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Unser Alpen -25.04.2018-

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12 UNSER ALPEN In fünf Schritten zur Integration Die Alpener Flüchtlingshilfe hilft Geflüchteten, sich erfolgreich ein Leben aufzubauen. VON ERWIN KOHL Hoch- / Tiefbau Neubau Umbau Mauer- / Betonbau Renovierung Sanierung Ihre FREIE TANKSTELLE GRÜNTHAL • Inh. Gerhard Scharmann Unser Service: TANKEN •WASCHEN •BISTRO•DHL-POSTSHOP Unsere Öffnungszeiten: Mo.–Fr.: 6–22 Uhr ·Sa.:7–22Uhr So. +Feiertage 8–20 Uhr Bauunternehmung Müller GmbH & Co. KG Rheinberger Straße 71 46519 Alpen T. 02802/2328 www.mueller-alpen.de Die Alpener Flüchtlingshilfe erleichtert Geflüchteten das Ankommen. Foto: Patrick Depuhl Dürfen wir nicht wieder zurück kommen? Diese Frage bekommen ie ehrenamtlichen Helfer der Alpener Flüchtlingshilfe immer wieder von Menschen gestellt, die irgendwann die Gemeinde verlassen mussten, weil es an geeignetem Wohnraum fehlt. Für Patrick Depuhl, Vorsitzender der örtlichen Flüchtlingshilfe, kommt der Erfolg nicht von ungefähr: „Wir haben von Anfang an einen Weg des Entgegenkommens definiert. Die Integration läuft hier seitdem erstaunlich stabil.“ Fünf Schritte hat dieser Weg, der erste lautet: „Herzlich willkommen“. Schritt zwei ist das „Ankommen“ und sieht vor, den Neuankömmlingen erste Hilfe zu bieten, um sich in dem fremden Land zurecht zu finden. Wie sehr den Alpenern die Flüchtlinge am Herzen liegen, wird bei dem Schritt „Vorkommen“ deutlich. „Wir wollen damit erreichen, dass unsere neuen Mitbewohner sich nicht abnabeln, sondern in unserem alltäglichen Leben vorkomles besser. „Natürlich können Menschen, die in unseren Ort kommen, viel von uns lernen. Aber wir können auch von ih- men“, erläutert Depuhl. Ist das einmal erreicht, sollen sie möglichst schnell „Reinkommen“: zur Schule gehen, einen Ausbildungsplatz annehmen, um schließlich mit Schritt fünf „Auskommen“ auf eigenen Beinen zu stehen. Dass dieser Weg funktioniert, zeigt sich daran, dass die ersten Neuankömmlinge eine Ausbildung zum Altenpfleger im Marienstift begonnen haben. Dabei wird aber auch deutlich, dass dieser Weg kein leichter ist. „Die Sprache ist immer noch das größte Problem. Wir würden uns darüber freuen, wenn wir Menschen gewinnen könnten, die ihnen dabei helfen, die Ausbildung zu schaffen“, so Depuhl. Der Musiker warnt davor, über das Ziel hinauszuschießen, in dem zu sehr geholfen wird: „Sie sind nicht unsere Kinder. Jeder Mensch hat das Recht auf eigene Fehler.“ Zu den Leitlinien der Flüchtlingshilfe gehört die Einsicht: Wir machen nicht alnen lernen,. Wenn ein Mensch einen guten Weg für sich findet, akzeptiere und unterstütze ihn“, sagt Depuhl. Die Currywurst als Pokal Rita und Steve Götiger fertigen auch kuriose Trophäen an. bei Facebook unter „Freie Tankstelle Grünthal“ Ihr Trinkwasserversorger in Alpen Wir sind immer für Sie erreichbar: 0 2843/908 98-0 www.kww.nrw TAP–PflipsenGroup Ob Fußballer, Kaninchenzüchter, oder Schütze: Wer Erfolg hat, streckt einen Pokal in die Luft. Die mehr oder weniger prunkvollen, kleinen oder großen Gefäße gelten als Sinnbilder des Erfolges. Rita Götiger freut das besonders, denn die Alpenerin hat sich mit ihrem Ehemann Steve auf den Vertrieb der begehrten Trophäen spezialisiert. „Pokale sind oft eine schöne Erinnerung an einen besonderen Tag“, sagt die Geschäftsfrau. Über 500 verschiedene Pokale stehen in den Regalen ihres Geschäftsraumes an der Ulrichstraße. Eindeutig im Trend liegen kräftige Blautöne im Zusammenspiel mit glänzendem Chrom. Zum klassischen Kundenstamm gehören Kegelvereine, Fußballklubs und Kampfsportfreunde, aber auch Privatpersonen. „Die Kunden kommen manchmal mit ganz ausgefallenen Ideen zu uns und wir bemühen uns dann darum, sie umzusetzen“, sagt Rita Götiger. So hat eine Frau mal einen Dankes- Pokal für den „Besten Mann der Welt“ in Auftrag gegeben oder ein Hochzeitspaar ein stilisiertes Herz unter einer Rita Götiger und Ehemann Steve präsentieren stolz ihre Pokale. Foto: Erwin Kohl Haube als Erinnerung an den schönsten Tag ihres Lebens erhalten. Den Vogel abgeschossen hat jedoch der Stammtisch „Freunde der Currywurst“ mit dem Wunsch, ihre Lieblingsspeise als Pokal zu bekommen. „Wir mussten uns was einfallen lassen und haben schließlich eine Currywurst inklusive Schale aus Porzellan anfertigen lassen“, erklärt Steve Götiger. Kreativ sind die beiden auch bei der Vermarktung. Während sich viele Geschäftsleute mit Ladenlokal der Internethändler klagen, eröffnen sie kurzerhand nen zusätzlichen Online- Vertrieb. Steve man in der Hand halten, nur dann erschließt sich dem Käufer die Wertigkeit des Produktes. Außerdem hat der Kunde dann einen Ansprechpartner, der Dafür kommen die Kunden mittlerweile vom gesamten Ruhrgebiet nach Alpen. Für Liebhaber ausgefallener Geschenke hat Rita Götiger einen Tipp: „Sollte ihr Lieblingsverein immer noch auf der Meisterschale fehlen, kön- über die Konkurrenz beklagen, einen Götiger empfiehlt aber dennoch den persönlichen Kontakt: „Einen Pokal sollte ihn individuell berät.“ Niederrhein und dem nen wir das gerne nachholen.“ ek

