Aufrufe
vor 7 Monaten

Unser Emmerich am Rhein

  • Text
  • Emmerich
  • Kleve
  • Rhein
  • Apotheke
  • Emmericher
  • April
  • Guido
  • Patienten
  • Juni
  • Kinder

4 UNSER PROJEKT 50 Jahre

4 UNSER PROJEKT 50 Jahre Motor-Club-Emmerich Rund 40 gestandene Herren und Damen genießen zusammen das Motorradfahren. Erwin Schäfer ist von Anfang an dabei. Legendär waren die Eulen-Treffen. Im Jahre 1967 gründeten einige junge Burschen mit Kleinkrafträdern der Marken Kreidler, Sachs und Zündapp den Motor-Club-Emmerich (MCE). „Wir haben uns regelmäßig getroffen, um an unseren Fahrzeugen zu schrauben. Damals hatten wir alle Mopeds mit 5,2 PS, die mit der alten Klasse 4 zu fahren waren“, erzählt Gründungsmitglied Erwin Schäfer, der heute eine 1300 Yamaha fährt. „Als wir dann 18 waren, machten wir den Führerschein fürs Auto und fürs Motorrad.“ Bürgermeister Lambert Meyer stellte Scheune zur Verfügung Der damalige Hüthumer Bürgermeister Lambert Meyer, Vater von einem dieser jungen Leute, stellte der Gruppe auf seinem Grundstück am Abergsweg ein ungenutztes Wirtschaftsgebäude zur Verfügung. „Den alten Stall haben wir dann mit viel Schaffenskraft, Taschengeld und Schweiß zu einem Clubhaus umgebaut wurde. Das passierte nach und nach, immer wie wir Geld hatten“, so der 65-jährige Schäfer. Eigene Clubausweise für die ersten Mitglieder gab es damals auch. Erwin Schäfer hat seinen noch. 1968 tummelten sich bereits 25 Mitglieder auf dem Clubgelände. Hier wurden Versammlungen abgehalten, an den „Böcken“ geschraubt und der größte Teil der Freizeit verbracht. Zusammen besuchte man die ersten Motorradtreffen und knüpfte Kontakte zu anderen Clubs. Im Februar 1969 brannte das Clubhaus vollständig ab. Sofort begannen die jungen Leute mit dem Wiederaufbau. Viele Tage und manche Nacht wurde von allen Mitgliedern durchgearbeitet. Ende der 60er Jahre nahmen einige Club-Mitglieder, teils mit selbstgebauten Maschinen, an Jedes Jahr zum Saisonabschluss im September geht es um Pokale und Preise wie hier im Jahr 2005. dern werden notbedürftige Familien in Hüthum unterstützt. Das „Biker-Frühstück“ gibt auch Nicht-Motorradfahrern die Möglichkeit, sich mal den einen oder anderen Chopper, Cruiser, Tourer oder Racer in Ruhe anzuschauen anzusehen und festzustellen, dass Motorradfahrer keine besondere Spezies, sondern ganz normale Typen wie „Du und ich“ sind. Zwischen 40 und 50 Mitglieder Ein weiteres „Highlight“ ist die Motorradsegnung im Mai, an der alljährlich jede Menge Biker teilnehmen. Der MCE hat in den letzten Jahren zwischen 40 und 50 zum Teil auch weibliche Mitglieder. Aus einer ehemals Handvoll „Mopedfreaks“ ist eine gestandene Gruppe von Motorradfahrern geworden, die oft bei gutem Wetter im Umkreis von etwa 100 Kilometern über Landstraßen durch die Natur unterwegs sind. Dabei geht es ruhig zu. „Wir sind keine Raser, sondern Tourer“, sagt Schäfer. Warum er so fasziniert ist vom Motorradfahren? „Es macht einfach Spaß und die Kameradschaft im Club ist toll.