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Unser Straelen -ET 28.08.2017-

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10 NEUES AUS DEM

10 NEUES AUS DEM STADTARCHIV Bierkultur und ein Geburtstag Im Archiv lagern nicht nur Dokumente, sondern seit Neuestem auch 50 Jahre alte Bierflaschen. Das Gaststättengewerbe hat eine lange Tradition. Die Gaststätte „Zum Siegburger“ feiert in diesem Jahr ihr 50-Jähriges Bestehen unter der Leitung der Familie Scholten. Ein guter Anlass, mal einen Blick auf das Gastgewerbe der Blumenstadt zu werfen und wie sich das im Laufe der Jahrzehnte verändert hat. Einen Mangel an Kneipen gab es in früheren Zeiten in Straelen auf jeden Fall nicht. Ganz im Gegenteil. Um 1880 gab es 60 Schankwirtschaften und Gastwirtschaften. „Das sind umgerechnet eine Kneipe für 80 Leute gewesen“, rechnet Stadtarchivarin Claudia Kurfürst vor. Das war über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und zumindest dem damaligen Landrat nicht ganz geheuer. „Ihr müsst zurückfahren“, zitiert die Stadtarchivarin die Anweisung des Landrats. Ob die Straelener ihm Folge leisteten? Bis heute halte sich übrigens der Ruf, dass in Straelen viel und gerne gefeiert wird, sagt die Stadtarchivarin schmunzelnd. Barbara Morbach von den Freunden des Stadtarchivs erklärt den Unterschied zwischen einer Gastwirtschaft und einer Schankwirtschaft. „Gaststätte bedeutet, dort konnte auch übernachtet werden, in der Schankwirtschaft gab es nur den Ausschank.“ Im „Siegburger“ wurde auch übernachtet. Der Name ist übrigens historisch bedingt und hat mit dem Abt von Siegburg und seiner Beziehung zu Straelen zu tun. Das passt wiederum auch ganz gut. „Willi Scholten hat zu Glanzzeiten unheimlich viele Pilger untergebracht“, erinnert sich Kalli Geerkens von den Freunden des Stadtarchivs. Bevor es für die Pilger nach Kevelaer ging, machten sie Station in Straelen und genossen die gastfreundliche Aufnahme. Der „Siegburger“ ist seit fünf Jahrzehnten unter der Führung der Familie Scholten. Auf Vater Willi folgt Sohn Manfred. Die Gaststätte ist allerdings schon viel älter. An die Vorbesitzer vor Scholten kann Kalli Geerkens sich auch noch gut erinnern. Das waren die drei Schwestern Änni, Sophie und Ida Panhuysen. Auf einem alten Foto stehen die drei Schwestern vor dem Gebäude in der Annastraße. Über der Tür steht „Gast+Schenkwirtschaft W+P Boecksteger“. Erstmals erwähnt ist eine Gast- und Schenkwirtschaft „Bocksteger“ (die Schreibweisen variieren) bereits 1897. Die Adresse lautete Südost 166. Das liege daran, dass damals Straelen noch in Südost und Nordwest eingeteilt war, erklärt Barbara Morbach, die im Adressbuch nachgeschaut hat. Die drei Schwestern der Familie Panhuysen waren vor Scholten Gastwirt. Kalli Geerkens, Barbara Morbach und Stadtarchivarin Claudia Kurfürst betrachten sich die alten Diebels-Flaschen ganz genau. Und es gibt noch einiges mehr nachzulesen. Bekannt war Straelen offensichtlich für sein Bier. J.A.Dorsch schreibt in „Statistique du département de la Roer, Cologne 1804“: „Die Hopfenkulturen von Erkelenz und Straelen haben einen besonders guten Ruf. Das Bier, das man hier braut, ist sehr gut und sehr stark.