerteams. Allein 83 Neugründungen sind in den vergangenen beiden Jahren hinzugekommen. Insgesamt haben die Startups über 2000 neue Jobs geschaffen – ein Unternehmen wie trivago, das nicht mehr als Startup zählt, weil es älter als zehn Jahre ist, aber fast 1000 Arbeitsplätze bietet, nicht einmal hinzugerechnet. Das ist ein wichtiger Erfolg für die Wirtschaftsförderung und die Innovationskraft in Düsseldorf. Andre Boschem Warum? Boschem Weil Unternehmen dahin gehen, wo die Fachkräfte sind. Mein Eindruck ist, dass auch etablierte, klassische Unternehmen sich zunehmend der Startup-Kultur öffnen. Für die Wirtschaftsförderung und das Standortmarketing ist es wichtig, dass die Fachkräfte der Zukunft auch aus unserer Region kommen. Warum entwickelt sich die Startup-Szene gerade in Düsseldorf so prächtig? Boschem Da gibt es viele Gründe. Düsseldorf ist eine Stadt der kurzen Wege. Viele innovative Firmen sind vor Ort, nehmen Sie nur einmal die Werbebranche, Agenturen wie BBDO oder DDB, oder die Telekommunikation, Vodafone. Das Kapital ist da, die Banken. Und eine hochattraktive Hochschullandschaft. Unser Vorteil vor einer Stadt wie Berlin ist die Nähe zueinander: Foto: Paul Esser Wir kennen beide Seiten, wir kennen die etablierten Unternehmen und die neue Art von Arbeit. Wir bringen beide zusammen und verbinden damit quasi die alte und die neue Welt. Und mit der von Oberbürgermeister Thomas Geisel initiierten Startup-Initiative hat die Bewegung weiter Fahrt aufgenommen. Was ist neu in der zweiten Startup-Woche im Vergleich zur ersten? Boschem Im vergangenen Jahr hatten wir einen guten Start mit 40 Veranstaltungen – jetzt werden es sogar mehr als 100 sein. Spannend werden sicher wieder die Pitchveranstaltungen wie der Rheinland Pitch oder der Startup Sprint. Neu ist in diesem Jahr, dass Die richtigen Mitarbeiter finden StepStone erklärt Recruiting für junge Unternehmen. Bei der Düsseldorfer Startup-Woche können Interessierte diesmal einen Blick hinter die Kulissen eines der erfolgreichsten deutschen Online-Unternehmen werfen. Mitten im Medienhafen hat die Online-Jobplattform StepStone ihr neues Headquarter. Von hier aus sorgen die Düsseldorfer dafür, dass weltweit Menschen genau den Job finden, den sie wirklich lieben. Am 12. Mai öffnet StepStone die Türen für 25 Gäste – die Plätze sind also rar und die Anmeldung läuft bereits. Die Job-Experten wollen während der Startup-Woche aber nicht nur zeigen, wie groß ein erfolgreiches Düsseldorfer Startup und Digitalunternehmen werden kann. Sie geben ihr Wissen auch weiter: Nach einer Tour durch das neue Office erklären Recruiting- Profis, wie Gründer in der rasanten Start-Phase sicherstellen können, die richtigen Mitarbeiter für weiteres Wachstum zu finden. Denn der Erfolg junger Startups bedeutet oft vor allem eins: Noch mehr Arbeit. Umso wichtiger ist es, Mitarbeiter für sich zu gewinnen, die dem Unternehmen wirklich weiterhelfen können. Doch so einfach es klingt, so riskant kann es sein, die falsche Wahl zu treffen. Wie lässt sich feststellen, welche Mitarbeiter in ein Unternehmen und in ein bestehendes Team passen? Wie können Gründer erkennen, ob jemand nicht nur die richtigen Fähigkeiten mitbringt, sondern auch das Team und seine wir „Startup-Study-Tours“ anbieten, auf der sich innovative Arbeitsorte und Arbeitskulturen vorstellen. Zum Beispiel beim Internet-Telefonie- Anbieter sipgate, der selbst 2004 als Startup anfing, oder die Online-Jobbörse Step- Stone in ihrem neuen Headquarter im Medienhafen. Worauf sind sie selbst gespannt, worauf freuen Sie sich? Boschem Auf die Pitches oder auch das Gründer-Speed-Dating. Oder DisruptMe Bundesliga. Bei Disruption geht es darum, eine Branche und etablierte Geschäftsmodelle gezielt mit neuen Ideen und Modellen anzugreifen. Und von Fußball versteht doch jeder etwas! „Israel – junger Staat und TechHub“ an der WHU interessiert mich persönlich, weil ich in den vergangenen Jahren mehrmals in Tel Aviv war, das mit 400.000 Einwohnern gut vergleichbar ist mit Düsseldorf. Es ist inspirierend zu sehen, wie dort auf kleinem Raum eine unglaublich lebhafte Startup-Szene entstanden ist. Und natürlich die Abschlussparty im Postpost im Grand Central. Dass ein leerstehendes Gebäude wie die Post am Hauptbahnhof jetzt für junge Kultur genutzt wird, passt hervorragend zur Startup-Woche. Die Fragen stellte Jörg Mehl Arbeitsweise bereichert? Tatsächlich liegt eines der größten Risiken in der Wachstumsphase von Startups genau in der Akquise neuer Mitstreiter. Denn: Wer es nicht schafft, schon während des turbulenten Starts die richtigen Mitarbeiter zu finden, gefährdet die bereits erzielten Erfolge. Wie Recruiting für Startups richtig geht und wie sich verschiedene Instrumente kombinieren lassen, verraten ihnen die StepStone Experten. Jetzt anmelden und dabei sein. rps www.startuptours.eventbrite.de Am 12. Mai von 12.30 bis 14 Uhr ist StepStone eine Station der Startup- Study-Tours.

