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Unser Emmerich am Rhein

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4 UNSER PROJEKT

4 UNSER PROJEKT Gemeinsames Training für den Firmen-Fitness-Lauf Die Firma Kao chemicals setzt auf Gesundheitsförderung im Betrieb. Ein Baustein ist das Am 9. Juni startet wieder der Firmen-Fitness-Lauf in Emmerich, an dem mittlerweile viele Firmen aus der Rheinstadt und Umgebung teilnehmen. Um entsprechend fit zu sein, bieten einige Unternehmen spezielle Vorbereitungsgruppen an. So auch Kao chemicals. „Bei unserer ersten Teilnahme sind wir einfach mitgelaufen ohne besondere Vorbereitung“, erzählt Firmenchef Bernd Liske, der selber bereits sechs Mal teilgenommen hat. „Dann haben wir beschlossen, eine Laufgruppe einzurichten.“ Diese wird vom Diplomsportlehrer Patrick Prehn betreut. regelmäßige Lauftraining am Dienstagabend im Stadion. Gesundheitsförderung im Betrieb Überhaupt wird die Gesundheitsförderung bei dem Emmericher Unternehmen Kao groß geschrieben. Zum Gesundheitsförderungs-Programm, das es seit etwa vier bis fünf Jahren in der Firma gibt, werden für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unter anderem Yoga-Stunden, eine Rückenschule, Kurse für gesunde Ernährung und Massagen angeboten. Außerdem wird auch auf rückengerechte Arbeitsplätze geachtet. Die Laufgruppe ist ein weiterer Baustein. „Es geht nicht nur um die Gesundheitsförderung“, sagt Bernd Liske. „Es geht auch um das soziale Miteinander und die Kommunikation. Kao hat zwei Standorte. Bei den Kursen und beim Training treffen die Mitarbeiter aller Abteilungen zusammen. Und auch beim Laufen kommen wir ins Gespräch.“ Immer dienstags um 17 Uhr treffen sich die Kollegen und Kolleginnen im Eugen-Reintjes-Stadion. Auch andere Gruppen trainieren hier: So laufen Mitarbeiter der Stadtverwaltung Emmerich und von Johnson-Matthey zur Fittnes durch ein spezielles Training - auch mit hohen Sprüngen Ein Mal die Woche treffen sich die Kao-Mitarbeiter im Eugen-Reintjes-Stadion, um gemeinsam zu trainieren. Vorbereitung auf das Lauf-Event im Stadion ihre Runden. Etwa ein Dutzend Läufer gehören der Kao-Gruppe an, öfters sind auch Sportler von Katjes dabei. „Die sind fast alle immer da“, lobt Trainer Patrick Prehn den Trainingsfleiß. Mittlerweile wird das ganze Jahr über trainiert, selbst im Winter. Nur ganz selten fiel die Übungsstunde mal aus, wenn das Wetter wirklich zu schlecht zum Laufen war. „Das Stadion ist als Trainingsstätte ideal. Hier sind Läufer verschiedener Leistungsstärken dabei und auf der Bahn habe ich alle im Blick, so dass ich jeden individuell betreuen kann“, erklärt Patrick Prehn. Nach eineinhalb Runden zum Aufwärmen findet ein allgemeines Bewegungstraining statt. Dazu gehören Koordinationsschulung, Hopserlauf, Sprünge, Hüpfen auf einem Bein, aber auch Dehnübungen und Intervall-Läufe. Beim anschließenden Runden-Laufen gibt Prehn Tipps zum Laufstil und motiviert die Sportler. Dominik Kilch spielte früher Basketball und Fußball, musste das verletzungsbedingt aufgeben. Dann begann er mit dem Laufen in der Gruppe und macht jetzt regelmäßig beim Firmenfitnesslauf mit. „Das ist eine tolle Sache unseres Unternehmens, dadurch wird auch der Zusammenhalt unter den Kollegen gefördert“, freut sich der 28-Jährige. Auch die 37-jährige Rebecca Rose gehört von Anfang dazu. „Durch die Gruppe bin ich mit dem Laufen angefangen, mittlerweile nehme ich auch an anderen Wettkämpfen teil und laufe Strecken bis zum Halbmarathon“, sagt sie. Isabel Richter, die seit einem halben Jahr mitmacht, ist vorher schon ein bisschen gelaufen. Mittlerweile ist sie so motiviert, dass sie sich auch an andere Fünf- und Zehn-Kilometer- Rennen wagte und sogar beim Mud-Master in Weeze mitlief. „Den Halbmarathon werde ich auch noch irgendwann schaffen“, erklärt die 29-jährige Kao- Mitarbeiterin. Stephan Liske, Sohn des Firmenchefs, ist zwar erst seit einem halben Jahr dabei, nimmt aber in diesem Jahr zum dritten Mal am Firmen-Fitness- Lauf teil. „In der Gruppe zu laufen macht einfach mehr Spaß, als alleine zu laufen“, sagt er. „Außerdem kann man sich nicht so leicht vor dem Training drücken, wenn man von den Kollegen bereits in der Mittagspause angesprochen wird, dass abends das Lauftraining stattfindet.