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Unser Emmerich am Rhein

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4 UNSER PROJEKT

4 UNSER PROJEKT Pfadfindertrupp plant dreiwöchige Amerikareise Palmzweige verteilen, Tannenbäume einsammeln, Basteln, Champignons verkaufen - die „Erdmännchen“ sind fleißig, um ihren Traum finanzieren zu können. Die Pfadfinder sind gerne unterwegs auf Reisen. Regelmäßig finden Sommerund Herbstzeltlager statt, meistens in Deutschland. Doch die älteste Pfadfindergruppe des Januzs-Korczak-Stammes Emmerich, insgesamt sind hier 90 bis 100 Kinder und Jugendliche ab sechs Jahre aktiv, plant traditionell eine besondere Fahrt. „Seit eineinhalb Jahren laufen unsere Vorbereitungen für eine Amerika-Tour“, erzählt Alexander Hüttner, Leiter vom Trupp „Erdmännchen“. Und im Vorfeld tun die engagierten Teilnehmer so einiges, um die Fahrt finanzieren zu können. Reise vom 5. bis zum 26. August Zehn Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren, zwei Mädels und acht Jungen, fahren mit. Begleitet werden sie von sechs Erwachsenen, neben Alexander Hüttner betreuen Isabell Kathke, Britta Pauly, Moritz Billen, Marten Bruns und Felix Krause die Amerikareisenden. Seit über sechs Jahren kennen sich die Jugendlichen, sind schon als Kinder im Trupp „Erdmännchen“ zusammengekommen. „Wir haben uns schon früh vorgenommen, dass es eine ganz besondere Reise werden soll, wenn wir der älteste Trupp sind“, erzählt Britta Pauly. Andere Gruppen haben Reisen nach München, Schweden, aber auch schon einmal zum Weltjugendtag nach Australien gemacht. Für die Erdmännchen standen Spanien, Schottland und Amerika zur Auswahl. Es wurde Amerika. Die Reise soll vom 5. bis zum 26. August stattfinden, das sind die letzten drei Wochen der Sommerferien. Seit Mitte 2015 sind die Pfadfinder auf der Suche nach Sponsoren. Auch durch eigene Aktivitäten soll Geld gesammelt werden. Persönlich füllen die jungen Leute ihre Reisekasse durch Jobs wie Zeitung austragen, Babysitter-Dienste oder Kellnern auf privaten Feten. Ein größerer Sponsor wurde gefunden, die Pfadfindergruppe hofft auf weitere, die sich bei Alexander Hüttner unter 0176-24941031 gerne melden können. Leckere Champignons auf dem Hüthumer Weihnachtsmarkt Sie wollen auf große Fahrt: der Trupp „Erdmännchen“ der Emmericher Pfadfinder. Verschiedene Aktionen Unter anderem führten die Jugendlichen die „Friedenslichtaktion“ durch. Sie brachten am 4. Advent die Lichter gegen einen kleinen Obolus in die Familien. Auch an der Verteilung der geweihten Palmzweige kurz vor Palmsonntag beteiligten sie sich. Auf einem Kinderflohmarkt verkauften sie Gegrilltes – das Fleisch wurde von der Metzgerei Heßeling gesponsert – und Kuchen. „Katjes stellte uns Produkte zur Verfügung, so dass wir auch eine kleine Tombola veranstalten konnten“, erzählt Sam Galle. Außerdem trafen sich die Pfadfinder an Samstagen, um gemeinsam für Weihnachtsmärkte zu basteln. Es entstanden Tannenbäume, Eulen und Engel aus Holz. „Dazu verkauften wir auf dem Weihnachtsmarkt in Emmerich und Hüthum frisch zubereitete Champignons aus der Pfanne“, sagt David Benning. Im Januar sammelten sie dann die alten Tannenbäume gegen eine kleine Spende ein. Acht Stunden dauert der Flug nach Newark bei New York, die erste Station der Reise. „Durch die Zeitumstellung von sechs Stunden kommen wir zwei Stunden nach unserem Start in