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Unser Emmerich am Rhein -23.04.2018-

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Am Donnerstag wird im

Am Donnerstag wird im Saal der Christuskirche immer geprobt. Klaus Beck als „der eingebildete Kranke“ bei der Premiere. Die Theatergruppe in Kostümen kurz vor der Aufführung 4 UNSER PROJEKT Theaterspielen mit Engagement und Leidenschaft Die Laientheatergruppe der evangelischen Kirchengemeinde gibt es seit über 20 Jahren. In andere Rollen schlüpfen, auf der Bühne stehen und den Applaus genießen, Ausgleich zum Beruf – die Motivationen, warum sie in der Theatergruppe der evangelischen Kirchengemeinde mitmachen, sind vielfältig. Aber eines ist bei allen Mitgliedern gleich: Es macht einfach Spaß! Zurzeit gehören 13 Laienschauspieler zwischen 16 und 81 Jahren der munteren Truppe an. „Das wechselt öfter, wir haben einige, die schon seit langem dabei sind und andere, die für das geplante Stück neu hinzukommen“, erklärt die evangelische Pfarrerin Anke Mühlenberg-Knebel, die die Gruppe leitet. Robin Kodera sorgt für die Technik, Toki Knapik kümmert sich ums Make-up und die Frisuren. „Momo“ als erste Aufführung Angefangen hat alles mit einem von einigen Gemeindemitgliedern selbst geschriebenem Musical im Jahr 1993/94. Die Schauspieler kamen aus der Gemeinde, Chor und Instrumentalisten waren beteiligt, Torsten Mühlenberg, Ehemann der Pfarrerin und Kantor der Gemeinde, komponierte die Musik. „Das war eine so schöne Erfahrung, dass einige sagten: Wir machen weiter“, erzählt Anke Mühlenberg-Knebel. 1995/96 führte die Theatergruppe mit Michael Endes „Momo“ das erste Stück auf. Von Jahr zu Jahr steigerte sich auch der Anspruch der Gruppe, die Stücke stellten jedes Mal eine neue Herausforderung dar. Die Mitglieder der Gruppe sind an der Auswahl eines neuen Stückes beteiligt. „Die Anzahl der Mitspielenden muss passen, aber auch die Geschichte, damit jeder sich in seiner Rolle wohl fühlt“, erklärt die Pfarrerin, die als Regisseurin und Souffleuse aktiv ist. Alles begann mit einem Gemeinde-Musical. Die Theatergruppe ist bunt gemischt. Die Regie liegt in den Händen der evangelischen Pfarrerin Anke Mühlenberg- Knebel (Mitte, ohne Kostüm), die während der Aufführung auch als Souffleuse fungiert. Und auch schon mal einspringt, wenn kurz vor der Aufführung jemand erkrankt. Im Laufe der Jahre wurden mehrere Shakespeare-Stücke aufgeführt, unter anderem „Was Ihr wollt“ und der „Sommernachtstraum“, auch „Andorra“ von Max Frisch, „Der Physiker“ und „Besuch der alten Dame“ von Dürrenmatt, Arthur Millers „Hexenjagd“ und zuletzt „Der eingebildete Kranke“ von Molière. Stücke, in denen biblische Themen unterhaltsam aufgearbeitet werden, wie „Der Prozess des Josef Zimmermann“ von Kishon und „Gottes Liebling“ von Neil Simon, wurden gezeigt. Von Anfang an dabei ist Helga Krahl, mit 81 Jahren die älteste in der Gruppe. „Als Kind habe ich schon gerne Theater gespielt“, sagt sie. „Und die Gruppe ist toll, alle sind freundlich und hilfsbe- reit. Der Umgang mit den jungen Leuten hält jung.