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Unser Emmerich am Rhein -ET 28.08.2017-

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Etwas Skepsis: Daraus

Etwas Skepsis: Daraus soll eine Sitzgarnitur werden? Beim Wettbewerb ist nur „echte Handarbeit“ erlaubt. Neben der Aufgabe im Bereich „Holzverarbeitung“ müssen auch andere Übungen durchgeführt werden. 4 UNSER PROJEKT THW-Jugend bereitet sich auf Bezirkswettkampf vor Alle drei Jahre findet ein Jugendwettkampf der THW-Ortsverbände statt. 2014 nahmen die Emmericher zum ersten Mal teil und belegten einen tollen zweiten Platz. Frank te Kempel, der sich mit dem THW auch um das Eltener Seifenkistenrennen kümmert, bereitet die Jugendlichen auf den Wettkampf vor. Jonas Brüggemann (links mit Helm) überlegt mit dem Jugendteam, wie man die Arbeiten am besten erledigen kann. Nach den Sommerferien beginnt die „heiße Phase“. Dann stehen die Mitglieder der Gruppe fest, die am Bezirkswettkampf der THW-Jugendabteilungen teilnehmen darf. Acht Jungen und Mädchen sowie zwei Helfer gehören zu einem Team. Für die heißt es: Trainieren und üben, damit alles, was man im Laufe der Jahre gelernt hat, auch sitzt. Rund 40 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 17 Jahren gehören der THW-Jugendabteilung des Ortsverbandes Emmerich an. Jugendleiter Dominik Wiertzbicki, die meisten nennen ihn kurz „Itzi“, und seine THW- Kollegen führen die Kids spielerisch an die Aufgaben des Technischen Hilfswerkes heran. Neben „Erste Hilfe“, Holz- und Metallarbeiten, Knoten und Bünde lernt der Nachwuchs auch einiges an Theorie, darf sich die Fahrzeuge und Werkzeuge anschauen und deren Handhabung im Rahmen des Möglichen ausprobieren. Der Bezirkswettkampf findet alle drei Jahre statt. An dem Jugendwettbewerb nehmen die zehn Ortsverbände der Geschäftsstelle Wesel teil. Der Bezirk geht von Geldern bis Gronau und von Emmerich bis Oberhausen. Der Sieger qualifiziert sich für den Landeswettbewerb, von dort aus geht es weiter bis zum Bundeswettbewerb. 2014 nahm zum ersten Mal eine Mannschaft aus Emmerich am Jugendwettkampf auf Bezirksebene teil und belegte einen tollen zweiten Platz. „Das ist schon eine echte Herausforderung für die Jugendlichen“, weiß Frank te Kempel, der gemeinsam mit Jonas Brüggemann den Nachwuchs für den Wettbewerb fit macht. In diesem Jahr findet der Bezirkswettkampf am 14. Oktober voraussichtlich in Wesel auf dem Übungsgelände des THW statt. Da die Übung immer sehr komplex ist und aus allen Bereichen Aufgaben zu erfüllen sind, wird die teilnehmende Gruppe zunächst einmal die einzelnen „Fachgebiete“ wiederholen. Etwa vier Wochen vor dem Wettkampftag gibt es dann die konkrete Aufgabe. Im letzten Jahr musste unter anderem aus Hölzern und Balken eine Bank- Tisch-Gruppe gebaut werden mit gebundenen Querverbindungen, eine komplette Stromversorgung mit Notstromaggregat und Beleuchtung aufgebaut und ein Verletzter versorgt werden. Das alles musste in maximal einer Stunde erledigt werden. „Als wir diese Aufgaben zum ersten Mal ausprobierten, brauchten wir dreieinhalb Stunden, zwei Wochen vor dem Wettkampf immer noch eineinhalb Stunden“, erzählt Frank te Kempel. „Der Knackpunkt war das Sägen.“ Also besuchten te Kempel und Brüggemann einen Baumarkt, um die optimale Handsäge zu finden und die Gruppe überlegte sich eine „Säge“-Taktik: Es wurde im „fliegenden Wechsel“ gesägt, wer ermüdete, wurde abgelöst. „Bei der ’Generalprobe’ am Vortag des Wettkampfes lagen wir bei 58 Minuten.