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Unser Emmerich am Rhein

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Die Niederländerin

Die Niederländerin macht alle Übungen mit. Corry van Eyl Corry van Eyl (re) wurde vom Kreissportbund für ihr Engagement geehrt. 8 SPORT Seit über 45 Jahren Übungsleiterin im Rehasport Die Emmericherin Corry van Eyl hat die Herzsportgruppen in Emmerich, Kleve und Rees maßgeblich aufgebaut. Wer einen Herzinfarkt erlitten oder eine andere Herzerkrankung hat, der darf nur unter Aufsicht von speziell ausgebildeten Übungsleitern und Ärzten Sport treiben. Die Niederländerin Corry van Eyl sorgte dafür, dass in Emmerich, Kleve und Rees Herzsportgruppen gegründet wurden. Bis heute ist die fitte Seniorin mit viel Leidenschaft und Herzblut als Übungsleiterin und Koordinatorin in den Gruppen in Emmerich und Rees tätig. Das macht sie seit über 45 Jahren. In diesem Jahr wurde sie vom Kreis-Sport-Bund Kleve für ihr langjähriges Engagement ausgezeichnet. Bewegungs- und Altentherapeutin Corry van Eyl kam im niederländischen Utrecht zur Welt. Sie machte ihr Abitur und wurde Bewegungs- und Altentherapeutin. Außerdem studierte sie am Goethe-Institut in Amsterdam in der höchsten Klasse und wurde Übersetzerin für Niederländisch-Deutsch. Sportlich begann sie als Fünfjährige mit Ballett, später spielte sie auch Tennis und war erfolgreiche Tischtennis-Spielerin. 1967 kam sie mit ihrer Familie nach Deutschland. Der Ehemann war bei der Bundeswehr tätig, sie zog unter anderem nach Krefeld und Köln, bevor die Familie nach Emmerich kam. Corry van Eyl bekam drei Kinder, zwei Töchter und einen Sohn. In Emmerich belegte sie verschiedene Kurse an der Volkshochschule und begann wieder mit Ballett- und Tennisstunden. Als ihre älteste Tochter in der Grundschule Liebfrauen einge- Viel Spaß haben die Mitglieder der Herzsportgruppe mit ihrer Übungsleiterin Corry van Eyl (Mitte). schult wurde, erfuhr sie, dass dort eine Stelle als Sekretärin frei wurde und bewarb sich. Im Rathaus fand das Vorstellungsgespräch statt. „Als ich mich bei der Stadt vorstellte, rutschte mir das Diplom vom Goethe-Institut aus der Mappe“, erzählt sie. Karl- Heinz Ufert, damals Erster Beigeordneter der Stadt Emmerich, sah das und fragte gleich nach, ob sie ebenfalls als Honorarkraft für die Regio Rhein-Waal, dessen Geschäftsführer er war, tätig sein wollte. Die Stelle als Schulsekretärin bekam sie auch. Weil Ufert gleichzeitig erster Vorsitzender des Emmericher Turnvereins war und um die sportliche Ader der jungen Frau wusste, lud er sie gleich zu einem Kurs zur Erlangung des Übungsleiterscheins ein. Modellprojekt „Infarktsport“ Danach übernahm sie zunächst Mutter-Kind-Gruppen und Mädchen-Turnen beim ETV. „Interessant wurde es für mich, als ich an einem Modellprojekt ’Infarktsport’ der Sporthochschule Köln teilnehmen konnte“, erzählt sie. In einem halbjährigen Kurs erwarb Corry van Eyl die Sonderlizenz. Während dieser Ausbildung hatte sie einen kurzen Krankenhausaufenthalt und kam mit Dr. Walter Kriegel in Kontakt. „Herr Ufert, Dr. Kriegel und ich haben dann dafür gesorgt, dass in Emmerich die erste Herzsportgruppe ins Leben gerufen wurde“, erzählt die engagierte Sportlerin, die im August 75 Jahre alt wird. Das war 1979. Von 1980 bis 1991 war sie Herzsportgruppenleiterin in Kleve, wo sie die Gruppe ebenfalls ins Leben rief wie auch in Rees, wo es die Gruppen seit 1989 gibt. Drei Jahre später gründete sie auch eine Diabetes-Sportgruppe. Regelmäßig besucht die fitte Dame Fort- und Weiterbildungen, um immer auf dem