“ Schnellste Auszubildende Sehr erfolgreich war Jeanne van Dijk bei ihren Teilnahmen am Lauf-Event unterwegs. In den Jahren 2014 und 2016 war sie jeweils die schnellste Auszubildende. Seit einem Jahr läuft sie bei den „Roadrunners“ in Düffelward und absolvierte verschiedene Wettkämpfe. „In diesem Jahr sind etwa zehn Läufe geplant“, erzählt die 23-jährige Sportlerin. Jetzt geht es in die „heiße Phase“ der Vorbereitung und alle sind mit viel Engagement dabei. Schwänzen gibt es nicht mehr, jeder versucht, seine Leistung kurz vor dem Start beim Firmenlauf noch zu steigern. Die Gruppe motiviert dazu. „Die Teilnehmer spornen sich gegenseitig an“, hat Patrick Prehn festgestellt. So auch beim Sportabzeichen, das die Betriebssportler im letzten Sommer gemeinsam gemeistert haben. In den letzten drei Jahren hatte Kao immer die größte Teilnehmergruppe. Die Firma stattet die Läufer mit Trainingsanzügen aus und in jedem Jahr gibt es ein neues Lauf-Shirt. „In diesem Jahr wird es blau sein und es ist gelb abgesetzt“, sagt Bernd Liske, der als Chef mit gutem Beispiel vorangeht, auch in diesem Jahr selber das Shirt überstreift und mitläuft. TEXT: MONIKA HARTJES FOTOS: MARKUS VAN OFFERN FIRMENLAUF Am Freitag, 9. Juni, findet der Firmenlauf in der Innenstadt zum achten Mal statt. Gestartet wird um 19 Uhr im Rheinpark. Neben den Wettbewerben um den schnellsten Chef, den schnellsten Azubi und das schnellste Team findet gleichzeitig die NRW-Meisterschaft statt. Infos unter www.gebege.org

UnserEMMERICHam Rhein MEIN TAG 5 Algen-Chips und Estragon-Möhren: In Island kocht man anders Clara Böing, Koch-Auszubildende im Eltener Restaurant Wanders, durfte einen Monat lang in die Küche des Sterne-Restaurants „Dill“ in Reykjavík hineinschauen. Gekocht hat Clara Böing immer schon gerne. Dass sie sich für eine Koch-Ausbildung entschieden hat, dauerte zwar ein bisschen, aber sie hat es nicht bereut. „Der Beruf macht mir einfach Spaß“, sagt die in Goch geborene 19-jährige Auszubildende. „Als Köchin ist man kreativ und kann immer wieder etwas Neues ausprobieren.“ Nach der Mittleren Reife besuchte die junge Frau zunächst das Gymnasium mit dem Ziel „Abitur“. „Ich merkte dann aber schnell, dass ich lieber etwas Praktisches machen wollte. Ich wollte lieber ein Handwerk erlernen, statt zu studieren“, erzählt Clara Böing. Sie bewarb sich beim Hotel/Restaurant Wanders in Elten und wurde auch gleich dort angenommen. Im August 2015 begann ihre Lehrzeit. Unter Anleitung vom Chef Theo Wanders und Koch Stefan Nitsch erlernte sie – gemeinsam mit Lars Derksen, der seine Ausbildung ein Jahr früher begann – die Handgriffe in der Küche. Zunächst begann sie mit der „kalten Küche“, bereitete Beilagen und Salate zu. „Aber schon schnell durfte ich selbst Dinge ausprobieren. Das ist der Vorteil von einem kleineren Betrieb, man bekommt alles mit, was in der Küche geschieht und es geht sehr familiär zu“, erzählt Clara Böing, die in Kleve wohnt. „Ich lasse die Auszubildenden schon sehr schnell an den Herd, da lernen sie am meisten“, sagt Stefan Nitsch. „Und wenn etwas daneben geht, dann machen sie es eben noch mal.