UNSER ALPEN 13 Junge Helfer in der Not 29 Kinder und Jugendliche engagieren sich derzeit beim Jugendrotkreuz in Alpen. Sie helfen, wenn es nötig ist – sei es durch Krieg, Katastrophen, Hungersnot, Unfälle, Krankheit oder Armut. VON RAINER KAUSSEN NRW-Innenminister Herbert Reul ist besorgt, dass den Hilfsorganisationen im Land der Nachwuchs ausgehen könnte. Eine überzeugende Antwort auf diese Herausforderung kann er in der Gemeinde Alpen finden: Schon immer spielt dort beim DRK die Jugendarbeit eine wichtige Rolle. Sogar Bundessieger im Ers- te-Hilfe- Wettbewerb wurde eine Alpener Nachwuchs- Truppe in den 80er Jahren. Nach dem Neubau des DRK-Heimes an der Bruckstraße im Jahr 1997 bildete sich eine neue Nachwuchsgruppe. Und mittlerweile haben Jacqueline Hüsch und Sophia Cremers die Aufgabe übernommen, junge Menschen für die Rot-Kreuz- Arbeit zu begeistern. Zurzeit haben sie 29 Schützlinge, „der 30. überlegt es sich gerade, auch zu uns zu kommen“, verrät Jacqueline Hüsch. Sie weiß auch um den Grund des Erfolges: „Wem es bei uns gefällt, der bringt auch seine Freunde oder seine Geschwister mit.“ Den Betreuerinnen ist es sehr wichtig, dass die Mädchen und Jungen Freude am Engagement haben: In den regelmäßigen Treffen versuchen sie, die Kinder auch spielerisch an das Thema Erste Hilfe und später an den Sanitätsdienst heranzuführen. Das Programm dafür ist altersgerecht zugeschnitten auf die drei Stufen: die Sechs- bis Zwölfjähri- Den Betreuerinnen ist es sehr wichtig, dass die Mädchen und Jungen Freude am Engagement haben gen, die Zwölf- bis 16- Jährigen und die 16- bis 27- Jährigen. Vor allem letztere finden idealerweise im laufenden Betrieb den Übergang aus der Jugendabteilung in die DRK-Bereitschaft, die das operative Geschäft des Roten Kreuzes erledigt. Wie die Arbeit „der Großen“ aussieht, erfahren die Jugendgruppen zunächst aus der Zuschauerperspektive. Ihnen wird Grundlegendes in Sachen Erster Hilfe vermittelt. Aber genauso unternehmen sie gemeinsame Ausflüge zum Eislaufen oder ins Schwimm- Die Erste-Hilfe-Kurse gehören zum festen Programm der Jugendlichen. bad. Wenn sie beim Nikolausmarkt am Alpener Rathaus Plätzchen verkaufen, stocken die jungen Rotkreuzler so zum einen ihre Fahrtenkasse auf – zum anderen machen sie dadurch aber auch den ganzen Ort auf sich aufmerksam. Schritt für Schritt wächst so das Zusammengehörigkeitsgefühl der Gemeinschaft, auch optisch übrigens klar erkennbar durch das einheitliche Erscheinungsbild in schicken roten T-Shirts mit dem Jugendrotkreuz-Logo. Und irgendwann einmal kommt der Tag, an dem das Know-how in der Praxis abge- fragt wird. „Als vor dem Haus eines unserer Kinder ein Fahrradunfall passierte und der Junge dem Verletzten helfen konnte, war er natürlich mächtig stolz“, sagt Hüsch. Andere Jugendrotkreuzler stehen im Schulsanitätsdienst bereit für den Fall der Fälle. Zurzeit bereiten sich alle drei Gruppen eifrig auf eine große Aufgabe vor: Beim Kreiswettbewerb in Erster Hilfe wollen sie alle natürlich gut abschneiden – dabei geht es um das Thema Zivilcourage, um eine Aufgabe aus dem musisch-kulturellen Bereich, natürlich um Erste Hilfe in Praxis Fotos: Jacqueline Hüsch und Theorie sowie um Allgemeinwissen. Wenn es richtig gut läuft, ist die gute Platzierung das Sprungbrett in die nächste Wettbewerbsstufe auf Landesebene. Wer das Jugendrotkreuz und die im Zwei-Wochen- Turnus (sonntags von 12 bis 16 Uhr) angebotenen Gruppenstunden kennenlernen möchte, kann mit Jacqueline Hüsch Kontakt aufnehmen unter Telefon 01578/2484684 oder per E-Mail an loefflerj87@googlemail.com. Infos auch im Internet unter www.drk-alpen.de

Sonderveröffentlichungen