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Unser Emmerich am Rhein

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2003. Die Band oben

2003. Die Band oben (v.l.) mit Wiwi Lesaar, Sabine Botz-Schnellzauer, Heribert Feyen, Gaby Schwermer, Uli Döbberthin. Unten (v.l.) mit Christoph Hemke, Heiner Horsten, Jürgen Straetmans. Es fehlt Siggi Esser. „Herrenquote“: Ferdi Bisselik (l.) und Heribert Feyen. Kinderchor mit Band. 4 UNSER PROJEKT 25 Jahre: Sing out – Kulturbrücke Im Laufe der Jahre gab es fünf Chöre und Bands unter der Leitung von Heribert Feyen, die dem eingetragenen Verein angehörten. Einen Chor gibt es noch. Im November begeht „Sing out – Kulturbrücke“ das 25- jährige Jubiläum. Das wird mit einem Gottesdienst und anschließendem Konzert am Samstag, 2. November, um 17 Uhr in der Vrasselter St. Antonius-Kirche gefeiert. „Heute besteht unser Chor aus 36 Mitgliedern zwischen 30 und knapp 80 Jahren“, sagt Chorleiter Heribert Feyen, der „Sing out“ von Anfang an leitete. Die Älteste ist Lolli Wenzel, sie wird in diesem Jahr 80 Jahre alt. Erste Gründung im Jahr 1972 Eigentlich ist dieser Chor schon bedeutend älter. Bereits 1972 wurde „Sing out“ gegründet. Damals taten sich heranwachsende sangesfreudige Jungen und Mädchen aus der Katholischen Landjugend-Bewegung zusammen. Bis 1981 bestand dieser Chor, der dann aus persönlichen und familiären Gründen aufgegeben werden musste. Höhepunkte waren die Weihnachtskonzerte 1979 und 1981 in der Praester Turnhalle, die damals auf Tonband aufgenommen wurden. Diese Mitschnitte hat Heribert Feyen im Tonstudio Keusgen in Haldern im Jahr 2016 digitalisieren lassen – auch im Hinblick auf das Jubiläum. Im November 1992 wurde „Sing out – Kulturbrücke“ dann als eingetragener Verein neu gegründet. „Wir sind dem Stadtverband für Musik angegliedert“, so Feyen. Das Gitarrenspiel, mit dem er den Chor begleitet, hat er sich selbst beigebracht. In Messdienergruppen begann er, Lieder mit seinem Instrument zu begleiten. „Hans Franz war für mich als Lehrer in meiner eigenen Grundschulzeit derjenige, der mir Musik mit auf den Weg gegeben hat. Und in verschiedenen Kursen auf der Jugendburg Gemen habe ich viel mitnehmen können“, erzählt der 66-jährige Etwa zehn bis zwölf Auftritte jährlich hat der Chor „Sing Out – Kulturbrücke mit dem Chor Da capo“. Vrasselter, der selber als Grundschullehrer viele Kinder musikalisch anleitete. „Sing out – Kulturbrücke e.V.“ bestand aus mehreren Chören und Bands. Da gab es den Kinderchor mit Jungen und Mädchen im Alter von etwa sieben bis 15 Jahren, dazu eine eigene Kinderband. „Querbeet“ nannte sich der gemischte Chor, der von einer eigenen Sing-out-Band instrumental begleitet wurde. Im Jahr 2000 kam der Eltener Chor hinzu, der aus dem Mädchenchor Elten entstand. Diesen übernahm Feyen als Dirigent, der Chor wurde im „Sing out – Kulturbrücke e.V.“ aufgenommen und gab sich den Namen „Da capo“. Bis etwa 2003/04 bestanden Chöre und Bands, danach blieb aus beruflichen und persönlichen Gründen nur noch ein Chor übrig, der sich „Sing Out – Kulturbrücke mit dem Chor Da capo“ nennt und etwa zehn bis zwölf Auftritte pro Jahr hat. Gerne erinnert sich Feyen an verschiedene Höhepunkte von „Sing out“. So veranstaltete der Kinderchor 1998 einen unvergesslichen „Europatag“, ein dreitägiges Projekt, das das Land NRW bezuschusste. Weihnachtliches Konzert in Moyland. Vorgruppe bei den Bläck Fööss Im Juni 