Düsseldorf an“, schmunzelt Hüttner. Danach geht es mit Mietwagen die Ostküste hoch bis nach Quebec in Kanada und zum Algon Quin-Nationalpark. Geburtstag an den Niagarafällen An den Niagarafällen vorbei führt die Route dann zurück in die USA. Und genau an den riesigen Wasserfällen feiert Tobias Kodera seinen 16. Geburtstag. Von da aus geht es zurück nach New York für Stadtrundfahrt und Shoppingtour. Übernachtet wird in Motels, Zelten und Häusern in der Art von Jugendherbergen. „Wir machen viele Fotos und wollen auch ein Video drehen für diejenigen, die zuhause bleiben“, erklärt Britta Pauly. Auf der rund 2000 Meilen langen Tour hat das Erwachsenen- Sextett etliche Überraschungen für die jugendlichen Mitreisenden geplant. Diese werden natürlich noch nicht verraten, nur so viel: An der Ostküste treffen die Emmericher auf amerikanische Pfadfinder, die Boyscouts. „Und auch für besondere Aktivitäten, die sich vor Ort ergeben, haben wir Zeit eingeplant“, erklärt Alexander Hüttner. Die Eltern unterstützen die Amerikafahrer. „Meine Eltern freuen sich mit mir, weil man ja so oft im Leben nicht nach Amerika kommt“, sagt Tobias Kodera. Nach vielen Jahren Englischunterricht in der Schule hat der Zehntklässler Nils Lenneps keine Bedenken, dass das mit der Verständigung klappt. Keine Probleme mit der Sprache hat Simon Hoffmann, dessen Mutter Amerikanerin ist. Er wird die Tour mit Familienbesuchen verbinden, ist bereits vorher in Amerika und erwartet die „Erdmännchen“ dann am Flughafen. Alle freuen sich auf die Reise, nur eine Großmutter hatte etwas Bedenken. „Meine Oma meinte, dass sie sich wegen Trump Gedanken mache, aber wir konnten sie beruhigen“, erzählt Nils Pithan. TEXT: MONIKA HARTJES FOTOS: M. VAN OFFERN/PRIVAT

UnserEMMERICHam Rhein MEIN TAG 5 Oft trifft man Manuel Boywitz in der Stadt oder an der Rheinpromenade. Als offizieller „Promenadenmeister“ ist er viel unterwegs und sorgt für Sauberkeit und ein angenehmes Stadtbild. Seit acht Jahren ist er im Dienste der Wirtschaftsförderung tätig. „Mir macht die Arbeit Spaß, sie ist sehr abwechslungsreich“, sagt er. Im Einsatz für Emmerichs Rheinpromenade Manuel Boywitz, Angestellter der Wirtschaftsförderung, kümmert sich als Promenaden-Hausmeister um Sauberkeit und Ordnung. Vom Ein-Euro-Job zum Voll-Job Manuel Boywitz wurde in Krefeld geboren und wuchs in Bochum auf. Durch die Bundeswehr verschlug es ihn nach Emmerich. Neun Jahre war er als Zeitsoldat in der Moritz-von- Nassau-Kaserne tätig und wohnt seitdem in der Rheinstadt. Nach der Bundeswehrzeit arbeitete er im Straßenbau, wurde dann aber arbeitslos. Zwischendurch war er auch im Wachdienst an der Kalkarer Kaserne tätig, aber auch diese Tätigkeit war begrenzt. Weil Boywitz nicht rumsitzen wollte, meldete er sich freiwillig für einen Ein-Euro-Job. Zunächst fand dieser in der Kleingartenanlage in Klein-Netterden statt, danach war er ein halbes Jahr als Platzwart für den ETV- Platz beschäftigt und kümmerte sich auch um die Pflege des dort angesiedelten Hubschrauberlandeplatzes. Seine gute Arbeit und Zuverlässigkeit sprach sich herum, und als dann die Stelle eines Promenaden- und Hausmeisters ausgeschrieben wurde – zunächst für zwei Jahre und gefördert durch ein Projekt der Landesregierung – bekam er diese. Seit Mitte November 2008 kümmert er sich in Regelmäßige Reinigung der öffentlichen WCs gehört zu seinen Aufgaben. Legt da ein Schiff