neuesten Stand zu sein. Sie erwarb verschiedene Sonderlizenzen: 1983 „Sport für Ältere“, 1986 „Sport Profil Neurologie“, 1992 „Sport und Diabetes“, 1994 „Herz- und Diabetikersport“, „Sport bei Osteoporose“, „Zertifikat Seniorentanzleiter“, 1995 „Rückenschulleiter“ und im Jahr 2003 „Sport nach Krebsnachsorge“. Zurzeit besucht sie eine Fortbildung des Landessportbundes, in der es um neue Auflagen im Herzsport geht. Engagiertes Team an ihrer Seite Montags, dienstags, donnerstags und freitags finden Herzsportgruppen und Diabetiker- Sportgruppen in Emmerich und Rees statt und Corry van Eyl ist froh, dass sie ein engagiertes Team von fünf Übungsleiterinnen hat - darunter ihre Tochter Brigitte - die sie tatkräftig unterstützen und verschiedene Stunden selbstständig durchführen. Trotz der vielen Sportgruppen und ihrer Arbeit als Fachdozentin im SOS-Altenpflegeseminar in Kleve spielt sie noch regelmäßig Tennis beim TC Rot Weiß. In ihrer Freizeit liest sie außerdem gerne und recherchiert im Internet nach allgemeinen Gesundheitsthemen, die sie interessieren. „So langsam möchte ich mich sportlich ein bisschen zurückziehen und bin froh, dass ich gute Nachfolger habe“, sagt sie. Aber für Verwaltungsaufgaben, die Unterstützung des Teams und als Springer für Vertretungen wird sie weiterhin zur Verfügung stehen. TEXT: MONIKA HARTJES FOTOS: PRIVAT/ARCHIV

UnserEMMERICHam Rhein SPORT 9 Volleyball beim ETV: Drei Teams an der Tabellenspitze Die Damen, Mixed I und Mixed II haben eine erfolgreiche Hinrunde gespielt. Trainer Günter Bauditz berichtet über die Entwicklung des Nachwuchses. Die Volleyballabteilung des Emmericher Turnvereins ist überaus erfolgreich. Gleich drei Mannschaften stehen jeweils auf dem ersten Platz der Tabelle: Die Mixed II, die „Peanuts“, sind Tabellenführer in der fünften Kreisklasse, die Mixed I in der zweiten und die Damen in der dritten Kreisklasse. Trainer der Damenmannschaft ist Anne Jansen. Im Spiel gegen SV Union Wetten Anfang März erkämpften sie sich mit einem 3:0-Sieg die Tabellenführung zurück. Neben Anne Jansen waren Christina Roebrock, Meike Pithan, Yasemin Akpinar, Sabine Dachmann und Ingeborg Schikorr an dem Erfolg beteiligt. Trainer Günter Bauditz (li) ist stolz auf seinen Volleyballnachwuchs. Große Konzentration und hohe Sprünge sind nötig, um den Ball übers Netz ins gegnerische Feld zu befördern. Konstante Besetzung Das „Peanuts“-Team wird von Günter Bauditz trainiert. Von zwölf gespielten Sätzen in der Hinrunde verloren sie nur zwei. „Unser Vorteil ist, dass wir in dieser Saison endlich mal mit einer konstanten Besetzung spielen können“, erklärt Bauditz. Da etliche der Spieler zwischendurch ein Studium oder eine Ausbildung begannen, wechselte der Kader in den letzten Jahren öfters. Günter Bauditz ist gebürtiger Hüthumer. Als er mit seiner Ehefrau Ursula ein gemeinsames Hobby suchte, schlossen sie sich der Volleyballabteilung der DJK Hüthum-Borghees an. Das war vor etwa 30 Jahren. Die Mixed- Hobby-Mannschaft wurde damals von Klaus Sonnenberg trainiert. 1994 übernahm Günter Bauditz, der auch in der Hobby Mixed des ETV aktiv war, die bunt gemischte Mannschaft, die aus jüngeren, älteren, weiblichen und männlichen Spielern bestand, als Übungsleiter. Auch in den Niederlanden betreute der engagierte Volleyballer zeitweise eine Mannschaft. Seine Töchter Nadja und Anne, heute 27 und 24 Jahre alt und beide noch beim ETV dabei, waren dort bei Smash 68 SCM ’s-Heerenberg aktiv. Als im Jahr 2005 ein Betreuer gesucht wurde, stellte er sich zur Verfügung und machte 2007 den Trainerschein, der auch