1993 durfte „Sing out“ als Vorgruppe für die bekannten „Bläck Fööss“, die in Emmerich ein Konzert gaben, auftreten, später sangen sie ebenfalls als Vorgruppe beim Auftritt der Kultgruppe „Höhner“. Unvergessen ist auch das Weihnachtskonzert im Stadttheater 1999. Im Jahr 2003 nahm der Chor die CD „Äwkes näwe de Rhin“ mit traditionellem Emmericher Liedgut auf – 20 Songs, die ein Stück Musik- und Kulturgeschichte unserer Stadt widerspiegeln. Diese CD ist auch heute noch käuflich bei Feyen zu erwerben. Neun Jahre lang organisierte „Sing out“ die legendären Vrasselter Wiesenfeste. Das ganze Dorf mit seinen Vereinen machte mit und hochkarätige Bands traten auf. Über 100 Lieder hat „Sing Out – Kulturbrücke mit dem Chor Da capo“ im Repertoire, das geht über weltliche Lieder, Pop und Gospel bis hin zu Beatles-Songs. Neben Konzerten wie dem Weihnachtskonzert in Moyland gestalten die Sänger auch Hochzeiten und andere Feste mit. „Ich lege viel Wert darauf, dass immer vierstimmig gesungen wird“, sagt Heribert Feyen. Und da mit Ferdi Bisselik, der die Gruppe mit Gitarre und Bluesharmonika begleitet, und Heribert Feyen nur zwei Männer dem Chor angehören, übernehmen einige der Frauen auch die Bass-Stimmen. Tragende Säulen im Vorstand sind die zweite Vorsitzende Manon Loock-Braun und die Kassiererin Andrea Berndsen. Beim Jubiläumskonzert im November wird kein Eintritt erhoben, die Sänger bitten um eine Spende für die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“. TEXT: MONIKA HARTJES FOTOS: PRIVAT 1-1 / 7-40 / Bildunterschrift

UnserEMMERICHam Rhein MEIN TAG 5 Hufschmied Markus Hoimann hat sein Hobby zum Beruf gemacht Der 29-jährige Praester wuchs auf dem elterlichen Hof auf, wo es auch Pferde gab. Menschen brauchen regelmäßig neue Schuhe zum Schutz der Füße. Pferde benötigen Hufeisen zum Schutz der Hufe. „So alle sechs bis acht Wochen sollte ein Pferd neu beschlagen werden“, sagt Markus Hoimann. Er ist als staatlich anerkannter Hufschmied viel unterwegs, besucht private und vereinseigene Reitställe. Früher gab es in jedem Dorf einen Hufschmied, heute gibt es nur noch wenige in der Region. „Damals gingen die Menschen mit ihrem Pferd zum Hufschmied, heute gehen die Hufschmiede zu den Pferden“, sagt der gebürtige Praester. Mit seinem voll eingerichteten Fahrzeug hat er immer alles dabei. Schon früh stand fest, dass er diesen Beruf erlernen will. Mit Pferden groß geworden Er wuchs auf einem landwirtschaftlichen Betrieb auf. Seine Eltern hatten Pferde. Von klein auf saß Markus Hoimann auf dem Pferderücken, ging in den Praester Reit- und Fahr-Verein und bestritt verschiedene Wettbewerbe. Er war Teilnehmer an Springturnieren bis Klasse M. Nach der Schule begleitete er öfter den Hufschmied Robert Küppers aus Goch-Kessel, der auf dem elterlichen Hof die Pferde beschlug. Er sah ihm gerne bei der Arbeit zu, fasste mit an und wusste schon früh: „Das willst du auch machen.