“ Auch der 74- jährige Karl-Heinz Szallies gehört zu den langjährigen Schauspielern, ebenso wie Klaus Beck, der seit über 15 Jahren dabei ist. Zwischen 16 und 81 Jahre Die 70-jährige Magdalena Wochnik, die auch in den Chören der Kirchengemeinde singt, hat zwischendurch Pausen gemacht. Gerne hat sie sich überreden lassen, beim „Eingebildeten Kranken“ eine Rolle zu übernehmen. „Ich mag es auch, mich um die Requisiten und Kostüme zu kümmern“, sagte sie. Martin Tenhagen spielt seit dem Jahr 2002 mit. Der 46-Jährige arbeitet als Integrationshelfer und studiert Sozialpädagogik. Er möchte das Theaterspielen auch beruflich nutzen. „Es macht Spaß, die Leute zum Lachen zu bringen. Theaterspielen ist zu meiner Leidenschaft geworden.“ Martina Klaeßen, seit 2014 dabei, schlüpft gern in andere Rollen. „Außerdem ist die Gruppe sehr harmonisch, alt und jung – das funktioniert gut“, sagt die 49-Jährige. Die Schwestern Jennifer und Nadine Stöcker übernahmen in dem Molière-Stück gemeinsam die Rolle des Dienstmädchens Toinette. Die 30-jährige Nadine gehört seit 2006 der Gruppe an, ihr erstes Stück war „Der Widerspenstigen Zähmung“. „Da habe ich nur einen Satz gesprochen“, schmunzelt die gelernte Alltagsbegleiterin. Sie stehe gerne auf der Bühne, genieße den Applaus. Jennifer kam drei Jahre später dazu. „Melissa Jones“ in „Jerry über Bord“ war eine ihrer Lieblingsrollen. Ihr Bruder René, 27- jähriger Holzbearbeiter, half vorher beim Bühnen-Umbau, bekam dann vor eineinhalb Jahren selber Lust, mitzuspielen. Seit 2014 macht Sascha Pirsch in der Laientheatergruppe mit. Mit dem „Argan“ übernahm er – im Wechsel mit Klaus Beck – die Hauptrolle des Molière-Stückes. Eine Menge Text, die er da lernen musste. „Ich fahre jeden Tag mit dem Zug zur Arbeit nach Krefeld. Da konnte ich prima lernen“, erzählt der 52-jährige Elektroingenieur. Für ihn ist das Theater- Hobby ein toller Ausgleich zum sachlichen Ingenieursleben. „Es macht viel Spaß.“ Ihr erstes Stück spielte jetzt Annika Vedder. Die 28-jährige Bürokauffrau wurde von Anke Mühlenberg-Knebel angesprochen. „Ich hatte es mir eigentlich nicht zugetraut, aber es ist schön, mal was Neues auszuprobieren. Und ich werde auf jeden Fall dabei bleiben.“ Der 24- jährige Marcel Hartjes, der eine Ausbildung zum Erzieher macht, wurde an seiner Praxisstelle im evangelischen Kindergarten gefragt, ob er nicht Theater spielen wolle. Mit viel Freude ist er seitdem dabei, ebenso wie Marie Leigh, mit 16 Jahren das „Küken“ des Teams. Es war für die Schülerin nicht immer einfach, neben der Schule auch noch die Rolle zu lernen. „Aber es ist toll und ich möchte weitermachen.“ Es sei schön, bei jedem neuen Stück zu beobachten, wie die Gruppe mit jeder Probe immer mehr zusammenwachse, sagt Anke Mühlenberg-Knebel. „Alle helfen sich gegenseitig, bauen sich auf. Das gibt auch neue Impulse für das weitere Leben“, hat sie festgestellt. Gerne dürfen sich weitere Schauspieler melden. Wer Interesse hat, in der Gruppe mitzumachen, soll sie einfach ansprechen. TEXT: MONIKA HARTJES FOTOS: PRIVAT/ARCHIV/HARTJES