“ Die erste Tour zu Beginn der Saison am 1. Sonntag im April ist seit Jahren schon die Fahrt zur „Fischbude im niederländischen Harderwijk“. Zum Ende der Saison im September geht’s nach Bremm zum Weinfest. Auch diese „Moseltour“ ist seit Jahren ein fester Bestandteil des Tourenprogramms. Andere Touren führen ins Sauerland, in die Eifel oder in den Hunsrück. Auch mehrtägige Urlaubstouren werden absolviert, mal sind es die Dolomiten oder der Schwarzwald, es ging auch schon nach Kroatien, Sachsen und Skandinavien. „Das beliebte ’Treffenfahren’ Sprint- und Straßenrennen teil. Eigene Rennen zu veranstalten blieb jedoch ein Traum. Doch eigene Motorradtreffen initiierten die Hüthumer Motorradfreunde. Die Eulentreffen sind legendär. Im August 1971 wurde das erste Niederrheintreffen veranstaltet. Hierzu fanden sich viele Motorrad-Interessierte am Abergshof ein. Von 1971 bis 1989 wurden insgesamt 20 Internationale Eulentreffen ausgerichtet. „Bis zu 1500 Motorräder standen hier aufgereiht“, erinnert sich Schäfer, der die Plakette mit den Jahresanhängern an seiner Kutte trägt. „Es war damals das größte Motorradtreffen Deutschlands.“ An die Stelle der „Eulentreffen“ trat das „Biker-Frühstück“, das am zweiten Sonntag im April, Mai, August und September vormittags am Clubhaus stattfindet. Hier wird auch für den guten Zweck gesammelt, mit den Gelist immer noch eine interessante Möglichkeit, befreundete Motorclubs zu besuchen und dort interessante Leute kennen zu lernen. Hier haben sich in den letzten Jahren einige besondere Freundschaften entwickelt“, erzählt das Erwin Schäfer. Die Emmericher besuchen unter anderen den MSG Oldenburg, den MSC Damm und den 1. MC Bocholt. Zum Sommerfest sind dann alle befreundeten Clubs nach Hüthum eingeladen. Die Erhaltung des Clubhauses, die gemeinsamen Unternehmungen und somit die Kameradschaftspflege sind die Dinge, die man sich für die Zukunft wünscht. „Die gute Gemeinschaft und ein tolles Clubleben sind hier das Schönste und Wichtigste“, sagen die Mitglieder. TEXT: MONIKA HARTJES FOTOS: PRIVAT MITGLIED WERDEN 2003: Erwin Schäfer überreicht den Scheck an Pastor Heuberg. 2010: Bikerfrühstück Was muss man mitbringen, um Mitglied beim MCE zu werden ? Ein versichertes Motorrad mit der entsprechenden Fahrerlaubnis, Spaß am Touren fahren, Kameradschaft und die Bereitschaft, am Clubleben teilzunehmen mit allen Rechten und Pflichten, die dazugehören. Nach drei Monaten „Probezeit“ stimmen die Mitglieder dann darüber ab, ob der oder die „Neue“ im Club aufgenommen wird. Bikerfrühstück mit Motorradsegnung durch Diakon Manfred Wiskamp

UnserEMMERICHam Rhein MEIN TAG 5 Ehrenamtliche Rettung rund um die Uhr Guido Janssen ist einer der Ehrenamtlichen beim Malteser-Hilfsdienst. Er berichtet über die Aufgaben, unter anderem die Erste-Hilfe-Ausbildung. Veranstalter von Stadtfesten, Großevents, Konzerten oder Sportveranstaltungen, Unternehmer oder Verantwortliche in Kindergärten, Schulen und Hochschulen bekommen, was sie brauchen: Unterstützung und Entlastung. Die Malteser sind vor Ort und kümmern sich um Verletzte oder Erkrankte. Seit mehr als 50 Jahren sind die Malteser in Emmerich präsent und mit ihren umfangreichen Aufgaben in verschiedenen caritativen Bereichen nicht mehr wegzudenken. Gestemmt werden die Tätigkeiten durch zahlreiche Helferinnen und Helfer, die sich ehrenamtlich in ihrer Freizeit für andere Menschen stark machen. 