“ Typisch war allerdings in Straelen eher das Brauen mit Grut statt mit Hopfen, erklärt Claudia Kurfürst. Bis heute gibt es die Pflanze in Straelener Veen. Bier wurde übrigens als Nahrungsmittel angesehen. „Durch das Brauen wurde es keimfrei und war damit sauberer als das Trinkwasser“, erklärt die Stadtarchivarin. Außerdem erlangte es ziemlich schnell einen guten Ruf. „1880 gab es eine Bewegung gegen Fusel und Schnaps, der die Leute oft aggressiv machte. Es wurde wieder mehr auf Bier gesetzt, weil es die Leute friedlicher hält“, erklärt Kurfürst. In einem Artikel vom 19. Januar 1881 im Kevelaerer Volksblatt liest sich das so: „Bier ist flüssiges Brot; außerdem aber hat es eine hohe Bedeutung für unser sittliches Leben: Es ist der Feind des Branntweins, der, wie ein Vertreter des Reichs-Gesundheitsamtes noch jüngst hervorhob, auf Körper und Geist verderbend wirkt.“ Straelen hatte zeitweise sein eigenes Brauhaus. Verzeichnet ist das im Adressbuch von 1910. Ein Bierhumpen vom Straelener Brauhaus erinnert im Stadtarchiv an diese glorreiche Zeit. Die endete nach dem Früher war neben der Gastwirtschaft Boecksteger ein Lebensmittelgeschäft. INFO Öffnungszeiten Das Stadtarchiv Straelen ist dienstags, mittwochs und freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr geöffnet, donnerstags von 14 bis 18 Uhr. Montags ist das Stadtarchiv geschlossen. Adresse Kuhstraße 21 in Straelen, Telefon 02834 6598. Aktiv werden Mittwochs um 10 Uhr trifft sich der Freundeskreis Stadtarchiv. Wer Interesse an der Geschichte Straelens hat und am Lesekursus ist willkommen. Ersten Weltkrieg. Dann war die Ära der vielen kleinen Brauereien vorbei. Eine ziemlich große gibt es am Niederrhein bis auf den heutigen Tag: Diebels in Issum. Dem Stadtarchiv wurden jüngst vier alte Diebelsflaschen geschenkt, die etwa 50 Jahre lang in einem Keller in Brüxken geschlummert haben. Dabei handelt es sich um verschiedene Sorten, etwa „Diebels Dunkel“. In Noppenfolie verpackt und liegend werden die Flaschen samt flüssigem Inhalt in der Kuhstraße gelagert. „Wir nehmen das bei uns auf, weil Getränke so eine wichtige Bedeutung haben“, sagt die Stadtarchivarin mit einem Augenzwinkern. Es sei eine schöne Kuriosität inmitten der vielen Papierdokumente, die das Stadtarchiv beherbergt. TEXT BIANCA MOKWA FOTOS EVERS, STADTARCHIV

nser STRAELEN NEUES VON DER CARITAS 11 ANZEIGE Straelens soziale Seite präsentiert vom Caritasverband Geldern-Kevelaer e.V. Pflege – ein Beruf mit Zukunft Für vier Wochen macht die angehende Heilerziehungspflegerin ein Praktikum bei der ambulanten Pflege und ist in Straelen unterwegs. Für die Flüchtlingsarbeit in Straelen werden wieder Ehrenamtliche gesucht, die sich für Zugewanderte und Asylbewerber engagieren möchten. Konkret werden Ehrenamtliche gesucht, die einzelne Flüchtlinge bei bestimmten Aufgaben unterstützen wollen, indem sie sie zu Behörden und Ärzten begleiten oder beim Ausfüllen von Formularen behilflich sind. Hilfe bei der Job- und Wohnungssuche ist ebenfalls gefragt. Auch wer geflüchteten Menschen helfen möchte, Deutsch zu lernen – einzeln oder in Gruppen – ist willkommen. „Jeder Freiwillige Vivienne Maaßen wird von Praxisanleiterin Martina Berghs (r.) während ihres Praktikums begleitet. dung für Altenpfleger ändern. „Altenpflege, Kinderkrankenpflege und Gesundheits- und Krankenpflege werden zu einer Berufsausbildung zusammengelegt. Später kann man sich spezialisieren“, erklärt der Pressesprecher des Caritasverbandes Geldern-Kevelaer die einschneidende Veränderung. „Die grundsätzliche Idee ist, den Pflegeberuf aufzuwerten. Und das ist positiv“, sagt Tobias Kleinebrahm. Bei der Caritas konnte man Alles ist neu. Es ist Vivienne Maaßens erster Tag in ihrem Praktikum bei der ambulanten Pflege beim Caritasverband Geldern-Kevelaer. Die 19-jährige Straelenerin macht eine schulische Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin an der Liebfrauenschule in Geldern. Das Praktikum ist nun der Praxistest, was sie in