“ Am Wettkampftag gaben die jungen THWler dann alles und schafften die Erledigung aller Aufgaben in tollen 46 Minuten. „Wir waren unheimlich stolz auf unsere Truppe“, sagt te Kempel. Sie wurden Zweiter, knapp hinter Bocholt, zu denen die Emmericher ein so gutes Verhältnis haben, dass sie später zum Anfeuern mit zum Landeswettbewerb fuhren. „Viele von unseren Jugendlichen, die damals in der Gruppe waren, sind jetzt bei den Erwachsenen aktiv. Der Wettkampf hat den Zusammenhalt unterstützt und die jungen Leute zusammengeschweißt“, hat Frank te Kempel festgestellt. Bis zum Wettbewerb gibt es noch viel zu tun. „Wir stellen Aufgaben und wenn diese nicht im Zeitlimit erfüllt werden, dann wird das eben wiederholt, manchmal bis zu drei Mal“, erklärt Brüggemann. Doch die Jugendlichen stellen sich gerne diesem „Drill“, schließlich haben sie ein Ziel: Nach dem tollen zweiten Platz beim letzten Wettbewerb würden sie gerne diesmal gewinnen und sich für den Landeswettbewerb qualifizieren. Bis dahin heißt es üben, üben, üben... Und am 14. Oktober drücken alle die Daumen für den THW-Nachwuchs. TEXT: MONIKA HARTJES FOTOS: THW Die Bank nimmt Gestalt an.

UnserEMMERICHam Rhein MEIN TAG 5 Currywurst und Dieselburger sind der Renner Seit 42 Jahren betreibt Peter Röttger der Imbiss „Peter’s Grillstübchen“ am Nollenburger Weg. „Manchmal ist es wie im Theater“, sagt er. Pommes bei Peter sind Kult. Oder auch die Currywurst mit selbst gemachter Soße. Nicht zu vergessen der Dieselburger, den es nur dort in seinem „Grillstübchen“ gibt. Seit 42 Jahren betreibt Peter Röttger den Stadion-Grill am Nollenburger Weg. „Ich möchte zwar jetzt bald in den Ruhestand gehen“, sagt der 66-Jährige. „Aber ich blicke auf eine sehr schöne Zeit zurück.“ Koch bei der Bundeswehr Peter Röttger wurde im Harz geboren. „Ich bin ein echter Clausthaler“, betont er. Durch die Bundeswehr kam er in den 70er Jahren nach Emmerich. Vier Jahre lang war der gelernte Koch als Stabsunteroffizier in der Kasernenküche tätig. Die Moritzvon-Nassau-Kaserne liegt nur rund 300 Meter vom Stadion- Grill entfernt. Wenn er denn mal etwas anderes als „Kasernenessen“ genießen wollte, dann ging er dahin. „Die Eigentümerin Dora Hinz wurde fast so etwas wie eine Ersatzmutter für mich. Wir haben uns oft unterhalten und in meiner Freizeit half ich gerne mal dort mit“, erzählt Röttger. Als Dora Hinz in Rente gehen wollte, kam die Idee auf, dass er die Pommesbude übernehmen könnte. Lieber wäre er ja Diätkoch im Krankenhaus geworden. „Aber als Evangele und ledig hatte man damals keine Chance“, erinnert sich der Koch. Nach einiger Skepsis übernahm er dann am 2. Juli 1975 den Imbiss, der dann „Peter’s Grillstübchen“ genannt wurde. Viel geändert hat er an der Einrichtung nicht. Der Charme der 70er Jahre mit den alten Fliesen und der Theke sind auch heute noch weitgehend erhalten geblieben. „Das wünschen die Kunden“, so Röttger. „Ich hatte eine Kundin aus dem Schwarzwald, die kam nach 30 Jahren wieder in ihre Heimatstadt zurück zu Besuch. Die sagte, als sie in die Imbissstube kam: Jetzt bin ich zuhause“, erzählt Röttger. Gerne würde er mehr aus seinen Kochkenntnissen machen und kreativer sein, was die Speisekarte anbelangt, aber die Kundschaft setzt auf Klassiker. Doch diese werden dann von ihm variiert. So wird die Currywurst mit einer selbst gemachten Soße serviert – sehr beliebt – aber Eröffnung 1975: Nach seiner Bundeswehrzeit übernimmt Peter Röttger den Stadiongrill von Dora Hinz. Peter Röttger liebt seinen Job. Der Umgang mit den Kunden macht ihm viel Freude, er hilft auch gerne. das Rezept wird nicht verraten. Oder statt des einfachen Hamburgers gibt es im Stadion-Grill den Dieselburger: Die in den Niederlanden erhältliche Dieselsoße, eine Kräutersoße, mischt Röttger mit ‚Sweet Chili’. Auf den Hamburger kommen auch noch frische Zwiebeln. „Das ist ein Renner“, so der Imbiss-Besitzer. Beliebt sind auch die ‚Ras- Pommes’, eine Art „Quetsch- Pommes“ aus Kartoffelpüree, wie sie früher am Hafen gekauft werden konnten. Anja - die gute Seele Röttger und seine „gute Seele und heimliche Chefin“ Anja Martin-Leige kennen die Wünsche ihrer Kunden genau – rund 80 Prozent sind Stammkunden. Wenn der Mann bestellt „für meine Frau wie immer“, dann wissen sie Bescheid. Der eine Kunde möchte seine Soße in drei Punkten auf dem Hamburger, der andere die Pommes doppelt gebacken. Und es wird ganz viel geredet. „Das ist fast wie auf einer Sozialstation: Da braucht einer eine Wohnung, der andere einen Fernseher oder ein Auto.“ Manchmal sind die Gespräche so intensiv, dass die verpackte Pommes bereits schon wieder kalt geworden ist. Gerne erinnert Röttger sich auch an Zeiten, als sich die Schwimmer der DLRG vor dem Training eine Schale Pommes und eine Cola mit mehrern teilten und gemeinsam quatschten. Vor allem zu Zeiten der Studenten, die von 2010 bis 2012 in der Kaserne untergebracht waren, gab es neben dem Imbiss- Verkauf auch immer andere Dinge zu tun. „Die brachten dann ihre Formulare mit, wenn sie nicht wussten, was eingetragen werden sollte.“ Da Ehefrau Leila aus Bangladesh kam, konnte sie gut helfen. „Es ging manchmal zu wie bei einer Außenstelle vom Ausländeramt“, schmunzelt Röttger. Er erinnert sich an Anton aus Israel, der eines Tages in Mohairmantel und Hut auftauchte und immer eine große Pommes und sechs Dieselburger bestellte und gleich aufaß. Heute kümmert sich Peter Röttger vorwiegend um das Kaufmännische, um den Einkauf der Ware und die Vorbereitungen, denn nach verschiedenen Knieoperationen vor einigen Jahren kann er nicht mehr lange hinter der Theke stehen. Den Verkauf übernimmt Anja Martin- Leige. Röttger geht morgens um neun Uhr einkaufen. Danach macht er die Frikadellen, die Salat-, Hamburger- und Currysoßen, schneidet das Gemüse für die Hamburger. Zwischendurch kümmert er sich um seine beiden Pferde, ein Isländer-Mix und ein Shetty, die in Borghees auf einer Koppel stehen. Von montags bis freitags hat das Geschäft von 11.30 bis 14 Uhr geöffnet, dann kommen meistens Schüler und Monteure. Nach der Pause geht es ab 17 Uhr weiter, eigentlich bis 22 Uhr. „Aber es sind immer welche, die kurz vor Toresschluss kommen, so dass es meist 22.30 Uhr wird“, erzählt Anja Martin-Leige. Auch am Sonntag ist der Imbiss geöffnet. Ums Putzen kümmert sich „Raumkosmetikerin“ Steffi, so Röttger. Er hoffe, dass er langsam in den Ruhestand gehen kann, obwohl er seine Arbeit immer gerne gemacht habe. „Manchmal ist das hier wie in einem Theater. Aber der Eintritt ist frei, auch die Sprüche gibt es umsonst, nur Speisen und Getränke müssen bezahlt werden“, schmunzelt er. TEXT: MONIKA HARTJES FOTOS: M. VAN OFFERN/PRIVAT Auch heute sieht die Verkaufstheke fast noch genauso aus wie 1988.

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