“ So wurde seine Leidenschaft für die Pferde zum Beruf. Zunächst absolvierte er eine Schlosserlehre. „Dann muss man zwei Jahre mit einem Hufschmied unterwegs sein und berufliche Erfahrungen sammeln, und danach eine Fähigkeitsprüfung in Dortmund ablegen. Besteht man diese, darf man die Fachschule in Dortmund besuchen“, erzählt Markus Hoimann. Diese dauert fünf Monate und endet mit der staatlichen Prüfung. Danach ist man dann „staatlich geprüfter Hufschmied“. Diese Prüfung legte der 29-jährige Praester im Jahr 2010 ab. Seit einigen Jahren ist er als Hufschmied unterwegs. Zu den KONTAKT Staatlich geprüfter Hufschmied Markus Hoimann mobil: 0160 - 92410969 Ronja kennt das schon und hält schön still: Alle sechs bis acht Wochen schlägt Markus Hoimann ihrneue Hufeisen unter die Hufe. wichtigsten Aufgaben zählt das regelmäßige Beschlagen der Hufe. Hoimann arbeitet auch mit einem Tierarzt zusammen, wenn es um Spezialbeschläge bei Erkrankungen geht. Bei Stellungsfehlern und Hufkrankheiten wie Hufrehe oder Arthrose wird der Schmied therapeutisch tätig, indem er durch das Anbringen spezieller Beschläge die Heilung unterstützt. In der Turniersaison, die etwa von April bis September geht, gibt es viele Hufe zu beschlagen. „Da komme ich mit einer 40-Stunden-Woche nicht aus. Wenn ein Pferd einen Huf verliert, dann werde ich auch spontan an einem Sonntag oder kurz vor Beginn eines Turnieres angerufen“, sagt er. Fast jeder Reiter habe seine mobile Nummer im Handy gespeichert. Er selber reitet mittlerweile auch wieder. Mit „Adiamo“ hat er ein eigenes Pferd, das er sich als Fohlen gekauft hatte und jetzt auf Turniere vorbereitet. „Es ist ein junges Pferd, das muss richtig eingeritten werden“, erklärt er. Im nächsten Jahr wird es wohl so weit sein, dass er mit „Adiamo“ an Wettbewerben teilnehmen kann. Markus Hoimann wohnt auf dem elterlichen Hof, wo seine Schwester Corinna einen Reitstall mit Schulbetrieb leitet. Wenn er Zeit hat, unterstützt er die Familie. Auch dort werden die Pferde von ihm beschlagen. Die meisten Pferde halten still Ganz ruhig lässt die Stute Ronja das Ganze über sich ergehen. Sie ist schon 22 Jahre alt. Als Schutzkleidung trägt der Hufschmied eine Lederschürze und Handschuhe. Der Huf wird auf den sogenannten Hufbock gestellt. Die Nietenköpfe schlägt Hoimann hoch, damit sie entfernt werden können. Dann kann er das alte Hufeisen mit der Zange abnehmen. Danach findet die „Nagelpflege“ statt, der Huf wird gesäubert, das nachgewachsene Horn abgeschabt. Wie die Menschen verschiedene Schuhgrößen haben, gibt es auch unterschiedliche Hufeisengrößen. Der Hufschmied sucht ein passendes aus und lässt es im Gasschmiedeofen bei 600 Grad erhitzen, bis es rotglühend ist. Dann kann er es auf dem Amboss mit einem dicken Hammer in Form schlagen. Es qualmt ordentlich, wenn das heiße Eisen auf den Huf gedrückt wird, so dass es schließlich plan sitzt und festgenagelt wird. Bis alle vier Hufe „beschuht“ sind, dauert es etwa eine Stunde. Die meisten Tiere sind recht gelassen bei dieser „Prozedur“. „Aber jedes Tier hat einen anderen Charakter, da muss man das Pferd schon gut im Auge behalten. Manche haben Angst, andere sind frech oder werden durch Fliegen geärgert“, erzählt Hoimann, der schon den einen oder anderen Tritt einstecken musste. Bisher gab es glücklicherweise nur blaue Flecken. Die Besitzer sind meistens dabei und halten das Tier ruhig. „Auch wenn ein anderes Pferd dabei ist, geht es meist ruhiger zu“, hat der Hufschmied festgestellt. Viele Pferdebesitzer behalten nach dem Beschlagen die alten Eisen, denn diese sollen ja bekanntlich Glück bringen. „So gesehen habe ich mein Auto voller Glück“, schmunzelt Markus Hoimann. TEXT: MONIKA HARTJES FOTOS: MARKUS VAN OFFERN Hier wird das Eisen auf dem Amboss zurechtgeschlagen. Mit dem Fahrzeug im Hintergrund ist der Hufschmied zu Reitställen und Höfen unterwegs.

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