der Schule gelernt hat, umzusetzen. Begleitet wird sie während der vier Wochen von Praxisanleiterin Martina Berghs. Die hat vor mehr als 25 Jahren ihr Examen zur Altenpflegerin gemacht und ihre Entscheidung nie bereut. Es ist der Umgang mit den Menschen, der ihr Freude bereitet. „Das persönliche Gespräch ist mir sehr wichtig“, sagt Martina Berghs. Zu ihren Aufgaben gehören die Pflege, aber auch das Medizinische wie Verbands- und Katheterwechsel. Vivienne Maaßen wird der erfahrenen Altenpflegerin in den ersten Tagen ihres Praktikums über die Schulter schauen und nach und nach das in der Schule Gelernte unter fachlicher Anleitung in die Praxis umsetzen. „Man muss gut mit Menschen umgehen können, das ist auch bei der Heilerziehungspflegerin nötig“, zieht Martina Berghs den Vergleich zum späteren Aufgabengebiet der ihr anvertrauten Praktikantin. Im kommenden Jahr wird sich allerdings einiges in der Ausbilsich schon bisher in einer dreijährigen Ausbildung zur Altenpflegerin ausbilden lassen. Viele sind mit der erfahrenen Praxisanleiterin Martina Berghs unterwegs gewesen. „Das ist schon schön, wenn man die Entwicklung sieht, die die Auszubildenden durchmachen, und sieht, was sie in der Zeit alles gelernt haben“, sagt die Fachfrau. Dabei reicht die Altersspanne der Auszubildenden von 30 bis 52 Jahre. Engagierte in der Flüchtlingshilfe gesucht Adele Hoff koordiniert die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe und sucht noch Freiwillige, die sich für Zugewanderte engagieren möchten. „Einige haben die eigenen Eltern gepflegt und gemerkt, dass es ihre Berufung ist“, nennt Martina Berghs einen Weg, wie manche zum Pflegeberuf kommen. „Jobsicherheit“, nennt Kleinebrahm einen wichtigen Vorteil. „Es gibt eine relativ sichere Jobperspektive.“ Und noch etwas Entscheidendes fällt ihm ein. „Zum anderen ist es ein sehr erfüllender Beruf. Wenn ich die Kollegen höre, dann sind viele zufrieden, weil sie viel zurückbekommen.“ kann selbst entscheiden, wie und in welchen Umfang er sich engagieren möchte. Das hängt immer von den Möglichkeiten jedes Einzelnen ab“, sagt Adele Hoff, die im Caritas-Centrum die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe koordiniert. Während des Engagements werden die Freiwilligen durch Fachkräfte unterstützt und begleitet und können sogar an Qualifizierungsmaßnahmen teilnehmen. Interessierte können sich direkt an Adele Hoff wenden unter der Mailadresse hoff@caritasgeldern.de oder telefonisch unter 02834 915187. INFOS Rat und Hilfe im Caritas-Centrum Wo Caritas-Centrum Straelen an der Marienstraße 61 in Straelen, ☎ 02834 915190. Allgemeine Sozialberatung – in Straelen am Dienstag, 10 bis 12 Uhr, und am Donnerstag, 14 bis 16 Uhr – in Wachtendonk am Dienstag, 14 bis 16 Uhr. Schuldnerberatung, Integration/Migration, Erziehungsberatung, Familiendienst; Freiwilligen-Zentrum, Fachdienst Gemeindecaritas Die individuelle Beratung erfolgt nach Terminvereinbarung (☎ 02834 915190). Integrationssprachkursus Gemischter Integrationssprachkursus für Frauen und Männer seit Januar, Anmeldung unter ☎ 02834 915190. Caritas-Pflegeteam Straelen Franziskanerstraße 2 in Straelen, Auskünfte unter ☎ 02834 3118860. MITARBEITER Jens Göcke pflegt und begleitet alte Menschen im Marien-Haus in Straelen, das der Caritasverband betreibt. Ich arbeite bei der Caritas, weil . . . . . . Teamarbeit gefragt ist und ich mit tollen Menschen zusammen arbeiten darf. An Straelen mag ich besonders, dass ... . . . es liebens- und lebenswert ist (besonders das Marien-Haus).

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