4000 Stunden im Jahr Das Leistungsspektrum erstreckt sich dabei von der Kinder- und Jugendarbeit bis hin zum Sanitäts- und Katastrophenschutzdienst, dem Fahrdienst für Behinderte sowie der Kleiderkammer für Bedürftige. Außerdem wurden im letzten Jahr 1700 Menschen in Erste Hilfe ausgebildet, beispielsweise für die Führerscheinprüfung. Die Malteser in Emmerich leisten dafür jedes Jahr über 4000 Stunden! Einer der Ehrenamtlichen ist Guido Janssen. 1978, mit etwa 16 Jahren, kam er über eine Arbeitsgemeinschaft der Schule zu den Maltesern. „Die Aufgabenfelder Erste-Hilfe-Übung: Laura Wieners, Guido Janssen, Martin Rappert (v.l.) Notfallsanitäter (vlnr): Heinz-Uwe Treger (Malteser Emmerich) Henning Schürmann (Malteser Kleve), Thomas Reckinger (Malteser Kleve) und Guido Janssen (Malteser Emmerich) und der Auftritt der Malteser haben mich beeindruckt“, sagt der Emmericher. „Schon seinerzeit waren sie in den Katastrophenschutz eingebunden und hatten eine gute Ausstattung.“ Er absolvierte die Erste-Hilfe-Grundausbildung und durfte dann die „alten Hasen“ beim Sanitätsdienst begleiten. 1980 besuchte er dann selber die Schulung zum Sanitätsausbilder in Wesel. „Danach durfte ich Erste-Hilfe-Kurse geben und als Verantwortlicher Sanitätsdienste bei verschiedenen Veranstaltungen übernehmen.“ Knapp zehn Jahre wohnte Guido Janssen dann in Köln. Er hatte sich beruflich für eine Ausbildung in der Pflege entschieden, wurde Intensiv-Fachpfleger. Auch in der Domstadt engagierte er sich weiter ehrenamtlich bei den Maltesern, ließ sich zum Rettungssanitäter weiterbilden. An den Wochenenden unterstützte er weiterhin seine Malteser-Kollegen in Emmerich. 1987 zog es ihn zurück in seine Heimatstadt, er arbeitete im St. Willibrord-Spital auf der Intensivstation. Bei den Maltesern wurde er Stadtbeauftragter und im selben Jahr auch Geschäftsführer. Seit 1993 arbeitet Guido Janssen hauptberuflich im Rettungsdienst Kreis Kleve. „Ich bin fasziniert von diesem Beruf. Es ist immer wieder eine Herausforderung, aus den widrigsten Situationen das Beste für den Verletzten oder Erkrankten zu machen“, so Janssen.. Die ehrenamtlichen Rettungsdienste kommen zum Einsatz, wenn der Regelrettungsdienst überlastet ist. Das kann beispielsweise sein, wenn plötzlich auftretendes Glatteis zu vielen Unfällen führt. „Das nennt man ‚Spitzenabdeckung’. Die Rettungsleitstelle entscheidet, wann die Malteser informiert werden“, erklärt Guido Janssen. Auch bei Großschadenslagen, bei der mit einer großen Anzahl an Verletzten zu rechnen ist, gibt es eine Anfrage um Mithilfe an die Malteser. Oft werden sie aber auch im Vorfeld angefordert. Veranstalter von Konzerten oder Sport- Events bekommen zur Sicherheitsauflage, einen Sanitätsdienst vor Ort zu haben. Einsatz oft am Wochenende Im Laufe seiner Malteser-Zeit hat sich da viel verändert. „Früher ging man mit einer Sanitätstasche hin, heute meistens mit der kompletten notfallmedizinischen Ausstattung vom Rettungswagen bis hin zum Personal.