in Deutschland anerkannt wurde. Gleichzeitig wurde er gefragt, ob er im Herrenteam mitspielen wollte. Insgesamt sieben Jahre - von 2008 bis 2015 - war Bauditz Spieler der ersten Herrenmannschaft des Smash 68 SCM, davon zwei Jahre in der 1. Klasse, vergleichbar mit der Landesliga. „Von den Erfahrungen, die ich da gesammelt habe, können heute alle Mannschaften profitieren“, sagt er. 2011 absolvierte er den Trainerschein in Deutschland. Im Jahr 2003 fragten ihn dann Schüler der Realschule, ob er ein bisschen „Nachhilfeunterricht“ in Volleyball geben könne, weil das Schulteam an einem Hobbyturnier im niederländischen ’s- Heerenberg teilnehmen wollte. Aufstieg und Abstieg Die Gruppe nannte sich „Peanuts“, sogar entsprechende T- Shirts hatten die Schüler sich drucken lassen. „Wir hatten sehr viel Spaß und die jungen Leute haben mich dann überredet, sie weiter zu trainieren“, erzählt der 58-jährige Hüthumer. Die Sportler schlossen sich der DJK an, der Name „Peanuts“ blieb bestehen. 2005 nahmen sie zum ersten Mal am Spielbetrieb in der fünften Regelmäßiges Training bringt den Nachwuchs weiter. Kreisklasse teil, stiegen zwei Jahre später sogar auf. „Aber leider stiegen wir gleich wieder ab, weil durch Studium und Beruf die Besetzung sich ständig änderte. In diesem Jahr haben wir den Vorteil, dass einige der Stammspieler ihr Studium in der Nähe, beispielsweise in Nimwegen, absolvieren und so für Training und Spiele zur Verfügung stehen.“ Als sich immer mehr Schüler in der Volleyballabteilung anmeldeten, wurde mit den „Berries“ im Jahr 2008 eine neue Anfängergruppe gegründet. Diese spielt nicht im Ligabetrieb, nimmt aber regelmäßig an Hobbyturnieren teil. Insgesamt 28 junge Menschen von 14 bis 28 Jahren gehören zurzeit den „Berries“ und den „Peanuts“ an. Der eigene Nachwuchs wird Schritt für Schritt an den Spielbetrieb herangeführt. Der Spaß ist vorprogrammiert und über den Sport findet auch „Integration“ statt. So spielt Sharzai Fazil, ein Flüchtling aus dem Iran, seit einigen Monaten mit. „Das Schöne an dem Sport ist auch, das er generationsübergreifend ist“, sagt Bauditz. „Alt und Jung können zusammenspielen. So habe ich mit Lara Griese eine Spielerin, deren Mutter ich schon trainiert habe.“ Seit zwei Jahren gehören die Volleyballteams dem Emmericher TV an, insgesamt sind in der Volleyball-Abteilung 78 Mitglieder aktiv. Es gibt auch eine Seniorenmannschaft. Bauditz besucht regelmäßig Weiterbildungen, weil sich auch der Sport immer weiter entwickelt. So wird der Ball nicht einfach über das Netz geschlagen, sondern in einem besonderen System gespielt. „Wir spielen das System 5-1 mit einem Steller und fünf Angriffsspielern. Das wird auch in der Bundesliga so gemacht“, sagt der Trainer, der hofft, auch in Zukunft seinen Sport weiterhin mit viel Spaß betreiben zu können. TEXT: MONIKA HARTJES FOTOS: PRIVAT TRAININGSZEITEN Interessierte Spieler sind jederzeit zum „Schnuppern“ willkommen. Damen Montags von 20 – 22 Uhr Europa-Hauptschule Ansprechpartner: Anne Jansen Telefon: 02822-53470 Mixed I Mittwochs von 19.30 – 22 Uhr Europa-Hauptschule Ansprechpartner: Günter Bauditz (02822-2616) und Claudia Michel (02822-2232) Mixed II - Peanuts Dienstags von 19.30 – 22 Uhr St. Georg-Grundschule Hüthum Ansprechpartner: Günter Bauditz (02822-2616) Nachwuchs „Berries“ Dienstags von 17.30 – 19.30 Uhr St. Georg-Grundschule Hüthum Ansprechpartner: Günter Bauditz (02822-2616) Senioren Mittwochs von 17.30 – 19 Uhr Europa Hauptschule Ansprechpartner: Günter Bauditz (02822-2616)

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