UnserEMMERICHam Rhein MEIN TAG 5 Eine Stadtrundfahrt für 80 Cent Der Bürgerbus holt die Leute in den Bereichen ab, wo sonst kein anderer Bus fährt. Er bringt sie in die Stadt oder zur Schule. Fahrer werden weiterhin gesucht. Regenwetter ist Bürgerbuswetter. „Wenn das Wetter schlecht ist, haben wir noch mehr Fahrgäste als sonst“, erzählt Heinz-Georg Bujar, seit dem 8. März Vorsitzender des Bürgerbusvereins. „Da befördere ich in der Spätschicht schon mal so um die 40 Personen.“ Im Jahr werden rund 11000 Leute mit dem Bürgerbus befördert. Seit vier Jahren gehört Bujar zum Fahrerteam. Nach längerer Krankheit und anschließendem Ruhestand suchte er eine sinnvolle Aufgabe. „Ich bin von Beruf Kfz-Mechaniker, da bin ich viel und gerne Auto gefahren“, sagt der 66-Jährige, der den Bürgerbus auch privat nutzt, liegt doch eine Haltestelle direkt vor seiner Haustüre. Er übernahm nicht nur den Fahrerdienst, sondern kümmert sich auch um die Pflege und die Sauberkeit des Busses. Abfahrt am Bahnhof um 14.30 Uhr An diesem Tag steht er pünktlich um 14.30 Uhr am Bahnhof. Mit „an Bord“ ist Maria Baers. Sie ist eine von drei Frauen unter den 14 Fahrern, drei neue sind in der Ausbildung. „Frauen melden sich leider nicht so oft. Dabei ist das Fahren des Busses genauso einfach wie das Fahren eines PKWs“, sagt die 66-jährige Emmericherin. Der Bus verfügt über eine Automatikschaltung und eine Servolenkung. „Er ist halt nur etwas breiter und länger.“ Sie las vor sieben Jahren in der Zeitung, dass Fahrer gesucht werden und ist seitdem dabei. „Das macht viel Spaß, die Kollegen sind toll, wir haben ein gutes Verhältnis untereinander und feiern auch mal zusammen“, sagt sie. Einmal in der Woche übernimmt sie eine Schicht. „Man trifft viele nette Leute unterwegs.“ Die Fahrt geht vom Bahnhof Heinz-Georg Bujar fährt seit einigen Jahren den Bürgerbus, seit März ist er der Vorsitzende des Bürgerbus-Vereins. aus durch die Stadt. Am Nonnenplatz steigt jemand zu. Es geht am PAN kunstforum vorbei, unter der Eisenbahnbrücke hindurch und über die Seufzerallee, weiter über die Wassenbergstraße, links ab in Richtung Netto, dann über die Kurfürstenstraße und rechts in die Speelbergerstraße. Die Frau steigt an der Schützenstraße aus. Der Bus fährt über die Georg-Kraushaar-Straße, an der Heilig-Geist-Kirche vorbei, über Spilling, Schafsweg und Groendahlerscher Weg dann links durch die Johanna-Sebus- Straße. „Hier wird es oft eng, weil die Autos auch an den Engstellen parken“, erzählt Bujar. „Dann geht nichts mehr.“ Wenn man die Leute darauf anspreche, werden sie schon mal unfreundlich. „Der Umgangston ist in den letzten Jahren etwas rauer geworden, aber man lernt Gelassenheit“, schmunzelt er. Geschimpft wird auch schon mal, wenn der Bürgerbus an der Haltestelle vorbei fahren muss, weil kein Platz mehr frei ist. „Wir haben nur acht Sitzplätze. Mehr dürfen wir nicht befördern, im Bürgerbus gibt es nun mal keine Stehplätze.“ Im Industriegebiet angekommen, wird an der Max-Planck- Straße eine mehrminütige Pause eingelegt. „Morgens die erste Fahrt um 7.26 Uhr geht nach Klein-Netterden, um Schulkinder abzuholen“, sagt Heinz-Georg Bujar. „Wenn jetzt am Nachmittag jemand nach Klein-Netterden zurück möchte, können wir diese Pause nutzen, um bei Bedarf zum Ravensacker Weg oder Wilkenshofweg zu fahren.