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Unser Emmerich am Rhein -23.04.2018-

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18 IM BLICKPUNKT Alter

18 IM BLICKPUNKT Alter Markt - Mittelpunkt von Emmerich Hier gab es viele Geschäfte, Feste, Feiern, Märkte und Events wurden hier veranstaltet. Bericht von Fritz Leinung, wie der „Alte Markt“ vor dem Krieg aussah: Neben Friseur Batje Schweers befand sich früher die Wirtschaft Reyers. Das Lokal hieß „Zur Klinik“, weil der Wirt Reyers Medizin studiert hatte, aber nur bis zum Physikum. Herr Reyers hatte diese Wirtschaft vom Eigentümer Alfred Brockhausen, einem Major a.D., der immer noch in Reitstiefeln ging, gepachtet. Zur Rheinseite war eine lang geschlossene Glasveranda, die man seiner Zeit allgemein als D-Zug bezeichnete. Wir zeigen Fotos aus Mannis kleinem Museum. Feinkostgeschäft Hilde van Berkel Neben Brockhausen wohnte der Viehhändler Georg Nathan. Es folgten Sanitätsrat D. Welzel und Hilde van Berkel, die ein Feinkostgeschäft führte. Wer einen über den Durst getrunken hatte, konnte hier belegte Brötchen mit speziellen Fleisch- und Fischsalaten bekommen, für die damalige Zeit noch etwas Ungewöhnliches. Dann kam der „Hof von Holland“. Der damalige Besitzer war Johann van Raay. Der hatte beim Bombenangriff 1944 unter größter Lebensgefahr das Allerheiligste aus dem brennenden Altar der Krankenhauskapelle geholt, wobei er viele Brandwunden erlitt, und in Sicherheit gebracht. Neben dem „Hof von Holland“ befand sich ein sehr altes Kolonialwarengeschäft „Zur Waage“, für die damalige Zeit bereits ein kleines Warenhaus, wo man fast alle Sachen für den täglichen Gebrauch finden konnte. Besitzer dieses Hauses war Herr Joh. Wilhelm Hövelmann. Schöne Stadtansicht: „Alter Markt“ vor dem Krieg. Beim Hochwasser 1926 war der Markt nur noch auf Stegen zu überqueren. Marktleben nach dem Krieg Das schöne Katchen Gegenüber befand sich die noch heute bestehende Gaststätte „Onder de Poort“. Gräfin von Wartenberg – geborene Katchen Rickers – war früher einmal Besitzerin dieser Wirtschaft. Sie wurde auch das schöne Katchen von Emmerich genannt. Dann kam das Porzellangeschäft Fassin. Der damalige Besitzer van Eyck siedelte nach Süddeutschland und gründete hier die weltbekannte Fabrik „Weck-Einmachgläser“. Gegenüber Fassin befand sich ein für die damalige Zeit ausgedehnter Bazar. Hier wurden hauptsächlich Spielwaren aller Art verkauft. Buslinie von Emmerich nach Elten, ganz links: Karl Peters Im Hintergrund die Aldegundiskirche Hof von Holland vor dem Krieg

Alter Markt, Foto aus 2017 2003: Antreten der Borussia-Schützen auf dem „Alter Markt“ mit lautem Böllerschuss UnserEMMERICHam Rhein IM BLICKPUNKT 19 Ansichtskarte mit „Hof von Holland“, der unter anderem Gaststätte und öffentliche Lesehalle war. Der „Alte Markt“ war Schauplatz vom städtischen Leben, von Handel, Paraden, Standort für Stadtwaage und Pumpe. Häufig gab es hier vom Wasser auch zu viel – wenn der Rhein „überlief“. Der Alte Markt galt als Mittelpunkt der Stadt Emmerich am Rhein. Zahlreiche Märkte wie der reguläre Wochenmarkt und der Fischmarkt, weiterhin bedeutende Veranstaltungen wie die Schützenparaden und Karnevalsumzüge fanden – und finden - hier statt. Die Ersterwähnung des Marktes mit seinen Markttagen Mittwoch und Samstag findet sich in der Stadterhebungsurkunde vom 31. Mai 1233. Das durch seinen hohen Treppengiebel auffallende Gebäude ist der „Hof von Holland“. An dieser Stelle stand bis Anfang des 15. Jahrhunderts das erste Rathaus der Stadt, das um 1650 durch ein Patrizierhaus ersetzt wurde. In ihm richtete man im 19. Jahrhundert das erste Hotel der Stadt ein. Wechselnde Nutzungen prägten die weitere Geschichte des Hof von Holland: Er war städtische Altertumssammlung, dann öffentliche Lesehalle und schließlich ein Weinund Bier-Restaurant. Im Herzen der Stadt stellte Hochwasser für die Bevölkerung früher eine ständige Bedrohung dar. Oft genug kam das Stadtleben durch die Wasserfluten fast zum Erliegen. Um sich gegen das Wasser zu schützen, errichtete man Schutzwände aus Sperrbalken. Zum Abdichten nahm man Stroh und Pferdemist. Um die Wohnungen trocken zu erreichen, zimmerte man Stege, in den Straßen verkehrten kleine Boote. Postkarte mit Straßenbahn Hof von Holland 1. Karnevalszug 1903: Die Teekanne baute H. Schütt. Umgestaltung im Jahr 2005 2003: Stadtfest mit Tanzgruppe Der schöne Kandelaber Alter Markt 1958

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