“ Das ist heute sehr umfangreich ausgebildet. Wer zu den Maltesern kommt, absolviert zunächst den Erste-Hilfe-Kurs und danach den Lehrgang zum Einsatzsanitäter. So wie Sarah Jones. „Über vier Wochenenden – am Freitagabend, den ganzen Samstag und den ganzen Sonntag – ging der Lehrgang. Danach musste man eine praktische und eine theoretische Prüfung machen“, erzählt die junge Frau, die sich jetzt weiter zum Rettungshelfer ausbilden lassen möchte. Dazu sind ein Praktikum und eine zusätzliche Prüfung notwendig. Danach kann sie Rettungssanitäter werden, wenn sie eine 520-Stunden-Ausbildung an einer Rettungsdienstschule absolviert. Zurzeit decken rund 20 aktive Mitglieder die vielfältigen Aufgaben der Malteser Emmerich ab. Guido Janssen wünscht sich weitere Mitstreiter. Die ehrenamtlichen Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. „Ob einer sein handwerkliches Know-How zur Verfügung stellt oder beispielsweise das Autowaschen übernimmt oder ob er die komplette ‚Sanitäts-Laufbahn’ der Malteser durchlaufen möchte – jeder ist herzlich willkommen.“ Während ein Einsatz bei einem Fußballspiel zwei bis drei Stunden in Anspruch nimmt, kann das bei einem Stadtfest auch schon mal bis zwei Uhr in der Nacht gehen. Oft sind die Malteser am Wochenende oder abends unterwegs. „Wie viel Zeit jeder investiert, bestimmt er selbst“, so Janssen. Bereits ab sechs/sieben Jahre können die Kids in der Jugendgruppe aktiv werden, wo sie spielerisch an Erste Hilfe herangeführt werden, aber auch Zeltlager, Ausflüge und Spielstunden erleben. Erwachsene können sich gerne an den Gruppenabenden, die alle zwei Wochen freitags um 20 Uhr in der Malteser- Unterkunft an der Arnheimer Straße stattfinden, melden. „Schauen Sie sich gerne unsere Homepage unter „www.malteser-emmerich.de“ an“, sagt Guido Janssen. TEXT: MONIKA HARTJES FOTOS: PRIVAT MOBILE RETTER Projekt „Mobile Retter“ im Kreis Kleve Guido Janssen machte auf die neue App „Mobile Retter“ aufmerksam. Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand muss es sehr schnell gehen. Bis der Rettungsdienst beim Patienten ankommt, vergehen zwangsläufig einige Minuten. Ersthelfern kommt deshalb eine große Bedeutung bei der Wiederbelebung von Patienten zu, deren Herz-/Kreislauffunktion ausgefallen ist. Denn mit jeder Minute früher, in der mit der Reanimation begonnen wird, steigen die Überlebenschancen und bleibende Schäden können vermindert werden. Nicht alle Anrufer der Nummer 112 sehen sich aber in der Lage, die Maßnahmen selbst durchzuführen. Genau hier setzt das Projekt „Mobile Retter“ an. Dazu können Freiwillige aus dem Kreis Kleve, die durch ihren beruflichen oder ehrenamtlichen Hintergrund ohnehin über gute Kenntnisse der ersten Hilfe verfügen, zu „Mobilen Rettern“ ausgebildet und eingesetzt werden. Hier ist an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rettungsdienstes und der Hilfsorganisationen sowie der Freiwilligen Feuerwehren gedacht. Ferner könnten eventuell auch Ärztinnen, Ärzte, Praxis- und Klinikpersonal sowie Pflegekräfte als „Mobile Retter“ gewonnen werden. „Mobile Retter“ in der unmittelbaren Umgebung eines Notfallortes werden durch die Kreisleitstelle parallel zum Rettungsdienst sofort mit einer Mobilfunk-App informiert. In den kommenden Wochen wird der Kreis Kleve bei den Personen, die als “Mobile Retter“ in Frage kommen, darum werben, sich an dem Projekt zu beteiligen.

Sonderveröffentlichungen