“ Für Schüler mit Schokoticket und Personen mit einem Schwerbehindertenausweis ist die Fahrt frei. Ansonsten zahlen Erwachsene 80 Cent, Kinder ab sechs Jahre 50 Cent. sind auf die verschiedenen Schultern verteilt. Overgoor und te Baay kümmern sich um die Homepage, wollen diese neu gestalten, Maria Baers hat die Freud- und Leidkasse unter sich. Es gibt einen Festausschuss, der Feiern und Ausflüge plant und ein Fahrerstammtisch soll entstehen, so dass man sich alle acht Wochen zum Bier oder zum Essen trifft und sich austauschen kann. „Denn wir sehen die anderen Fahrer ja kaum.“ Ein ganz wichtiger Mann ist der Fahrdienstkoordinator Lázsló Mészáros, der die Fahrpläne erstellt. Nach der kurzen Pause geht es den Weg zurück. Am Groendahlschen Weg steigt eine junge Frau zu, die nach Kaufland möchte, am Schafsweg betreten Mutter und Sohn den Bus. Jeweils an der Georg-Kraushaar-Straße und der Schützenstraße kommen Frauen dazu, die in die Innenstadt möchten. Eine hat eine große Tasche dabei, Heinz-Gerd Bujar hilft beim Einsteigen. „90 Prozent sind Stammgäste, die kennt man“, sagt er. Gerade mittwochs und samstags, wenn Markt ist, fahren viele mit. Der Bus ist fast voll besetzt, als an der Kurfürstenstraße eine Dame einsteigt und sagt: „Zur Post, bitte! Bei dem Wetter bin ich froh, dass der Bürgerbus fährt.“ Ein bis zwei Schichten pro Woche Alle Mitfahrenden werden pünktlich „abgeliefert“. Er habe nur eine Minute Zeit, um von Haltestelle zu Haltestelle zu kommen, da darf nichts dazwischenkommen, erklärt Bujar. An einer Stelle wurde es zwar eng, weil ein LKW halb auf der Straße parkte, aber im Schritttempo ging es vorbei. Nach einer Stunde kommt der Bürgerbus wieder am Bahnhof an. Die meisten der Fahrer übernehmen ein bis zwei Mal pro Woche eine Schicht. Der Bus fährt von Montag bis Freitag von 7.26 bis 13 und von 14.30 bis 18 Uhr und am Samstag von 9 bis 13 Uhr. Freuen würde sich das Fahrerteam über weitere Kollegen. „Keine Angst, Busfahren ist ganz einfach“, macht Maria Baers Mut. Die Kollegen helfen dem Neuling, erklären ihm alles in Ruhe und erst, wenn er sich sicher fühlt, macht er die Fahrt alleine. Da der Bürgerbusverein der Niag untersteht, findet vorher eine kleine Prüfung mit einem Niag-Fahrlehrer statt. Wer Interesse hat, kann sich über die Homepage „www.buergerbusemmerich.de“ weiter informieren und Kontakt aufnehmen. TEXT: MONIKA HARTJES FOTOS: MONIKA HARTJES Jung und Alt nutzen den Bus, um zur Schule oder in die Stadt zu kommen. Neuer Vorstand gewählt Bujar erzählt vom neuen Vorstand, der Anfang März gewählt wurde. Als zweiter Vorsitzender wurde Bernd Jakelski gewählt, Kassierer wurde Manfred Giltjes, Schriftführerin Heide Poßekel. Beisitzer sind Maria Baers, Bernhard Overgoor, Karla Imig und Michael te Baay. Im Vorstand werden alle Entscheidungen im Team getroffen, die Aufgaben Kurzer Aufenthalt im Industriegebiet, links: Maria Baers

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