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Tiere im Fokus -05.09.2017-

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Fachhandel Buntes

Fachhandel Buntes Treiben am Futterplatz Von Corinna Kuhs Für Wildvögel wie Meisen, Finken, Sperlinge oder Amseln ist das Nahrungsangebot im Winter in Deutschland knapp. Experten raten daher, den Tieren Futter anzubieten: in Häuschen, Silos oder auch als Meisenknödel. Die Vögel bekommen überlebenswichtige Nahrung, die Menschen holen sich mehr Leben auf den Winterbalkon oder in den Garten und können die Tiere an der Futterstelle beobachten. Bei der Standortwahl ist zu beachten, dass die Vögel stets den Überblick haben und jederzeit fliehen können sollten. Sonst wird das gut gemeinte Futterhäuschen schnell zum Fressnapf von Katzen, die die Sache mit dem „Vogelfutter“ etwas anders interpretieren. „Ein Futterhäuschen sollte so aufgestellt sein, dass die Vögel einen guten Rundumblick haben und Fressfeinde wie Katzen sich nicht verstecken und anschleichen können“, sagt Norbert Maak. Er ist stellvertretender Vorsitzender der Düsseldorfer Gruppe des Naturschutzbundes Deutschland Foto: ThinkstockPhotos-Mayabun (Nabu) und dort Experte für Umwelt- und Vogelschutz. „Das Häuschen sollte erhöht und zudem nicht in einer Ecke aufgestellt werden, sondern frei stehen und zu allen Seiten offen sein.“ Die Häuschen benötigen ein überstehendes Dach, das vor Regen und Schnee schützt und das Futter trocken hält. Auch Hygiene ist wichtig, betont Thomas Steidl, stellvertretender Vorsitzender des Kleintierausschusses der Bundestierärztekammer, und erklärt: „Herkömmliche Futterhäuschen sollten regelmäßig mit heißem Wasser gereinigt werden; es darf sich nicht zu viel Futter darin befinden, lieber sollte man regelmäßig nachlegen.“ Sein Tipp: „Am besten geeignet für die Fütterung sind sogenannte Futtersilos. Das sind Futterspender, bei denen die Vögel nicht im Futter herumlaufen und es darum auch nicht mit Kot verschmutzen können. So wird das Risiko der Übertragung und Ausbreitung von Krankheitserregern minimiert.“ Außerdem verderbe darin das Futter nicht, 18

Fachhandel wenn der Spender so gebaut und angebracht werde, dass das Futter auch bei starkem Wind, Schnee und Regen nicht nass werden oder vereisen könne. Egal, ob Silo oder Häuschen: Es kommt auf die Mischung an, die reingestreut wird. „Körnerfutter – man kann die Mischungen kaufen oder selbst machen – ist die Basis. Dies kann man mit gehackten Erdnüssen und feinen Haferflocken anreichern“, sagt Norbert Maak. „Wichtig ist im Winter Fettfutter, zum Beispiel Meisenknödel oder -ringe. Die kann man auch selbst herstellen, indem man Weizenkleie, Sonnenblumenkerne, feine Haferflocken und Erdnussstücke mit Rindertalg zu Knödeln formt.“ Das funktioniere am besten, indem man das Gemisch in einer Plastiktüte in Kugelform bringe und dann festwerden lasse. „Grundsätzlich sind aber auch gekaufte Meisenknödel okay.“ Tierarzt Steidl weist darauf hin, dass fertige Knödel „ausgepackt“ werden sollten: „Sie sollten nicht in ein Plastiknetz gewickelt sein, da die Vögel darin mit den Füßen hängen bleiben und sich verletzen können.“ Als Basisfutter für Körnerfresser wie Meisen, Finken und Sperlinge eigneten sich Sonnenblumenkerne, so der Veterinär. Handelsübliche Freiland-Futtermischungen enthalten noch andere Samen unterschiedlicher Größe: „Da ist dann für jeden etwas dabei.“ Rotkehlchen, Amseln, Drosseln oder Zaunkönige seien hingegen Weichfutterfresser. „Ihnen kann man – am besten in Bodennähe – Rosinen, klein geschnittenes Obst, Haferflocken und Kleie anbieten.“ Die Vögel finden die Futterplätze übrigens selbst – auch auf einem Balkon im zehnten Stock. Sollten die Vögel sie nicht Foto: ThinkstockPhotos-Daniel_Kay annehmen, liege das, laut Nabu-Fachmann, höchstwahrscheinlich daran, dass sie in der Umgebung etwas Leckereres angeboten bekommen – vielleicht schmeckt ihnen das selbstgemischte Futter des Nachbarn einfach besser. Nicht verfüttert werden dürfen Essensreste, auch das Würzen selbst gemachter Meisenknödel mit Salz sei schädlich. „Ein absolutes No-Go, das leider – besonders Wasservögeln – immer wieder hingeworfen wird, ist Brot, denn es quillt im Magen der Vögel auf“, ergänzt Tierarzt Steidl. Wann Wildvögel gefüttert werden sollen, darüber streitet die Vogelfachwelt. Das eine Lager geht davon aus, dass Vögel nur bei Frost und Schnee, etwa von November bis Februar, gefüttert werden sollten, das andere hält eine Ganzjahresfütterung für sinnvoll, da den Tieren vor allem im Großstadtumfeld das Nahrungsangebot fehle. Einig sind sich aber alle, dass im Winter die Fütterung unabdingbar ist, um das Überleben der Tiere zu sichern. 19

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