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Unser Emmerich am Rhein -25.06.2018-

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So sah früher das

So sah früher das Ortseingangsschild aus. Die Gaststätte „Zollamt“ an der Netterdenschen Grenze. Grenze Netterden: links das Zollgebäude, rechts das Restaurant. 4 UNSER PROJEKT „Sechs-Jahres-Plan“ für das Klein-Netterden-Buch Mit dem letzten Buch über Ortsteile schließen die engagierten Mitglieder des Von fast allen Emmericher Ortsteilen gibt es bereits ein Buch - nur Klein-Netterden fehlt noch. Als 2013 das Vrasselt-Buch fertiggestellt wurde, überlegten sich einige aktive Mitglieder des Geschichtsvereins, auch eines über Klein-Netterden zu schreiben. „Am 4. Juni 2013 war das erste Treffen“, erzählt Peter Schwanitz, der seitdem zwei Mal in der Woche gemeinsam mit Theo Kolter und Gerd Stuhr im Archiv des Rheinmuseums stöbert, um Interessantes und Informatives über diesen Ortsteil herauszufinden und darüber Beiträge für das Buch zu schreiben. Recherche im Stadt-Archiv Unterstützt werden sie dabei von Museumsleiter Herbert Kleipaß, Klaus Möllmann, Georg Kortboyer und Manfred Geerling. Bereits im Vorfeld sammelte Hans Friedrichs einige Fakten. „Ende 2019 soll das Buch herauskommen“, sagt Schwanitz. Alte Zeitungen lesen, Bücher anschauen, Fotos heraussuchen - die Arbeit ist vielfältig, macht aber auch Freude. „Es ist schon interessant, die alten Geschichten Revue passieren zu lassen“, sagt Peter Schwanitz. Der 80-jährige Emmericher ist seit 2008 Mitglied im Geschichtsverein, wo er im erweiterten Vorstand aktiv mitarbeitet. „Ich finde die Emmericher Geschichte spannend und recherchiere gerne“, sagt der frühere Arbeitsamt-Mitarbeiter, der auch beim Buch über Vrasselt mitmachte. Als Theo Kolter in Rente ging - er war Sachverständiger für Gartenbau und Landwirtschaft beim Finanzamt - begann er, sich intensiv mit der Historie seiner Heimatstadt zu beschäftigen und arbeitete auch beim Vrasselt- Geschichtsvereins eine Lücke. Es soll Ende 2019 erscheinen. Im Archiv des Rheinmuseums suchen sie nach Informationen für das Buch (v.l.): Klaus Möllmann, Georg Kortboyer, Manfred Geerling, Herbert Kleipaß, Theo Kolter, Gerd Stuhr und Peter Schwanitz. Buch mit. Seit 1983 ist der 75- Jährige Mitglied im Geschichtsverein. Er übernahm es unter anderem, über die geschichtliche Entwicklung von Klein-Netterden zu schreiben. Vor 1794 war Klein-Netterden niederländisch und gehörte zur Provinz Gelderland. Zur Napoleon-Zeit, von 1794 bis 1813, unterstand es dem Kaiserreich Frankreich. Danach gehörte Klein- Netterden zwei Jahre lang zum Preußischen Gouvernement Weser-Rhein, dann bis 1846 zum Königreich Preußen. Am 1. März 1817 wurde Klein- Netterden der Bürgermeisterei Emmerich übergeben, kirchlich gehörte es bis 1821 dem Erzbistum Utrecht an. Durch das Gesetz zur Neugliederung von Gemeinden des Landkreises Rees gehört Klein-Netterden seit 1969 zur Stadt Emmerich. Ein weiteres Thema, über das Theo Kolter recherchierte, war „Landwirtschaft und Höfe“. „Früher gab es rund 35 Höfe, davon sind nur noch wenige übrig“, sagt er. Der Hof „In ’t Veen“, wo heute das neue Wasserwerk steht, wurde Mitte 1989 abgerissen. Ab 1775 wohnte dort Familie Scheers. Auch Gut Steenkamp - Eigentümer war das „Hochgräfliche Haus Bergh zu ’s-Heerenberg“ - gibt es nicht mehr. Es stand am Kapellenberger Weg. Der Pächter hieß Bernhard Meyer, der 