“ Gerne probiert Clara auch mal etwas zuhause aus, ansonsten trifft sie sich in ihrer Freizeit mit Freunden und geht ab und zu ins Kino. Theo Wanders, der seit 1986 Perfekt im Kräuterschneiden: Darauf wurde im Sternehotel genau geachtet. Chef Theo Wanders freut sich, dass seine Auszubildende Clara Böing Erfahrungen in Island sammeln konnte. ausbildet, legt viel Wert auf Teamarbeit und die „Lehrlinge“ werden mit eingebunden. So helfen sie beispielsweise dabei, die wöchentlich wechselnde Speisekarte für die Kennenlern-Menüs zu erstellen. „Die ist sehr abwechslungsreich und da kommen schon mal besondere Sachen auf den Tisch“, so Wanders. Clara macht es Spaß, selber an Gerichten herum zu „experimentieren“ und sie ist stolz, dass der Chef – nach einem Probeessen - die eine oder andere Anregung auch übernimmt. Montags besucht die Koch- Auszubildende das Berufskolleg Kleve. Da sie sowohl die Theorie in der Schule als auch die Praxis im Restaurant sehr gut bewältigt, unterstützt ihr Chef sie dabei, die Prüfung um ein halbes Jahr vorzuziehen und diese im Januar 2018 zu absolvieren. An ihren Arbeitstagen, die auch teilweise an den Wochenenden liegen, macht sie meist Teildienst von 10 bis 14 und von 17 bis 21 Uhr. Im Rahmen des Projektes „Erasmus mobility project“ bot das Berufskolleg Kleve ein Praktikum im Ausland an. Und weil Clara Böing gerne möglichst viele Erfahrungen in ihrem Job sammeln möchte, bewarb sie sich. „Ich konnte zwischen Finnland und Island wählen, entschied mich dann für Island, weil ich von der Hauptstadt Reykjavík so viel gehört habe und diese unbedingt kennenlernen wollte.“ Vom 27. Februar bis zum 29. März stand sie in der Küche des Sterne-Restaurants „Dill“. „Eine tolle Chance, aber auch eine echte Herausforderung, weil da ganz anders gearbeitet wurde als in Elten“, erzählt sie. Die Unterhaltungen liefen auf Englisch ab, kein Problem für die angehende Köchin. Die Küche war sehr klein und mit sechs bis sieben Leuten Personal sehr eng. Während Clara nur für das „Dill“ kochte, waren die anderen Köche auch für ein zweites Restaurant zuständig. Bereits morgens um 10 Uhr begannen die Vorbereitungsarbeiten für das Sterne-Restaurant, obwohl die ersten Gäste erst um 18 Uhr kamen. Alles wurde frisch Ausflug zum Skogafoss Wasserfall in Island zubereitet. „Und alles musste akribisch genau bearbeitet werden und wurde genauestens kontrolliert. Wichtig war, auch etwas für das Auge zu bieten“, sagt Clara. Und so musste sie Thymian und Rosmarin schon mal nachschneiden, weil dem Chefkoch das Ganze zu grob oder nicht gleichmäßig genug war. Auf der Speisekarte standen neun Gänge, die wöchentlich wechselten. Die Kleverin war für die ersten drei zuständig. Da galt es dann schon mal Algen-Chips oder getrocknete Möhren mit Estragon- Puder zuzubereiten. „Die Möhren wurden so auf einer Steinoder Holzplatte angerichtet, dass sie aussahen wie Trolle“, erzählt die Auszubildende. Vier Tage in der Woche wurde gearbeitet, meist bis ein Uhr in der Nacht. Nach den Arbeiten in der Vorbereitungsküche zogen alle Köche saubere Dienstkleidung an, um dann vor den Augen der Gäste die Gänge in der sogenannten „Schauküche“ anzurichten. „Es war eine tolle Erfahrung“, sagt Clara Böing. Aber sie sei doch froh gewesen, als sie nach einem Monat wieder in ihre gewohnte Umgebung bei den Leuten, die sie mag und ihrem gewohnten Arbeitsalltag zurück war. „Ich habe viel gelernt und bin in manchen Dingen noch genauer geworden“, sagt sie und lacht: „Ich bin jetzt die perfekte Schnittlauchschneiderin.“ Wenn sie ihre Ausbildung beendet hat, möchte sie auf jeden Fall Erfahrungen in anderen Ländern sammeln. „Wenn du Koch bist, steht dir die Welt offen“, sagt ihr Chef Theo Wanders, der sie nur ungern gehen lässt, aber ihren Wunsch verstehen kann. TEXT: MONIKA HARTJES FOTOS: M. VAN OFFERN/PRIVAT

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