an? Manuel Boywitz beobachtet genau, was auf „seiner“ Rheinpromenade passiert. Vollzeit um Ordnung und Sauberkeit. Zwischen 8 Uhr und 8.30 Uhr beginnt sein Arbeitstag. „Oft gehe ich zunächst in den Keller, wo ich Lagerarbeiten ausführe. Die dort gelagerten Materialien ordne ich, bei Bedarf werden sie repariert“, erklärt er. Dann wird in den Räumen des infoCenters und der Wirtschaftsförderung Müll zusammengetragen und entsorgt. Auch das Reinigen der Büros steht auf seinem Arbeitsplan. Als Promenaden-Hausmeister geht es danach nach draußen. „Ich bin viel an der frischen Luft und habe bereits jahrelang keinen grippalen Infekt mehr gehabt“, erzählt er. Jeden Morgen ist die Reinigung der öffentlichen Toiletten am Rathaus und im Rheinpark angesagt. „Das ist manchmal eine Zumutung, wie es da aussieht. Ich muss einen Mundschutz tragen, wenn ich die sanitäre Anlage mit dem Hochdruckreiniger sauber mache“, erzählt Boywitz. Er mag seinen Job, aber extra verschmierte Toiletten, Sachbeschädigungen und Hundehaufen auf der Promenade können ihm die Arbeit schon mal vermiesen. Kontrolle der stadteigenen Steiger Jeden Tag begeht er die Promenade, vom Wasserauffangbecken bis zum Rheinpark, meistens nach der Mittagspause. Dort wird alles kontrolliert und besichtigt: Bei Verschmutzungen ordert er die Ein-Euro-Gruppe des Bauhofes, Beschädigungen meldet er ebenfalls dort, damit diese schnell repariert werden. Wichtig sind ihm dabei die Spielgeräte auf dem Rheinpark-Spielplatz, da kontrolliert er beispielsweise, dass keine Scherben herumliegen. Vor allem auch die beiden stadteigenen Steiger hat er im Blick. Dazu gehört der kleine Steiger am fiskalischen Hafen und der Stadtsteiger an der Pegeluhr. „Ich habe einen Plan, wann die Fahrgastschiffe anlegen und kassiere dann auch die Liegegebühren“, erzählt Boywitz. Zwischendurch erledigt er Botengänge oder verteilt Flyer für Veranstaltungen. In einer Halle stehen im Winter die Strandkörbe. Gemeinsam mit dem Hüthumer Gregor Reintjes repariert er diese, denn leider ist fast immer irgendwas an den Körben defekt, wenn sie im Oktober hereingeholt werden. Im Winter gehören je nach Wetterlage dann auch schon mal Schneeschippen und Streudienst zu seinen Aufgaben. An seiner Arbeitskleidung erkennt man, dass er für die Wirtschaftsförderung arbeitet und so ist er auch oft Ansprechpartner. „Die Leute unterwegs sagen mir, wenn ihnen etwas aufgefallen ist.“ Das gibt er dann an die entsprechenden Stellen weiter. Etwas anders sieht der Tagesablauf aus, wenn ein größeres Event ansteht. Dann kann es schon mal spätabends werden, bevor er Feierabend hat. Boywitz hilft den Händlern vom Krammarkt beim Auf- und Abbauen der Stände oder ist „Backstage“ unterwegs, wenn es gilt, Künstler und Musiker bei ihrem Auftritt zu unterstützen. So hat er beispielsweise bei der Musiknacht, bei „Emmerich im Lichterglanz“ oder bei Stadtfesten alle Hände voll zu tun. Wenn Wirtschaftsförderung und Touristikcenter an Messen teilnehmen, hilft er auch beim Auf- und Abbau der Stände. Die Arbeit ist abwechslungsreich und es gibt immer etwas zu tun. Langeweile kennt er nicht. „Am meisten Freude macht es mir, wenn mich unterwegs die Emmericher oder die Touristen ansprechen und davon schwärmen, wie schön unsere Rheinpromenade ist“, sagt Manuel Boywitz. TEXT: MONIKA HARTJES FOTOS: MARKUS VAN OFFERN

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