1820 Aleidis Verbücheln aus Borghees heiratete und mit ihr fünf Söhne und fünf Töchter bekam. Zwei Gastwirtschaften gab es in Klein-Netterden: Die eine hieß „Hotel zur Grenze“, Inhaber war Familie Schepers, die andere an der Netterdenschen Grenze hieß „Zum Zollamt“ mit Inhaber Lambert Bossmann. Notkirche auf dem Arnds-Hof Auch Peter Schwanitz hat so einiges an interessanten Geschichten gefunden. Klein-Netterden hat keine eigene Kirche. Zwar wurde die Liebfrauen-Kirche 1933 auf dem Gebiet von Klein-Netterden gebaut, denn die Frankenstraße galt als Grenze und alles, was rechts von ihr lag, gehörte zu diesem Ortsteil. Aber später wurde die Kirche eingemeindet und Speelberg zugerechnet. „Als Emmerich bombardiert worden war, wurde in einer Scheune auf dem Arnds-Hof eine sogenannte Not-Kirche errichtet“, erzählt e Schwanitz, der sich auch mit dem Verlauf der zwei „Landwehren“ beschäftigte, die parallel flossen. Die eine wird „Lander“, die zweite „die tote Landwehr“ genannt. „Es gab hier einen großen Fischereiverein mit vielen Mitgliedern aus der Umgebung“, hat er nachgelesen. Die Autobahn ist ebenfalls ein Thema in dem neuen Buch. Im Text stehen Fakten zum Baubeginn Anfang der 60er Jahre, über die Eröffnung der A3 am 27. April 1965 bis hin zur neuen Autobahnzufahrt „Emmerich-Ost“. Manfred Geerling schrieb über das Postwesen - nicht nur im Klein-Netterden-Buch. In diesem Bereich kennt sich der 76- jährige Pensionär bestens aus, hat er doch selber seit 1956 bei der Post gearbeitet. Auch Ausstellungen bestückte Geerling zu diesem Thema. „Früher erfolgte die Postzustellung in Klein-Netterden zu Fuß und mit dem Fahrrad - zwei Mal am Tag“, erzählt er. Später wurden dann Postagenturen in Netterden und Speelberg eingerichtet. Weitere Themen sind unter anderem: die Weltkriege, Gemeinderat und Bürgermeister, Deichschau, Strom- und Wasserversorgung, Firmen, Betriebe und Geschäfte, Ziegeleien, Feuerwehr und „Kultur und Kirche“. Noch sind die fleißigen Buchautoren mitten in der Arbeit und treffen sich donnerstags und sonntags jeweils zwei Stunden im Rheinmuseum. „Das wird wohl ein Sechs-Jahres-Plan wie beim Vrasselt-Buch“, sagt Schwanitz. TEXT: MONIKA HARTJES FOTOS: M. VAN OFFERN/PRIVAT

UnserEMMERICHam Rhein MEIN TAG 5 Seit 48 Jahren auf dem Emmericher Wochenmarkt Marlis Kerstjens-Wefelnberg verkauft Blumen, Pflanzen und Kräuter. Gerne berät sie ihre Kunden und gibt viele Tipps zur Pflanzen und Pflege. Am 1. August ist Marlis Kerstjens-Wefelnberg 50 Jahre in ihrem Beruf als Gärtnerin tätig, seit 48 Jahren steht sie auf dem Emmericher Wochenmarkt. Sie kennt die Kunden hier und die Kunden kennen sie. Und so ist sie Ansprechpartnerin für viele Belange, nicht nur, wenn es um Fragen rund um den Wochenmarkt geht, sondern auch, wenn es um Probleme und Krankheiten geht. Kräuter mindern Salzverbrauch Da Marlis Kerstjens-Wefelnberg neben Blumen und Gemüsepflanzen auch Kräuter anbietet, kann sie bei so manchen Gesundheitsproblemen auch Tipps geben. Die Leute hören ihr gerne zu, wenn sie mit viel Herzblut von der richtigen Handhabung und Pflanzung der Kräuter spricht und erklärt, wie das eine oder andere Kraut wirkt. „Wir unterscheiden unter anderem klassische und italienische Kräuter und Heilkräuter“, erklärt die 66- Jährige, die alles, was sie anbietet, selber in ihrer Gärtnerei in Rees-Bienen erzeugt. „Die Bulbine beispielsweise ist eine Pflanze, die den Juckreiz nach einem Mückenstich lindert“, so die Fachfrau. Und Eisenkraut sei besonders für Frauen wichtig, da diese schon mal mit einem geringen Eisengehalt im Blut zu tun haben. „Das Kraut kann man klein geschnitten in Salaten, Dressings und Joghurts verwenden, es schmeckt auch gut.