Starthilfe für Senkrechtstarter Die Wirtschaftsförderung organisiert vom 5. bis 12. Mai die 2. Düsseldorfer Startup-Woche mit über 100 Veranstaltungen. Wenn Ideen zu Visionen und Visionen zu Unternehmen werden, ist das der Stoff, aus dem Startup-Träume sind. Und genau darum geht es bei der 2. Startup-Woche Düsseldorf: um innovative Geschäftsideen, neue Technologien und die Vernetzung von Startups mit etablierten Unternehmen. Im vergangenen Jahr fand die von der Wirtschaftsförderung organisierte und koordinierte Startup-Woche zum ersten Mal statt. Premierenbilanz: Mehr als 2600 Besucher bei über 40 Veranstaltungen. „Die Resonanz auf unsere Startup-Initiative und die erste Startup-Woche im vergangenen Jahr war sensationell“, freut sich Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel. „Das hohe Interesse an der Nachfolgeveranstaltung in diesem Jahr zeigt, dass es uns gelungen ist, das Interesse am Thema Startup nachhaltig zu wecken. Ich lade daher alle Interessierten ein, sich die zahlreichen Termine vorzumerken.“ Und das sind in diesem Jahr mehr als 100, Foto: Thinkstock.de/ismagilov die im gesamten Stadtgebiet über die Bühne gehen. Die Themen für junge Gründer reichen von Finanzierungsfragen über die Wahl der Rechtsform, den Patentschutz oder das Produktdesign bis hin zur Personalrekrutierung. Spannend werden die Pitch-Veranstaltungen werden, bei denen sich Startups vorstellen, oder auch die von der Wirtschaftsförderung organisierten Startup-Study-Tours, die den Blick hinter die Kulissen einiger Unternehmen freigeben. Ein Höhepunkt wird sicher auch der Abschluss der Woche sein: Die Afterweek-Party in den Hallen der Postpost – Grand Central an der Kölnerstraße 114 am 12. Mai. jme Das Programm der Startup-Woche findet sich im Innenteil dieser Ausgabe, in einer Broschüre der Wirtschaftsförderung, die unter anderem im Rathaus, im Startplatz, aber auch in Szene- Kneipen ausliegt, und im Internet auf www.startupwoche-dus.de. Dort kann man sich einen eigenen Programmplaner anlegen. STARTUP-WOCHE DÜSSELDORF IHK – ein natürlicher Partner für Gründer Hauptgeschäftsführer Gregor Berghausen erklärt, wie die IHK Düsseldorf Startups unterstützt. 3 Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf Foto: Alois Müller Düsseldorf ist für Startups ein idealer Standort, meint Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der Industrieund Handelskammer (IHK). Die Stadt versammelt eine Vielzahl innovative Unternehmen, die als potenzielle Kunden für die jungen, aufstrebenden Unternehmen in Frage kommen. Selbst große Unternehmen gehen inzwischen dazu über, sich für Forschung und Entwicklung das Knowhow von Startups zu sichern. Immerhin: Düsseldorf ist ein sehr vielfältiger Hochschulstandort mit insgesamt 22 Universitäten, Fachhochschulen und Akademien. Zudem ist Düsseldorf ein ausgezeichneter Bank- und Finanzstandort. Potenzielle Startups haben also gute Chancen, das Geld zu bekommen, das sie brauchen, damit aus Visionen Unternehmen werden. Gleichzeitig entwickelt sich eine pulsierende Startup-Szene in der Landeshauptstadt, an der auch das Engagement der Stadt ihren Anteil hat – wie ja auch die zweite Startup- Woche deutlich zeigt, an der die IHK mit verschiedenen Veranstaltungen und Beratern vor Ort beteiligt ist. „Existenzgründung gehört gewissermaßen zur DNA der IHK“, meint Berghausen. Die IHK hat ein Beraternetzwerk eta-bliert, das sich genauso für klassische Gründer einsetzt wie für die junge Startup- Szene. „Wir sind sozusagen von der Wiege bis zur Bahre an der Seite der Unternehmen.“ Denn die IHK-Berater helfen bei der Gründung genauso wie dereinst bei der Suche nach einem geeigneten Nachfolger. Die IHK bietet Einzelfallberatung an oder auch Seminare, sagt Berghausen und verweist auf rund 9000 Beratungen im Jahr. „Allein an unseren Existenzgründer-Seminaren haben 1700 Menschen teilgenommen.“ Die IHK unterstützt Gründer auch bei der Finanzierung ihres Vorhabens, informiert über Kredite und Fördermöglichkeiten, beispielsweise vom Land oder von Stiftungen. „Ich kann jedem nur raten, der eine gute Idee hat und begeistert ist vom Traum, ein Unternehmen zu gründen: Komm zu uns! Wir sind der natürliche Partner für Gründer!“ jme

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