“ Da sie selber gerne mit ihren Die Blumen, die Marlis Kerstjens-Wefelnberg auf dem Wochenmarkt anbietet, kommen aus dem eigenen Treibhaus. Kräutern kocht und experimentiert, freut sie sich auch über Ratschläge ihrer Kunden, die sie dann gerne ausprobiert. Denn Kräuter fördern die Gesundheit, so kann man mit ihnen auch den Salzverbrauch mindern. Und Kräuter im Garten oder auf dem Balkon können für Entschleunigung sorgen. „Wenn man nach der Arbeit über die Kräuter streicht und sie riecht, dann beruhigt und entspannt das“, hat Mit Kräutern kennt sich die Gärtnerin bestens aus. Gerne kommt sie mit ihren Kunden ins Gespräch. sie festgestellt. Sie möchte den Erwachsenen ebenfalls vermitteln, dass Gartenarbeit keineswegs nur Arbeit ist, sondern auch viel Freude macht. Außerdem möchte sie den Kunden eine Wertschätzung für die Pflanzen weiter geben und zeigen, wie viel Arbeit es ist, diese zu ziehen. Aber auch, wie schön es ist, sie selber wachsen zu sehen. Immer mehr junge Familien interessieren sich für ihre Pflanzen und Kräuter. „So bekommen die Kinder beim Pflanzen im Garten gleich auch viel Wissen über die Gemüsesorten und die einzelnen Kräuter mit“, freut sie sich. Eigene Gärtnerei in Bienen Der engagierten Gärtnerin ist es wichtig, dass alle Erzeugnisse, die sie verkauft, von ihr selbst angebaut wurden. In ihrer Gärtnerei in Bienen pflanzt sie in Treibhäusern und auf dem Freigelände an, was sie auf dem Markt anbietet. Im Laufe der 50 Jahre hat sich das Sortiment etwas verändert. „Ich habe immer ein offenes Ohr für die Kunden und nehme dann gerne auch mal etwas Neues auf“, sagt Marlis Kerstjens- Wefelnberg. Das ganze Jahr über hat sie mit den Pflanz- und Kulturarbeiten zu tun. Säen, pflanzen, gießen und düngen - natürlich nur organisch - bestimmt der jahreszeitliche Ablauf. „Der gibt den Rhythmus vor, wir haben das abzuarbeiten und so lange dran zu bleiben, bis alles fertig ist.“ Da kann man natürlich nicht nach der Uhr Feierabend machen. An Markttagen - neben Emmerich verkauft sie auch auf dem Bocholter Markt - steht sie gegen 5.30 Uhr auf, um alles vorzubereiten. Dann werden die bunten Bauernsträuße frisch gebunden. „Ich nehme nur Blumen der Saison, die anderen sind nicht stabil und oft belastet. Das ist nicht gut für Allergiker“, erklärt die fachkundige Gärtnerin. Kräuter, Gemüsepflanzen und Blumen werden dann in den Wagen gepackt. Auf dem Wochenmarkt baut sie den Stand auf und schon kommen die Kunden. Auch ihre selbst gefertigten Naturkränze sind gefragt. Gemeinsam mit Freundin Hanni Holtkamp steht sie den Besuchern gerne Rede und Antwort. Am Nachmittag muss der Wagen leer geräumt werden und alles wieder in die Treibhäuser zurückgestellt und gewässert werden. Der Fachfrau ist es ein wichtiges Anliegen, den Wochenmarkt zu erhalten. „Hier stehen Händler mit viel Herzblut, die sich Zeit nehmen für ihre Kunden und sie gerne beraten. Dieses Potenzial wird leider viel zu wenig ausgeschöpft. Es sollte zum guten Ton gehören, samstags zum Markt zu gehen“, sagt Marlis Kerstjens- Wefelnberg . TEXT: MONIKA HARTJES FOTOS: MONIKA HARTJES

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